Berliner Morgen-Zeitung

Die Berliner Morgen-Zeitung war eine Tageszeitung in Berlin, die ab 1889 im Verlag Rudolf Mosse publiziert wurde.

Inhaltsverzeichnis

Gründung und Verlagshaus

Als in den achtziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts im Deutschen Reich die Volks-Zeitung verboten wurde, sollte die Berliner Morgen-Zeitung als liberale Volkszeitung ihren Platz einnehmen. Die erste Nummer der neuen Zeitung erschien am 1. April 1889. Der Druck fand im Verlagshaus von Mosse in der Jerusalemer Straße 46 in Berlin SW 19 statt. Nach der Übernahme durch den Zentralverlag der NSDAP im Jahre 1934 war die Druckerei die Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH.

Im Gründungsjahr wurde die Zeitung mit 60.000 Exemplaren gedruckt und erreichte im Jahre 1900 eine Auflage von etwa 150.000 Stück. Ab 1911 stagnierte die Auflage bei etwa 100.000 Stück. Sie bot lokale Informationen an und man konnte Anzeigen inserieren. Für Abonnenten gab es als Sonderdruck ein Bürgerliches Kochbuch. Im Jahre 1911 wurde als Beilage bis 1918 eine Illustrierte Familien-Zeitung angeboten. Als weitere Ausgaben konnte man vom Verlag der Morgenzeitung für jedes Jahr vor dem Ersten Weltkrieg ein Jahrbuch und einen Kalender beziehen.

Leserschaft und Auflage

War zuerst die Leserschaft nur im Berliner Stadtgebiet zu finden, so wurde die Zeitung nach dem 1. Weltkrieg auch im umliegenden Landgebiet angeboten. Im Jahre 1937 wurde als Beilage Volk im Bild gedruckt. Die Zeitung erreichte 1937 nur noch eine Auflage von 11.500 Stück. Sie erschien zu dieser Zeit in Berlin an sieben Tagen, im Umland an sechs Tagen in der Woche. Sonntags hatte sie einen Umfang von 14 Seiten, während wochentags 8 Seiten gedruckt wurden.

Am 15. Februar 1939 erschien die Zeitung letztmals und erschien einen Tag später mit der Berliner Morgenpost als Gemeinschaftsausgabe.

Organisation der Zeitung (1937)

  • Verlagsleiter: Dr. Kurt Jahncke, Dr. Fritz Schmidt, August Lorey
  • Chefredakteur für Politik: Dr. Alfred Krüger
  • Redakteur für Lokales und andere Themen: Fritz Kolbe
  • Anzeigenleiter: Georg Macknow
  • Korrespondenten im In- und Ausland:
    • Augsburg: Lauterbacher
    • Bremen: Mahler
    • Breslau: Thiel
    • Chemnitz: Haberland
    • Dresden: Böhnisch
    • Essen: Bunten
    • Friedrichshafen: Seibert
    • Halle: Brinkmann
    • Hamburg: Frankenfeld
    • Hanau: Schrecker
    • Hannover: Lanzke und Diehl
    • Köln: Schott
    • Leipzig: Mißlag und Mindner
    • Magdeburg: Lange
    • München: Richter
    • Stettin: Wegener
    • Stuttgart: Haake
    • Weimar: Bauer
    • Budapest: Berkes
    • Chicago: Simon
    • Danzig: Krebs
    • Genf: Ruppel
    • Istanbul: Holzinger
    • London: von Sutterheim und Gerwin
    • Paris: Kramer und Grotkopp
    • Prag: Worliczek
    • Reval: Meder
    • Rom: Stock
    • Stockholm: Paulsen
    • Tokio: Fabius
    • Wien: Stranik
    • Warschau: von Dewitz

Quellen

  • Hinweis auf Dauer des Erscheinens der Morgen-Zeitung
  • Carl Schneider: Handbuch der Deutschen Tagespresse. Herausgegeben vom Institut für Zeitungswissenschaft an der Universität Berlin. 6. Auflage. Armanen-Verlag, Leipzig u. a. 1937.
  • Günther Schulz (Hrsg.): Geschäft mit Wort und Meinung. Medienunternehmer seit dem 18. Jahrhundert. Boldt im Oldenbourg-Verlag, München 1999, ISBN 3-486-56370-X (Deutsche Führungsschichten in der Neuzeit 22), (Forschungen zur Sozialgeschichte 1996/1997).

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