Bernd Niquet

Bernd Niquet (* 31. Mai 1956 in Berlin) ist ein deutscher Journalist, Börsenkolumnist, Schriftsteller und Diplom-Volkswirt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bernd Niquet wuchs in Berlin auf, absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zum Bankkaufmann und arbeitet anschließend in der Anlageberatung. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin, folgte eine Assistenzzeit mit Lehrtätigkeit am Lehrstuhl für Finanzpolitische Forschung der FU Berlin. 1991 promovierte er über die „ökonomische Theorie und die Entstehung von Neuem“.

Seit 1998 ist ist er als freier Autor von Kolumnen und Büchern tätig. Zeitweise schrieb er eigene Kolumnen in Spiegel Online und der Printausgabe der Welt am Sonntag. Seine Schriftstellerlaufbahn beginnt mit Sachbüchern, ab dem Jahr 2000 wechselt er jedoch in die Belletristik.

Werk

Inhalte und Stil

Niquet verfasst regelmäßig ironisch-bissige Kolumnen. Dabei versucht er oft, kurzfristig orientierte und Interessen-geleitete Tendenzen in Wirtschaft und Politik bloß zu stellen, und in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Dabei verwendet er einen reichen und phantasievollen Fundus an Beispielen, Metaphern und Parabeln. Die Themen die er behandelt, sind sehr vielfältig. Von der Bedeutung der Bildung, über eine effiziente Verwendung von Steuergeldern, vernünftiger Geldanlage, institutionelle Schwächen, bis hin zu der Frage, was wirklich sozial gerecht ist. Während der Exzesse des Neuen Markts um das Jahr 2000 verfasste er zahlreiche kritische Aufsätze. In seinen Büchern vertritt er auch die These von der zentralen Bedeutung der Geldtheorie für das Verständnis wirtschaftlicher Vorgänge. Bereits früh weist er auf Gefahren vollständig liberalisierter Finanzmärkte hin. Dieses Thema zieht sich durch seine Bücher und kulminiert schließlich in „Der MADchester-Kapitalismus“. Diese Wortschöpfung dient ihm zur Beschreibung der wirtschaftlichen Gegenwartswelt. Das Buch erschien im Juni 2008 und beschreibt die Finanzkrise ab 2007 und ihre weiteren Auswirkungen.

Bücher

  • Ökonomische Theorie und die Entstehung von Neuem. Ein erkenntnistheoretischer Rekurs auf Kant und die Aufklärung, Verlag Peter Lang, Frankfurt/M., Bern, New York, Paris 1991.
  • Das Universum des Kokons, Roman, Argentarius Verlag, Berlin 1994, 2. Aufl. 1997.
  • Der Crash der Theorien. Eine neue Sichtweise von Wirtschaft und Börse, Börsenbuch Verlag, Kulmbach 1997.
  • Der Euro – Chance für ein besseres Geld (zusammen mit Johann Philipp Freiherr von Bethmann), Argentarius Verlag, Berlin 1997.
  • Das Ende des Kapitalmangels. Ein Leitfaden für die Börseneinführung junger und innovativer Unternehmen, Börsenbuch Verlag, Kulmbach 1997.
  • Die Generation X am Neuen Markt. Eine einzigartige Börsengeschichte, Börsenbuch Verlag, Kulmbach 1998.
  • Keine Angst vorm nächsten Crash. Warum Aktien als Langfristanlage unschlagbar sind, Campus Verlag, Frankfurt/M., New York 1999.
  • Herr Gonzales macht Urlaub im Paradies. Eine Erzählung in Worten und Bildern, Argentarius Verlag, Berlin 1999.
  • 1000 Prozent Gewinn. Euphorie und Crash der Hightech–Aktien im Spiegel des Zeitgeistes, FinanzBuch Verlag, München 2000.
  • Die Welt der Börse, Campus Verlag, Frankfurt/M., New York 2000, ebenfalls erschienen in taiwanesischer und chinesischer Sprache.
  • Der Zauberberg des Geldes, Roman, FinanzBuch Verlag, München 2001.
  • Das Orwell Haus. Aus dem Innenleben der Erbengeneration, Roman, Allitera Verlag, München 2002.
  • Keine Angst vorm nächsten Crash, aktualisierte Taschenbuchausgabe, Piper Verlag, München 2003.
  • Klabautermannzeit, Roman, Volk Verlag, München 2003.
  • Die Romantik der Finanzmärkte, Roman, Volk Verlag, München 2006.
  • Finale Senkrechte. Alles, was Sie von unserer Wirtschaft verstehen müssen, Roman, Volk Verlag, München 2006.
  • Kant für Manager, Campus Verlag, Frankfurt/M. 2007, auch erschienen in russischer Sprache.
  • Der MADchester-Kapitalismus. Das Buch zur Krise, Monografie, Volk Verlag, München 2008.
  • Kant - A forca do pensamento autonomo, Edition Vozes, Brazil, 2008.
  • Taupunkte, Erzählung, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2009.
  • Wie ich die Finanzkrise erfolgreich verdrängte, Eine Collage, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2010.
  • Jenseits des Geldes, Erster Teil, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2011.

Ausgewählte Aufsätze

  • „Wie der Wirtschaftswissenschaftler mit seinen Theorien letztendlich nur etwas über sich selbst aussagt“, in: Nackmair, J.–D. (Hrsg.), Perspektiven? Die Herausforderungen der Wissenschaft, Essays und Gespräche zum 40. Gründungsjahr der Freien Universität Berlin, Berlin 1989, S. 132 – 141.
  • „Die Entdeckung und Entzauberung von George Soros“, in: Bulle & Bär, 7, 1996, S. 7 – 10 und 8, 1996, S. 21 – 25.
  • „Der Euro – Gute Seiten, schlechte Seiten“, in: Aktienkultur + BVH News, 1, 1999, S. 5 – 9.
  • „Neuer Markt = Neue Zeit?“, in: Bernecker, H.A. (Hrsg.), Wegweiser für Kapitalanlagen 2000, Zürich 1999, S. 175 – 185.
  • „Ökonomen in der realen Welt: ratlos? – Die gegenwärtige Wirtschaftskrise im Lichte divergierender Theorien“, in: Betz, K., Roy, T. (Hrsg.), Privateigentum und Geld, Kontroversen um den Ansatz von Heinsohn und Steiger, Marburg 1999, S. 227 – 249.
  • „Große Nationalökonomen und ihre Bedeutung für die heutige Zeit“, in: GoingPublic – Das Neuemissionsmagazin, „John Maynard Keynes“, 1, 2000, S. 22 – 23, „Friedrich August von Hayek“, 2, 2000, S. 112 – 113, „Joseph A. Schumpeter, 3, 2000, S. 146 – 147, „Milton Friedman“, 4, 2000, S. 148 – 149, „Irving Fisher“, 5, 2000, S. 154 – 155.
  • „Moderne Zeiten um 1900“, in: Backhaus, J.G., Stadermann, H.–J. (Hrsg.), Georg Simmels Philosophie des Geldes, Einhundert Jahre danach, Marburg 2000, S. 209 – 216.
  • „Old versus New Economy: Doch Moment, welche Neue Wirtschaft eigentlich?“, in: Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen (BVH) e.V. (Hrsg.), Börsenperspektiven 2001, München 2000, S. 29 – 36.
  • „Börse, Kapitalbeschaffung und freie Märkte – Alles nur ein großes Spiel?“, in: GoingPublic – Das Neuemissionsmagazin, 2, 2001, S. 102–103; 3, 2001, S. 98–99; 4, 2001, S. 102 – 103.
  • „Verpflichtung versus Liberalität. Die zweite kopernikanische Wende der Nationalökonomie?“, in: Stadermann, H.–J., Steiger, O. (Hrsg.), Verpflichtungsökonomik. Eigentum, Freiheit und Haftung in der Geldwirtschaft, Marburg 2001, S. 163 – 173.
  • „Herbstbörse – Börsenherbst“, in: Müller, T. (Hrsg.), Jahrbuch Börse 2001/02, Rosenheim 2001, S. 91 – 94.
  • „Die Rattenfänger der Wall Street – Nachwort der deutschen Ausgabe“, in: Cole, B.M., Die Rattenfänger an der Wall Street – Wie Analysten die Börsenwelt manipulieren, Frankfurt/New York 2002, S. 235 – 245.
  • „Wie das Geld uns alle zu Kaninchen macht“, in: Sterz, Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kulturpolitik, Nr. 90, Graz 2002, S. 11.
  • „1929 bis 1932 = 2000 bis 2003: Gespenstische Börsenparallelen, wirtschaftliche Unvergleichbarkeit“, in: Bernecker, H.A. (Hrsg.), Wegweiser für Kapitalanlagen 2003, Zürich 2002, S. 115 – 121.
  • „Zeitenwende – Rückkehr des Klassischen Szenarios“, in: Müller, T. (Hrsg.) Jahrbuch Börse 2002/03, S. 88 – 92.
  • „Geld als Handelsware“, in: Kugler, L., Isenbort, G., Grether, M. (Hrsg.) Die Sprache des Geldes, Publikation der Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Berlin 2009, S. 100 - 111.
  • „Die Finanzkrise 2007/2008 im Lichte von Heinsohn und Steiger“, in: Ehrig, D., Staroske, U. (Hrsg.) Eigentum und Recht und Freiheit. Otto Steiger zum Gedenken, Marburg 2010, S. 297 - 303.

Weblinks

Regelmäßige Börsenkolumnen von Bernd Niquet:


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