Bernhard von Lepel
Bernhard von Lepel, Kreidezeichnung von E.H.Grünwald

Bernhard von Lepel (* 27. Mai 1818 in Meppen; † 17. Mai 1885 in Prenzlau) war ein preußischer Offizier (Major a.D.) und Schriftsteller.

Seine Eltern stammten aus Pommern. Sein Vater, der hannoversche Oberstleutnant Adolf von Lepel (1783–1847), war der Bruder des preußischen Generalmajors und Adjutanten des Prinzen Heinrich in Rom. Seine Mutter Sophie (1796–1823), geb. von Bilow, stammte aus Grischow. Früh verlor er seine Mutter, machte 1828 mit seinem Vater eine Reise nach Rom. Mehrfach floh er aus dem Elternhaus. 1846 reiste er nach Rom und Sizilien. Mit 18 trat er in das „Kaiser Franz“-Garde-Grenadierregiment Nr. 2 ein. Als Offizier nahm er am dänischen Feldzug 1848 teil und beendete noch im selben Jahr seine aktive Militärlaufbahn.

Bernhard von Lepel heiratete 1847 in Gützkow seine Cousine Hedwig von Lepel (1827–1893), die Tochter des preußischen Hauptmannes und Mitgliedes des Herrenhauses Franz von Lepel (1803–1877) auf Wieck (Gützkow) und der Mathilde, Tochter des Juristen Johann Christoph Rodbertus. Die Ehe wurde 1873 geschieden.

Als Mitglied der Berliner literarischen Gesellschaft Tunnel über der Spree führte er seinen lebenslangen Freund Theodor Fontane dort ein. Beide unternahmen einige gemeinsame Reisen; über die Reise nach Schottland verfasste Fontane seinen Bericht Jenseit des Tweed – Bilder und Briefe aus Schottland, den er von Lepel widmete. Häufig begleitete er auch Fontane bei dessen Wanderungen durch die Mark Brandenburg.

Fontane urteilt über ihn in Von Zwanzig bis Dreißig: „Er war ein wirklicher Humorist, von jener feinsten Art, die meist gar nicht verstanden oder wohl gar mißverstanden wird. Abgesehen davon, daß ihm dieser nicht verstandene Humor oft direktes Ärgernis schuf, empfand er nebenher noch eine ernsthafte und doch auch wieder das Komische streifende Künstlertrauer darüber, gerade seine glänzendste gesellschaftliche Seite nur immer sehr ausnahmsweise gewürdigt zu sehen, und daß ich der war, der diese feinen Dinge jederzeit mit dankbarster Zunge kostete: das gewann mir recht eigentlich sein Herz. Er sammelte Geschichten für mich, erst um mir und dann gleich hinterher auch um sich selber eine Freude zu machen, eine Freude über meine Freude. ‚Ich seh dich so gerne lachen‘, hab ich ihn wohl hundertmal sagen hören.“

Später äußerte sich Fontane freilich kritischer über seinen Freund: „[…] er war immer absolut schief gewickelt und arbeitete für die „Loge“. Da mag er sich ein Denkmal verdient haben, sonst leider nicht. Und doch war er reich beanlagt und hatte schöne Gottesgaben. Aber wie die Engländer sagen‚ sein Controll-Apparat arbeitete nicht richtig‘.“ (Brief an Mathilde von Rohr, 23. Mai 1885)

Werke und Briefe

  • Lieder aus Rom, 1846
  • An Humboldt. Ode, 1847
  • König Herodes (Drama), 1860
  • Gedichte, 1866
  • Vierzig Jahre – Bernhard von Lepel an Theodor Fontane. Briefe von 1843–1883, hrsg. von Eva A. von Arnim, Berlin (Friedrich Fontane) 1910.
  • Theodor Fontane und Bernhard von Lepel – Ein Freundschafts-Briefwechsel hrsg. von Julius Petersen. 2 Bde. München: Beck 1940.
  • Theodor Fontane - Bernhard von Lepel. Der Briefwechsel. Kritische Ausgabe. Hrsg. von Gabriele Radecke. Berlin: de Gruyter 2006 (Schriften der Theodor Fontane Gesellschaft, Bd. 5.1 und 5.2).

Literatur

  • Franz BrümmerLepel, Bernhard von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 51, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 658 f.
  • Gerhard Hay: Lepel, Bernhard von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 14, Duncker & Humblot, Berlin 1985, S. 302.
  • Gabriele Radecke: Theodor Fontanes literarische Briefgespräche mit Wilhelm Wolfsohn und Bernhard von Lepel. In: Theodor Fontane und Wilhelm Wolfsohn – Eine interkulturelle Beziehung. Briefe, Dokumente, Reflexionen. Hrsg. von Hanna Delf von Wolzogen und Itta Shedletzky. Tübin-gen 2006, S. 373–388.
  • Gabriele Radecke: Theodor Fontane und Bernhard von Lepel: Ein literarisches Arbeitsgespräch in Briefen. Mit einem Geburtstagsgruß für Theodor Storm zum 14. September 1853. In: Storm-Blätter aus Heiligenstadt 12 (2006), S. 56–71.

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