Berthold Riese

Berthold Riese (* 30. März 1944 in Waldshut, Baden) ist ein deutscher Ethnologe und Archäologe mit dem Schwerpunkt Altamerikanistik.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Berthold Riese studierte Ethnologie, Sinologie, Religionswissenschaft, Geologie, Ur- und Frühgeschichte und Altamerikanistik an den Universitäten in Heidelberg und Hamburg. In Hamburg promovierte Riese 1971 mit einer Arbeit über Mayaschrift, wo er anschließend von 1971 bis 1977 wissenschaftlicher Assistent, Dozent und Vertretungsprofessor am Seminar für Völkerkunde war. 1979/80 folgte die Vakanzvertretung einer Professur für Altamerikanistik am Lateinamerikanischen Institut in Berlin. Ein von 1978 bis 1981 laufendes Habilitandenstipendium der Deutsche Forschungsgemeinschaft benutzte er zur Habilitation mit einer Arbeit zur zentralmexikanischen Religionsgeschichte an der Freien Universität Berlin. Hier war Riese danach von 1981 bis 1989 Professor für Altamerikanistik. Während der Zeit war er auch Getty Scholar am Center for the History of Art and the Humanities in Santa Monica, Kalifornien die er zur Vorbereitung auf eine dreibändigen Monographie über die Skulpturen von Copán benutzte. Seit 1989 ist Berthold Riese Professor für Völkerkunde unter besonderer Berücksichtigung der Altamerikanistik an der Universität Bonn, daselbst stellvertretender bzw. geschäftsführender Direktor des Seminars für Völkerkunde (Institut für Altamerikanistik und Ethnologie). 2003 wurde er zum Ehrenprofessor der Ostchinesischen Pädagogischen Hochschule in Shanghai ernannt.

Archäologische Feldforschungen führte Riese erstmals 1966 im Archivo General de la Nación in Mexiko durch. 1969 bis 1972 folgten Feldforschungen in Archiven und Museen in Mexiko und in den USA. 1977 bis 1983 kamen archäologische und epigraphische Forschungen in der Maya-Stadt Copán die Grabungen zur Besiedlung, Aufnahme von Skulpturen und Inschriften, Beratung der Museen in Tegucigalpa und Copán einschloß. 1991 und 1993 bis 1995 erfolgten weitere Forschungsreise nach Mexiko mit Feldforschung zu Mexicano und nach Kalifornien mit Feldforschungen und Archivarbeit zu Cahuilla. 1996/97 reiste Riese erstmals aus Forschungszwecken nach Nordost-Brasilien (Natal und João Pessoa), 1998 bis 2000 folgten erneut Archivarbeiten und ethnographische Feldforschungen in Mexiko. 2001, 2003, 2004 war Riese mehrfach zu Informations-, Vortrags- sowie Feldforschungsaufenthalten in Shanghai, Shenzhen und Hangzhou. Dies diente zur Vorbereitung einer kooperativen Forschungsprojektes über den Vergleich asiatischer und mesoamerikanischer Schriftsysteme.

Riese ist Mitbegründer und erster Herausgeber der Fachzeitschrift mexicon sowie redaktioneller Mitarbeiter der Fachzeitschrift Indiana und Redakteur der Zeitschrift für Ethnologie. Er war von 1987 bis 1990 erster Vorsitzender der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte und zeitweiliger Herausgeber deren Organ Mitteilungen der Berliner Gesellschaft. 1989 war er Gründer und Leiter des Biographischen Archivs zur Anthropologie. Riese ist zudem Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts, der Société des Américanistes in Paris. Des Weiteren ist er Mitarbeiter am Editionsprojekt des amerikanischen Reisewerkes Alexander von Humboldts, ständiger Berater der Neuen Deutschen Biographie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Schriften

Einzelnachweise

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Riese (Begriffsklärung) — Riese bezeichnet: Riese, ein übergroßes mythologisches Wesen oder Fabelwesen in Menschengestalt Riese (Altägyptisches Sternbild), Bezeichnung eines altägyptischen Sternbildes Hochwuchs, umgangssprachlich ein übergroßen Mensch Samsonfigur und Olot …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Rie — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • B'aakal — Überblick über Palenque mit der Pyramide der Inschriften (links) und dem Palast mit dem dazugehörigen Turm (rechts) …   Deutsch Wikipedia

  • Copán — Stele H, dediziert 730 von Waxaclajuun Ub aah K awiil Copán war eine im heutigen Staat Honduras gelegene bedeutende Stadt der Maya während der klassischen Periode (etwa 250 bis 900). Im 8. Jahrhundert erlebte sie ihre Blütezeit, wurde bald darauf …   Deutsch Wikipedia

  • Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte — (BGAEU) Zweck: Förderung der Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte Vorsitz: Markus Schindlbeck Gründungsdatum: 1869 als Berliner Anthropologische Gesellschaft Sitz …   Deutsch Wikipedia

  • Detzein — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Don Hernando de Alvarado Tezozómoc — war der Sohn Don Diego Huantitzins und Dona Francisca de Montezuma, der Tochter Moctezumas II. Er war somit Enkel Moctezumas II. und Urenkel Axayacatls mütterlicher wie väterlicherseits, da sein Vater und seine Mutter Cousin und Cousine waren. Er …   Deutsch Wikipedia

  • Götz von Houwald — Maximilian Otto Gustav Albrecht Hubert Wilhelm Götz Dieter Freiherr von Houwald (* 13. Mai 1913 in Posen; † 16. August 2001 in Bonn) war ein deutscher Diplomat, Ethnologe und Historiker. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Werke …   Deutsch Wikipedia

  • K'inich Janaab Pakal I. — Stuck Bildnis von K inich Janaab Pakal I. aus dem Tempel der Inschriften in Palenque, jetzt im Nationalmuseum für Anthropologie, Mexiko Stadt K inich Janaab Pakal I. (* 23. März 603; † 28. August 683) au …   Deutsch Wikipedia

  • Konrad Theodor Preuss — (* 2. Juni 1869 in Preußisch Eylau, heute Bagrationowsk, Russland; † 8. Juni 1938 in Berlin) war deutscher Ethnologe, der während mehrerer Reisen durch Lateinamerika, u.A. drei Monate mit dem Indianerstamm der Uitoto in Kolumbien lebte.… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”