Berliner Congress Centrum
Haus des Lehrers und Kongresshalle (2005)
Haus des Lehrers während der Bauarbeiten 1963

Das Haus des Lehrers ist ein Gebäude am Berliner Alexanderplatz. Es befindet sich an der Alexanderstraße 9, bis Juni 2006 war die Adresse Alexanderplatz 4. Angeschlossen befindet sich eine Kongresshalle, die heute das Berliner Congress Center (bcc) beheimatet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Haus des Lehrers (kurz HdL) wurde zwischen 1962 und 1964 im Osten des Platzes errichtet. Es war das erste Hochhaus am Alexanderplatz. Die Grundsteinlegung für das Gebäude des Architekten Hermann Henselmann war am 12. Dezember 1962, eröffnet wurde es am 9. September 1964. Es wurde an der Stelle des 1908 errichteten Berliner Lehrervereinshauses gebaut, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Gebäude

Das 54 Meter hohe Haus des Lehrers ist ein 12-geschossiges Hochhaus in Kastenform, eine typische Lösung für die Wolkenkratzer-Architektur der Nachkriegsmoderne. Errichtet wurde es in Stahlskelettbauweise mit einer Glas-Alu-Vorhangfassade. Die Besonderheit des Gebäudes ist ein umlaufender Fries zwischen dem zweiten und fünften Obergeschoss, im Volksmund Bauchbinde genannt. Dieser von Walter Womacka in Anlehnung an mexikanische Wandbilder entworfene Fries mit dem Namen „Unser Leben“ zeigt Darstellungen aus dem gesellschaftlichen Leben in der DDR. Mit sieben Metern Höhe und 125 Metern Länge zählt es zu den größten Kunstwerken Europas. Der gesamte Gebäudekomplex steht unter Denkmalschutz.

Zum Gebäude gehört auch die angrenzende, seitlich zurückgesetzte Kongresshalle, die seit September 2003 das Berliner Congress Center (bcc) beheimatet.

Nutzung

Haus des Lehrers mit der Installation Blinkenlights (Kein Foto, 3D Rendering)

Das Haus des Lehrers wurde als Begegnungsstätte für Pädagogen errichtet, unter anderem traf sich hier der Klub Berliner Pädagogen. Im dritten und vierten Obergeschoss – hinter dem umlaufenden Fries – befand sich die Pädagogische Zentralbibliothek, eine der bedeutendsten pädagogischen Bibliotheken Europas mit 650.000 Schriften. Im fünften Obergeschoss befand sich der dazugehörige Lesesaal.

Nach der Wende ging das Gebäude im September 1991 in das Eigentum des Landes Berlin über, das dort Teile der Senatsschulverwaltung unterbrachte. Ab 1994 wurde das Gebäude für unterschiedliche Zwecke vermietet und schließlich Ende 2001 für 8,18 Millionen Euro an die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) verkauft.

Zwischen 2002 und 2004 wurde der Komplex mit der angrenzenden Kongresshalle für 49 Millionen Euro komplett restauriert, modernisiert und zum Teil umgebaut. Durch Verkleinerung der Treppenhäuser konnte die Nutzfläche verdoppelt werden. Auf dem Dach wurde ein Glaspavillon errichtet, der zu den Büros der zwölften Etage gehört.

In der Zeit von September 2001 bis Februar 2002, Dezember 2003 bis Januar 2004, im Oktober 2004 und nochmals im Oktober 2005 wurde das Gebäude für die interaktive Lichtinstallation Blinkenlights des Chaos Computer Clubs genutzt.

Weblinks

52.52136111111113.4162777777787Koordinaten: 52° 31′ 16,9″ N, 13° 24′ 58,6″ O


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