Bernhard Grueber

Bernhard Grueber (* 27. März 1807 in Donauwörth; † 12. Oktober 1882 in Schwabing) war ein deutscher Architekt, Architekturschriftsteller und Kunsthistoriker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Grueber ging bereits 1812 mit seinem Vater nach München und besuchte dort das Gymnasium. Grueber studierte in München an der Akademie der Bildenden Künste Malerei und Baukunst und war seit 1830 als Assistent von Joseph Daniel Ohlmüller beim Bau der Mariahilfkirche in der Au bei München tätig. Sodann leitete er die Vorarbeiten zur Restaurierung des Regensburger Doms, nach deren Beendigung er 1833 zum Lehrer an der Königlichen Polytechnischen Schule Regensburg ernannt wurde.

In den Jahren 1834 und 1837 bereiste er Italien; die Frucht davon war das Werk Vergleichende Sammlung für christliche Baukunst (Augsburg 1837–1841). 1842 erbaute Grueber im Palais des Fürsten Salm in Prag einen Prachtsaal, und 1844 wurde er Professor der Baukunst am Polytechnikum in Prag. Zugleich war er als Architekt in der Errichtung von Neubauten und in der Restaurierung älterer Baudenkmäler tätig.

Zu seinen Neu- und Umbauten gehörten das Hauptschulgebäude Tetschen, die Friedhofskirche in St. Johann, das Palais des Freiherrn Ährenthal in Prag, die Marienkirche in Turnau, Schloss Blatná, Schloss Sychrov, Burg Orlik und Schloss Skal.

Seit den 1830er Jahren war Grueber von einer starken Schwerhörigkeit befallen, die ihm den Kontakt zu den Mitmenschen außerordentlich erschwerte. Wegen seiner deutsch-nationalistischen Einstellung geriet er zudem in den Nationalitätenstreit mit den Tschechen. So behauptete er 1875 in seinem Werk Die Elemente der Kunstthätigkeit: „Von Cultur und geordneten Zuständen ist nur dort die Rede, wo entweder seit uralter Zeit Deutsche wohnen, oder wo deutsche Ansiedler und deutsche Gesetze sich späterhin ausgebreitet haben.[1]

Nach seiner Entlassung zog er sich 1874 nach Freising und schließlich nach Schwabing zurück, wo er am 12. Oktober 1882 starb. Grueber hinterließ ein umfangreiches wissenschaftliches und zeichnerisches Werk, daneben auch Novellen, Erzählungen und Lustspiele.

Sein Sohn Erwin Grueber (1846–1933) war Jurist und Professor in Oxford und München, sein Sohn Albrecht Grueber (1847–1888) Genremaler und Porträtist.

Werk

Schriften (Auswahl)

  • Vergleichende Sammlungen für christliche Baukunst (1839–1841)
  • Die mittelalterliche Baukunst (1840–1841)
  • Regensburg und seine Umgebungen (1843)
  • Der bayrische Wald (1846, zusammen mit Adalbert Müller)
  • Charakteristik der Baudenkmale Böhmens (Wien 1856);
  • Allgemeine Baukunde, Bd. 1:
  • Das Kloster Hohenfurt in Böhmen (1861)
  • Baumaterialienlehre (Berlin 1863);
  • Die Kaiserburg zu Eger (Prag 1864);
  • Die Herren von Rosenberg als Förderer der Künste (1867)
  • Die Kathedrale des heil. Veit und die Kunsttätigkeit Kaiser Karls IV. (Prag 1869);
  • Das deutsche und slawische Wohnhaus in Böhmen (1870)
  • Kunst des Mittelalters in Böhmen (1871)
  • Hauptperioden der mittelalterlichen Kunstentwicklung in Böhmen (1871)
  • Deutsches Leben. Schilderung des deutschen Volkes in allen seinen Stämmen (1871)
  • Die Elemente der Kunstätigkeit (Leipzig 1875)

Bauten

(Neubauten und Umbauten)

Literatur

Einzelnachweise

  1. Anmerkung 24 in http://www.zeitenblicke.de/2006/2/Vybiral (17. September 2008)

Weblinks

 Wikisource: Bernhard Grueber – Quellen und Volltexte

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