Berliner Sängerbund
Der Gendarmenmarkt während des Musikfestes 1998

Der Chorverband Berlin e. V. (CVB), ehemals Berliner Sängerbund e. V., finanziert sich durch institutionelle Förderung seitens der Senatskanzlei beim Regierenden Bürgermeister von Berlin sowie durch Mitgliedsbeiträge. Er vereinigt 244 Laienchöre mit insgesamt ca. 10000 Mitgliedern: Gemischte Chöre, Männer-, Frauen-, Jugend-, Kinder-, Senioren- und Schulchöre ebenso wie Kirchen-, Oratorien-, Gospelchöre und Instrumentalensembles. 1996 entstand mit der “Chorjugend im Berliner Sängerbund” ein Verein mit eigenen Haushaltsmitteln, dem rund 50 Kinder- und Jugendchöre angehören.

Der Chorverband Berlin übernimmt u. a. Ausfallbürgschaften, GEMA-Gebühren und Mietkosten oder gewährt Zuschüsse bei Konzertreisen. Er tritt aber auch selbst als Veranstalter auf, z. B. mit Sängertreffen oder den “Sonntagskonzerten” im Kammermusiksaal der Philharmonie. Insbesondere im Bereich der musikpädagogischen Arbeit bemüht sich der Verband um Erhaltung und Steigerung des fachlichen Niveaus seiner Mitglieder. So finden unter seiner Leitung regelmäßig Fortbildungsseminare für Chorleiter, -vorstände und -mitglieder statt.

Petra Merkel
Prof. R. Stollreiter

1996 trat der damalige Berliner Sängerbund erstmals mit einer Großveranstaltung unter dem Motto “Singende, klingende Stadt” auf, um in rund 130 Konzerten auf die Vielfalt der Berliner Chorlandschaft aufmerksam zu machen. Es folgten ähnliche Musikfeste 1998 und 2001. Ein bedeutender Höhepunkt war die federführende Vorbereitung und Durchführung des 20. Deutschen Chorfestes des Deutschen Sängerbundes 2003 in Berlin mit ca. 800 Konzerten von 600 Chören.

Der Chorverband Berlin ist Mitglied im Deutschen Chorverband (DCV), der weltweit größen Laienmusikorganisation mit Sitz in Köln.

Seit März 2009 ist Petra Merkel Präsidentin des Chorverbandes Berlin. Ihr Vorgänger, Prof. Reinhard Stollreiter, der seit 1985 Präsident war, ist Ehrenpräsident des Chorverbandes Berlin.

Geschichte

Programm von 1902

Der Berliner Sängerbund wurde 1901 gegründet. Die musikalischen Wurzeln liegen weiter zurück und reichen bis ins 18. Jahrhundert. Da wäre zunächst Carl Friedrich Fasch (1736-1800) zu nennen, der 1791 die Sing-Akademie zu Berlin gründete und damit den Grundstein zu geregelter, gehobener Chorpflege in Deutschland legte. Sein Schüler Carl Friedrich Zelter (1758-1832), Baumeister, musikalisches Multitalent und Goethe-Freund, übernahm 1800 nach Faschs Tod die Leitung und setzte durch, dass man im Jahre 1827 ein eigenes Haus am Berliner Festungsgraben beziehen konnte. In diesem von Karl Theodor Ottmer nach Skizzen Karl Friedrich Schinkels errichteten klassizistischen Gebäude bereitete Zelter 1829 die Wiederaufführung von BachsMatthäuspassion” vor, die sein bedeutendster Schüler, Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), mit großem Erfolg dirigierte. Eine der tragenden Rollen übernahm dabei die Sing-Akademie zu Berlin.

Zelter rief 1809 die Liedertafel, eine Vereinigung von Männern zur Pflege des gemeinsamen Gesanges, ins Leben. Erwähnt sei noch der Musikpädagoge, Volksliedsammler und Chordirigent Ludwig Erk (1807-83), der im Berliner Musikleben um die Mitte des 19. Jahrhunderts eine herausragende Rolle spielte und mehrere Chöre begründete.

Am 22. Juni 1901 wurde in Berlin von elf Chören darüber beraten, ob es wohl zweckmäßig sei, eine regionale Gemeinschaftsorganisation zu schaffen, die dann die spezifischen Interessen der Sänger gegenüber den Behörden und der Öffentlichkeit effektiv vertreten könnte. Am 25. September 1901 bildeten schließlich neun Männerchöre mit insgesamt 909 Mitgliedern den ersten Berliner Regionalverband. Da zu dieser Zeit Charlottenburg und Köpenick noch selbständige Gemeinwesen waren, sprach man offiziell vom “Regionalverband für Berlin und Umgebung”. Potsdamer Sänger gehörten ebenfalls dazu.

Auf der Jahreshauptversammlung des Berliner Sängerbundes am 25. März 2006 wurde mit großer Mehrheit die Umbenennung des “Berliner Sängerbundes e. V.” (BSB) in “Chorverband Berlin e. V.” (CVB) beschlossen.

Weblinks


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