Berliner Stadtreinigung
Berliner Stadtreinigung
Unternehmensform Anstalt des öffentlichen Rechts
Gründung 1951
Unternehmenssitz Berlin
Mitarbeiter 5.658 (2006)
Umsatz 491 Mio. Euro (2006)
Produkte

Entsorgungsunternehmen

Website

Homepage

Mülleimer der BSR zur WM 2006

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist ein Dienstleistungsunternehmen im Bereich Entsorgung. Das Unternehmen ist der größte kommunale Entsorger in der EU.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensgeschichte

Ab 1. Oktober 1875 wurde durch königliche Kabinettsorder die gesamte öffentliche Straßenreinigung der Stadt Berlin ein Teil der kommunalen Selbstverwaltung. 1894 gründeten die Berliner Hauseigentümer die Wirtschaftsgenossenschaft „Berliner Grundbesitzer GmbH“ zur Müllbeseitigung um von den privaten Abfuhrunternehmen unabhängig zu sein.

Am 1. Oktober 1922 übernahm die neu gebildete „Berliner Müllabfuhr-Aktiengesellschaft (BEMAG)“ den Müllabfuhrbetrieb. An dem Gesellschaftskapital war die Kommune zu einem Viertel beteiligt, hatte sich allerdings durch den Aufsichtsratsvorsitz (Oberbürgermeister) die Oberaufsicht gesichert. Sukzessive erwarb die Stadt Aktienanteile der Gesellschaft, 1927 lagen sie bei 85,8 Prozent. Ab 1. April 1935 wurde die BEMAG in eine Städtische Müllbeseitigungsanstalt umgewandelt.

Auf Befehl der Alliierten Kommandantur wurde am 27. August 1945 die „Großberliner Straßenreinigung und Müllabfuhr“ gebildet. Mit der Spaltung der Stadtverwaltung wurde auch der Stadtreinigungsbetrieb getrennt. Während das im Ostteil Berlins ansässige Unternehmen nach der Spaltung der Stadt dort bis 1976 unter gleichem Namen fortgeführt wurde, begann in Berlin (West) 1948 der Aufbau eines neuen Entsorgungsbetriebes.

1951 erfolgte eine Neugründung unter dem Namen „Berliner Stadtreinigung (BSR)“ und wurde 1967 in einen städtischen Eigenbetrieb umgewandelt. Nach der Wende erfolgte 1992 die Fusion mit der „Stadtreinigung Berlin“ (SB), die 1991 aus dem „VEB Kombinat Stadtwirtschaft Berlin“ hervorgegangen war. Seit dem 1. Januar 1994 sind die Berliner Stadtreinigungsbetriebe eine Anstalt des öffentlichen Rechts und damit weiterhin Eigentum des Landes Berlin.

Der Sitz der Hauptverwaltung befindet sich in der Ringbahnstraße 96 in Berlin-Tempelhof.

Die Anzahl der Mitarbeiter lag 2006 bei rund 5.658. Bei den BSR werden etwa 202 Auszubildende im kaufmännischen und gewerblichen Berufen sowie an der Berufsakademie ausgebildet.

Der Fuhrpark umfasst etwa 2000 Fahrzeuge. Es wurden im Jahr 2006 1.376 Tsd. Tonnen Abfall eingesammelt und entsorgt.

Zur Unterstützung des Bauprojektes SpreeUrban ist die BSR Mitglied des Investorenprojektes Mediaspree, welches sich um die wirtschaftliche Nutzung des Spreeufers in Kreuzberg-Friedrichshain bemüht.

Betriebsbereiche

Das Kerngeschäft gliedert sich in die Bereiche Abfalllogistik, Abfallverwertung und Flächenreinigung.

Bereich Abfallwirtschaft

Der Hausmüll der Stadt wird durch vier Betriebshöfe der Müllabfuhr entsorgt. Daneben sind 15 Recyclinghöfe mit Integration der Sonderabfallwirtschaft, die Müllverbrennungsanlage in Ruhleben sowie die Abfallumladestation Süd Eigentum der BSR.

Durch täglich etwa 229 Touren zur Restabfallsammlung und 43 BIOGUT-Touren wurden 2006 893.000 Tonnen überlassungspflichtige Abfälle zur Beseitigung und etwa 52.000 Tonnen BIOGUT gesammelt und der ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt. Durch täglich durchschnittlich 19 Touren wurden 15.800 Tonnen Sperrmüll von den Berliner Haushalten abgeholt.

Bereich Flächenreinigung

Die Reinigung der Stadt Berlin erfolgt von fünf Regionalzentren aus. Im Bereich Flächenreinigung sind etwa 2100 Mitarbeiter angestellt, welche bei der Straßen- und Gehwegreinigung fast 1,2 Millionen Kilometer im Jahr zurücklegen. Dabei werden täglich 20.000 Papierkörbe geleert. Jährlich werden 195.000 Regenwassereinlaufreinigungen durchgeführt.

Unternehmensdaten

  • Umsatzerlöse 2006: 491 Mio. EUR
  • Jahresüberschuss 2006: 11 Mio. EUR
  • Eigenkapital: 61 Mio. EUR

Literatur

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Berliner Stadtreinigungsbetriebe — Berliner Stadtreinigung Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts Gründung 1951 …   Deutsch Wikipedia

  • Berliner Karneval — Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte des Berliner Karneval bis 1961 2 Geschichte des Karnevals in Berlin ab 1990 2.1 Karnevalsumzug in Berlin 3 …   Deutsch Wikipedia

  • Hermannstrasse — Die Hermannstraße in Berlin Neukölln führt vom Hermannplatz rund 2,6 Kilometer in Richtung Süden und setzt sich nach der Ecke Juliusstraße beziehungsweise nach der neuen Autobahnauffahrt des Berliner Stadtrings als Britzer Damm fort. Mit der… …   Deutsch Wikipedia

  • Hermannstraße (Berlin) — Die Hermannstraße in Berlin Neukölln führt vom Hermannplatz rund 2,6 Kilometer in Richtung Süden und setzt sich nach der Ecke Juliusstraße beziehungsweise nach der neuen Autobahnauffahrt des Berliner Stadtrings als Britzer Damm fort. Mit der… …   Deutsch Wikipedia

  • Hermannstraße (Berlin-Neukölln) — Die Hermannstraße in Berlin Neukölln führt vom Hermannplatz rund 2,6 Kilometer in Richtung Süden und setzt sich nach der Ecke Juliusstraße beziehungsweise nach der neuen Autobahnauffahrt des Berliner Stadtrings als Britzer Damm fort. Mit der… …   Deutsch Wikipedia

  • Stadtwirtschaft — Der Begriff Stadtwirtschaft wird insbesondere in den Ländern Mecklenburg Vorpommern, Brandenburg, Sachsen Anhalt, Sachsen und Thüringen als Bezeichnung für ein Unternehmen oder eine organisatorische Einheit verwendet, die Tätigkeiten der… …   Deutsch Wikipedia

  • Dieffenbachstrasse — Zentrum Graefekiez Die Dieffenbachstraße in Berlin Kreuzberg ist nach dem Chirurgen Johann Friedrich Dieffenbach benannt. Inhaltsverzeichnis 1 Verlauf 2 Bebauung …   Deutsch Wikipedia

  • Josef Paul Kleihues — (* 11. Juni 1933 in Rheine; † 13. August 2004 in Berlin) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer. Inhaltsverzeichnis 1 Leben und Werk 2 Ehrungen und Auszeichnungen 3 …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Kreuzberg — Lage von Kreuzberg in Berlin In der Liste der Kulturdenkmale von Kreuzberg sind die Kulturdenkmale des Berliner Ortsteils Kreuzberg im Bezirk Friedrichshain Kreuzberg aufgeführt. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Weitlingkiez — Blick in die Weitlingstraße Der Weitlingkiez ist ein Quartier in den beiden Berliner Ortsteilen Rummelsburg und Friedrichsfelde des Bezirks Lichtenberg mit einer Grundfläche von rund 50 Hektar, das sich im Wesentlichen im 19. und… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”