Bermsgrün

Bermsgrün ist ein Ortsteil der Stadt Schwarzenberg im sächsischen Erzgebirge.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ort entstand als doppelreihiges Waldhufendorf in der Herrschaft Schwarzenberg und wurde 1448 als Bermaßgrün[1] erstmals urkundlich erwähnt. Dass das Dorf bereits 1193 entstanden ist - 1993 wurde von den Bewohnern die 800-Jahrfeier begangen - lässt sich mit urkundlichen Quellen und archäologischen Grabungen nicht nachweisen.

Von Anfang an war das eine halbe Stunde südlich von Schwarzenberg gelegene Dorf nach Schwarzenberg eingepfarrt, wohin auch der Kirchsteig führt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Bermsgrün 101 Häuser, 626 Einwohner und war mit ansehnlichen Kirschbaumpflanzungen versehen. Die Einwohner klöppelten damals Spitzen und trieben Handel damit. Die meisten Männer waren Wald-, Berg- und Hammerarbeiter, Kohlen- und Eisensteinfuhrleute. Einige richteten Gimpel zum Singen ab und handelten damit im Ausland.

In der Gegend von Bermsgrün brach man Schieferspat. Um 1800 entdeckte man eine Bleimine, die etwas Silber enthielt.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Arbeiterheim als Haft- und Folterort an NS-Gegnern benutzt.

Am 1. Januar 1999 wurde Bermsgrün nach Schwarzenberg eingemeindet.[2]

Gedenkstätten

  • Gedenktafel am Arbeiterheim zur Erinnerung an die Inhaftierung von Arbeitern 1933
  • Gedenkstein im Unterdorf für Widerstandskämpfer, die Opfer des NS-Terrors wurden, insbesondere Otto Hempel und Franz Dziebko

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Schnitzkunstausstellung Harry Schmidt

Söhne und Töchter des Ortes

Weblinks

  • Bermsgrün im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Anmerkungen

  1. Vgl.: Bermsgrün im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen, wo weitere Schreibweisen des Ortsnamens dokumentiert sind.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999

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