Bernhard Brilling

Bernhard Brilling (* 3. Juni 1906 in Tremessen, Provinz Posen; † 7. Juli 1987 in Münster) war ein deutscher Rabbiner und Historiker.

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Leben und Wirken

Brilling besuchte das Gymnasium in Prenzlau und studierte anschließend von 1924 bis 1932 Geschichte, Altphilologie und Nationalökonomie in Berlin und Breslau und besuchte gleichzeitig ein Rabbinerseminar in Berlin. Nach dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft wurde er zwangsexmatrikuliert und mit einem Dissertationsverbot belegt.

Nachdem er bereits zuvor im Archiv der Rabbinergemeinde Breslau (Zentralarchiv schlesischer Synagogengemeinden) gearbeitet hatte, wurde diese Einrichtung von ihm zwischen 1932 bis 1939 geleitet. Daneben war er Lehrer und Rabbiner in verschiedenen schlesischen Orten. Im Zuge der Novemberpogrome 1938 verhaftet, war Brilling bis Januar 1939 im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Nach der Haftentlassung musste er auf Druck der NS-Behörden emigrieren. Er ging nach Tel Aviv und baute dort das Stadtarchiv auf.

Im Jahr 1957 kehrte Brilling nach Deutschland zurück, promovierte 1958 in Münster und wurde dort auch wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts Judaicum Delitschianum. Innerhalb des Instituts baute er eine Abteilung für die Geschichte der Juden in Deutschland auf. Er wurde 1963 Kustos und war von 1966 bis 1971 Lehrbeauftragter für Hebräische Paläographie und Geschichte des Deutschen Judentums. Im Jahr 1979 wurde er Professor an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

Brilling war Mitglied der Historischen Kommission für Schlesien, der Historischen Kommission für Westfalen, der Kommission der Geschichte der Juden in Hessen. Brilling arbeitete neben anderen Veröffentlichungen vor allem zur Geschichte der Juden in Schlesien und Westfalen (sein Personenstandsarchiv befindet sich heute im Besitz des jüdischen Museums in Frankfurt). Im Jahr 1982 erhielt er den Leo-Baeck-Preis.

Brilling galt zu seiner Zeit als einer der bedeutendsten Kenner der Geschichte des deutschen Judentums.

Schriften (Auswahl)

  • Bernhard Brilling, Helmut Richtering: Westfalia Judaica : Quellen und Regesten zur Geschichte der Juden in Westfalen und Lippe . Teil: Bd. 1: 1005 - 1350. Stuttgart: Kohlhammer, 1967
  • Bernhard Brilling: Die jüdischen Gemeinden Mittelschlesiens : Entstehung und Geschichte. Stuttgart: Kohlhammer, 1972 (Studia Delitzschiana ; Bd. 14) ISBN 3-17-220011-6

Literatur

  • Peter Freimark (Hrsg.): Gedenkschrift für Bernhard Brilling. Hamburg : Christians, 1988. (Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden ; 14) ISBN 3-7672-1054-1
  • Bernd Haunfelder: Nordrhein-Westfalen. Land und Leute. Ein biographisches Handbuch. Düsseldorf, 2006. S.89
  • Peter Honigmann: Das Projekt von Rabbiner Dr. Bernhard Brilling zur Errichtung eines jüdischen Zentralarchivs im Nachkriegsdeutschland, in: Klaus Hödl (Hg.), Historisches Bewußtsein im jüdischen Kontext. Strategien, Aspekte, Diskurse, Innsbruck u.a. 2004, S. 223-241

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