Bertha Theodore Wendt

Bertha Theodore Wendt, geb. Bahnson (* 10. Oktober 1859 in Hamburg; † 14. März 1937 ebenda) war eine Hamburger Politikerin der DDP und Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft.

Leben und gesellschaftliches Engagement

Bertha Wendt besuchte die Höhere Töchterschule und die Klosterschule. Sie heiratet 1878 den Professor Dr. Gustav Wendt (1848–1933) und hatten gemeinsam 8 Kinder. Sie erhielt für ihr karitatives Engagement das Verdienstkreuz. Nach dem Tod ihres Mannes zog sich Wendt aus dem öffentlichen Leben zurück. Bertha Wendt ist auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg beigesetzt.

Sie organisierte im Ersten Weltkrieg Kriegsküchen und Unterkünfte für heimkehrende Soldaten und alleinstehende Frauen. Neben der Frauenarbeit innerhalb der Liberalen Bewegung wurde sie Vorsitzende der „Demokratischen Frauengruppe Hamburg“. Dort waren ihre Hauptanliegen die Unterbringung und Betreuung schulentlassener Mädchen, das errichten von Heimstuben für weibliches Hauspersonal und der Kampf gegen die Ausnutzung und Misshandlung von Kindern. Zudem übernahm sie Vormundschaften und wurde Mitglied im Bund für Mutterschutz. Das besondere an dem Bund war, dass sie sich auch den ledigen Wöchnerinnen verpflichtet fühlten und den Schutz und die Pflege von unverheirateten oder verlassenen Müttern organisierten.

Sie war zudem aktiv im „Frauenklub Hamburg“, im „Deutschen Bund Abstinenter Frauen“, im Verband Norddeutscher Frauenvereine und im „Hamburger Landesverband für Frauenstimmrecht“.

Politik

1911 wurde Bertha Wendt in den Vorstand des Vereins Vereinigte Liberale gewählt und saß für die Deutsche Demokratische Partei (DDP) von 1919 bis 1924 in der Hamburgischen Bürgerschaft. Ihre Schwerpunkte dort waren Kinder und Frauenpolitik. Sie war zu dem in ihrer politischen Funktion als Parlamentarierin in der Behörde für öffentliche Jugendfürsorge und Justizverwaltung (dort in der Abteilung Gefängniswesen) tätig.

Sie wurde Vorsitzende der DDP nahestehenden „Demokratischen Frauengruppe Hamburg“. Nach dem Ersten Weltkrieg stellte sie sich in den Dienst der politischen Frauenbildung. Als eine Führerin der demokratischen Frauen organisierte sie bis ins hohe Alter Notkurse für politische Bildung. Diese waren dringend notwendig geworden, weil die Frauen mit Beginn der Weimarer Republik das aktive und passive Wahlrecht zugesprochen bekamen und während der Kaiserzeit politische Bildung für Frauen meist nicht für nötig gehalten wurde.

Literatur

  • Rita Bake / Brita Reimers: So lebten sie! Spazieren auf den Wegen von Frauen in Hamburgs Alt- und Neustadt. Hamburg 2003, S.202.
  • Ursula Büttner: Politischer Neubeginn in schwieriger Zeit. Wahl und Arbeit der ersten demokratischen Bürgerschaft 1919–1921. Hamburg 1994, S.134/135.

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