Berliner Parkeisenbahn
Parkeisenbahn Wuhlheide
Strecke der Berliner Parkeisenbahn
Kursbuchstrecke (DB): 12299
Streckenlänge: 7,50 km
Spurweite: 600 mm (Schmalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 20 km/h
Üblicherweise befahrene Strecke
Legende
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vom Betriebswerk
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3,6 Posten BÜ 1
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0,0 Hauptbahnhof
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übliche Fahrtrichtungen
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0,7 Freilichtbühne
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0,7 Posten BÜ 20
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0,6 Posten BÜ 21/22
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von Betriebsbahnhof
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0,7 Posten BÜ 3/4
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0,8 Eichgestell
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0,9 Posten BÜ 5
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ehemaliger Bahnhof Badesee
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0,2 Haus Natur und Umwelt
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0,0
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1,5 Posten BÜ 7
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1,6 Badesee
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nach Betriebswerk/Betriebsbahnhof
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0,0
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0,2 Verbindungskurve Berliner Außenring
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0,4 Berliner Außenring
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0,5 Wuhlheide Parkeisenbahn Berlin S3.svg

Die Berliner Parkeisenbahn (BPE) ist eine Schmalspurbahn im Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ) in Berlin-Oberschöneweide, die vorwiegend von Kindern und Jugendlichen betrieben wird.

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Wie bei anderen ehemaligen Pioniereisenbahnen übernehmen Kinder und Jugendliche einen großen Teil des Betriebs. Sie sind für fast alle Dienstposten selbst verantwortlich. Dazu gehören Schaffner und Schrankenwärter (ab 11 Jahre), Aufsichten und Zugführer (ab 12 Jahre) sowie Fahrdienstleiter (ab 15 Jahre) und Lokführer, Rangierleiter (ab 18 Jahre). In einem Kurssystem erlernen die Kinder mit fortschreitendem Alter immer weitere Qualifikationen und können sich unter anderem zum Wagenmeister, Lokführer oder Fernmeldetechniker ausbilden lassen. Über 170 Parkeisenbahner kümmern sich um den Betrieb der Bahn.

Durchschnittlich besuchen jedes Jahr ca. 60.000 Gäste die Bahn. Die Berliner Parkeisenbahn ist eine gemeinnützige Einrichtung. Angesichts der geringen Unterstützung durch die öffentliche Hand muss die Kinder- und Jugendarbeit weitgehend von ehrenamtlichen Mitarbeitern übernommen werden.

Rechtsgrundlage für den Betrieb der Bahn ist seit 1980 die Bau- und Betriebsordnung für Pioniereisenbahnen.

Geschichte

Entstehung

Bereits 1952 wurde im Pionierpark „Ernst Thälmann“ (damals noch Berliner Pionierrepublik genannt) eine Arbeitsgemeinschaft mit jungen Pioniereisenbahnern gegründet, welche auf dem Berliner Weihnachtsmarkt mit Unterstützung der Dresdner Pioniereisenbahn eine Liliputbahn betrieb. Weitere Erfahrung konnten die Pioniereisenbahner in den Sommermonaten auf einer Schmalspurbahn im Zittauer Gebirge sammeln.

Nach dem Vorbild anderer Pioniereisenbahnen in der DDR und der Sowjetunion wurde am 3. Januar 1956, dem 80. Geburtstag von Wilhelm Pieck, dem damaligen Präsidenten der DDR, das Vorhaben verkündet, im Pionierpark „Ernst Thälmann“ eine Pioniereisenbahn zu bauen. Die Eisenbahn wurde in nur sechs Monaten Bauzeit durch die ehrenamtliche Arbeit von tausend Eisenbahnern und vielen Freiwilligen aus der Berliner Bevölkerung am 10. Juni 1956 fertiggestellt und war zu diesem Zeitpunkt die sechste Pioniereisenbahn in der DDR. Sie wurde als Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 600 mm errichtet. Die Streckenlänge betrug 6,9 km.

1973 wurden in Vorbereitung auf die X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten sämtliche Betriebsanlagen generalüberholt. Dabei wurden auch die Fahrzeuge modernisiert. 1978 übernahm die Deutsche Reichsbahn die Betriebsführung der Bahn vom Berliner Magistrat.

Mit dem Bau des Pionierpalastes 1979 musste die südlich des Badesees gelegene Strecke auf dessen Nordseite verlegt und der (damalige) Bahnhof Badesee aufgegeben werden. Der Bahnhof Pionierpalast (heute Eichgestell) entstand neu.

Nach der Wende

1990 wurde die „Pioniereisenbahn Berlin“ in „Berliner Parkeisenbahn“ umbenannt.

1992 fand in der Wuhlheide das II. Internationale Feldbahntreffen statt, bei dem zahlreiche Gastfahrzeuge auf den Gleisen der Parkeisenbahn zu besichtigen waren.

Bis zum 20. März 1993 gehörte die Bahn als Abteilung zum Instandhaltungswerk für Signal- und Telekommunikationstechnik der Deutschen Reichsbahn. Danach ging der Betrieb auf die „Berliner Parkeisenbahn gemeinnützige Gesellschaft mbH“ (BPE) über, deren Gesellschafter heute die Vereine „Schmalspurbahn-Freunde Berlin“ (SBF) und Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth sind. Die BPE ist als „Träger der freien Jugendhilfe“ anerkannt. Bahnaufsichtsbehörde ist die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Am 16. Oktober 1993 wurde die neue, 0,6 km lange Strecke vom Bahnhof Badesee zum S-Bahnhof Wuhlheide eröffnet. Seit 1997 im Stellwerk Badesee ein sogenannter Selbststellbetrieb eingerichtet wurde, kann der Betrieb auf dieser Strecke bei unbesetztem Stellwerk automatisiert durchgeführt werden.

Jüngere Entwicklungen

Jugendarbeit bei der BPE: AG Fernmeldetechnik.

Im Jahr 2006 wurde die Anlage in „Parkeisenbahn Wuhlheide“ umbenannt, während die Betreibergesellschaft weiter unter der Bezeichnung „BPE Berliner Parkeisenbahn gemeinnützige Gesellschaft mbH“ auftritt.

Im Frühjahr 2007 wurden durch Brandstiftung im Betriebswerk der BPE zahlreiche Fahrzeuge zerstört oder beschädigt. Ein Großteil der Schäden konnte bis Ende 2007 behoben werden.

Am 27. März 2010 konnte der neue Bahnhof Haus Natur und Umwelt, der sich an der Strecke Badesee-Freilichtbühne befindet, in Betrieb genommen werden.[1]

Fahrzeuge

Im Bestand der Parkeisenbahn befinden sich inzwischen etwa 75 Fahrzeuge, welche größtenteils vorher auf anderen Kleinbahnen oder als Feldbahnen eingesetzt wurden. Ein Teil der Fahrzeuge sind Leihgaben von Vereinen oder Privatpersonen.

Dampfloks

Lowa
Dampflok Lowa am Hauptbahnhof

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges reichten die Transportkapazitäten der vorhandenen überalterten Feldbahnen nicht aus, die riesigen Trümmermassen aus der Stadt zu fahren. Neue Feldbahnlokomotiven wurden dringend benötigt. Die traditionsreiche Lokomotivfabrik Orenstein & Koppel in Potsdam-Babelsberg am Rande Berlins – 1948 auf Weisung der sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) in Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg umbenannt – nahm 1950 die Produktion von Baulokomotiven wieder auf.

Auf den Berliner Trümmerbahnen kam überwiegend die 70-PS-Variante zum Einsatz, so auch die Lokomotive 44. Über deren Einsatz nach der Trümmerbahnzeit ist wenig bekannt, doch deutet vieles auf einen Einsatz bei der Bau-Union – später VEB Tiefbau – hin. Zuletzt war sie als Heizlokomotive im Ziegelkombinat Crimmitschau in Betrieb. Dort wurde sie nach langer Abstellzeit 1979 von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsgeschichte geborgen und mit Hilfe des Märkischen Museums nach Berlin geholt. In acht Jahren Freizeitarbeit gelang es, die Lokomotive wieder betriebsfähig aufzuarbeiten.

Luise Las
Dampflokomotive Luise Las im Betriebswerk

Nach dem Überfall des Deutschen Reiches auf Polen 1939 wurde auch die polnische Lokomotivfabrik Chrzanów (Krenau) kriegsverpflichtet und dem Henschel-Konzern unterstellt. Henschel ließ in Krenau unter anderem einhundert 600-mm-Bn2t Baulokomotiven des Typs Riesa herstellen. Nach dem Krieg setzte Chrzanów die Produktion der Lokomotive in leicht überarbeitetem Konzept, überwiegend mit 750 mm Spurweite, als Typ Rys (Luchs) fort. Um die für schwaches Gleismaterial mit 5,5 t recht hohe Achslast zu senken, anderseits das Reibungsgewicht der Lokomotive zu erhöhen, wurden 1948 zwei Lokomotiven mit dreiachsigem Fahrwerk gebaut, die noch mit Rys-Kesseln der Sosnowiecer Kesselfabriken (Chrzanów hat nie eine eigene Kesselproduktion gehabt) ausgerüstet waren. 1952 lieferte die Fabrik in Chrzanów die Lokomotive 3043 mit dem Kessel Torun 1640/52 an die Zuckerfabrik in Wozuczyn in Südost-Polen. Sie war dort bis etwa 1978 im Einsatz.

Nach zirka 15 Jahren Abstellzeit wurde sie in das Ausbesserungswerk ZNTK Pila (Schneidemühl) geholt, von 750 auf 600 mm umgespurt, hauptuntersucht, für den Einsatz auf der Berliner Parkeisenbahn mit Kobelschornstein ausgerüstet und über Interlok Pila nach Deutschland verkauft. Der Eigentümer hat die Lokomotive über den Leihnehmer SBF in den Fahrzeugpark der BPE eingestellt. Hier fand die Abnahme durch die Bahnaufsicht des Landes Berlin am 30. September 1994 statt. Am 1. Oktober 1994 wurde die Lokomotive erstmals im Personenverkehr eingesetzt.

Merapi
Dampflok Merapi am Hauptbahnhof

Ab 1923 lieferte Hanomag zehn baugleiche Dampflokomotiven an die Oie Tiong Ham Fabrieken Semarang auf Java. Eine weitere Maschine wurde an die Zuckerfabrik Klein Wanzleben bei Magdeburg geliefert. Die Merapi gelangte an den oben genannten Auftraggeber, der sie auf seinen ausgedehnten Zuckerrohrplantagen einsetzte. Die Zuckerfabrik Rejo Agung, wo die Maschine vor ihrer Rückkehr nach Deutschland zuletzt beheimatet war, betrieb ein Streckennetz von fast 80 km Länge mit etwa 25 Dampfloks. Der Name erinnert an einen Vulkan auf Java.

Solvay
Dampflokomotive Solvay im Betriebswerk

Die Lok war von 1944 bis Januar 1979 in Betrieb bei den Wirsitzer und Bromberger Kreisbahnen und wurde dann abgestellt. Gebaut wurde sie in der „Ersten Lokomotivfabrik in Polen AG, Chrzanów“ nach Konstruktionsvorlagen von Hanomag aus dem Jahr 1923. Über Belgien gelangte die Lok in den 1990er Jahren als Leihgabe verschiedener Privatleute in die Wuhlheide. Gegenwärtig ist das Fahrzeug nicht einsatzfähig.

Dieselloks

Diesellokomotiven Typ Ns1
Diesellok Typ NS1 in Wuhlheide-Parkeisenbahn

Ursprünglich wurde dieser Typ als 15-PS-Diesellokomotive konzipiert, später jedoch als 10-PS-Maschine gebaut, da der vorgesehene Motor zunächst nicht zur Verfügung stand. Lokomotiven dieser Baureihe wurden in 699 Exemplaren zwischen 1952 und 1960 im VEB Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg (LKM) für die Spurweiten 500 und 600 mm hergestellt. Die Lokomotiven wurden bei LKM mit einem wassergekühlten Einzylinder-Viertakt-Dieselmotor ausgerüstet. Dieser bewährte sich bis etwa Ende der siebziger Jahre. Aufgrund von Ersatzteilproblemen und Verschleißerscheinungen wurde als Austauschmotor überwiegend ein luftgekühlter Vierzylinder-Viertakt-V-Dieselmotor aus der Cunewalder Motorenfabrik eingebaut. In die Lokomotiven wurden vom Hersteller Zwei-Gang-Getriebe mit Konuskupplung eingebaut.

Dem SBF ist es gelungen, mehrere Diesellokomotiven des Typs Ns1 von stillgelegten Werkbahnen zu erwerben und der BPE zur Nutzung zur Verfügung zu stellen.

Diesellokomotiven Typ Ns2f
Diesellok Siegfried am Hauptbahnhof

Aus dem Typ Ns2 entstand 1952 die Ns2f. Sie wurde von 1952 bis 1959 aufgrund der großen Nachfrage in mehr als 1.000 Exemplaren bei LKM gebaut. In der DDR war die Ns2f die gebräuchlichste Baureihe auf den schmalspurigen Werkbahnen und hat sich bestens im leichten Strecken- und Rangierdienst bewährt. Die Lokomotiven haben Außenrahmen und Stangenantrieb mit Blindwelle. Im Anlieferungszustand waren die Lokomotiven mit einem wassergekühlten Zweizylinder-Viertakt-V-Dieselmotor des Typs Aktivist ausgerüstet. Ende der 1970er Jahre waren die Motoren, bedingt durch die hohen Anforderungen, so verschlissen, dass sie ersetzt werden mussten. Viele Maschinen erhielten nun den luftgekühlten Zweizylinder-Viertakt-Reihendieselmotor vom Schönebecker Dieselmotorenbau.

Dem Verein gelang es, zwei Diesellokomotiven der Baureihe Ns2f zu erwerben, deren Aufarbeitung in Angriff genommen wurde und seit dem Feldbahntreffen 1992 bei einer Lokomotive abgeschlossen ist. Im Jahre 2003 konnte auch die zweite Lok in Betrieb genommen werden. Dadurch stehen beide Loks für den Fahrbetrieb bei der BPE zur Verfügung.

Diesellokomotiven Typ V10C
Diesellok Typ V10C am Hauptbahnhof

Aus der Ns4 entstand 1959/60 der 102-PS-Typ V10C. Sein Aussehen wurde gegenüber der Ns4 grundlegend verändert, die Kanten wurden gerundet und so der Form der damaligen Diesellokomotiven des VEB Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg (LKM) angepasst. Von den Maschinen dieses Typs baute LKM von 1957 (Baumuster) bis 1975 über 500 Exemplare. LKM erhielt ab 1971 ein neues Produktionsprofil und firmierte unter VEB Luft- und Kältetechnik „Karl Marx“ Babelsberg. Dennoch wurden weiterhin regelspurige und schmalspurige Rangier- und Werkbahnlokomotiven hergestellt. Die V10C-Lokomotiven für die Spurweiten von 600 bis 762 mm hatten Außenrahmen, die für die Spurweiten von 900 bis 1067 mm Innenrahmen sowie eine geringfügig schmalere Seitenschürze. Es wurde außerdem eine modifizierte Version für den Export in tropische Regionen gefertigt. In der DDR war die V10C eine typische Werklokomotive auf Bahnen mit hohen Lastanforderungen.

1970/71 erhielt die Pioniereisenbahn Berlin zwei fabrikneue Lokomotiven der Baureihe V10C, da mit dem Einsatz der älteren Wagen der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn (MPSB) leistungsstärkere Loks erforderlich waren. 1980 wurden die beiden Lokomotiven in das Nummernschema der DR aufgenommen und erhielten die Nummern 199 101-7 und 199 102-5. Die Lok 199 101-7 befindet sich seit August 1998 leihweise bei der Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth in Gütersloh.

Diesellokomotive Typ Ns4
Diesellokomotive Typ Ns 4 1992 im Betriebswerk

Zur Verstärkung der beiden V10C-Diesellokomotiven wurde im Jahr 1982 die 1957 gebaute Diesellok vom Typ Ns4 (199 103-3) vom VEB Ziegelei Ueckermünde beschafft. Dies wurde notwendig, um im Zwei-Zug-Betrieb eine Betriebsreserve zu haben.

Personenwagen

Sommerwagen 6306

Für den Fahrgastverkehr sind rekonstruierte vierachsige Personenwagen vorhanden. Auf alten Fahrgestellen von Wagen der ehemaligen Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn (MPSB) wurden im damaligen RAW Schöneweide Wagenkästen modernisiert. Einige Ausstattungsdetails wie die Türen, Fenster oder die Inneneinrichtung mit Holzbänken zeigen Ähnlichkeiten mit früheren Fahrzeugen der Berliner S-Bahn. Ein Wagen dieser Serie wurde im Jahre 2000 in einen Salonwagen umgebaut.

Neben den Reko-Wagen sind fünf Sommerwagen im Einsatz, vier offene Wagen und ein offener Wagen mit Dach. Außerdem verfügt die Berliner Parkeisenbahn über zwei historische Personenwagen, die bei der MPSB als sog. Fakultativwagen für Personen- oder Gütertransporte in Betrieb waren. Seit Ende 2009 ist zudem ein historischer kombinierter Personen-/Packwagen aus dem Jahr 1910 im Einsatz, der ebenfalls von der MPSB stammt.

Güterwagen

Innerbetrieblichen Zwecken dient eine Reihe von Güterwagen. So wurde ein für die MPSB gebauter Packwagen als Hilfszug umgerüstet. Darüber hinaus befinden sich bei der BPE u.a. ein offener Güterwagen, zahlreiche Kipploren und einige Schotterwagen.

Arbeitsgemeinschaften

AG Fernmeldetechnik

Seit 1989 besteht eine AG Fernmeldetechnik. Technisch interessierten Parkeisenbahnern ab 12 Jahren steht so der Dienst als Fernmeldemechaniker bei der BPE offen. In der Ausbildung werden Grundlagen der Elektrotechnik und Elektronik sowie die Funktionsweise von Telefonen, elektrischen Uhrenanlagen und anderer Fernmeldetechnik erläutert. Die AG-Teilnehmer sind zudem an der Pflege und Instandhaltung der Kommunikationsanlagen der Bahn beteiligt.

Die Kommunikation bei der BPE erfolgt durch verschiedene Fernsprecheinrichtungen, insbesondere durch sog. OB-Fernsprecher.

Ausschuss Jugendarbeit

Der 1992 gegründete Ausschuss bietet den Parkeisenbahnern vielseitige Veranstaltungen und unterstützt nebenbei die BPE bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen für die Fahrgäste. Zum Veranstaltungsprogramm für die Parkeisenbahner gehören unter anderem Ferienfreizeiten in das In- und Ausland, Ausflüge und Sportveranstaltungen.

Sonstige Arbeitsgemeinschaften

Es besteht eine technische Brigade, die für die Instandhaltung der Fahrzeuge zuständig ist. Außerdem übernimmt die Brigade die Ausbildung von Lokführern, Heizern und Wagenmeistern. Um die Signal- und Sicherungseinrichtungen der Bahn kümmert sich eine weitere Arbeitsgemeinschaft.

Bahnhöfe

Der Bahnhof Eichgestell.
Bahnhof Wuhlheide-Parkeisenbahn
Badesee

Der heutige Bahnhof Badesee hieß früher Puppentheater. Nach Schließung des in der Nähe gelegenen Puppentheaters wurde der Bahnhof in Pionierzentrum umbenannt. Mit der politischen Wende erhielt er seinen heutigen Namen. Einen Bahnhof Badesee hatte es bereits an der 1978 beim Bau des Pionierpalastes abgebrochenen Strecke südlich des Badesees gegeben. Der Badesee liegt etwa 200 m entfernt; näher am See liegt der 2010 in Betrieb genommene Bahnhof Haus Natur und Umwelt.

Betriebsbahnhof

Der Betriebsbahnhof hieß zunächst Bärenzwinger. Später bezog die Leitung der Pioniereisenbahn das Gebäude, die zuvor im sogenannten Waldhaus – dort gab es den Haltepunkt Wald – ihren Sitz hatte. Wegen einer sanierungsbedürftigen Brücke über die Rohrlake wird dieser Halt gegenwärtig nicht bedient.

Betriebswerk

Mit Wagenhalle, Lokhalle, Werkstatt und Sozialräumen ist das Betriebswerk der technische Mittelpunkt der Berliner Parkeisenbahn. Hier werden die Loks und Wagen seit 1956 größtenteils instandgesetzt und gewartet. Gelegentlich finden hier Veranstaltungen für das Publikum statt.

Eichgestell

Der Bahnhof wurde 1978 als Ersatz für den aufgegebenen Bahnhof Badesee errichtet. Am Eichgestell beginnt auch die Strecke des 500mm Feldbahnprojektes. Etwas südlich des heutigen Bahnhofs befand sich bis in die 1970er Jahre eine Blockstelle gleichen Namens.

Freilichtbühne

Das Gebäude des Bahnhofs Freilichtbühne stammt aus der Anfangszeit der Parkeisenbahn und liegt direkt an der kleinen Freilichtbühne. Ursprünglich als Bahnhof Rollschuhbahn errichtet, erfuhr er im Laufe der Zeit nur geringe Umbauten.

Hauptbahnhof

Mit seiner Nähe zum Haupteingang des Freizeit- und Erholungszentrums stellt dieser Bahnhof den betrieblichen Mittelpunkt der Parkeisenbahn dar. Ursprünglich befand sich in einem Teil des Bahnhofes eine Mitropa-Gaststätte namens Mäxchen Pfiffig. Heute sitzt hier die Betriebs- und Geschäftsleitung der BPE.

Haus Natur und Umwelt

Dieser Bahnhof wurde im Jahr 2009 errichtet und am 27. März 2010 in Betrieb genommen.[2] Die baulichen Anlagen beschränken sich auf einen Bahnsteig. Von hier aus lassen sich unmittelbar die Kindlbühne, das Haus Natur und Umwelt und der Badesee erreichen.

Wuhlheide-Parkeisenbahn

Der Bahnhof wurde im Oktober 1993 eingeweiht, als die Strecke bis zum S-Bahnhof Wuhlheide verlängert wurde. Er verfügt über einen Bahnsteig mit Fahrkartenbude und ein Umsetzgleis.

Fahrbetrieb

Gleisbett am Betriebsbahnhof

Fahrbetrieb findet von März bis Oktober statt. Am Wochenende verkehrt die Bahn grundsätzlich im 17/18-Minuten-Takt (in den Sommerferien alle 35 Minuten) und an Wochentagen (dienstags bis donnerstags) alle 35 Minuten. Von April bis Oktober wird freitags am Hauptbahnhof die Draisine eingesetzt.

In den Wintermonaten wird die Bahn nur ausnahmsweise, wie z.B. für Nikolausfahrten in der Adventszeit, betrieben.

Literatur

  • Gerhard Arndt, Ursula Arndt: Pionier- und Ausstellungsbahnen. Transpress - VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1981, S. 69ff.
  • Hans-Joachim Hütter: Neue Wagen für die PE Berlin, in: Verkehrsgeschichtliche Blätter, Heft 4/1979, S. 61f.
  • Bernd Kuhlmann: Pioniereisenbahn Berlin, in: Verkehrsgeschichtliche Blätter, Heft 1/1981, S. 2ff.
  • H. Martin: 1950-1970 - 20 Jahre Pionierpark "Ernst Thälmann, in: Der Modelleisenbahner, Heft 8/1970, S. 221ff.
  • Sô Nishimori: Ich bin ein junger Eisenbahner! Aus dem Japanischen von Katrin-Susanne Schmidt. Selbstverlag, Berlin 2006.
  • Pioniereisenbahn Berlin: Pioniereisenbahn Berlin. Eigener Druck, Berlin 1986.
  • Uwe Poppel: 50 Jahre LOWA-Trümmerbahnlok 44, in: Berliner Verkehrsblätter, Heft 12/2000, S. 236.
  • Redaktion Verkehrsgeschichtliche Blätter: 50 Jahre Schmalspurbahn in der Berliner Wuhlheide, in: Verkehrsgeschichtliche Blätter, Heft 4/2006, S. 86ff.
  • Schmalspurbahn-Freunde Berlin e.V.: 50 Jahre Trümmerbahn-Lokomotive 44. Selbstverlag, Berlin 2000.

Weblinks

 Commons: Berliner Parkeisenbahn – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Der Preß´-Kurier, Heft 2/2010, S. 37.
  2. Der Preß´-Kurier, Heft 6/2009, S. 37; 2/2010, S. 37.
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