Berow

Ljuben Borisow Berow (Bulgarisch: Любен Беров; * 6. Oktober 1925 in Sofia; † 7. Dezember 2006 in Sofia) war ein bulgarischer Wirtschaftswissenschaftler, Politiker und Ministerpräsident.

Inhaltsverzeichnis

Studium und berufliche Laufbahn

Berow absolvierte ein Studium der Wirtschaftswissenschaft an der Kliment von Ohrid - Universität Sofia, das er 1949 mit der Gradudierung abschloss.

Anschließend wurde er zunächst Assistenzprofessor am Karl-Marx-Institut für Wirtschaftswissenschaft in Sofia, das ihn 1962 zum Außerordentlichen Professor (Associate Professor) ernannt. Im Laufe seiner Lehrtätigkeit wurde er auch Abteilungsleiter und Prodekan des Instituts.

1971 folgt dann seine Berufung zum ordentlichen Professor an dieses Institut. Von 1971 bis 1976 war er dann schließlich Dekan des Karl-Marx-Instituts. 1976 wurde ihm auch ein Philosphia Doktor (Ph. D.) verliehen.

1985 erfolgte seine Berufung zum Professor am Institut für Balkanstudien der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. Zugleich wurde er Gastprofessor des dortigen Wirtschaftsinstituts. 1997 berief ihn die Akademie der Wissenschaften zum korrespondierenden Mitglied.

Politische Laufbahn und Ministerpräsident

Berow begann seine politische Laufbahn 1990 nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regierung von Todor Zhivkov. Zunächst wurde er Wirtschaftsberater von Präsident Schelju Schelew.

Dieser berief ihn dann am 30. Dezember 1992 als Nachfolger von Filip Dimitrow zum Ministerpräsident. Als solcher bildete er eine bis zum 17. Oktober 1994 amtierende Koalitionsregierung mit der Bewegung für Rechte und Freiheiten, die insbesondere die türkische Minderheit Bulgariens vertritt.[1] Zwischen Dezember 1992 und Juni 1993 übernahm er zudem das Amt des Außenministers..[2]

Während seiner Amtszeit unterzeichnete er auch ein erstes Abkommen mit den damaligen Europäischen Gemeinschaften (EG) als ersten Schritt Bulgariens auf dem Weg in die Europäische Union.

Spätere Ämter

Im Anschluss an seine politische Laufbahn war er von 1995 bis 1997 Vorstandsmitglied der Landwirtschaftskredit AG. Zeitweise war er 1996 auch Vorsitzender des Plenarrates der Bulgarisch-Russischen Investmentbank. 1997 wurde er dann zunächst Vorstandsvorsitzender der Landwirtschaftskredit AG sowie 1998 der AgroProdukt AG.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bulgaria Accepts Premier With Ties To Turks, Artikel in The New York Times vom 31. Dezember 1992
  2. Liste der wichtigsten bulgarischen Minister seit 1944



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