Bernard Montgomery
Bernard Montgomery

Bernard Law Montgomery, 1. Viscount Montgomery of Alamein, KG, GCB, DSO, PC (* 17. November 1887 in London; † 24. März 1976 in Alton, Hampshire) war ein britischer Feldmarschall des Zweiten Weltkrieges.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Montgomery, Spitzname „Monty“, begann seine militärische Karriere an der Sandhurst-Militärakademie und kam 1908 als Leutnant zum Royal Warwickshire Regiment. Er diente vorerst in Indien und kam zu Beginn des Ersten Weltkriegs als Zugführer an die Westfront. 1914 wurde er durch einen Schuss in den Rücken schwer verletzt und verbrachte viele Monate in einem Hospital in England zur Genesung. Erst 1916 kehrte er an die Westfront zurück. Das Ende des Kriegs erlebte er als Stabschef der 47. Londoner Division. 1926 wurde Montgomery Instructor in Camberley.

1938 übernahm er als Generalmajor das Kommando der britischen Truppen in Palästina und war an der Unterdrückung des Arabischen Aufstandes beteiligt.[1]

Von August 1939 bis Sommer 1940 führte er die 3. Britische Infanteriedivision im Sitzkrieg und während des deutschen Vormarschs durch Frankreich. Während der Operation Dynamo hatte er das Kommando über das II. Korps.

General Bernard Law Montgomery (links) und der US-amerikanische Generalleutnant George S. Patton am 28. Juli 1943 in Palermo, Sizilien

Während des Zweiten Weltkrieges erreichte er seinen größten Erfolg, als er im August 1942 das Kommando über die 8. Britische Armee (Ägypten) übernahm und in der Zweiten Schlacht von El Alamein die deutsch-italienische Front durchbrechen, in der Folge die Truppen der Achsenmächte gefangen nehmen (250.000 Soldaten) oder aus Nordafrika vertreiben konnte. Er konnte sich dabei auf eine zahlenmäßig und an Material überlegene Truppe stützen.

Unter dem Kommando von Dwight D. Eisenhower führte er zusammen mit George S. Patton, der die 7. US-Armee befehligte, die Eroberung Siziliens. Das Geltungsbedürfnis beider Kommandeure führte zu einem gefährlichen Wettlauf mit vielen unnötigen Toten.

Nach der Landung in Italien wurde Montgomery nach England zurückgerufen und zum Feldmarschall befördert. Er diente dann im Planungsstab für die Operation Overlord, die Invasion in der Normandie. Bei der Operation selbst und in der Folge bis Kriegsende war er Befehlshaber der 21. britischen Heeresgruppe. In der Anfangsphase der Invasion hatte er das Kommando über alle dort eingesetzten Heerestruppen.

Teilweise wurde kritisiert, dass Montgomerys Pläne einfallslos und starr seien, so begann er meist erst eine Schlacht, wenn die eigene Überlegenheit schon erdrückend und so der Ausgang des Gefechts von vornherein klar war. Wenn er mit überlegenen Kräften angreifen konnte, machte sich die sorgfältige, auf geringe Verluste ausgerichtete Planung positiv bemerkbar. Weniger Glück hatte er mit Kommandounternehmen wie der Operation Market Garden, bei der die 1. Britische Luftlandedivision mehrere Brücken sichern sollte. Die Planung war etwas zu optimistisch, so dass es am Ende „eine Brücke zuviel“ war. Dieses Fiasko führte zur Niederlage bei Arnheim. Weiterhin gab er nach der Ardennenoffensive eine Pressekonferenz, bei der er den Sieg verkündete, was zu Differenzen mit den Amerikanern führte, die der Ansicht waren, er habe seine Kräfte zu lange zurückgehalten.

Montgomery in Nord-Afrika
Die Oberbefehlshaber der vier Verbündeten am 5. Juni 1945 in Berlin: Bernard Montgomery, Dwight D. Eisenhower, Georgi Konstantinowitsch Schukow und Jean de Lattre de Tassigny.

Am 15. April 1945 wurde das Konzentrationslager Bergen-Belsen von Truppen unter dem Befehl Montgomerys befreit.

Er nahm am 4. Mai 1945 auf dem Timeloberg bei Lüneburg die Kapitulation aller deutschen Truppen in Nordwestdeutschland, den Niederlanden und Dänemark entgegen. Von deutscher Seite wurde die Kapitulationsurkunde neben weiteren Offizieren von Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg unterzeichnet.

Nach der deutschen Kapitulation war er eine Zeit lang Befehlshaber der britischen Besatzungskräfte.

Am 31. Januar 1946 wurde er als Viscount Montgomery of Alamein, of Hindhead in der Grafschaft Surrey zum Peer erhoben und in den Hosenbandorden aufgenommen. 1946 bis 1948 war er Chef des Empire-Generalstabs (Chief of the Imperial General Staff, CIGS). Nach 1948 befehligte Montgomery die Landstreitkräfte der NATO, 1951 bis 1958 war er stellvertretender Oberbefehlshaber der NATO. Montgomery war auch als Schriftsteller aktiv.

Nach den Anschlägen auf das King-David Hotel durch die Irgun 1946 warf Montgomery der Regierung Attlee vor, der Armee nicht die möglichen Befugnisse zu erteilen, um die Ordnung im Mandatsgebiet Palästina wiederherzustellen. Falls dazu der politische Wille nicht bestünde, solle sich Großbritannien eher ganz aus dem Gebiet zurückziehen.[2]

Trivia

  • Durch Montgomery wurde der Dufflecoat berühmt, den er häufig trug.
  • Laut Aussage der Komikergruppe Monty Python diente er als ihr Namensgeber.
  • Eine nord-irische Pipe Band hat sich nach Feldmarschall Montgomery benannt: Field Marschall Montgomery Pipe Band
  • Seine beiden Hunde hießen Hitler und Rommel.

Werke

  • El Alamein (1948)
  • The Memoirs of Field Marshal Montgomery (1958)
  • Normandy to the Baltic (1968)
  • A History of Warfare (1968) (dt. Kriegsgeschichte. Weltgeschichte der Schlachten und Kriegszüge)

Literatur

  • Der Sieger von El Alamein von Alun Chalfont (Lord Chalfont), Ullstein Taschenbücher, 1991, ISBN 3548331505. Originalfassung: Montgomery of Alamein von Alun Chalfont, London: Weidenfeld & Nicholson, 1976 ISBN 0297770810

Film

  • "Vier Kriegsherren gegen Hitler - Bernard L. Montgomery: Verloren im Triumph" von Wolfgang Schoen, TV Schoenfilm D 2001 [3]

Weblinks

Einzelnachweis

  1. Tom Segev : Es war einmal ein Palästina, München, 4. Auflage, 2006 S. 473f
  2. Tom Segev : Es war einmal ein Palästina, München, 2006, S. 522f
  3. TV Schoenfilm, siehe Filmographie
Vorgänger Amt Nachfolger
–– Militärgouverneur in der Britischen Besatzungszone
1945–1946
William Sholto Douglas
Alan Brooke Chef des Imperialen Generalstabes
1946–1948
William Slim

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