Bernhard Korte

Bernhard Korte (* 3. November 1938 in Bottrop) ist ein deutscher Mathematiker und Informatiker, der sich mit kombinatorischer Optimierung beschäftigt.

Leben und Wirken

Bernhard Korte studierte ab 1959 Mathematik, Physik und Chemie in Bonn, wo er 1967 bei Ernst Peschl promoviert wurde. 1971 habilitierte er sich in Bonn und wurde Professor in Regensburg und kurz danach in Bielefeld. Seit 1972 ist er Professor an der Universität Bonn und seit 1987 leitet er das Forschungsinstitut für Diskrete Mathematik in Bonn. Daneben war er Gastprofessor in Stanford, an der Cornell University, der University of Waterloo, am MIT, der Yale University, in Rom, Pisa, Barcelona, Rio de Janeiro und der Rutgers University.

Korte befasste sich insbesondere mit kombinatorischer Optimierung der Schaltkreise für VLSI-Chipdesign.

Durch die Einnahmen aus Zusammenarbeit mit IBM und anderen Firmen legte er eine bedeutende Sammlung historischer Rechenmaschinen an, die im von Korte gegründeten „Arithmeum“ in Bonn zu sehen ist, wo auch Kunstausstellungen stattfinden. Korte überließ seine Sammlung 1997 dem Land Nordrhein-Westfalen.

Bernhard Korte war Alexander von Humboldt Fellow. 1997 erhielt er den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen und 2002 das Große Bundesverdienstkreuz. Außerdem ist er u.a. Träger des großen Verdienstordens der Republik Italien und Honorarprofessor der Academia Sinica in Peking und der PUC (päpstliche katholische Universität) in Rio de Janeiro. Er ist Ehrendoktor der Universität La Sapienza in Rom. Er ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle an der Saale, der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste in Düsseldorf und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).

Zu seinen Doktoranden zählen Martin Grötschel und Achim Bachem.

Schriften

  • mit Jens Vygen: Combinatorial Optimization – theory and algorithms. 4. Auflage. Springer-Verlag, 2008.
  • mit László Lovász, Hans Jürgen Prömel, Alexander Schrijver (Hrsg.): Paths, flows and VLSI-Layout. Springer-Verlag, 1990
  • mit László Lovász, Schrader: Greedoids, Algorithms and Combinatorics. Band 4, Springer-Verlag, 1995.

Weblinks



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