Berliner Feuerwehr

Berliner Feuerwehr

Feuerwache Urban (Berlin-Kreuzberg)
Feuerwache Urban (Berlin-Kreuzberg)

Berufsfeuerwehr
Gründungsjahr: 1851
Standorte: 38
Mitarbeiter: ca. 3.900
Freiwillige Feuerwehr
Abteilungen: 58
Aktive Mitglieder: ca. 1.500
www.berliner-feuerwehr.de

Die Berliner Feuerwehr ist die Feuerwehr der deutschen Hauptstadt Berlin. Sie wurde im Jahr 1851 von Ludwig Scabell gegründet und ist damit die älteste Berufsfeuerwehr Deutschlands.[1] Mit ihren rund 3.800 Mitarbeitern[2]und 38 Berufsfeuerwachen[3] ist sie auch die größte Berufsfeuerwehr der Bundesrepublik.

Die Berliner Berufsfeuerwehr wird durch 58 Freiwillige Feuerwehren mit rund 1.500 aktiven ehrenamtlichen Mitgliedern unterstützt.[4] In den Außenbezirken verfügen die Freiwilligen Feuerwehren über eigene Ausrückbereiche, in denen sie die Erstzuständigkeit bei Einsätzen haben. Weitere Freiwillige Feuerwehren gibt es an den Standorten von Berufsfeuerwachen im Innenstadtbereich, wo die Mitglieder lediglich bei größeren Schadensereignissen hinzugezogen werden oder gegebenenfalls zeitgleiche Einsätze abarbeiten. Der Ausbildungsstand und die technische Ausrüstung liegen bei den Freiwilligen Feuerwehren und der Berliner Berufsfeuerwehr auf demselben Niveau.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Industrialisierung und Gründerzeit (1851–1899)

Briefmarke zum 125jährigen Jubiläum 1976

Als Ludwig Scabell im Jahre 1851 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. den Befehl zum Aufbau der ersten deutschen Berufsfeuerwehr erhält,[5] steht Berlin unter dem Eindruck einer Reihe von verheerenden Großbränden. Die Stadt wächst schnell, die Bebauung wird immer enger und die Menschen leben dicht an dicht. Ausbildung und Technik der bisherigen Freiwilligen Feuerwehren sind unzulänglich, auch können die Einsatzmittel nicht mehr mit der Größe der Gebäude mithalten. Daher fasst Preußens König den Entschluss, Scabell mit der Gründung einer Berufsfeuerwehr zu beauftragen und deren Ausbildung und Ausrüstung sicherzustellen. Innerhalb kürzester Zeit werden knapp 1.000 Männer eingestellt und ausgebildet.[6] Gleichzeitig beginnt der Bau von Berufsfeuerwachen.

Im selben Jahr bekommt die Stadt Berlin auch das erste elektrische Feuermeldenetz der Welt, welches von der Firma Siemens & Halske installiert wird und die Zentrale in der Stadtvogtei am Molkenmarkt mit 24 Feuerwachen und allen Polizeirevieren verbindet.[1] 1854 kann die erste Neubau-Feuerwache eröffnet werden, zwei Jahre später geht in Berlin ein Wasserleitungsnetz mit 1.520 Hydranten in Betrieb.
1875 erreicht Scabell das Rentenalter, sein Nachfolger wird Gustav Witte. Dieser erhält 1879 zusammen mit dem Ingenieur und Fabrikanten Greiner das deutsche Patent der weltweit ersten Drehleiter.[7] Die Berliner Feuerwehr stellt ihre erste, von der Firma BAMAG gebaute Drehleiter 1882 auf der Hauptwache in Dienst.[8]

Jahrhundertwende, Erster Weltkrieg und Weimarer Republik (1900–1932)

1901 findet zum 50-jährigen Jubiläum der Berufsfeuerwehr die Internationale Feuerschutzausstellung in Berlin statt.[9] 1906 wird auf der Wache Berlin-Grunewald als erstes Benzinauto-Löschfahrzeug in Deutschland eine Gasspritze in Dienst gestellt.[10] Im Lauf des Ersten Weltkriegs 1914 bis 1918 gibt die Berliner Feuerwehr 700 Beamte an das Heer ab, wo ein Teil der eingezogenen Feuerwehrleute in den neugeschaffenen Flammenwerferregimenten eingesetzt wird.[11]

Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)

Berliner Feuerwehr im Jahre 1945.

Am 15. Dezember 1933 wurde die Bezeichnung „Feuerlöschpolizei“ für die preußischen Berufsfeuerwehren eingeführt. 1938 wurde die Feuerwehr in ganz Deutschland der Ordnungspolizei unterstellt und hieß fortan „Feuerschutzpolizei“. Bei den Novemberpogromen am 9. November 1938 griff die nationalsozialistische Feuerschutzpolizei nicht ein, als die Synagogen in Brand gesteckt werden.

Eine Stadt – zwei Feuerwehren (1946–1990)

Feuerwache Kreuzberg

Nach Kriegsende waren von den ehemals 38 Berufsfeuerwehrwachen sechs unbrauchbar, und bei der Freiwillige Feuerwehr waren von 51 Wachen drei total und zwölf teilweise zerstört.[12] Am 21. November 1948 wurde die Berliner Feuerwehr in zwei getrennte Behörden, Ost und West, geteilt.[13] In beiden Stadthälften entstanden in den 1950er Jahren die ersten Nachkriegs-Neubauwachen, Technik und Ausbildung entwickelten sich getrennt weiter. Erst 1952 wurde die Ostberliner Feuerwehr als „Organ F“ in die Volkspolizei eingegliedert.[14] Die Ostberliner Feuerwehr bekam zum Schutz der in den 1950er Jahren errichteten Stalin-Allee (heute Karl-Marx-Allee) eine „West-Drehleiter“. Die von Metz hergestellte DL 52 mit einer Rettungshöhe von über 50 m verfügte bereits über einen Fahrkorb, der als Aufzug genutzt werden konnte.[15] In den Tagen nach dem Mauerbau 1961 musste die West-Berliner Feuerwehr immer wieder ihre Sprungtücher aufspannen, weil Menschen aus Gebäuden auf der Demarkationslinie in die Freiheit sprangen.

1969 wurde das Rettungsamt West-Berlin in die Feuerwehr eingegliedert. Seitdem ist die (West-)Berliner Feuerwehr auch für den Rettungsdienst verantwortlich. In Ost-Berlin wurde der Rettungsdienst bis zur Wiedervereinigung vom Rettungsamt, unabhängig von der Feuerwehr, wahrgenommen.[6] Seit Anfang der 1980er Jahre hatte die Westberliner Feuerwehr immer wieder mit Einsätzen bei Maikrawallen in Berlin-Kreuzberg zu tun. Dabei wurde in der Nacht des 1. Mai 1987 ein LF 16 der Feuerwache Berlin-Kreuzberg völlig zerstört.[16]

Neue Herausforderungen

Löschboot "Kurt-Werner Seidel" der Berliner Feuerwehr
Hoheitsabzeichen der Berliner Feuerwehr

Am 3. Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Wiedervereinigung, wurde die Ost-Berliner Feuerwehr (siehe: Feuerwehr in der DDR) Landesbranddirektor Wolfgang Scholz übergeben. Zu diesem Zeitpunkt lag die Personalstärke der Berufsfeuerwehr in West-Berlin bei 3.788 und in Ost-Berlin bei 1.112.

Mitte 1992 wird Albrecht Broemme Landesbranddirektor von Berlin.[17]

Vom 11. bis 17. Juli 1993 fanden in Berlin die X. Internationalen Feuerwehrwettkämpfe des CTIF (Feuerwehrolympiade) statt. Im Programm waren Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerbe, Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe und Internationale Jugendfeuerwehrwettbewerbe. Auf Grund des höheren Verkehrsaufkommens und der zahlreichen neuen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in den Bezirken wurde in den Jahren 1993/94 ein neues Fahrzeugkonzept erprobt: Das Lösch-Hilfeleistungsfahrzeug 16/12, kurz „City-LHF“, war 2,2 m kürzer, 20 cm schmaler und damit wendiger als die herkömmlichen LHF 16 der Berliner Feuerwehr. Nach der erfolgreichen Erprobungsphase wurden von 1994 bis 1997 41 Fahrzeuge dieses Typs beschafft.[18]

In der Neujahrsnacht 2000 gab es wegen eines Softwarefehlers im Zusammenhang mit dem sogenannten Jahr-2000-Problem chaotische Zustände bei der Einsatzplanung und -durchführung.[19]

Seit dem Weggang des Landesbranddirektors Broemme im November 2006 ist dessen langjähriger Stellvertreter Wilfried Gräfling Landesbranddirektor von Berlin.

Einsätze

Einsatzzahlen

Einsatzstatistik[20] 2004 2005 2006
Brände 14.244
(5,40%)
7.247
(2,82%)
8.233
(3,02%)
Hilfeleistungen 21.617
(8,20%)
19.621
(7,63%)
28.270
(10,37%)
Rettungsdienst 227.875
(86,40%)
230.389
(89,56%)
236.138
(86,61%)
Gesamt (ohne Falschalarme & Bereitstellung) 263.736 257.257 272.641

Besondere Einsätze

  • 26. September 1908 – Zwei Hochbahn-Züge stoßen am Gleisdreieck zusammen – 18 Tote[21]
  • 27./28. Februar 1933 – Reichstagsbrand
  • 21. Mai 1980 – Teileinsturz der Kongresshalle
  • 1983 – Anschlag auf das Maison de France
  • 5. April 1986 – Anschlag auf die Diskothek La Belle – drei Tote
  • 16.–21. Dezember 1989 – Der Brand eines Gebäudes mit drei Hotel-Pensionen am Kurfürstendamm/Ecke Wielandstraße weitet sich zum größten Hotelbrand der deutschen Nachkriegsgeschichte aus – acht Tote[22]
  • 1989/90 – Einsturz einer Videowand bei der Silvesterfeier am Brandenburger Tor
  • 26./27. Oktober 1994 – Brand am Dach des Deutschen Domes
  • 1998 – schwere Gasexplosion in der Lepsiusstraße
  • 10. Juli 2002 – Orkan „Anita“ – schlimmstes Unwetter seit 30 Jahren – 7 Tote und 39 Verletzte[23]
  • 18./19. Januar 2007 – Orkan „Kyrill“ – u. a. Schäden an der Fassade des neuen Hauptbahnhofs – insgesamt 1001 Einsätze[24]

Auftrag

DLK der Berliner Feuerwehr im Einsatz

Die Berliner Feuerwehr hat den gesetzlichen Auftrag[25] für die Brandbekämpfung, die Gefahrenabwehr, den vorbeugenden Brandschutz, den Katastrophenschutz und den Rettungsdienst.

Organisation

NAW der Berliner Feuerwehr

Im Zuständigkeitsgebiet der Berliner Feuerwehr gibt es außerdem die Flughafenfeuerwehr Tegel, drei Werkfeuerwehren und drei Betriebsfeuerwehren. Diese privaten Feuerwehren stehen in engem fachlichen Kontakt zur Berliner Feuerwehr und werden mit Ausnahme der Betriebsfeuerwehren bei besonderen Einsätzen hinzualarmiert. Das Feuerwehrmuseum Berlin in Berlin-Tegel zeigt in einer Ausstellung die Geschichte der Berliner Feuerwehr.

Struktur

Die Berliner Feuerwehr verfügt über insgesamt 33 Berufsfeuerwachen, fünf Stützpunktwachen, 58 Freiwillige Feuerwehren und 42 Jugendfeuerwehren.[3]

Die urbanen Teile Berlins mit hoher Bevölkerungsdichte sind von Berufsfeuerwachen abgedeckt, die rund um die Uhr besetzt sind. Ihre Einsatzkräfte arbeiten im 12-Stunden-Schichtdienst (ab 1. Februar 2008). Einige Berufsfeuerwachen haben zusätzlich Freiwillige Feuerwehren im Haus, die bei Bedarf unterstützend tätig werden. In den Außenbezirken gibt es meist keine Berufsfeuerwachen, sondern Freiwillige Feuerwehren mit eigener Wache und eigenem Ausrückebereich, die im Bedarfsfalle alarmiert werden.

Gegliedert[26] ist die Berliner Feuerwehr in

  • Behördenleitung[27] (incl. Stab, Bereich Grundsatz und Steuerung sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz),
  • Direktionen Nord, Süd und West<,[3] die jeweils vier Berliner Bezirke umfassen und daher für Gebiete mit etwa gleich großer Einwohnerzahl zuständig sind,
  • Hinzu kommen fünf Serviceeinheiten, die direkt der Behördenleitung unterstehen und daher unabhängig von den Direktionen sind. Diese Serviceeinheiten sind im Einzelnen zuständig für: Finanzen und Innere Dienste[28], Fahrzeuge und Geräte[29] einschließlich Technischer Dienst[30], Aus- und Fortbildung[31], Informationstechnik[32] sowie Einsatzlenkung mit Leitstelle[33].

Die Hauptfeuerwache, die größte Feuerwache Berlins, steht am Nikolaus-Groß-Weg im Stadtteil Charlottenburg. Sie hat den größten Fuhrpark aller Berliner Feuerwachen, da hier auch der Technische Dienst I und diverse Sonderfahrzeuge stationiert sind.

Feuerwachen der Berliner Feuerwehr (Auswahl)

Direktion Nord

Die Direktion Nord[34] umfasst die Bezirke Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Pankow und Reinickendorf. Ihr unterstehen acht Berufsfeuerwachen, drei Stützpunktwachen, 29 Freiwillige Feuerwehren und 24 Jugendfeuerwehren.

Direktion Süd

Die Direktion Süd[35] umfasst die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Treptow-Köpenick. Ihr unterstehen zehn Berufsfeuerwachen, 21 Freiwillige Feuerwehren und elf Jugendfeuerwehren.

Direktion West

Die Direktion West[36] umfasst die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Spandau und Steglitz-Zehlendorf. Ihr unterstehen 14 Berufsfeuerwachen, zwei Stützpunktwachen, elf Freiwillige Feuerwehren und sieben Jugendfeuerwehren.

Budget

Die Berliner Feuerwehr verfügt über einen Jahreshaushalt von rund 180 Millionen Euro.[37] Etwa 85 Prozent der rund 250.000 Einsätze pro Jahr entfallen auf den Rettungsdienst, zehn Prozent auf technische Hilfeleistungen und fünf Prozent auf die Brandbekämpfung. Dazu kommen noch einmal 37.000 Fehleinsätze.

Ausrüstung und Fahrzeuge

TLF 24/40 mit Sonderausstattung

Die Berliner Feuerwehr verfügte 2006 über einen Fahrzeugbestand von insgesamt 709 Fahrzeugen.[38]
Dazu kamen 43 Abrollbehälter, 76 Anhänger, vier Arbeitsmaschinen, 30 Rettungs- und zwei Löschboote.

Neben 40 Drehleitern steht der Berliner Feuerwehr auch ein Teleskopmastfahrzeug zur Verfügung.
Die Teleskopmastbühne TM 50 der Firmen Metz Aerials/WUMAG auf MAN-Fahrgestell wird zur Menschenrettung und zur Brandbekämpfung in großen Höhen eingesetzt. Sie erreicht eine Arbeitshöhe von bis zu 50 Metern.[39]

Zur Sicherung des 2,4 km langen Tiergartentunnels und der Stadtautobahn wurde das Tanklöschfahrzeug (TLF) 24/40 mit Sonderausstattung angeschafft. Alle Plätze der Staffelkabine sind mit Atemschutzgeräten ausgestattet, sodass das Fahrzeug auch in stark verqualmte Bereiche (z. B. Autotunnel) vordringen kann. Zusätzlich können seitlich Lüfter ausgeklappt werden. Das TLF 24/40 verfügt über einen Vorrat von 4.000 l Löschwasser und 400 l Schaummittelkonzentrat. Auf Grund des großen Tankvolumens wird das Fahrzeug auch bei Flächen- und Waldbränden eingesetzt.[40]

Berliner Konzept: Das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug

Das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug (LHF) ist ein spezielles Fahrzeugkonzept der Berliner Feuerwehr. Es handelt sich dabei um Fahrzeuge, die sowohl zur Brandbekämpfung als auch zur technischen Hilfeleistung eingesetzt werden können. Ihre Beladung ähnelt stark der von Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugen, sie sind jedoch kürzer und deshalb wendiger.

LHF 16/16

Das erste LHF erschien Anfang 1983 bei der Berliner Feuerwehr. Gegenüber den damals üblichen Löschgruppenfahrzeugen und Tanklöschfahrzeugen ist das LHF umfangreicher mit Geräten zur technischen Hilfeleistung ausgestattet. Es sollte ein Allround-Fahrzeug für Brandbekämpfung und Hilfeleistung sein, welches auch autark mit einer Staffel von sechs Mann agieren kann.[41]

Unter anderem beinhaltet das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug eine Feuerlöschpumpe mit einer Leistung von 1.600 l/min bei 8 bar und einem Löschwasser-Behälter mit 1.600 l Wasser. Der festinstallierte Schaummittel-Behälter hat ein Volumen von 400 l Löschschaum. Zur technischen Hilfeleistung ist das Fahrzeug mit tragbaren Stromaggregaten ausgestattet.

LHF 16/12

LHF 16/12 der Berliner Feuerwehr

Das LHF 16/12 wird seit 1994 bei der Berliner Feuerwehr eingesetzt. Es sind etwa 175[42] dieser Fahrzeuge, verschiedener Fahrgestell- und Aufbauhersteller in Berlin im Dienst. Gegenüber dem Vorgänger (LHF 16/16) ist das LHF 16/12 in der Länge um 2,2 m und in der Breite um 20 cm geschrumpft, was eine bessere Wendigkeit im Straßenverkehr bedeutet.[43]

Das LHF 16/12 beinhaltet unter anderem ebenfalls eine Feuerlöschpumpe mit einer Leistung von 1.600 l/min bei 8 bar und einem Löschwasser-Behälter mit 1.200 l Wasser. Der festinstallierte Schaummittel-Behälter hat ein Volumen von 100 l Löschschaum. Zur technischen Hilfeleistung ist das Fahrzeug wie sein Vorgänger mit tragbaren Stromaggregaten ausgestattet. Das LHF 16/12 gibt es auch als Allrad-Variante mit 4×4 Antrieb.[44]

LHF 20/12 CAFS

Seit Anfang 2007 wird eine neue LHF-Generation von Rosenbauer getestet, welche mit einer elektronisch geregelten Schaumzumischanlage für die Luftschaum- und CAFS-Schaumerzeugung (Compressed Air Foam System) ausgerüstet ist.

Das LHF 20/12 hat unter anderem auch eine Feuerlöschpumpe mit einer Leistung von 2.000 l/min bei 10 bar und einem Löschwasser-Behälter mit 1.200 l Wasser an Bord. Der festinstallierte Schaummittel-Behälter hat ein Volumen von 100 l Löschschaum. Der Wagen hat außerdem einen tragbaren Wasserwerfer mit Hohlstrahldüse dabei. Zur technischen Hilfeleistung ist das Fahrzeug mit einem hydraulischen Rettungssatz bestehend aus Rettungsschere, Spreizer und Rettungszylinder mit zusätzlicher Handpumpe ausgestattet. Außerdem sind an Bord verschiedene andere Hilfegeräte, wie Unterbaumaterial zum Sichern verunfallter Kfz, Multifunktionsbrechstangen und manuelle Türöffnungsgeräte. In der Doppelkabine finden acht Mann Platz. Seit Oktober 2009 findet auf der Feuerwache Neukölln ein Probebetrieb mit zusätzlichen Gerätschaften statt. Diese dienen der Rettung von verunfallten Feuerwehrkollegen in Einsatzstellen, genannt ANTS. Dazu gehören unter anderem eine Wärmebildkamera, sowie eine spezielle Rettungstrage, das sog. Spineboard und Atemschutzgeräte mit zwei Druckluftflaschen (Einsatzdauer bis zu 60 Minuten).

Rettungswagen

RTW der Berliner Feuerwehr

Die Berliner Feuerwehr ist für den Rettungsdienst der Stadt zuständig; die überwiegende Mehrheit der jährlich absolvierten Einsätze sind Rettungseinsätze. Bei der Berliner Feuerwehr kommen als Rettungswagen hauptsächlich Mercedes Sprinter-Fahrzeuge mit Kofferaufbau zum Einsatz. Diese Bauweise, bei der der Koffer vom Fahrgestell gelöst werden kann, ermöglicht einen separaten Austausch von Koffer oder Fahrgestell nach einem Unfall oder bei technischem Defekt. So ist nicht das komplette Fahrzeug durch den Werkstattaufenthalt lahmgelegt, sondern nur der jeweils beschädigte Teil.

LHF 20/8

Die aus Mitteln des Konjunkturpaketes beschafften LHF 20/8 gehören zu den neusten Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehren Berlins. Dieser Typ wurde nur für die Freiwilligen Abteilungen beschafft und nicht für die Berufsfeuerwehr. Das LHF 20/8 baut auf einem Mercedes Atego mit Allradantrieb auf und verfügt über einen 800 Liter Wassertank. Der Aufbau stammt von Rosenbauer. Die Besatzung beträgt 1:8. Die Pumpen fördern 2000 Liter/min bei 10bar. [45]

Weiterführende Informationen

Literatur

  • Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra Verlag, 1996, ISBN 3-930863-20-0
  • Detlef Machmüller: Berlin und seine Feuerwehren. Verlag Technik, Berlin/München 1992, ISBN 3-341-01065-3
  • Hans-Jörg Schierz: Berliner Feuerwehrfahrzeuge von 1960 bis heute. Walter Podzun, 1998, ISBN 3-86133-192-6
  • Günter Strumpf: Die Berliner Feuerwehr. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. EFB-Verlagsgesellschaft, 1987, ISBN 3-88776-036-0
  • Lothar Wackermann: Die Berliner Feuerwehr: Ihre Organisation und Entwicklung in der geteilten Stadt von 1945–1980. 1. Auflage 2004, dissertation.de, ISBN 3-89825-776-2

Weblinks

 Commons: Firefighting in Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 61
  2. Stand 2006: 3.825 Stellen – Jahresbericht der Berliner Feuerwehr 2006 (Nr. 1.20.1) – berliner-feuerwehr.de
  3. a b c berliner-feuerwehr.de
  4. Stand: Januar 2008
  5. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 21
  6. a b berliner-feuerwehr.de
  7. Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 73
  8. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 41
  9. Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 80
  10. Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 85
  11. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 68f.
  12. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 106
  13. Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 103
  14. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 119
  15. Hans-Jörg Schierz:Berliner Feuerwehrfahrzeuge – Von 1960 bis heute. Walter Podzun, 1998, ISBN 3-86133-192-6, S. 138f.
  16. Hans-Jörg Schierz:Berliner Feuerwehrfahrzeuge – Von 1960 bis heute. Walter Podzun, 1998, ISBN 3-86133-192-6, S. 144f.
  17. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0
  18. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 155
  19. Computer-GAU: Das Silvesterchaos bei der Berliner Feuerwehr. In: heise-online, 16. Juni 2000
  20. ohne Bereitstellungs- und Fehleinsätze; aus den Jahresberichten der Berliner Feuerwehr von 2004, 2005, 2006 berliner-feuerwehr.de
  21. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 61f.
  22. Helmut Raab, Manfred Gihl: Die Feuerwehr im Einsatz. SWAN, 1991, ISBN 3-89434-048-7, S. 86ff.; Der Tagesspiegel, 17. Dezember 1989
  23. Der Orkanhimmel über Berlin. In: taz, 12. Juli 2002
  24. Einsatz-News der Berliner Feuerwehr
  25. § 3 Feuerwehrgesetz (FwG) Berlin
  26. berliner-feuerwehr.de
  27. berliner-feuerwehr.de
  28. http://www.berliner-feuerwehr.de/se_fi.html
  29. http://www.berliner-feuerwehr.de/se_fg.html
  30. http://www.berliner-feuerwehr.de/td.html
  31. http://www.berliner-feuerwehr.de/se_af.html
  32. http://www.berliner-feuerwehr.de/se_it.html
  33. http://www.berliner-feuerwehr.de/se_el.html
  34. http://www.berliner-feuerwehr.de/dir_nord.html
  35. http://www.berliner-feuerwehr.de/dir_sued.html
  36. http://www.berliner-feuerwehr.de/dir_west.html
  37. Stand 2006: 178.116.367,46 Euro. Jahresbericht der Berliner Feuerwehr 2006 (Nr. 1.26) berliner-feuerwehr.de
  38. Jahresbericht 2006 (Nr. 7.1) berliner-feuerwehr.de
  39. berliner-feuerwehr.de
  40. berliner-feuerwehr.de
  41. Hans-Jörg Schierz:Berliner Feuerwehrfahrzeuge – Von 1960 bis heute. Walter Podzun, 1998, ISBN 3-86133-192-6, S. 22
  42. Stand 2006 aus dem Jahresbericht 2006 der Berliner Feuerwehr (Nr. 7.1)
  43. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 155
  44. berliner-feuerwehr.de
  45. berliner-feuerwehr.de

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