Beromünsterfest
Reservesendeturm Beromünster

Der Landessender Beromünster ist eine Sendeanlage in der Schweiz. Sie wurde am 11. Juni 1931 eröffnet und am 29. Dezember 2008 um 00:00 Uhr (mitteleuropäischer Zeit) wurde die Übertragung der DRS Musikwelle (Musigwälle 531) mit der Schweizer Nationalhymne beendet.[1] Bis zum 1. Januar 2009 um 00:00 Uhr war eine Ansage aufgeschaltet, die die Information beinhaltete, dass der Sender ab Neujahr nicht mehr senden werde.

Die Sendeanlage lag während ihres Bestehens nicht in Beromünster, sondern auf dem Gemeindegebiet von Gunzwil, das auf den 1. Januar 2009 mit Beromünster fusioniert hat.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Eine Erhöhung der Sendeleistung und die Errichtung des Blosenbergturms 1937 machten Radio Beromünster (aus dem das Schweizer Radio DRS hervorging) in weiten Teilen Europas empfangbar und somit zu einer wichtigen unabhängigen Informationsquelle im Zweiten Weltkrieg. Auf diese Weise wurde der namensgebende Ort Beromünster weithin bekannt, zumal in der Zeit des Dritten Reiches die Geistige Landesverteidigung wesentlich auch auf dem neuen Propagandamedium Radio beruhte. Neben den Blosenbergturm gibt es in Gunzwil bei 47°12'1" nördlicher Breite und 8°10'17" östlicher Länge noch einen zweiten, 126 Meter hohen Sendeturm. Dieser Turm, der wie der Blosenbergturm gegen Erde isoliert ist, trug bis 1962 zusammen mit einem weiteren Turm eine T-Antenne für Mittelwelle. 1962 wurde letzterer abgebaut und in St. Chrischona bei Basel als Sendeturm für UKW-Rundfunk und TV wiederaufgebaut. Der in Gunzwil verbliebene zweite Turm wurde zu einem selbststrahlenden Sendeturm umgebaut, der seitdem als Reserveantenne für den Sender des Blosenbergturms dient.

Der Sender ist seit 1978 auf Mittelwelle 531 kHz empfangbar und markiert gleichzeitig das untere Ende des offiziellen Mittelwellenbereichs. Die aktuelle Sendeleistung beträgt 180 kW. Im Jahr 2002 wurde nämlich festgestellt, dass der Sender bei der damaligen Sendeleistung von 600 kW die verschärften Emissionsgrenzwerte für Elektrosmog überschreitet, was für jene Leistung eine aufwändige Sanierung nötig gemacht hätte. Weil der Mittelwellenrundfunk zunehmend an Bedeutung verliert, wurde die Abschaltung des Senders auf den 28. Dezember 2008 beschlossen. Eine Umgestaltung des Hauptsendeturms zum Museum ist in Diskussion.[2]

Blosenbergturm bei Beromünster

Beromünsterfest

Am 11. Oktober 2008, 77 Jahre nach der Errichtung und 77 Tage vor der geplanten Abschaltung veranstaltete Radio DRS das Beromünsterfest in Gunzwil, mit dem sich DRS Musikwelle offiziell vom Landessender Beromünster verabschiedete. Dabei gab es einen offenen Tag bei der Sendeanlage, wo neben dem Hauptsender (Baujahr 1991) und dem volltransistorisierten Reservesender (Baujahr 1994) auch ein Quecksilberdampfgleichrichter im Betrieb und einige Bestandteile heutiger und früherer Sendegeräte zu sehen waren. In der Festhalle von Gunzwil gab es eine Ausstellung alter Rundfunkgeräte und im nebenan aufgestellten Festzelt fand eine Abendveranstaltung mit Schweizer Volksmusik statt. Ausserdem wurde der Blosenbergturm mit Skybeamern angestrahlt. Während einer Woche war eine Spezialausgabe des Beromünster-Radioweges im nahen Schlössliwald installiert. Sieben Hörstücke gaben Auskunft über 77 Jahre Radiogeschichte und lockten zahlreiche Besucherinnen und Besucher nach Beromünster.

Siehe auch

Landessender Sottens, Landessender Monte Ceneri, Savièse, Landessender Sarnen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Radio Beromünster hat ausgesendet, 20 Minuten, 28.12.08
  2. DRS: Der Mittelwellen-Sender Beromünster stellt Betrieb ein

Bilder

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47.1897222222228.17555555555557Koordinaten: 47° 11′ 23″ N, 8° 10′ 32″ O; CH1903: (655849 / 226792)


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