Berliner Fernsehturm
Berliner Fernsehturm
FW Fernsehturm-2.jpg
Basisdaten
Ort: Berlin
Verwendung: Fernsehturm, Restaurant, Aussichtsturm
Bauzeit: 1965–1969
Technische Daten
Gesamthöhe: 368 m
Gesamtmasse: über 31.000 t
Aussichtsplattformen: 203,78 m und 207,53 m
Baustoff: Stahl, Stahlbeton

Der Berliner Fernsehturm ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands und das vierthöchste nicht abgespannte Bauwerk Europas. Er wurde im historischen Zentrum Berlins im Ortsteil Mitte (Bezirk Mitte) direkt neben der mittelalterlichen Marienkirche in Nachbarschaft zum Roten Rathaus und unmittelbar westlich des Alexanderplatzes errichtet. Betreiber und Eigentümer der Anlage ist die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) mit Sitz in Münster, ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom AG. Der Turm gehört zur World Federation of Great Towers.[1] Laut einer jährlich durchgeführten Umfrage des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) zählt der Berliner Fernsehturm zu den 15 beliebtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und hat jährlich rund eine Million Besucher.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Planung

Turmspitze mit Antennenanlagen

Bereits in den 1950er Jahren gab es Planungen für die Errichtung eines Fernsehturms in Berlin, der zunächst in den Müggelbergen im Bezirk Köpenick errichtet werden sollte. Der bereits begonnene Bau dieses Fernsehturms Müggelberge musste jedoch eingestellt werden, da er für die den Flughafen Berlin-Schönefeld an- und von ihm abfliegenden Flugzeuge eine Gefahr bedeutet hätte. Von diesem Bau wurde lediglich der Stumpf fertiggestellt. Als Standortalternative war eine Fläche am Rande des Volksparks Friedrichshain vorgesehen. Dieses Projekt kam jedoch über die Planungsphase nicht hinaus.

1964 wurde unter maßgeblicher Einflussnahme des ersten Sekretärs des Zentralkomitees der SED, Walter Ulbricht, die Errichtung des Fernsehturms im unmittelbaren Stadtzentrum beschlossen. Die Architektur geht auf eine Idee von Hermann Henselmann und Jörg Streitparth zurück, die Bauplanung erfolgte im VEB Industrieprojektierung (Ipro) Berlin. Wichtigste Architekten waren hier: Fritz Dieter, Günter Franke und Werner Ahrendt. Die Fußumbauung stammt von Walter Herzog und Heinz Aust. Der Fernsehturm sollte eine städtebauliche Höhendominante werden, eine „Stadtkrone, die alles überragt und von der Sieghaftigkeit des Sozialismus kündet.“[3] In den Entwürfen von Henselmann sollte die Kugel rot angestrahlt werden. Bruno Flierl hat ausgeführt, dass die Metallfassade der Kugel Ähnlichkeiten zum sowjetischen Satelliten Sputnik aufweisen und somit die technologische Überlegenheit der sozialistischen Staaten versinnbildlichen sollte.[4] Der Sputnik-Satellit ist auch am Café Moskau als Model angebracht worden.

Zwecks Baufreimachung für die Errichtung des Fernsehturms sowie die Umgestaltung seiner Umgebung wurde die in der Mitte der 1960er Jahre in diesem Bereich noch erhaltene Bebauung mit Ausnahme der Marienkirche und des Roten Rathauses abgerissen und der ursprüngliche aus dem Mittelalter stammende Straßengrundriss der Berliner Altstadt aufgegeben.

Bau

Montage des Kugelskeletts am Boden

Am 4. August 1965 war Baubeginn. Der Gesamtbauleiter und Chef der Deutschen Bauakademie Gerhard Kosel wurde bereits 1965 abberufen, da die Baukosten mit rund 200 Mio. Mark sechsmal höher wurden als ursprünglich kalkuliert. Grund hierfür war unter anderem, dass zahlreiche Materialien importiert werden mussten: die Außenverkleidung und die Scheinwerfer aus der Bundesrepublik, Aufzüge sowie Klimaanlagen aus Schweden und Fenster aus Belgien. Eine genaue Abrechnung über die Kosten wurde nie erstellt.

Zunächst wurde der Turmschaft in Kletterbauweise betoniert, wobei in dem Hohlkörper ein Stahlgerüst mit in die Höhe kletterte. Dann wurde am Boden das Stahlskelett der Kugel zusammengebaut. Auf der Spitze des Betonschaftes montierte man einen Montagekran, der die einzelnen Stahlsegmente der Turmkugel heraufbeförderte. Der Kran befindet sich heute noch dort, sein Ausleger ist nach unten geklappt. Die Antenne wurde aus einzelnen – etwa vier Meter großen – Segmenten zusammengesetzt. Hierfür wurde ein kleiner mitwachsender Kran an der Seite der Antenne installiert, der nach Beendigung der Arbeit wieder entfernt wurde.

Die Bauarbeiten wurden rund um die Uhr durchgeführt.

Anbau der Verkleidung

Nach gut vier Jahren Bauzeit wurde der Fernsehturm am 3. Oktober 1969 durch den damaligen Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht eingeweiht und am 7. Oktober, dem Jahrestag der DDR-Gründung, eröffnet. Zur Einweihung wurden die Architekten – entgegen üblicher Gepflogenheiten – nicht eingeladen. Der Grund hierfür soll gewesen sein, dass sich Ulbricht über die kreuzförmige Reflexion auf der Kugel („Rache des Papstes“) geärgert habe.[5]

Mit der Errichtung des Fernsehturmes wurde der gesamte Bereich zwischen der Stadtbahnstrecke am Bahnhof Alexanderplatz, der Karl-Liebknecht-Straße, der Rathausstraße und der Spree zu einer großzügig angelegten Freifläche mit Springbrunnenanlage, Baumgruppen und Blumenrabatten umgestaltet. Diese ist von vielgeschossigen Neubauten umgeben. Außer der Marienkirche und dem Roten Rathaus erinnert nichts mehr daran, dass man sich im historischen Stadtkern von Berlin befindet.

Nach der Wiedervereinigung übernahm die Deutsche Telekom den denkmalgeschützten Turm und renovierte ihn. Im Zuge dieser Arbeiten wurde die Antennenspitze erneuert und um drei Meter auf eine Gesamthöhe von 368 Meter verlängert.[6]

Fußball-WM 2006

Die Kugel des Fernsehturms als Fußball verkleidet (Juli 2006)

Die Kugel des Fernsehturms wurde im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 mit einer Folie aus 12.000 Einzelstücken in Form eines Fußballs beklebt. Als Werbung für die Deutsche Telekom trug diese neben Silber die Firmenfarbe Magenta.

Bei der Entfernung der Beklebung ab August 2006 traten Verzögerungen auf, sodass noch bis zum Oktober 2006 Folienreste an der Kugel zu erkennen waren. Die Telekom-Tochter „Deutsche Funkturm GmbH (DFMG)“ trat aber dem in Berlin verbreiteten Gerücht entgegen, diese Verzögerungen lägen an der Hartnäckigkeit des verwendeten Klebstoffs; die Folie lasse sich problemlos beseitigen. Stattdessen seien verschärfte Sicherheitsauflagen für die längere Dauer der Abschälaktion verantwortlich. Eine gleichzeitig für das Frühjahr 2007 angekündigte Säuberungsaktion der Kugel, die erste nach 1989, wurde damit begründet, dass sich im Laufe vieler Jahre durch die Sonneneinstrahlung eine feste Schmutzschicht auf der Oberfläche eingebrannt habe.[7]

Aufbau und Details

Innenraum

Panoramaetage mit Treppenaufgang zum Telecafé
Pavillon am Fuße des Turms

Im Vorgebäude des Turmes befindet sich auf Erdgeschossebene ein großzügiges Foyer mit Souvenirläden und Kassen. Mehrere kreuzweise angeordnete Treppen führen zum Obergeschoss der Eingangshalle. Dort befindet sich der Zugang zum Turmschaft mit dem Lifteingang.

Für Besucher sind zwei Etagen im Inneren der Kugel zugänglich: die Aussichtsetage und das Telecafé. Zwei Lifte fahren innerhalb von 40 Sekunden in die Kugel und enden auf Höhe der Panoramaetage. Im Inneren der Kabinen wird die aktuelle Position in Höhenmetern auf einem Display in Digitalanzeige angegeben. Außer einem Rundgang hinter den Aussichtsfenstern befinden sich dort ein weiterer Souvenirstand und eine Panoramabar. Ausführliche Informationstafeln erklären die erkennbaren Sehenswürdigkeiten und Orientierungspunkte. In der darüber liegenden Etage befindet sich auf einer Höhe von 207,5 Metern das Telecafé genannte Turmrestaurant.

Im Turm können Trauungen vorgenommen werden. Sie werden von Beamten des Standesamtes Berlin-Mitte durchgeführt.
Für Rollstuhlfahrer ist der Zugang zum Turm nicht möglich, da die Aufzüge bei einer Gefahrenlage ausgeschaltet werden und sich jeder Besucher eigenständig über die Treppen in Sicherheit bringen muss.[5]

Umbauung

Fernsehturm und Umgebung aus der Luft

Am Fuß des Turms wurde ein Bau mit einer großzügigen Treppenanlage errichtet, in deren Hauptachse der Neptunbrunnen von Reinhold Begas aufgestellt wurde. Er weist eine charakteristische spitzgiebelige Dachkonstruktion auf und wird im Erdgeschoss durch eine Filiale der ALEX-Systemgastronomie genutzt; das Obergeschoss bietet Raum für Ausstellungen. Außerdem wurden Wasserkaskaden um den Fuß des Turmes installiert, deren Höhe über Computer gesteuert werden können.[8]

Plattformen

Die zwei Ringe am Betonschaft unterhalb der Kugel sind Rettungsplattformen für den Notfall. Dorthin können sich 400 Besucher begeben, falls ein Brand in der Kugel auftritt. Dort kann man bis zur Löschung ausharren oder über eine Treppe weiter hinabsteigen.

Antennenmast

Das Ende der Spitze des Fernsehturmes ist mit einem 1,5 Tonnen schweren Gewicht versehen, das die dünnere (herausragende) Spitze bei starken Schwankungen durch Windeinflüsse automatisch wieder einpendelt und für eine maximale Abweichung von 80 cm sorgt (Tilgerpendel).

Die Antennenanlage des Fernsehturms enthält übereinander angeordnet verschiedene Antennen für digitales Fernsehen (DVB-T), UKW-Radiosender und digitalen Rundfunk (DAB). Die Antennenanlage ist elektrisch beheizbar, da sie im Winter eisfrei gehalten werden muss, um die Umgebung des Fernsehturms vor herabfallenden Eisbrocken zu schützen.

Rundumblick von der Aussichtsetage: Hochauflösendes 360°-Panorama
Rundumblick von der Aussichtsetage: Hochauflösendes 360°-Panorama

Befeuerung

Der Fernsehturm wurde zu DDR-Zeiten sowohl an der Spitze als auch an der Kugel mit einem rot blinkenden Flugwarnlicht mit einem Intervall von etwa zwei Sekunden befeuert. Über viele Jahre nach der Wende existierte dagegen statt des roten Intervalllichtes ein weißes Blitzlicht. Zum Ende der 2000er Jahre ist man wieder zu der früher üblichen rot blinkenden Befeuerung übergegangen.

Technische Daten

Fernsehturm in der Dämmerung
  • Höhe an der Antennenspitze: 368 m (vor dem Antennenumbau 1997 betrug die Höhe 365 m)
  • Länge der Antenne: 118 m
  • Durchmesser der Antennenspitze: 1,80 m
  • Mittlere Höhe der Kugel: 212 m
  • Aussichtsetage auf 203,78 m
  • Telecafé auf 207,53 m (zwei Umdrehungen pro Stunde, ursprünglich eine)
  • Durchmesser des Fußes: 32 m
  • Durchmesser der Aussichtsetage: 24 m
  • Durchmesser des Telecafés: 29 m
  • Durchmesser der Kugel: 32 m
  • Gewicht des Betonschaftes: 26.000 t
  • Gewicht der Kugel: 4.800 t
  • Gewicht der Antennenspitze: 245 t
  • Geschwindigkeit der Aufzüge: 6 m/s
  • Tiefe des Fundaments: 8,75 m

Frequenzen und Programme

Berliner Fernsehturm mit dem Reichstagsgebäude im Vordergrund

Analoges Radio (UKW)

Von den unterschiedlich hohen UKW-Antennen werden insgesamt 17 Radioprogramme abgestrahlt. Deren Sendeleistung reicht von 0,5 bis 100 kW. Auch die BBC und ein französischsprachiger Sender haben hier jeweils eine Frequenz.

Der Privatsender BB Radio nutzt seine für den Fernsehturm koordinierte Frequenz 107,5 MHz mit erlaubten 100 kW alternativ vom Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg mit nur 13 kW. Das Programm Fritz vom RBB darf vom Berliner Fernsehturm mit maximal 100 kW senden, die BBC mit maximal 20 kW.

Beim Antennendiagramm sind im Falle gerichteter Strahlung die Hauptstrahlrichtungen in Grad angegeben.

Frequenz
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
frühere Programme
87,9 Star FM STAR_FM_ 1023 - 1 ND H AFN Berlin; Charlie 87,9
90,2 Radio Teddy _RADIO__/_TEDDY__ 1B2E - 16 ND H BBC World Service
91,4 Berliner Rundfunk 91.4 BRF_91.4 D363 - 100 ND H Berliner Rundfunk (Rundfunk der DDR)
93,6 Jam FM _JAM_FM_ 10B2 - 2,4 D (330°-280°) H FFB²; rfi; NewsTalk 93,6; Berlin aktuell 93,6; FAZ-Radio 93,6
94,3 94,3 rs2 94,3_rs2 D32B - 25 ND H Rias 2²
95,8 radioeins (rbb) _radio1_/vom_rbb_ D332 - 100 ND H Radio DDR 1; Radio aktuell; Radio Brandenburg
97,7 Deutschlandfunk __DLF___ D210 - 100 ND H Stimme der DDR; Deutschlandsender Kultur
98,8 98.8 KISS FM _KISS_FM 1024 - 1 ND H BFBS²
99,7 Antenne Brandenburg (rbb) Antenne_/vom_rbb_ D431 Potsdam 100 ND H Radio DDR 2/Sender Frankfurt
100,6 FluxFM _FluxFM_ 1028 - 12,6 ND H Hundert,6/Radio 100²
101,3 Klassik Radio KLASSIK_ D75B Berlin 4 ND H Info101
101,9 Radyo Metropol FM metropol 102B - 0,5 ND H Jazz Radio
102,6 Fritz (rbb) _Fritz__/vom_rbb_ D333 - 15 ND H DT64; Rockradio B
103,4 Energy Berlin (NRJ) _ENERGY_/_BERLIN_ 132F - 8 ND H Radio 100²
104,6 104.6 RTL 104.6RTL 132A - 10 ND H
105,5 105’5 Spreeradio _SPREE__ 1022 - 5 ND H Radio 50 Plus
106,0 Radio France Internationale (RFI) ___RFI__ 1026 - 1 D (50°-20°) H SFB-Messeradio²

² Ausgestrahlt von einer anderen Sendeanlage.

Digitales Radio (DAB)/Digitales Mobiles Fernsehen (DMB)

DAB beziehungsweise DMB wird in vertikaler Polarisation und im Gleichwellenbetrieb mit anderen Sendern ausgestrahlt.

Block Programme ERP
(kW)
Gleichwellennetz (SFN)
5C
DRDeutschland
(D__00188)
DAB+ Block der Media Broadcast: 10 ND Augsburg (Hotelturm), Berlin (Alexanderplatz), Berlin (Scholzplatz), Bonn (Venusberg), Bremen, Dresden (Wachwitz), Dortmund, Düsseldorf, Feldberg/Taunus, Frankfurt am Main, Halle (Petersberg), Heinrich-Hertz-Turm, Hamburg (Moorfleet), Hannover (Telemax), Heidelberg, Ingolstadt (Gelbelsee), Kiel (NDR-Sender), Köln (Colonius), Langenberg, Leipzig (Stadtwerke), Mainz-Kastel, München (Olympiaturm), Nürnberg, Regensburg (Hohe Linie), Saarbrücken (Schocksberg), Stuttgart (Frauenkopf), Weimar
12D
Brandenburg
(D__00012)
DAB-Block von Deutsche Telekom/GARV/Deutsche Telekom/Digital Radio BB:
  • Deutschlandfunk (192 kbps)
  • Deutschlandradio Kultur (192 kbps)
  • Stimme Russlands (128 kbps-Mono)
  • EPG/MobileDatenBasic/MobileDatenPlus/TDC (56 kbps-D)
1 Berliner Fernsehturm Alex, Pinnow, Pritzwalk (Buchholz-Wahrberg), Rhinow (Rhinower Berge), Zühlen, Belzig (Weitzgrund-Räuberberg), Petkus, Michendorf, Fürstenwalde (Rauener Berge), Eisenhüttenstadt (Diehlo-Meuselberge), Guben (Reichenbach-Mobilfunkmast), Cottbus (Madlow), Cottbus (Calau), Lauchhammer, Hohenleipisch
LA
Berlin
DMB-Multiplex von Deutsche Telekom/GARV/Deutsche Telekom/Digital Radio BB:
  • Classic FM (160 kbps)
  • BFBS Radio 1 (112 kbps)
  • Capital Life (80 kbps-M)
  • Birdsong (64 kbps-M)
  • Planet Rock (128 kbps)
  • talkSPORT (64 kbps-M)
  • Virgin Radio (160 kbps)
  • the jazz (96 kbps-M)
  • What's On (8 kbps-DMB IP)
  • C4 (96 kbps-DMB IP)
  • E4 (96 kbps-DMB IP)
  • ITN News (96 kbps-DMB IP)
  • ITV 1 (96 kbps-DMB IP)
4 Berliner Fernsehturm Alex
12B
FhG FIRST-on-Air
DAB-Block von Deutsche Telekom/Fraunhofer FIRST:
  • FIRST Audio iDLS (128 kbps)
  • FIRST T-DMB (544 kbps DMB)
  • FIRST T-DMB CH2(544 kbps DMB)
  • News (32 kbps Daten)
  • SmartWeb (64 kbps Daten)
  • SmartWeb-2 (64 kbps Daten)
  • TDC-TPEG Bin Test (32 kbps Daten)
  • Verkehr (8 kbps Daten)
1 Berliner Fernsehturm Alex

Digitales Fernsehen (DVB-T)

Die DVB-T-Ausstrahlungen vom Berliner Fernsehturm Alexander laufen im Gleichwellenbetrieb (Single Frequency Network) mit anderen Sendestandorten. In Deutschland war dieses Sendernetz, als es 2003 schrittweise startete, das Erste seiner Art.

Kanal Frequenz
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate
MBit/s)
SFN
27 522 ARD national (rbb) 120 ND H 16-QAM
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berlin-Charlottenburg (Scholzplatz)
47 682 ARD regional (rbb) Berlin 100 ND H 16-QAM
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berlin-Charlottenburg (Scholzplatz)
33 570 ZDFmobil 50 ND H 16-QAM
(8-k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg), Frankfurt/Oder (Booßen)
25 506 RTL-Group Berlin 20 ND H 16-QAM
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg)
44 658 ProSiebenSat.1 Berlin 120 ND H 16-QAM
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg)
50 706 Gemischt Berlin 1 50 ND H 16-QAM
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg)
56 754 Gemischt Berlin 2 10 ND H 16-QAM
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg)
59 778 Gemischt Berlin 3
  • (Leerträger)
10 ND H 16-QAM
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg)
39 618 Gemischt Berlin 4 20 ND H 64-QAM 2/3 1/8 22,12 Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg)

Analoges Fernsehen

Die Abstrahlung der analogen Fernsehsender wurde mit der Einführung von DVB-T eingestellt.

Kanalnummer Programmname ERP (kW)
5 TV.BERLIN 100
27 ORB-Fernsehen 1000
41 BBC World 1
44 ProSieben 700
51 n-tv 5

Sonstiges

Fernsehturm als Souvenir, Konsumgüterproduktion der frühen 1970er Jahre
Kreuzförmige Reflexion auf der Kugel („Rache des Papstes“)

Der Bau des Fernsehturms gab Anlass für eine Vielzahl von Anekdoten:[9]

„Rache des Papstes“

Wenn die Sonne die Kugel der Blechprismen aus rostfreiem Stahl anstrahlt, erscheint eine Reflexion in Form eines Kreuzes. In Anspielung auf die atheistische Grundeinstellung der sozialistischen Regierung und die Diskriminierung kirchlicher Einrichtungen in der DDR bezeichneten Berliner dieses leuchtende Kreuz als „Rache des Papstes“ oder auch, nach dem damaligen evangelischen Bischof Otto Dibelius, als „Dibelius’ Rache“.[10]

Eine beliebte – allerdings nicht gesicherte – Anekdote in diesem Zusammenhang besagt, der Architekt sei nach Fertigstellung von der Stasi vernommen worden, um herauszufinden, ob er das Kreuz absichtlich mit eingeplant habe. Nach einer weiteren Anekdote beendete ein Regierungsmitglied die Diskussion mit dem Ausspruch: „Das ist kein Kreuz, sondern ein Plus für den Sozialismus!“ Die dritte Anekdote besagt, die Stasi habe anfänglich versucht, das reflektierende Kreuz mittels großer Spiegel vom Boden aus wegzublenden. Schließlich gibt es das Gerücht, dass in der Volkskammer der Abriss des Turmes diskutiert worden sei.

In seiner Rede vor dem Brandenburger Tor am 12. Juni 1987 griff US-Präsident Ronald Reagan eine Variation dieser Gerüchte auf. Er behauptete, die Ost-Berliner Behörden hätten seit dem Bau des Fernsehturms immer wieder mit dem Einsatz von Farbe und Chemikalien vergeblich versucht, die Lichtreflexion an der Glaskugel zu verhindern.[11]

„St. Walter“

Das Bauwerk an sich wird aus demselben Grund auch „St. Walter“ (nach Walter Ulbricht) genannt. Ebenso wird der Begriff „Ulbrichts Gedächtniskirche“ deshalb seit dem Tode von Walter Ulbricht verwendet.

„Telespargel“

Von Reiseleitern und Stadtführern wird Touristen gern kolportiert, die Berliner würden den Fernsehturm „Telespargel“ nennen, so wie für jedes bekanntere Gebäude der Stadt angeblich ein Name existiere, der von den Einheimischen benutzt werde.[12] Dies ist in vielen Fällen nicht zutreffend, Berliner benutzen in der Regel die Bezeichnung Fernsehturm. Die Bezeichnung Telespargel war ein von den DDR-Offiziellen gewünschter Spitzname, der sich in der Praxis jedoch auch schon in der DDR nicht durchgesetzt hat.

„Alex“

Von Uninformierten und Touristen wird der Fernsehturm auch fälschlich als „Alex“ bezeichnet. Dies kommt höchstwahrscheinlich daher, dass viele Berliner den Alexanderplatz im täglichen Sprachgebrauch mit Alex abkürzen („zum Alex fahren“, „am Alex treffen“) und ortsfremde Zuhörer damit nicht den Alexanderplatz assoziieren, sondern das gegenüberliegende Gebäude des Fernsehturms.[13]

Standortentscheidung

Der Parteichef der SED Walter Ulbricht traf am 22. September 1964 vor einem Modell der Stadt höchstpersönlich die Wahl des Standorts mit den Worten: „Nu, Genossen, da sieht man’s ganz genau: Da gehört er hin.“ (nach Kraemer[14]) Zunächst wurde der Bau geheimgehalten, es gab keine offizielle Grundsteinlegung oder Baugenehmigung. Der Standort wurde so gewählt, dass alle großen Straßen und Sichtachsen des gesamten Berlins, die auf das historische Stadtzentrum gerichtet sind, auf den Fernsehturm zuführen.

Das Fernsehturmlied

Briefmarkenblock zur Eröffnung des Fernsehturms 1969
Blick aus dem Inneren (Panoramaetage) des Berliner Fernsehturms


Die zweite Strophe des Fernsehturmliedes Unser Fernsehturm (Was ist in unserem Spreeathen) der Jungen Pioniere lautet:

Der Fernsehturm ist groß und schlank,
groß und schlank, groß und schlank
und hat ein Bäuchlein blitzeblank,
Bäuchlein blitzeblank, Bäuchlein blitzeblank.
Da ist kein Magen drin, nee, nee, sondern ein Fernsehturmcafé.
Groß und schlank, blitzeblank, Fernsehturmcafé.

Komposition: Hans Naumilkat, Text: Helmut Stöhr

Filme

Der Fernsehturm spielte in mehreren Fernseh- und Kinofilmen eine Rolle:

  • Im Film Tornado wird der Fernsehturm von einem Wirbelsturm fast zum Einsturz gebracht.
  • Im Spielfilm Das Inferno – Flammen über Berlin bricht ein Feuer in der Restaurantetage des Turmes aus. Da man diesen Film aus Sicherheitsgründen nicht vor Ort drehen konnte, baute man eine originalgetreue Kulisse der Restaurantetage nach. Verschiedene technische Details wie das offensichtliche Fehlen einer Brandmeldeanlage und die absturzgefährdeten Lifte sind allerdings Fiktion.
  • Der Fernsehturm ist das Logo der Telenovela Verliebt in Berlin .
  • Silberkugel der Superlative. Der Berliner Fernsehturm. Fernseh-Dokumentation des ZDF, 13:45 Min.[15]

Siehe auch

Literatur

  • Peter Müller: Symbol mit Aussicht. Der Ost-Berliner Fernsehturm. 2. Aufl. Verlag für Bauwesen, Berlin 2000. ISBN 3-345-00761-4
  • Sandra Siewert, Dirk Berger, Ingo Müller: Von der Partei zur Party. Der Berliner Fernsehturm als Grafisches Symbol. Berlin 2003. ISBN 3-00-012207-9
  • Karl H. Kraemer: Fernsehturm Berlin – Vom Bau bis heute. Berlin 2008. ISBN 3-929829-99-1
  • Peter Kroh, Peter Jacobs, Thomas Kupfermann: Das Buch vom Fernsehturm. Das Neue Berlin, Berlin 2009. ISBN 3-360-01980-6
  • Bruno Flierl: Gebaute DDR – Über Stadtplaner, Architekten und die Macht. Verlag für Bauwesen Berlin, Berlin 1998, ISBN 3-345-00655-3
  • Rudolf Pospischil: Der deutsche Fernsehturm. Eine politische und architektonische Grenzüberschreitung. Herbert Utz Verlag, München 2009, ISBN 978-3-8316-0923-9
  • Friedrich von Borries, Matthias Böttger, Florian Heilmeyer: Fernsehtürme – 8.559 Meter Politik und Architektur, JOVIS Verlag Berlin 2009, ISBN 978-3-86859-024-1

Weblinks

 Commons: Berliner Fernsehturm – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. World Federation of Great Towers: Members List
  2. 2007: Platz 9, 2008: Platz 6, 2009: Platz 11, 2010: Platz 8. Siehe: Die Top15-Sehenswürdigkeiten in Deutschland
  3. Lothar Heinke: Einsame Spitze: Berlins schönster Aussichtspunkt wird 40. In: Der Tagesspiegel, 27. September 2009, S. 13.
  4. Gabriele Denecke: Das Jubiläum 40 Jahre Fernsehturm. In: RBB, 1. Oktober 2009.
  5. a b Quelle: Fernsehsendung ECHT! MDR, 15. September 2009.
  6. Lucas Wiegelmann: Der Fernsehturm – der DDR-Prestigebau wird 40, Berliner Morgenpost, 2. Oktober 2009
  7. Reiner L. Hein: Ärger mit der WM-Fußball-Folie am Fernsehturm. In: Die Welt. 29. September 2006.
  8. Wasserkaskaden auf der Website des Senats von Berlin
  9. Über die Namen des Berliner Fernsehturms
  10. Leserbrief: Dibelius’ Rache. In: Die Zeit, 2003, Nr. 10.
  11. Ronald Reagan: Remarks on East-West Relations at the Brandenburg Gate in West Berlin, 12. Juni 1987.
  12. Fotoserie: GEO-Reisecommunity
  13. Mehr zahlen, weniger warten. In: B.Z. vom 16. Februar 2009
  14. Karl H. Kraemer: Fernsehturm Berlin – Vom Bau bis heute. 2008
  15. Deutschland, 2010, Buch und Regie: Michael Petsch, Produktion: ZDF, Erstsendung: 2. April 2010 im ZDF, Inhaltsangabe (abgerufen am 13. November 2010), Online-Video
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