Bernhard Sigmund Schultze
Bernhard Sigmund Schultze

Bernhard Sigmund Schultze, auch Bernhard Sigismund Schultze oder Bernhard Sigmund von Schultze–Jena, (* 29. Dezember 1827 in Freiburg im Breisgau; † 17. April 1919 in Jena) war ein deutscher Gynäkologe und Geburtshelfer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Schultze wurde als Sohn von Karl August Sigismund Schultze (1795–1877), einem Arzt und Professor für Anatomie und Physiologie 1827 in Freiburg geboren. Er entstammte einer Gelehrten- und Beamtenfamilie. Sein Bruder Max Johann Sigismund Schultze (1825–1874) war Anatom und Zoologe. Die Brüder August Sigismund Schultze und Richard Sigismund Schultze waren Juristen. Sein Neffe, Oskar Max Sigismund Schultze, war, wie sein Vater Max Johann Sigismund, Anatom und Ordinarius für das Fachgebiet an der Universität Würzburg, sein Sohn Kurt Schultze-Jena Professor für Chirurgie.

Bernhard Schultze studierte an den Universitäten Greifswald und Berlin, wo er 1851 als Unterassistent an der Chirurgischen Klinik unter Bernhard von Langenbeck tätig war. Schultze wurde 1851 an der Universität Greifswald mit der Dissertation: De adipis genesi pathologica. promoviert. Das Staatsexamen absolvierte er von 1851 bis 1852 in Berlin. 1853 wurde er in Greifswald für Anatomie und Physiologie habilitiert und erhielt den Titel Privatdozent. Schultze fühlte sich jedoch mehr zur praktischen Medizin hingezogen. 1854 wurde er Assistent an der Universitätsfrauenklinik zu Berlin unter Dietrich Wilhelm Heinrich Busch. 1856 wurde er dort für das Fachgebiet Gynäkologie habilitiert und Dozent für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten. Als 1858 nach dem Tod von Busch Eduard Arnold Martin nach Berlin berufen wurde, folgte er, als dessen Nachfolger, dem Ruf an die Universitätsfrauenklinik Jena. Im Wintersemester 1864/65 war Bernhard Sigmund Schultze Rektor der Universität in Jena. 1903 schied er aus der akademischen Lehrtätigkeit aus. Am 27. März 1903 wurde er aus diesem Anlass zum Wirklichen Geheimen Rat ernannt und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Jena verliehen. 1912 wurde ihm und seiner Familie als Zeichen der Ehrung von der Jenaer Universität der Namenszusatz „Jena“ verliehen, wonach die gesamte Familie Schultze-Jena hieß. Bernhard Sigmund von Schultze-Jena verstarb im Alter von 91 Jahren in Jena.

Wirken

Bernhard Sigmund Schultze erwarb sich besondere Verdienste durch seine Arbeiten über die gynäkologischen Untersuchungsmethoden, die Wiederbelebung asphyktischer Neugeborener, die Behandlung der Gebärmutterkrankheiten und das Hebammenwesen. Gustav Döderlein, von 1946 bis 1959 selbst Ordinarius in Jena, bezeichnete Schultze als Reformator der Geburtshilfe und Begründer der modernen Gynäkologie.

Schultze beschrieb in seiner Arbeit ’’Über die anomale Duplicität der Axenorgane’’ als Erster, dass die Gebärmutter in der Embryonalzeit aus zwei Anlagen entsteht. Die von ihm 1866 erstmals veröffentlichte Methode der Wiederbelebung Neugeborener mittels Schwingen, galt seinerzeit als sehr erfolgreich.

Einige Schriften Schultzes sind Teil der Sammlung des Archivs der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Weblinks


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