Bernhard Kretzschmar

Bernhard Kretzschmar (* 29. Dezember 1889 in Döbeln; † 16. Dezember 1972 in Dresden) war ein deutscher Maler und Grafiker. Der Vertreter der Neuen Sachlichkeit, dessen Werke bei den Nationalsozialisten als so genannte entartete Kunst galten, erhielt für seine Grafiken und koloristischen Selbstbildnisse 1959 den Nationalpreis der DDR.

Inhaltsverzeichnis

Stationen

Nach einer 1904 absolvierten Lehre als Dekorationsmaler begann Bernhard Kretzschmar von 1909-1911 ein Studium an der Kunstgewerbeschule in Dresden. Wie viele Maler dieser Zeit (vergleiche Gregor Gog, Hans Bönnighausen) unternahm auch er Wanderungen durch Süddeutschland und die Schweiz (1911) und Reisen nach Spanien und Italien (1913). Schließlich wurde Kretschmar in die Kunstakademie Dresden aufgenommen und war 1914 Meisterschüler von Carl Bantzer an der Dresdner Akademie. Hier beginnt seine Freundschaft mit Peter August Böckstiegel und Conrad Felixmüller, mit welchen er später die Gruppe 1917 gründet.

Am 26. August 1916 heiratete er Susanna Uhmann, die 1941 starb.

Ein Jahr lang war Kretzschmar 1917/18 Sanitätssoldat in Bautzen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde er 1918 in Gostritz bei Dresden ansässig und Meisterschüler bei Oskar Zwintscher. 1920 vernichtete er seine gesamte bisherige künstlerische Produktion und begann danach expressionistische und expressiv-realistische Grafiken anzufertigen, die ihm schnell Ruhm eintrugen.

1927 wurde Bernhard Kretzschmar Mitglied der Dresdner Sezession. Zehn Jahre später erfolgte 1937 die Beschlagnahme von 47 seiner Arbeiten aus deutschen Museen, sie galten als "entartet". Am 13. Februar 1945 wurde ein großer Teil des Werkes durch Bomben zerstört.

Nach dem Krieg begann Bernhard Kretzschmar ab 1946 als Professor an der Hochschule für bildende Künste in Dresden. Er unternahm 1954 eine Reise nach China. Hauptsächlich zeichnete er von 1955-1972 noch koloristische Bilder (besonders Selbstbildnisse). Ab 1969 war er Mitglied der Deutschen Akademie der Künste.

Auszeichnungen

Werke

Bernhard Kretzschmar widmete mehrere seiner Gemälde der Marienstraße in Dresden: Marienstraße im Winter[1], Die Marienstraße im Tauwetter [2] und Marienstraße in Dresden[3].

Einzelnachweise

  1. Gemälde Marienstraße im Winter
  2. Gemälde Die Marienstraße im Tauwetter
  3. Gemälde Marienstraße in Dresden

Literatur

  • AUSSTELL.-KAT. Michael Hasenclever Galerie München: Bernhard Kretzschmar: Arbeiten der Zwanziger Jahre, München 1996
  • AUSSTELL.-KAT. Galerie Neue Meister Dresden: Bernhard Kretzschmar : 1889-1989; Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Grafik; Dresden 1989
  • LÖFFLER, Fritz: Bernhard Kretzschmar, Dresden 1985

Weblinks


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