Bernsdorf (Landkreis Zwickau)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bernsdorf
Bernsdorf (Landkreis Zwickau)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bernsdorf hervorgehoben
50.76666666666712.666666666667300
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Zwickau
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Rund um den Auersberg
Höhe: 300 m ü. NN
Fläche: 15,07 km²
Einwohner:

2.405 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 160 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09337
Vorwahlen: 037204, 03723
Kfz-Kennzeichen: Z
Gemeindeschlüssel: 14 5 24 010
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 170
09337 Bernsdorf
Webpräsenz: www.bernsdorf-erzgebirge.de
Bürgermeister: Uwe Bergmann (CDU)
Lage der Gemeinde Bernsdorf im Landkreis Zwickau
Bernsdorf Callenberg Crimmitschau Crinitzberg Dennheritz Fraureuth Gersdorf Glauchau Hartenstein Hartmannsdorf Hirschfeld Hohenstein-Ernstthal Kirchberg Langenbernsdorf Langenweißbach Lichtenstein Lichtentanne Limbach-Oberfrohna Meerane Mülsen Neukirchen/Pleiße Niederfrohna Oberlungwitz Oberwiera Reinsdorf Remse Schönberg St. Egidien Waldenburg Werdau Wildenfels Wilkau-Haßlau Zwickau Sachsen Thüringen Vogtlandkreis Erzgebirgskreis Chemnitz Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild

Bernsdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Zwickau. Sie ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Rund um den Auersberg mit Sitz in Lichtenstein.

Inhaltsverzeichnis

Geografie und Verkehr

Bernsdorf befindet sich im Erzgebirgsvorland, welches im Gemeindegebiet Höhen von 300 m erreicht. Bernsdorf liegt an der B 173 zwischen Lichtenstein und Oberlungwitz und ca. 14 km östlich von der Kreisstadt Zwickau.

Panorama Bernsdorfs von der Bundesstraße 173
Panorama Bernsdorfs von der Bundesstraße 173

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Bernsdorf, Hermsdorf und Rüsdorf.

Geschichte

Bernsdorf wird im Fragment der Naumburger Bistumsmatrikel[2], die unmittelbar nach 1470 entstand, als Bernstorf erwähnt. In der Heimatgeschichtsforschung ist jedoch die Angabe verbreitet, dass diese Matrikel bereits 1286 entstand und daher wird dieses Jahreszahl fälschlich als Ersterwähnungjahr angegeben.

Bernsdorf wurde als Waldhufendorf angelegt.

Kirchengeschichte

Über die Entstehungsgeschichte der unter fürstlicher Patronatsherrschaft von Schönburg-Waldenburg gestandenen Kirche liegen so gut wie keine Informationen vor. Sie steht in der Mitte des Ortes, auf einer Anhöhe. Ihr hoher und spitzer Turm ist 46 m hoch. Nach der Konstruktion ihrer einzelnen Teile, ist der Bau im Mittelalter zu suchen. Die Kirche verfügt über drei Lautglocken, die im Turm übereinander aufgehängt sind und eine zur Uhr gehörenden Schlagglocke.

Die große Lautglocke stammt aus dem Jahr 1521. Ihr Guss erfolgte in der Freiberger Werkstatt des Glocken- und Geschützgießers Martin Hillig (1484–1544). Die mittlere Lautglocke hat ihren Ursprung in der Zeit um 1400 und gilt als Donner- und Sturmglocke. Sie musste 1941 umgegossen werden, da 1941 ein Riss über die gesamte Glocke lief. Den Umguss führte die Firma Franz Schilling und Söhne aus Apolda aus. Parallel dazu erfolgte der Neuguss einer kleinen Lautglocke. Sie wurde vom ortsansässigen Fabrikanten Horst Pfotenhauer derselben Firma privat in Auftrag gegeben. Dies geschah, weil die kleine Glocke aus dem Jahr 1817, gegossen von Johann Gottlieb Hellmuth aus Zwickau, am 10. Dezember 1941, im Auftrag der Reichsstelle für Metalle in Berlin, zum Versand in die Schmelzhütte kam. Wie durch ein Wunder blieb sie aber von der Einschmelzung verschont und wurde 1949 im Glockenlager bei Hamburg wieder gefunden. Am ersten Weihnachtsfeiertag 1949 feierte die Kirchgemeinde mit dem gesamten Ort ihre Rückkehr. Da nun besagter Fabrikant in der Zwischenzeit eine neue Lautglocke hatte gießen lassen, fand die heimgekehrte Glocke in der Nähe der Uhr einen neuen Platz und dient bis heute als Schlagglocke. Alle Glocken wurden aus Bronze gegossen.

Zwei Kostbarkeiten befinden sich innerhalb der Kirche. Zum einen der Altar mit der Darstellung des heiligen Abendmahls. Es handelt sich hierbei um eine wertvolle Holzbildhauerarbeit, angefertigt von Christian Spohr aus Lößnitz. Eine weitere Kostbarkeit ist ein lebensgroßes Kruzifix vom bedeutendsten spätgotischen Bildschnitzer Sachsens, Peter Breuer (1472/73-1541). Diese Arbeit wird datiert aus der Zeit um 1520. Eine erste Orgel existierte seit 1743. Über einhundert Jahre später, im Jahr 1856, erhielt der Orgelbauer Jehmlich aus Zwickau den Auftrag, eine komplette neue Orgel zu bauen. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 1859. Eine Generalüberholung begann am 2. Januar 1995 durch die Firma Eule Orgelbau in Bautzen und endete mit der Wiedereinweihung am 10. Dezember (1. Advent) 1995.

Einwohnerentwicklung

Am 3. Oktober 1990 zählte Bernsdorf 2474 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

1998 bis 2002

  • 1998 – 2643
  • 1999 – 2618
  • 2000 – 2654
  • 2001 – 2621
  • 2002 – 2593

2003 bis 2008

  • 2003 – 2594
  • 2004 – 2564
  • 2005 – 2544
  • 2006 – 2536
  • 2007 – 2505
  • 2008 – 2479
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Otto Delitsch (1821–1882), Theologe, Geograf
  • Wilhelm Bahner (1854–1919), Unternehmer in Hermsdorf (Fa. Wilhelm Friedrich Bahner) und konservativer Politiker, MdL
  • Max Ernst Opitz (1890–1982), 1949–1951 Oberbürgermeister von Leipzig
  • Gerhard Thieme (* 1928), Bildhauer
  • Volker Bigl (1942–2005), deutscher Mediziner und Hirnforscher, Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • Gottfried Klimbt (* 1943), Leichtathlet

Weblinks

 Commons: Bernsdorf (Landkreis Zwickau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Bernsdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. Urkunden der Markgrafen von Meissen 948-1099, Excurs II, zuletzt abgerufen am 9. März 2010

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