Bernhard Franz Josef von Gerolt

Bernhard Franz Josef von Gerolt (* 15. September 1747 zu Bonn; † 30. Januar 1828 zu Bonn) war deutscher Jurist, Politiker, Abgeordneter (Deputierter) und Gutsbesitzer auf Sternenburg bei Poppelsdorf.

Sternenburg bei Poppelsdorf, 1908 vor dem Abriss

Inhaltsverzeichnis

Familie

Gerolt wurde als Sohn des Kurkölnischen Hofratsexpeditor Freiherr Ferdinand Franz Stephan v. Gerolt und seiner Gemahlin Helena Johanna Theresia Merzenich geboren und stammte von den Gerolt ab, denen bereits am 3. Januar 1558 zu Prag das Wappen verliehen wurde und die am 16. April 1614 zu Schloß Linz in Österreich durch Kaiser Matthias (HRR) geadelt wurde. Er heiratet Anna Katharina Josepha Karoline v. Bouget, Tochter des Kurkölnischen Hofkammerrat und Textilfabrikant zu Odenkirchen Klemens August Bernhard v. Bouget und seiner Ehegattin Anna Katharina Lindemann, die aus der hochangesehenen Familie Bouget zu Aachen und Odenkirchen stammte und mit der er zehn Kinder hatte. Von diesen zehn Kindern ragten besonders hervor der Kölner Appellationsgerichtsrat Karl Ferdinand von Gerolt, der sich als Initiator und Mitglied des Dombauvereins sehr verdient gemacht, der Kreisdeputierte und spätere Bürgermeister von Linz Rudolf Jakob von Gerolt sowie der kgl. Preuß. Wirkl. Geh. Rat Friedrich Joseph Karl Freiherr von Gerolt, der von König Friedrich Wilhelm III. im Jahre 1830 mit seinen Brüdern mit dem Rittergut zur Leyen belehnt wird, 1837 Geschäftsträger in Mexiko war und 1846 Außerordentlicher Gesandter und bevollm. Minister in den Vereinigten Staaten von Amerika in Washington D.C. wurde. Im Jahre 1858 wurde er in den preußischen Freiherrenstand erhoben.

Lebensweg

Zunächst studierte Gerolt beide Rechte zu Bonn und Köln und hielt sich danach zu Studienzwecken in Italien auf. Im Jahre 1770 war er als Advokat bei den Gerichten des Kurfürstentums Köln tätig, wurde i. J. 1779 Kurköln. Hofrats Sekretär-Adjunkt, 1780 Mitglied der Kurfürstl. Köln. Regierung und wurde 1789 Hofrat. Von 1781 bis 1785 war er Mitglied des Illuminatenordens und im Jahre 1787 war er Mitbegründer der "Lese" zu Bonn, war von 1790 bis 1793 deren Vorsitzender und wurde am 10. September 1790 vom Kurfürsten mit der Zensur der „Lese“ betraut. In den Jahren 1789 und 1807 wurde er vom Herzog von Nassau mit der Burg zur Leyen bei Linz am Rhein belehnt. Im Jahre 1793 wird er Geheimer Hofrat und Mitglied des höchsten Appellationsgerichtes und schließlich Hoheitsreferendarius. Zur Zeit der Angliederung der linksrheinischen Gebieten an Frankreich (auch Franzosenzeit genannt) wurde Gerolt von Augustin Lucie de Frécine am 21. Dezember 1794 zum Präsident der Verwaltung des Arrondissements Bonn ernannt und wird im Jahr 1796 Präsident der Bezirksverwaltung Bonn. Aufgrund seiner Verwandtschaft mit Johannes Jakobus Bouget wird er am 30. September 1797 auf eigenen Wunsch entlassen. Am 6. Juni 1797 wird er Mitglied des erneuerten Hofrats und leistet am 3. Dezember 1797 den Treueid an die Französische Republik, nimmt am 22. September 1797 am cisrhenanischen Umzug teil und wird im Dezember 1797 Mitglied der Patriotischen Gesellschaft. Ende des Jahres 1797 ist Gerolt Mitglied des Obertribunals Bonn, ist von 1801 bis 1813 Mitglied der Kantonalversammlung für Bonnland und wird 1803 zum Präsident der Kantonalversammlung zu Bonn gewählt. Am 4. Februar 1803 wird er Regierungskommissar am Gericht erster Instanz in Bonn und am 17./18. April 1805 vom Wahlkollegium mit 64 von 90 Stimmen als Kandidat für das Corps législatif (Gesetzgebende Körperschaft) gewählt. Am 24. September 1805 wurde Gerolt zum Mitglied des Gesetzgebenden Körpers (Corps législatif) der französischen Regierung ernannt und war von Februar 1806 bis 1811 Staatsprokurator (Procureur impérial) am Tribunal mit einem monatlichen Gehalt von ca. 275 Fr.. Im Jahre 1807 wird Gerolt Mitglied des Bezirksrats und Präsident des Stadtkantons Bonn. Im Januar 1811 verliert er die Wahl zum Kandidaten für das Corps législatif, die im April für ungültig erklärt wird und er so im Mai wieder als Mitglied ernannt wird. Am 14. Februar 1811 wird Gerolt wieder in den Arrondissementsrat gewählt, ist vom 5. Mai 1811 - 1816 wieder Staatsprokurator (Procureur impérial) beim neu bestellten Bezirksgericht Bonn und Deputierter zu Paris. Am 3. Februar 1814 erhielt er eine Beurteilung durch den Maire als Legislateur zu Paris: „War ehemals geheimer Rat, und ist als tätiger, geschickter Geschäftsmann, so wie auch im Gelehrtenfache als Gerichtsfachmann bekannt. Als Deputierter gehörte er dem französischen Parlament bis zum Untergang des Kaiserreichs am 8. Juni 1814 an. Im Jahre 1827 war Gerolt Mitglied des preußischen Landtages.“

Literatur

  • Joseph Hansen, Quellen zur Geschichte des Rheinlandes im Zeitalter der Französischen Revolution;
  • Justus Hashagen, "Das Rheinland und die französische Herrschaft", Bonn 1908;
  • Herbert Weffer, Alte Bonner Familien, "Aus Geschichte und Volkskunde von Stadt und Raum Bonn“,

Weblinks


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