Bernd Göbel

Bernd Göbel (* 15. Oktober 1942 in Freiberg, Sachsen) ist ein deutscher Bildhauer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bernd Göbel machte von 1961 bis 1963 eine Lehre als Holzbildhauer. Danach schloss sich von 1963 bis 1969 ein Studium der Bildhauerei an der Burg Giebichenstein – Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle bei Gerhard Lichtenfeld an.

Von 1969 bis 1973 ist er Assistent bei Gerhard Lichtenfeld, ab 1973 Lehrbeauftragter. 1978 erhielt Göbel eine Dozentur und wurde Leiter der Bildhauerklasse an der Burg Giebichenstein. 1982 wurde er zum Professor für Plastik an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle ernannt und war seit 1991 auch als Prorektor der Hochschule tätig. Im März 2008 schied er aus dem Hochschuldienst aus.

Bernd Göbel führte in 3.Generation die Hallesche Bildhauertradition in der Lehre weiter, so dass er viele Schüler in diesem Sinne ausbildete. Zu diesen Schülern gehören Carsten Theumer, Bernd Kleffel, Marcus Golter, Steffen Ahrens, Maya Graber, Anne-Karen Hentschel, Petra Schwenzfeier, Katrin Pannicke, Martin Rödel, Adelheid Fuss, Stefan Voigtländer, Bruno Raetsch u.a.

Er konnte seinen Schülern das Medaillenschaffen und die Herstellung einer Münze vermitteln. Er selbst wurde zu Wettbewerben zur Gestaltung von 10 DM bzw. 10  € - Münzen des Finanzministeriums eingeladen.

Bernd Göbel ist seit 1987 Mitglied in der FIDEM und ist bis in die Gegenwart leitend tätig in der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst.

Bernd Göbel arbeitet auch als Grafiker, er ist Holzschneider, womit er die Tradition von Gerhard Marcks wieder aufnimmt.

Auszeichnungen

Internationale Anerkennung erfährt Bernd Göbel vor allem als Medailleur: Als erster Deutscher erhält er im Jahr 2000 den Sandford-Saltus-Preis der American Numismatic Society in New York und 2002 den Grand Prix der Fédération Internationale de la Médaille (FIDEM) in Paris.

Weitere Auszeichnungen: 1973 Will-Lammert-Preis Berlin, 1975 Gustav-Weidanz-Preis Halle, 1984 Kunstpreis der DDR, 1988 Kunstpreis des FDGB.

Im Jahr 2000 wird Bernd Göbel Ehrenmitglied der ANS (American Numismatic Society).

Kunst im öffentlichen Raum

Fortuna-Brunnen in Freiberg
Göbel-Brunnen in Halle
Brunnen in Merseburg

Seine bekanntesten Arbeiten im öffentlichen Raum:

  • Fortuna-Brunnen in Freiberg (Sachsen)
  • Denkmal des jungen Johann Sebastian Bach auf dem Marktplatz von Arnstadt (1982/1984),
  • Denkmal für Bertolt Brecht auf dem Rathausplatz in Dessau (1976/1981),
  • die „Unzeitgemäßen Zeitgenossen“, auch „Beginn einer Reihe“, in der Grimmaischen Straße in Leipzig (1986/1989)
  • Denkmal für den Versicherungsgründer Ernst-Wilhelm Arnoldi auf dem Arnoldiplatz in Gotha, aufgrund seiner umstrittenen künstlerischen Darstellung mit angespannt-krummem Rücken im Volksmund als Buckliger verspottet (1991)
  • der Göbel-Brunnen auf dem Hallmarkt in Halle: Thema ist die Stadtgeschichte von Halle. Die Darstellung Kardinal Albrechts mit seiner Mätresse sorgte bereits vor der der Aufstellung 1998 für heftige Diskussionen[1].
  • Brunnen auf dem Entenplan in Merseburg

Literatur

  • Bernd Göbel, Hallescher Kunstverein 2002 (mit Texten von W.Steguweit, Ulf Dräger, Markus Wesche, Hans-Georg Sehrt, Heinz Schönemann), 120 Seiten
  • Burg Giebichenstein, Die hallesche Kunstschule von den Anfängen bis zur Gegenwart, 1992, Halle und Karlsruhe, ISBN 3-86105-076-5
  • Das Phänomen des Raumes Auf den Spuren hallescher Bildhauertradition, 2010, Halle, Kunstverein "Talstrasse" und Kunstforum Halle, ISBN 978-3-932962-55-4
  • Die Kunstmedaille der Gegenwart in Deutschland. Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst.
  • Band 1, 1992: Die Kunstmedaille der Gegenwart in Deutschland 1988–1991.
  • Band 2, 1994: Wolfgang Steguweit (Hrsg.): Die Kunstmedaille der Gegenwart in Deutschland 1991–1993.
  • Band 4, 1996: Wolfgang Steguweit (Hrsg.): Die Kunstmedaille in Deutschland 1993-1995, mit Nachträgen seit 1988. ISBN 3-7861-1926-0,
  • Band 10, 1999: Wolfgang Steguweit (Hrsg.): Die Kunstmedaille in Deutschland 1995–1998. ISBN 3-7861-2329-2,
  • Band 14, 2000: Wolfgang Steguweit (Hrsg.): Die Medaille und Gedenkmünze des 20. Jahrhunderts in Deutschland. ISBN 3-88609-443-X und ISBN 3-7861-2387-X.
  • Band 17, 2002: Medaillenkunst in Halle im 20.Jahrhundert, Hrsg. Martin Heidemann und Wolfgang Steguweit Berlin 2002, Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst, Gebr. Mann Verlag, ISBN 3-7861-2462-0
  • Die Medaille und Gedenkmünze des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Gebr. Mann, Berlin 2000, ISBN 3-7861-2387-X (Gebr. Mann), ISBN 3-88609-443-X (Münzkabinett). (Die Kunstmedaille in Deutschland. Bd. 14). (Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Wolfgang Steguweit. In Zusammenarbeit mit der Gitta-Kastner-Stiftung und der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst).
  • Hans-Georg Sehrt (Hrsg.): Figur und Figürliches : zeitgenössische hallesche Kleinplastik. Hallescher Kunstverein, Halle 2005. (Hallescher Kunstverein. 82). (Zur Ausstellung des Halleschen Kunstvereins e.V. Figur und Figürliches im Christian-Wolff-Haus, Stadtmuseum Halle vom 12. Juni bis 24. Juli 2005. Konzeption, Redaktion: Hans-Georg Sehrt).
  • Der Felsengarten ein Skulpturenpark. Kunstverein Talstrasse, Halle/Saale 2005, ISBN 3-932962-24-9. (Skulpturen im Felsengarten, Kunstverein „Talstrasse“ e.V., Halle (Saale), Ausstellungsdauer: 5. Juni bis 11. September 2005. Redaktion: Matthias Rataiczyk; Christin Wenzel).
  • Ulf Dräger, Andrea Stock (Bearbeiter): Die Welt »en miniature« : Deutsche Medaillenkunst heute, 2000 – 2006. Stiftung Moritzburg, Halle 2007, ISBN 978-3-937751-54-2, S. 301–303. (Die Kunstmedaille in Deutschland. Bd. 23) (Anlässlich der Ausstellung Die Welt "en Miniature". Deutsche Medaillenkunst Heute vom 15. Juli bis 7. Oktober 2007 in der Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Nataly Bleuel: Die Kardinalfrage. In: Die Zeit. 27/1997. (abgerufen am 7. April 2008)
 Commons: Bernd Göbel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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