Berliner Medizinhistorisches Museum
Berliner Medizinhistorisches Museum

Das Berliner Medizinhistorische Museum (BMM) der Charité ist bekannt für seine pathologisch-anatomische Sammlung. Es handelt sich dabei um einen kultur- und medizinhistorisch bedeutsamen Bestand an Feucht- und Trockenpräparaten. Der ursprüngliche Kern der Präparatesammlung geht auf die Sammlung des Pathologen Rudolf Virchow zurück, der 1899 an gleicher Stelle das Pathologisch-Anatomische Museum eröffnete. Von den 3300 Präparaten des Anatomen Johann Gottlieb Walter (1734-1818) sind 40 erhalten und in der Dauerausstellung des Museums zu besichtigen.

1998 als Berliner Medizinhistorisches Museum wiedereröffnet, wurde das Museum in den Jahre 2006 und 2007 mit Hilfe von kulturtouristischen Fördermitteln des Landes Berlin aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) von außen (Dach, Fassaden) saniert und erheblich erweitert. Der Rundgang durch die neue Dauerausstellung beginnt seit Oktober 2007 mit dem Berliner Anatomischen Theater des 18. Jahrhunderts. Weitere Abteilungen sind das Anatomische Museum und der Seziersaal des Pathologen, die Präparate-Sammlung (teilweise noch auf Rudolf Virchow zurückgehend) und die Labore der medizinischen Forschung. In einem stilisierten Krankensaal kann die Entwicklung der Medizin anhand verschiedener Krankheitsbilder nachvollzogen werden, beginnend im Jahre 1726 (eine schwere Geburt) über die Behandlung von Kriegsverletzungen, die „Eiserne Lunge“ als letzte Rettung bei Kinderlähmung bis zur heutigen Intensivmedizin etwa bei Organtransplantationen. Eine weitere wichtige Facette der neuen Ausstellung ist die Geschichte der Charité und der Medizin in der Zeit des Nationalsozialismus.

Auf einer gesonderten Ebene werden Wechselausstellungen angeboten. In allen Räumen des Museums ist das Fotografieren nicht erlaubt. Das Museum befindet sich am Humboldthafen (Charitéplatz 1, ehemals Schumannstraße 20/21).

Direktor ist derzeit (2010) Thomas Schnalke, seit 2000 Professor für Geschichte der Medizin und Medizinische Museologie an der Medizinischen Fakultät Charité der Humboldt-Universität zu Berlin.

Sonderausstellungen

  • 2010/2011: Charité. 300 Jahre Medizin in Berlin
  • 2010/2011: jenseits des menschen. Interventionen von Reiner Maria Matysik, in Kooperation mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (17. September bis 9. Januar)
  • 2011/2012: Who cares? Geschichte und Alltag der Krankenpflege

Literatur

  • Isabel Atzl (Hrsg.): Who cares? Geschichte und Alltag der Krankenpflege, Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2011 ISBN 978-3-86321-011-3
  • Peter Krietsch, Manfred Dietel: Pathologisch – Anatomisches Cabinet, Vom Virchow-Museum zum Berliner Medizinhistorischen Museum in der Charité. ISBN 3-89412-254-4.
  • Angela Matyssek: Rudolf Virchow, Das Pathologische Museum, Geschichte einer wissenschaftlichen Sammlung um 1900. ISBN 3-7985-1370-8.
  • Geraldine Saherwala, Thomas Schnalke, Konrad Vanja, Hans-Loachim Veigel (Hrsg.): Zwischen Charité und Reichstag, Rudolf Virchow – Mediziner, Sammler, Politiker. Berliner Medizinhistorisches Museum, ISBN 3-930929-16-3.
  • Thomas Schnalke, Isabel Atzl: Dem Leben auf der Spur im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité. Prestel Verlag, München 2010, ISBN 978-3-7913-5036-3.

Weblinks

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