Berliner Sparkasse
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Hauptniederlassung Alexanderplatz
Hauptniederlassung Alexanderplatz
Staat Deutschland
Sitz Alexanderplatz 2
10178 Berlin
Rechtsform Niederlassung der Landesbank Berlin AG
Teilrechtsfähige Anstalt öffentlichen Rechts
Bankleitzahl 100 500 00[1]
BIC BELA DEBE XXX[1]
Verband Sparkassenverband Berlin
Website www.berliner-sparkasse.de
Geschäftsdaten 2010[2]
Einlagen 19,587 Mrd. €
Mitarbeiter 2.027 (Vertrieb)
Leitung
Vorstand Johannes Evers (Vorsitzender), Jan Bettink, Serge Demolière, Martin K. Müller, Hans Jürgen Kulartz, Patrick Tessmann
Liste der Sparkassen in Deutschland

Die Berliner Sparkasse ist eine Niederlassung der Landesbank Berlin AG. Mit über 150 Vertriebsstellen und rund 40 Prozent Marktanteil in Berlin ist die 1818 gegründete Sparkasse in ganz Berlin vertreten. Als Teil der Sparkassen-Finanzgruppe bietet die Berliner Sparkasse umfassende Finanzdienstleistungen für Privat- und Firmenkunden an.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung und Wachstum der Berliner Sparkasse

Die erste Berliner Sparkasse wurde 1818 vom Magistrat von Berlin als erste Sparkasse Preußens und eine der ersten Sparkassen in Deutschland im Berliner Rathaus eröffnet. Als Sparkasse für die „ärmere Klasse“ sollte sie der im frühen 19. Jahrhundert allgegenwärtigen Massenarmut entgegenwirken.

„Den hiesigen Einwohnern, ihre kleinen Ersparnisse zinsbar und sicher unterzubringen, und ihnen dadurch behilflich zu sein, sich ein Kapital zu sammeln, welches sie bei Verheiratungen, Etablierung eines Gewerbes, im Alter oder in Fällen der Not benützen können“: so legte das Statut die Aufgabe der Sparkasse zu ihrer Gründung im Jahr 1818 fest. Am Ende des Gründungsjahres zählte die Berliner Sparkasse bereits 551 Kunden.

1882 wurde die erste Filiale eröffnet. Sogenannte Annahmestellen in den einzelnen Stadtteilen gab es bereits vorher. Zur Jahrhundertwende betrieb die Sparkasse neben den beiden Hauptstellen bereits 92 Annahmestellen.

Fusion zur Sparkasse der Stadt Berlin

Mit der Entstehung Groß-Berlins im Jahr 1920 fusionierten die Sparkassen der eingegliederten Gemeinden Spandau, Charlottenburg, Neukölln, Schöneberg, Köpenick, Wilmersdorf, Lichtenberg, Weißensee, Pankow, Reinickendorf, Steglitz, Lichterfelde, Treptow und Tegel zur Sparkasse der Stadt Berlin. Zudem wurde die Girozentrale im Jahr 1921 Teil der Sparkasse. Schon damals hatte rund die Hälfte der Berliner – 1,9 Millionen – ein Sparbuch bei der Sparkasse. Das Berliner Modell der Einheit von Sparkasse und Landesbank wurde später wieder aufgenommen.

Die Sparkasse im NS-Regime

Nach 1933 erfasste die Gleichschaltung unter dem nationalsozialistischen Regime auch die Sparkasse. Jüdische und politisch unliebsame Mitarbeiter wurden nach der Einführung des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ im April 1933 entlassen. Die Sparkasse wurde nach dem Führerprinzip neu geordnet. Verband und Sparkassen verloren ihre Selbständigkeit und wurden in die Reichsgruppe IV „Sparkassen und Banken“ eingegliedert.

Teilung der Sparkasse

Der beginnende Kalte Krieg und die Teilung Deutschlands führten 1948 auch zur Teilung der Berliner Sparkasse. Sowohl im Westen als auch im Osten entstanden getrennte Nachfolgeinstitute. Während die Sparkasse im Westen an die Traditionen vor 1933 anknüpfte, wurde die Sparkasse im Osten in enger Zusammenarbeit mit der Staatsbank der DDR geführt und dieser im Jahr 1970 direkt unterstellt. Im Westen firmierte sie fortan unter der Bezeichnung "Sparkasse der Stadt Berlin West".

Zusammenschluss der Ost- und West-Sparkassen

Nach dem Mauerfall wurden die Kontakte zwischen den beiden Berliner Sparkassen immer enger. Gemeinsam bereiteten sich die Sparkassen auf die Währungsunion am 30. Juni 1990 vor. Im Oktober desselben Jahres wurden die Sparkassen Ost- und West-Berlins nach 45-jähriger Trennung unter dem Dach der neu gegründeten Landesbank wiedervereint.

Zusammenschluss zur Bankgesellschaft Berlin und Krise

1994 wurde die Landesbank Berlin zum Teil in die neu gegründete Bankgesellschaft Berlin eingebracht. Diese Gesellschaft war ein Unikum in der deutschen Bankenlandschaft, da erstmals private und öffentliche Banken zusammengeschlossen wurden. Die Bankgesellschaft diente hierbei sowohl als Holding als auch als eigene Bank. Ziel der Gründung war es, in Berlin wieder mit einer Großbank vertreten zu sein.

Bereits kurz nach der Geschäftsaufnahme wurden erhebliche Risiken im Kreditgeschäft der Berliner Bank AG bekannt, die erhebliche Wertberichtigungen erforderten. Des Weiteren baute der Konzern ein sehr umfang- und risikoreiches Immobiliendienstleistungsgeschäft auf. Zusammen mit den hohen Wertberichtigungen im Kreditgeschäft, brachten diese Risiken die Bankgesellschaft in eine existenzgefährdende Situation. Als deren Folge wurde ein hartes Sanierungsprogramm zur Stabilisierung des Konzerns eingeleitet. Im August des Jahres 2001 wurde eine Kapitalerhöhung um EUR 1,997 Mrd. durchgeführt, wovon das Land Berlin einen Anteil in Höhe von EUR 1,755 Mrd. übernahm. Der Anteilsbesitz des Landes Berlin erhöhte sich dadurch von 56,8 % auf 80,95 %. Verschiedene Vereinbarungen mit dem Land Berlin regelten die Abschirmung des Konzerns gegenüber den hohen Risiken, welche die Tochtergesellschaften der Bank mit ihrem Immobiliendienstleistungsgeschäft verursacht hatten. Da es sich bei beidem – Kapitalerhöhung und Risikoabschirmung – um staatliche Beihilfen handelte, bedurften sie der Genehmigung durch die EU-Kommission. Diese genehmigte diese Beihilfe unter der Bedingung, dass sich das Land Berlin bis 2007 von ihren Anteilen an der Gesellschaft trennen musste.

Neuordnung und Gegenwart

In den Jahren der Neuordnung musste sich der Konzern von zahlreichen Gesellschaften trennen. So wurden die Berliner Bank veräußert und die Gesellschaften des ehemaligen Immobiliendienstleistungsbereichs an das Land Berlin übertragen. Zugleich konzentrierte sich der Konzern auf sein Kerngeschäft mit Privaten und Firmenkunden, mit Immobilienfinanzierungen und am Kapitalmarkt. Dennoch scheiterte die Sanierung. Lediglich durch eine zweite, nicht genehmigte und nicht genehmigungsfähige Beihilfe aus dem Vermögen der Investitionsbank Berlin, die mit Wirkung vom 1. Januar 2004 aus der Landesbank Berlin abgespalten wurde, über 1,1 Milliarden Euro konnte der Konzern gerettet werden.[3][4]

Die Unternehmensgruppe konnte ihre Restrukturierung im Jahr 2005 abschließen und arbeitet seitdem nachhaltig profitabel. Auch die Berliner Sparkasse war Teil dieser Neuordnung. Mit dem neuen Berliner Sparkassengesetz vom 28. Juni 2005 legte das Berliner Abgeordnetenhaus die Umwandlung der Landesbank Berlin in eine Aktiengesellschaft zum 1. Januar 2006 fest und belieh diese mit der Trägerschaft für die Berliner Sparkasse. Somit bilden Berliner Sparkasse und Landesbank Berlin auch weiterhin eine Einheit. Im Jahr 2006 nahm die Landesbank Berlin AG das gesamte Geschäft ihrer Konzernmutter, der Bankgesellschaft Berlin AG, auf. Diese verlor damit ihre Bankfunktion, wurde zur bloßen Finanzholding ohne eigenes Bankgeschäft und änderte demzufolge auch ihren Namen in „Landesbank Berlin Holding AG“.

Im Juni 2007 vollzog das Land Berlin die letzte verbliebene Auflage der Europäischen Kommission, indem es seine 81 % Anteile an der Landesbank Berlin Holding AG an insgesamt rund 420 deutsche Sparkassen, die sich in einer Erwerbsgesellschaft zusammengeschlossen hatten veräußerte. Die Berliner Sparkasse als Teil der Landesbank Berlin AG befindet sich damit heute im Besitz der deutschen Sparkassen. Ebenfalls im Juni 2007 startete die Bürgerinitiative „Initiative Berliner Bankenskandal“ zusammen mit dem „Berliner Bündnis gegen Privatisierung“ ein Volksbegehren mit dem Titel „Was wir wollen – Eine Berliner Sparkasse: regional – sozial – transparent – demokratisch!“. Ziel des Volksbegehrens ist eine Änderung des Berliner Sparkassengesetzes durch u. a. die Einführung eines „Girokontos für jedermann“, die Installation eines Verwaltungsrats und Vorgaben zur teilweisen Gewinnverwendung.

Geschäftsfelder

Als Universalbank bietet die Berliner Sparkasse Finanzdienstleistungen für Privat- und Firmenkunden an. Gestützt auf ihre Marktführerschaft mit rund 40 % Marktanteil bietet die Berliner Sparkasse Beratung, Dienstleistungen und Produkte für alle Kundengruppen in Berlin – vom einfachen Girokonto bis zu Vermögensverwaltung, Private Banking oder umfassende Betreuung für Firmenkunden.

Bilanzzahlen

Zahlen und Daten der Geschäftsentwicklung werden nicht gesondert, sondern nur als Teil des Geschäftsberichts der Landesbank Berlin AG veröffentlicht.

Auszeichnungen

Die Berliner Sparkasse ist im ibi Website Rating 2006 für die Qualität ihrer Online-Präsenz unter 400 Finanzinstituten im deutschsprachigen Raum mit dem 6. Platz ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Banking und Brokerage“ erreichte die Sparkasse den 3. Platz.

In der Studie "Beste Altersvorsorge 2008" von Focus Money belegte die Berliner Sparkasse unter 15 großen Filialinstituten den ersten Platz. Bei der Untersuchung wurden die Produktplatte und die Servicequalität der Banken geprüft. Im Gesamturteil erreichte die Bank das Qualitätsurteil "gut".

Eine Studie im Juni 2009 des Deutschen Instituts für Service-Qualität im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv ergab, dass die Berliner Sparkasse bundesweit die beste Beratung für Geldanlagen bietet. Der Test bescheinigte der Berliner Sparkasse eine gute Bedarfsanalyse und die beste Kommunikationsqualität.

Einzelnachweise

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Bericht der Berliner Sparkasse 2010
  3. Bankgesellschaft Berlin AG, Geschäftsbericht 2003, S. 53f. und Geschäftsbericht 2004, S. 6
  4. Zawatka-Gerlach, Ulrich: Milliarden verbrannt, in: Der Tagesspiegel, vom 10. Februar 2011, S. 10

Weblinks


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