ADK Panther
Einsatz eines ADK 63-2 beim Wohnungsbau
IFA H6 mit Bleichert-Kranaufbau (kein Panther)

Der Autodrehkran Panther (ADK Panther) ist ein in der DDR hergestellter Autokran, der auf Basis des zweiachsigen IFA H6 gebaut wurde. Der Kran wurde ursprünglich für Lasten bis 5 Tonnen im VEB Hebezeugwerk Sebnitz konzipiert (Typen ADK I/5 und ADK V/5) und später auf 6,3 Tonnen verbessert (Typen ADK 63 und ADK 63-2). Bei den späteren Varianten wurde der Name Panther nicht mehr verwendet, wurde im Volksmund jedoch auch auf diese Fahrzeuge übertragen. Nicht als Panther bezeichnet wird eine Umbauvariante der Leipziger Firma Bleichert AG, bei der vorhandene H6-Fahrzeuge um einen Kranaufbau erweitert wurden.

Im nächstniedrigeren Gewichtssegment war der Autodrehkran Puma für Lasten bis 3 Tonnen angesiedelt, der auf Basis des IFA H3A und für militärische Zwecke auf Basis des IFA G5 gefertigt wurde. Abgelöst wurde die Panther-Klasse durch leistungsfähigere Kräne auf Basis des IFA W50.

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Arbeitsposition des Kranführers
Blick auf die notwendigen Dachfenster

Die Bedienung des Krans erfolgt aus dem Fahrerhaus. Im Straßenverkehr sitzt der Fahrer ganz normal auf der linken Seite, der Kranbetrieb erfolgt von der Beifahrerseite in rückwärtiger Richtung mit Blick auf den Drehtisch. Um das Fahrzeug im Kranbetrieb bewegen zu können, verfügt das Fahrzeug über einen zweiten Satz Fußpedalen und eine gekuppelte Doppellenkung. Um bessere Sicht zu gewährleisten, ist das Dach nach hinten abgeschrägt und verglast.

Die Kranarbeit erfolgt elektrisch, die dazu notwendige Energie kann von außen zugeführt werden oder wird durch einen Generator umgewandelt, der vom Dieselmotor des Fahrzeugs angetrieben wird (dieselelektrischer Antrieb). Diese Konstruktion erlaubt es auch, das Fahrzeug als mobiles Notstromagregat einzusetzen.

Mittels eine Achsverriegelung lässt sich eine starre (ungefederte) Verbindung von Rahmen und Hinterachse im Kranbetrieb herstellen. Unter Last ist dann noch eine Standortveränderung des Krans mit 5 km/h möglich. Die Hubarbeit erfolgt idealerweise in rückwärtiger Richtung mit einem Ausschlag von bis zu 45° (von der Mitte). Außerhalb dieses Bereichs verlagert sich die Last von der Hinterachse auf die Vorderachse, was durch seitliche Abstützungen, die sich zwischen den Achsen unterhalb des vorderen Endes des Drehtisches befinden, verhindert werden kann.

Der im VEB Schwermaschinenbau „Georgi Dimitroff“ Magdeburg-Buckau weiterentwickelte ADK 63-2 erhielt einen gänzlich neuen Kranaufbau. Der Ausleger ist dabei nicht mehr direkt auf dem Drehtisch gelagert, sondern befindet sich auf einem Stützbock. Die Auslegerverlängerung wurde von 1,5 auf 3 Meter verlängert und ist auch unter Last ausschiebbar.

Einsatz und Ausführungen

Neben dem normalen Einsatz in der Bauindustrie wurde der Panther beispielsweise auch beim Bau der Berliner Mauer genutzt.
Baustelle mit einem ADK 63 und einem Turmkran

Der Kran wurde überwiegend im nichtstationären Kranhakenbetrieb genutzt. Die 1,5 Meter lange Auslegerverlängerung konnte durch einen Einsteckausleger ausgetauscht werden, um so eine Hubhöhe von etwa 12 Metern erreichen zu können. Für Straßenfahrten wird der Einsteckausleger nach hinten weggeklappt und die Hakenflasche entsprechend hinten an den Gegengewichten befestigt.

Um den Kran auch im Hochbau einzusetzen, wurde ein Hochbaukranteil entwickelt, das gegen den normalen Ausleger ausgetauscht werden konnte. Es wurde mit einem Nachläufer zur Baustelle transportiert, und konnte dort durch den Kran selbsttätig aufgerichtet werden. Die Hubhöhe wuchs aus maximal 26 Meter an, die Ausladung betrug bis zu 13 Meter.

Für Schüttgutbewegung, beispielsweise Kohleumschlag, konnte der Kran um eine Greiferausrüstung mit einem elektrisch betriebenen Motorgreifer erweitert werden. Sofern die dazu notwendige Erweiterung im Kran vorhanden war, konnte der Greifer innerhalb von Minuten angebaut werden.

Weitere mögliche Anbauten sind ein Lasthebemagnet sowie ein Vakuumheber.

Technische Daten

Viele Teile der Fahrzeuge sind Standardkomponenten anderer LKW. So sind beispielsweise Achsen und Bremsanlage Bauteile des IFA H6, während der Motor vom IFA H3A/IFA S4000 bzw. später vom IFA W50 stammt.

  ADK I/5 ADK V/5 ADK 63 ADK 63-2
Motor
(4-Takt-Dieselmotor, 4 Zylinder)
Typ EM 4-15-1 Typ EM 4-22/90 Typ 4 VD 14,5/12-0 SRW
(EM 4-22/90)
Typ 4 VD 14,5/12-1 SRW
Motorleistung 44 kW (60 PS) bei 1500 min-1 66,3 kW (90 PS) 66,3 kW bei 2000 min-1 66,2 kW bei 2300 min-1
Fahrgeschwindigkeit 31,5 km/h 42,2 km/h 55,0 km/h 57,5 km/h
Dienstgewicht
Eigenmasse
13400 kg
 
13400 kg
 
 
13300 kg
 
13000 kg
max. Tragkraft 5000 kg 5000 kg 6300 kg 6300 kg
Hubgeschwindigkeit 4,3 m/min 7 m/min 9,5 m/min (dreisträngig) bis 28,5 m/min (einsträngig)
Generator 20 kVA, 400 V, 27 A 30 kVA, 400 V, 44 A  

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