Bernhard III. (Werl)

Bernhard II. (* um 1010; † um 1070[1]) war Graf von Werl, Graf in Friesland, Vogt von Soest, Paderborn, Werden und Liesborn.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Bernhard war der jüngere Sohn des Grafen Hermann II. von Werl aus dessen zweiter Ehe mit Godila von Rothenburg. Er war weitläufig mit dem salischen Kaiserhaus als Stiefneffe der Kaiserin Gisela und Cousin von Kaiser Heinrich III. verwandt. Er selbst war möglicherweise zweimal verheiratet. Die Namen der Frauen sind nicht bekannt.

Als Graf folgte Bernhard seinem Bruder Heinrich I. nach. Zwar hatte das Grafenhaus bereits an Bedeutung eingebüßt, gleichwohl war Bernhard noch mächtig und durch seine Nähe zum Kaiserhaus angesehen. Bernhard konnte die Vogteirechte über Soest, Paderborn, Werden und Liesborn bewahren. Allerdings verlor er die Grafenrechte im Emsland an den Erzbischof Adalbert von Bremen. Territoriale Veränderungen gab es auch im Sauerland. Um die Mitte des 11. Jahrhunderts gaben die Grafen von Werl ihre Rechte im oberen Sauerland an die späteren Herren von Bilstein ab. Dafür bekamen die Werler Herrschaftsrechte im Raum Arnsberg-Hüsten-Menden. Um den neuen Besitz zu sichern ließ Bernhard die alte Burg in Arnsberg erbauen.

Unklar ist ob Bernhard sich nach der weitgehenden Entmachtung Adalberts an einer Adelsfronde gegen den Bischof von Bremen beteiligte, um diesem zum Verzicht auf Rechte und Territorien zu zwingen. Es wird zwar ein Graf Bernhard in einem Brief erwähnt, aber ansonsten ist er nur bis 1066 sicher belegt.

Bernhard hatte drei Söhne. Sein Sohn Hermann wurde wohl fälschlicherweise als Stammvater des Hauses Lippe angesehen. Sein Sohn Heinrich wurde Bischof von Paderborn. Das Grafenamt und die Vogteirechte fielen an Konrad II.

Anmerkungen

  1. Das Todesjahr ist umstritten. Klar belegen lässt sich Bernhard nur bis 1066. Möglicherweise hat er aber deutlich länger gelebt. Genannt werden 1079 und sogar 1084. s. dazu angegebenen Weblink

Literatur

  • Heinz Pardun: Die geschichtliche Entwicklung von Stadt und Grafschaft Arnsberg bis zum Übergang an Kurköln. In: 750 Jahre Arnsberg. Zur Geschichte der Stadt und ihrer Bürger. Arnsberg, 1989. ISBN 3-87793-025-5 S.29f.

Weblinks


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