Bernhard Hanssen

Bernhard Georg Jacob Hanssen (* 12. April 1844 in Hamburg; † 3. September 1911 in Travemünde) war ein deutscher Architekt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bernhard Hanssen absolvierte eine Zimmermannslehre und studierte Architektur 1863–1864 in Karlsruhe 1865 und Stuttgart. Er arbeitete danach zuerst als Bauführer bei der Restaurierung ländlicher Kirchen bei Prof. Christian Friedrich von Leins. Anschließend studierte er weitere zwei Jahre in Berlin und arbeitete nebenher in verschiedenen Büros. Ab 1870 in Hamburg ansässig, war er zunächst für drei Jahre mit dem Ingenieur Schmetzer assoziiert, bevor er sich 1873 mit seinem Studienfreund Emil Meerwein zusammenschloss. Gemeinsam planten und bauten Hanssen und Meerwein zahlreiche bekannte Bauten in Hamburg.

Zu den bekanntesten zählt der Kaispeicher B in Hamburg, den das Büro zusammen mit dem Ingenieur Alexander Schäfer 1878/1879 errichtete. Der Kaispeicher B, erbaut noch vor Einrichtung des Freihafens und etwa zehn Jahre vor dem Bau der Speicherstadt, ist das älteste noch erhaltene Bauwerk im Freihafen. Seit 2001 steht er unter Denkmalschutz und wird ab 2007 als Internationales Maritime Museum Hamburg die große maritime Sammlung von Peter Tamm beherbergen.

Auch beim Bau der Speicherstadt, die unter Leitung von Franz Andreas Meyer (1837–1901) entstand, des Nachfolgers von William Lindley als Leiter des Ingenieurwesens in der Hansestadt, war Hanssen einer der maßgeblich beteiligten Architekten.

Bernhard Hanssen gehörte dem 1880 von Martin Haller gegründeten Rathausbaumeisterbund an, den sieben Architekten, die 1885 von Senat und Bürgerschaft der Stadt Hamburg mit dem Bau des Hamburger Rathauses beauftragt wurden. Die Grundsteinlegung fand am 6. Mai 1886 statt, die Einweihung am 26. Oktober 1897. Von 1880 bis 1886 war Hanssen Mitglied der Hamburger Bürgerschaft.

Gesundheitlich angeschlagen zog sich Bernhard Hanssen 1905 aus dem Berufsleben zurück.

Nach Bernhard Hanssen ist der Hanssenweg in der Jarrestadt in Hamburg-Winterhude benannt.[1]

Bauten

Hamburger Hof

(unvollständig)

  • 1872–1873: Villa „Albertina“ in Hamburg, Rothenbaum
  • 1880–1884: Erweiterungsbau der Hamburger Börse in Hamburg, Alter Wall (zusammen mit Emil Meerwein)
  • 1881–1883: „Hamburger Hof“ in Hamburg, Jungfernstieg
  • 1885–1887: Speicherblock O in der Hamburger Speicherstadt
  • 1893: Haus Hanssen, St. Benedictstraße 54 in Hamburg
  • 1886–1897: Rathaus Hamburg
  • 1897–1898: Kontorhaus „Laeisz-Hof“ in Hamburg, Trostbrücke (mit Emil Meerwein und Martin Haller)
  • 1898: Kontorhaus „Rathausmarkthof“ in Hamburg
  • 1902–1903: HFLG-Hauptverwaltungsgebäude in der Hamburg Speicherstadt, (mit Johannes Grotjan)

Weblinks

Bilder

Quellen

  1. http://www.jarrestadt-archiv.de/strassen_jarrestadt_archiv/index_strassen.html

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Cornelius Bernhard Hanssen — (25 February 1864 – 16 April 1939) was a Norwegian teacher, shipowner and politician for the Liberal Party. He was born in Feda as a son of a farmer, and younger brother of politician Anders Kristian Rørvik. He graduated from teacher s seminary… …   Wikipedia

  • Bernhard Georg Jacob Hanssen — (* 12. April 1844 in Hamburg; † 3. September 1911 in Travemünde) war ein deutscher Architekt. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Bauten 3 Weblinks 4 …   Deutsch Wikipedia

  • Bernhard Georg Hanssen — Architekten: Hugo Stammann, Bernhard Hanssen, Johannes Grotjan, Gustav Zinnow Bernhard Georg Jacob Hanssen (* 12. April 1844 in Hamburg; † 3. September 1911 in Travemünde) war ein deutscher Architekt …   Deutsch Wikipedia

  • Hanssen — ist der Familienname von Bernhard Georg Hanssen (1844 1911), deutscher Architekt Bjarne Håkon Hanssen (* 1962), norwegischer Politiker Ernst Hanssen (1907−1989), Metall und Steinbildhauer sowie Goldschmied Friedrich Hanssen (1857–1919), deutscher …   Deutsch Wikipedia

  • Bernhard Villinger — (* 13. Dezember 1889 in Mannheim; † 12. Februar 1967 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Arzt, Sportler, Filmpionier und Forscher. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Werke 3 …   Deutsch Wikipedia

  • Emil Meerwein — Wilhelm Emil Meerwein (* 17. September 1844 in Amsterdam; † 25. Januar 1927 in Hamburg) war ein deutscher Architekt. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Bauten 3 Weblinks 4 Quellen …   Deutsch Wikipedia

  • Wilhelm Emil Meerwein — Architekten: Martin Haller, Wilhelm Hauers, Wilhelm Emil Meerwein Wilhelm Emil Meerwein (* 17. September 1844 in Amsterdam; † 25. Januar 1927 in Hamburg) war ein deutscher Architekt …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Persönlichkeiten der Stadt Hamburg — Hamburger Persönlichkeiten, die wichtig für Hamburg und seine Geschichte sind, die also hier maßgeblich gewirkt haben oder deren Person eng mit dem Namen „Hamburg“ verbunden wird, sind nachfolgend aufgeführt. Am Ende der Liste sind weitere… …   Deutsch Wikipedia

  • Immh — Innenraum des Museums vor der Eröffnung im Mai 2007. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Ausstellungsstücke vorhanden …   Deutsch Wikipedia

  • Institut für Schifffahrts- und Marinegeschichte — Innenraum des Museums vor der Eröffnung im Mai 2007. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Ausstellungsstücke vorhanden …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”