Berliner Allee (Düsseldorf)
Berliner Allee
Stadtwappen der kreisfreien Stadt Düsseldorf.png
Straße in Düsseldorf
Berliner Allee
Die Berliner Allee in Höhe des U-Bahnhofs Steinstraße/Königsallee mit dem Hochhaus der Stadtsparkasse (im Januar 2008)
Basisdaten
Ort Düsseldorf
Ortsteil Stadtmitte
Anschlussstraßen Hofgartenstraße (Jan-Wellem-Platz), Adersstraße
Querstraßen Schadowstraße, Klosterstraße, Immermannstraße, Ernst-Schneider-Platz, Martin-Luther-Platz, Marienstraße, Josephinenstraße, Platz der deutschen Einheit, Steinstraße, Kreuzstraße, Stresemannstraße, Grünstraße, Alexanderstraße, Bahnstraße, Graf-Adolf-Straße, Hüttenstraße
Bauwerke Hochhaus der Stadtsparkasse Düsseldorf, Börse Düsseldorf
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Straßengestaltung Straßenbahn verkehrt inmitten der Straße
Technische Daten
Straßenlänge 1.100 m

Die Berliner Allee ist eine der Hauptverkehrsachsen der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Sie wurde im und nach dem Zweiten Weltkrieg neu geplant und in weiten Teilen zwischen 1954 und 1962 erbaut. Neben dem Rheinufertunnel im Westen bildet sie die östliche innerstädtische Nord-Süd-Achse.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Nördliches Ende der Berliner Allee mit von links: Peek & Cloppenburg, Tausendfüßler, Drei-Scheiben-Haus und Tuchtinsel

Die Berliner Allee beginnt im Norden an der Maximilian-Weyhe-Allee als Verlängerung der Kaiserstraße, durchschneidet den Hofgarten und führt am Schauspielhaus, dem Thyssen-Haus und dem Jan-Wellem-Platz vorbei. Die Fahrbahn in Nord-Süd-Richtung wird an dieser Stelle über den Tausendfüßler geführt, ein Hochbrückenbauwerk auf 20 Pfeilern. Die Brücke überquert den langjährigen Verkehrsknotenpunkt der Düsseldorfer Straßenbahnen sowie die Haupteinkaufsstraße und Fußgangerzone Schadowstraße und hat einen östlichen zweispurigen Abzweig in die Immermannstraße. Die Fahrbahn in Süd-Nord-Richtung läuft ebenerdig unter dem hochliegenden Abzweig hindurch und bildet mit der Hochstraße die sogenannte Tuchtinsel, einen Straßenblock mit sechsgeschossiger Individualbebauung. Südlich davon verläuft die Straße über den Martin-Luther-Platz zwischen der Johanneskirche und der Börse hindurch. Auf der östlichen Seite folgt die ehemalige Landeszentralbank (heute Niederlassung der Deutschen Bundesbank) und der Platz der deutschen Einheit mit dem Mack-Brunnen. Den Südrand des Platzes bildet die Kreuzung mit der Steinstraße, der wichtigsten Verbindung von der Altstadt zum Hauptbahnhof mit der unterirdischen zweistöckigen Stadtbahn-Haltestelle Steinstraße/Königsallee. Es folgt südwestlich der Kreuzung der Glasbau der Stadtsparkasse mit den markanten Glasschirmen.

Berliner Bär

Südlich der bedeutenden Düsseldorfer Verkehrs- und Straßenbahnkreuzung mit der Graf-Adolf-Straße mündet die Berliner Allee schließlich in eine platzartige Erweiterung, die Ernst-Reuter-Platz heißt, der jedoch an der Ostseite zur Karl-Rudolf-Straße, an der Nordseite zur Adersstraße und an der Südseite zur Hüttenstraße gehört. Im Südosten dieses Verkehrsknotens, dessen Mitte ein Berliner Bär ziert, nimmt die Corneliusstraße den Hauptverkehrsfluss der Berliner Allee schließlich auf.

Die Straßenbahnlinie 701 verkehrt auf der gesamten Länge der Berliner Allee auf einem separaten Mittelstreifen mit gärtnerischer Begleitbegrünung. Straßenbahnhaltestellen befinden sich unter der Hochstraße an der Kreuzung mit der Schadowstraße sowie an den Kreuzungen mit der Steinstraße und mit der Graf-Adolf-Straße, an letzterer existieren daneben auch noch Bushaltestellen.

Geschichte

Da die parallele Königsallee am Hofgarten endet, gab es bereits in den Plänen für die „Gauhauptstadt“ Düsseldorf in den späten Dreißiger Jahren Überlegungen, eine Nord-Süd-Achse parallel zur Kö quer durch ein gewachsenes Stadtviertel[1] zu ziehen. Nachdem durch den Bombenkrieg die Gebäude in diesem Viertel vollständig zerstört waren, ergab sich die Chance, diese Pläne zu verwirklichen. Sie wurden nach 1945 im Stadtplanungsamt unter Friedrich Tamms aktualisiert und im Neuordnungsplan vom 10. April 1950 durch den Rat beschlossen. Zahlreiche bereits wiedererrichtete Gebäude mussten abermals zerstört werden.

Am 23. September 1960 wurde die Berliner Allee in Anwesenheit des damaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin Willy Brandt dem Verkehr übergeben.

Bis zur Inbetriebnahme der U-Bahn vom Hauptbahnhof zur Altstadt im Mai 1988 waren die Berliner Allee und der anliegende Jan-Wellem-Platz als zentraler Straßenbahnknoten das Zentrum des öffentlichen Personennahverkehrs der Stadt.

Die Berliner Allee war zunächst als Regierungsstraße gedacht, an der sich die Ministerien der Landesregierung Nordrhein-Westfalens ansiedeln sollten. Aufgrund der zähen Bauplanung verteilten sich die Regierungsstellen in den 1950er-Jahren jedoch verstreut über das innere Stadtgebiet und waren an einem erneuten Umzug nicht mehr interessiert. Neben kleineren Bankfilialen siedelte sich die Stadtsparkasse Düsseldorf mit einem Hochhaus auf einem zweistöckigen Sockelbau an. Das Bauensemble wurde 2000 umfangreich renoviert und mit einer Glasfassade versehen, wobei auch die große Uhr von der Spitze des Hochhauses entfernt wurde. Das Hochhaus ist etwa 15 Meter niedriger als die Johanneskirche, die nach Protesten den Abrissintentionen der Stadt entgangen war. Weiterhin befinden sich hier die nordrhein-westfälische Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank sowie die Börse Düsseldorf. An der Kreuzung mit der Graf-Adolf-Straße entstand 1964 auf einem Straßenblock das Horten-Kaufhaus (heute Kaufhof Galeria) mit Hortenkachel-Fassade und dem aufsitzenden Hochhaus (um 2000 stark veränderte Fassade) für die damalige IBM-Verwaltung durch den Architekten Egon Eiermann. Die Straße ist überwiegend sechsgeschossig bebaut mit einem zurückspringenden Obergeschoss mit Balkonen und Flachdächern. Im Erdgeschoss, oft mit dazugehörendem aufsitzendenden Mezzanin, finden sich in zahlreichen Gebäuden Einzelhandelsflächen oder Gastronomie. Über lange Strecken wird die Straße von Platanen gesäumt. Anfangs wurde die Berliner Allee zur gesuchten Adresse mit vielen Niederlassungen von Fluggesellschaften, modischen Restaurants und eleganten Geschäften wie auch als Bürostandort. Der übermäßige Verkehr machte die Straße aber mit der Zeit für Fußgänger ungemütlich. Die aufwertenden Maßnahmen in der Altstadt und auf der Königsallee sowie Veränderungen im Kaufverhalten und in der Bürostandortwahl führten aber bereits in den 1980er Jahren zu einer zunehmenden Verödung. Die Straße mit dem gesamten Viertel bis zum Hauptbahnhof südlich der Immermannstraße wird heute als 2B-Lage eingestuft.

Quellennachweise

  1. Falkstadtplan Düsseldorf von 1949

Weblinks/Quellen

51.222256.7825277777778

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