Berners-Lee
Tim Berners-Lee auf der Campus Party Brazil, 2009

Sir Timothy John Berners-Lee, OM, KBE, FRS (* 8. Juni 1955 in London) ist ein britischer Informatiker. Er ist der Erfinder der HTML (Hypertext Markup Language) und der Begründer des World Wide Web. Heute steht er dem World Wide Web Consortium vor und ist Professor am MIT.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Erste Jahre

Tim Berners-Lee

Berners-Lee ist der Sohn eines Mathematiker-Ehepaares, das mit der Entwicklung des Manchester Mark I beschäftigt war. Er beschäftigte sich bereits als Jugendlicher mit Computern. Nach dem Abschluss an der Emanuel School in Battersea studierte er an der Oxford University in England Physik, wo er 1976 am Queens College abschloss. Es folgten zwei Jahre bei Plessey Telecommunications Ltd (Poole, UK). 1978 wechselte er zu D.G Nash Ltd (Ferndown, UK), wo er als Software-Entwickler arbeitete. In seiner Zeit als beratender Ingenieur hatte er von Juni bis Dezember 1980 seinen ersten Kontakt zum europäischen Kernforschungszentrum CERN. 1981 bis 1984 war er Direktor von Image Computer Systems in Bournemouth, kehrte aber 1984 wieder zum CERN zurück.[1]

Berners-Lee und das World Wide Web

Ein Problem am CERN war, dass sich ein Teil der Laboratorien auf französischem Gebiet befanden, ein anderer Teil auf schweizerischem Gebiet. In den beiden Ländern herrschte eine unterschiedliche Netz-Infrastruktur, die den Austausch von Informationen erschwerte, wenn nicht unmöglich machte. 1989 schlug Berners-Lee seinem Arbeitgeber CERN ein Projekt vor, das auf dem Prinzip des Hypertexts beruhte und den weltweiten Austausch sowie die Aktualisierung von Informationen zwischen Wissenschaftlern vereinfachen sollte. Er verwirklichte dieses Projekt und entwickelte dazu den ersten Browser WorldWideWeb und den ersten Webserver unter NeXTStep. Dies sollte den Ursprung des World Wide Webs darstellen.

Berners-Lee erstellte die erste Webpräsenz, http://info.cern.ch. Die Seite existiert nicht mehr, es gibt aber eine Kopie aus dem Jahr 1992[2]. Sie erläuterte unter anderem,

Ursprünglich war dies auch die erste einfache Suchmaschine, denn Berners-Lee betreute noch andere Webpräsenzen außer seiner eigenen.

Die Grundideen des World Wide Webs sind vergleichsweise einfach zu begreifen. Berners-Lee sah und verknüpfte sie jedoch in einer Weise, deren Möglichkeiten bis heute noch nicht vollständig ausgeschöpft sind.

1994 gründete Berners-Lee das World Wide Web Consortium (W3C) am Massachusetts Institute of Technology. Wichtig war, dass er seine Ideen und technischen Umsetzungen nicht patentierte, sondern frei weitergab. Auch auf die Maxime des World Wide Web Consortiums, nur patentfreie Standards zu verabschieden, hatte er starken Einfluss.

In seinem Buch Weaving the Web (deutsch: Der Web-Report, 1999) wird z. B. Folgendes betont:

  • Das Web editieren zu können ist genauso wichtig, wie durch das Web zu browsen (hierfür ist ein Wiki ein gutes Beispiel, siehe auch Writable Web).
  • Computer können genutzt werden, um im Hintergrund Aufgaben zu erledigen, damit Gruppen besser zusammenarbeiten können.
  • Jeder Bereich des Internets sollte eher eine Netzstruktur als eine Baumstruktur haben. Erwähnenswerte Ausnahmen sind das Domain Name System und die Regeln für die Vergabe von Domainnamen durch die ICANN.
  • Informatiker tragen nicht nur eine technische, sondern auch eine moralische Verantwortung.

Berners-Lees Vorstellung von der Zukunft des Internet ist das semantische Web.

Aktuelles

Erster Webserver von
Tim Berners-Lee

Derzeit lebt Berners-Lee mit seiner Frau Nancy und seinen Kindern Alice und Ben in Lexington, Massachusetts, USA. Er ist seit 1999 Inhaber des 3Com-Founders-Lehrstuhls am Laboratory for Computer Science des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Zudem steht er dem World Wide Web Consortium vor, dem von ihm gegründeten offenen Forum für Unternehmen und Organisationen, das die weitere Entwicklung des WWW begleitet.

Auszeichnungen

Ehrendoktorwürden

Quellenangaben

  1. Biographie bei www.w3.org
  2. Kopie der ersten Webpräsenz info.cern.ch beim W3C
  3. Prix Ars Electronica 1995
  4. Homepage der Eduard Rhein Stiftung
  5. Die Quadriga der Werkstatt Deutschland e.V.

Siehe auch

Literatur

  • Tim Berners-Lee, Mark Fischetti: Der Web-Report. Der Schöpfer des World Wide Webs über das grenzenlose Potential des Internets. Aus dem Amerikanischen von Beate Majetschak. Econ, München 1999. ISBN 3-430-11468-3
    • Weaving the Web. The Original Design and Ultimate Destiny of the World Wide Web. (engl. Orig. Titel)

Weblinks


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