Bernhard Düwell

Bernhard Düwell (* 29. April 1891 in Bochum; † unbekannt) war ein deutscher Politiker.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung und Beruf

Nach dem Besuch der Oberrealschule in Essen, Dortmund und Berlin ging er ohne Abitur ab. Er machte anschließend eine kaufmännische Lehre in Berlin. Zwischen 1911 und 1913 studierte er an der Handelshochschule Berlin Nationalökonomie und war von 1910 bis 1918 als freier Schriftsteller und Journalist tätig. Während des Ersten Weltkrieges war er außerdem, als Hilfsdienstverpflichteter als Buchhalter bei der Reichshauptbank tätig. Neben seiner politischen Tätigkeit war er 1919 Redakteur der USPD-Zeitung Volksbote in Zeitz. Kurze Zeit später war er Redakteur des parteieigenen Nachrichtendienstes und für einige Zeit (1920) bei der Zeitung des linken Parteiflügels „Die Internationale“ tätig. Seit 1922 war Düwell Redakteur der Monatsschrift „Bücher des Tages“ und wurde 1931 Chefredakteur des „Sächsischen Volksblattes“ in Zwickau. Daneben war er Mitarbeiter der „Marxistischen Tribüne.“

Düwells späteres Schicksal in der Zeit nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten ist ungeklärt, eine Vermutung ist, dass er 1934 ins indonesische Batavia auswanderte und dort starb.

Politischer Werdegang

Düwell war von 1908 bis 1911 Leiter der sozialdemokratischen Jugendorganisation in Berlin Lichtenberg und schloss sich 1917 der USPD an. In der Zeit der Novemberrevolution war Düwell 1918/1919 Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Zeitz und Kommissar für den Regierungsbezirk Merseburg. Im Dezember 1918 nahm er am 1. Reichsrätekongress teil. Er wurde für die USPD 1919 in die Weimarer Nationalversammlung und 1920-1924 in den Reichstag gewählt. Innerhalb der USPD gehörte er zum linken Flügel, welcher sich Ende 1920 mit der KPD zusammenschloß. Die KPD verließ Düwell nach einigen Monaten in Folge seiner Kritik an der Märzaktion wieder, zunächst gehörte er der Kommunistischen Arbeitsgemeinschaft um Paul Levi an, mit dieser schloss er sich im Frühjahr 1922 wieder der USPD und mit der übergroßen Mehrheit letzterer im Herbst 1922 der SPD an.

Innerhalb der Weimarer SPD gehörte Düwell zum linken Flügel und war gemeinsam mit Max Seydewitz Redakteur des Sächsischen Volksblattes in Zwickau. Bei den innerparteilichen Auseinandersetzungen 1931, welche zum Ausschluss beziehungsweise Austritt eines Teils der Parteilinken und zur Gründung der SAPD führten, nahm Düwell in der von ihm verfassten Broschüre Einheit der Aktion und Parteidisziplin - einer Antwort auf einen Debattenbeitrag von Anna Siemsen - gegen eine Spaltung und für die Bewahrung der Einheit der Partei Stellung.

Werke

  • Rund und den Youngplan: Reparationsproblem und Proletariat, Berlin : E. Laub, 1930
  • Gewerkschaften und Nationalsozialismus, Berlin : E. Laub, 1931
  • Einheit der Aktion und Parteidisziplin, Berlin : E. Laub, 1931, Dokument im PDF-Format, 21 Seiten (2,2 MB)

Literatur

  • Wilhelm Heinz Schröder: Sozialdemokratische Parlamentarier in den deutschen Reichs- und Landtagen 1867 - 1933. Biographien, Chronik und Wahldokumentation. Ein Handbuch. Düsseldorf, 1995. ISBN 3-7700-5192-0 S.402.

Weblinks


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