Bernard Andreae

Bernard Andreae (* 27. Juli 1930 in Graz) ist ein deutscher Klassischer Archäologe.

Andreae ist der Sohn des Nationalökonomen Wilhelm Andreae. Nach dem Besuch des Landgraf Ludwigs-Gymnasiums in Gießen bis zum Abitur 1949 studierte er in Marburg und Rom Klassische Archäologie, Altphilologie, Alte Geschichte und Kunstgeschichte. Am 26. Juli 1954 wurde er in Marburg bei Friedrich Matz mit einer Dissertation über römische Sarkophage promoviert. Danach hatte er 1955-1956 das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts inne. Von 1956 bis 1959 war als Referent am Deutschen Archäologischen Institut in Rom tätig. Am 12. Mai 1962 habilitierte er sich mit Studien zur römischen Grabkunst an der Universität Bonn und war anschließend bis 1965 als Dozent dort tätig.

1965 wurde Andreae ordentlicher Professor an der Ruhr-Universität Bochum. Hier begründete er die archäologische Abteilung der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum, die er durch den Erwerb einiger hochkarätiger Antiken zu einer der wichtigsten archäologischen Universitätssammlungen in Deutschland machte: Zu nennen sind u. a. Marmorporträts der römischen Kaiserin Livia Drusilla und des Kaisers Mark Aurel, sowie ein Bronzekopf des Kaisers Severus Alexander, der die Spuren des Vollzugs der Damnatio memoriae zeigt. Zur Sammlung gehören außerdem eine reiche Kollektion antiker, griechischer wie etruskischer, Vasen und eine andere antiker Münzen.

Zum Sommersemester 1978 wechselte er an die Universität Marburg und übernahm hier zugleich die Herausgabe des Corpus Die antiken Sarkophagreliefs. Von 1984 bis 1995 war Andreae Erster Direktor der Abteilung Rom des Deutschen Archäologischen Instituts.

1991 wurde ihm der Orden Pour le Mérite verliehen. 2008 wurde er mit dem großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband geehrt. Andreae ist ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, ordentliches Mitglied der Pontificia Accademia Romana di Archeologia in Rom, seit 1993 korrespondierendes Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften in Erfurt und korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien.

Schriften

  • Motivgeschichtliche Untersuchungen zu den römischen Schlachtsarkophagen, Berlin 1956 (= Dissertation)
  • Studien zur römischen Grabkunst (Heidelberg 1963) (= Habilitationsschrift)
  • Römische Kunst (1974)
  • Das Alexandermosaik aus Pompeji (Recklinghausen 1977)
  • hrsg. mit Helmut Kyrieleis: Neue Forschungen in Pompeji und den anderen vom Vesuvausbruch 79 n. Chr. verschütteten Städten (Recklinghausen 1975)
  • Die römischen Jagdsarkophage (Berlin 1980)
  • Odysseus. Archäologie des europäischen Menschenbildes (Frankfurt 1982)
  • 'Die Symbolik der Löwenjagd (Opladen 1985)
  • Laokoon und die Gründung Roms (Mainz 1988)
  • Phyromachos-Probleme (Mainz 1990)
  • Praetorium speluncae. Tiberius und Ovid in Sperlonga (Stuttgart 1994)
  • "Am Birnbaum". Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia (Mainz 1996)
  • Der Farnesische Stier. Schicksale eines Meisterwerkes der pergamenischen Bildhauer Apollonios und Tauriskos von Tralleis (Freiburg 1996)
  • Schönheit des Realismus. Auftraggeber, Schöpfer, Betrachter hellenistischer Plastik (Mainz 1998)
  • Odysseus - Mythos und Erinnerung (Mainz 1999)
  • Skulptur des Hellenismus (München 2001).
  • Antike Bildmosaiken (Mainz 2003)
  • Die Etrusker. Luxus für das Jenseits - Bilder vom Diesseits - Bilder vom Tod (Hirmer, München 2004; Hrsg. zusammen mit Spielmann, Heinz)
  • Kleopatra und die Caesaren (Hirmer, München 2006; Hrsg. zusammen mit Böhm, Dorothee; Müller, Karsten; Rhein, Karin; Westheider, Ortrud)
  • Malerei für die Ewigkeit. Die Gräber von Paestum (Hirmer, München 2007; Hrsg. zusammen mit Philipp, Michael; Schepkowski, Nina Simone; Westheider, Ortrud)

Literatur

  • Inge Auerbach: Catalogus professorum academiae Marburgensis, Bd. 3, 1, Marburg 2000, S. 179

Weblinks


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