Berufskolleg Marienberg (Neuss)


Das Berufskolleg Marienberg ist eine Ende der neunziger Jahre aus der Höheren Handelsschule Marienberg hervorgegangene Schule für Mädchen in Neuss. Der Schulträger ist das Erzbistum Köln.

Geschichte

Die Schwestern vom Heiligen Grabe gründeten 1654 in Neuss ein Kloster. Gegen Entgelt erteilten sie Töchtern höherer Stände Privatunterricht. In der Folgezeit hatte das Kloster (und damit die Schule) häufig unter den Wirren der geschichtlichen Ereignisse zu leiden. Mehrfach (z.B. während der französischen Besetzung unter Napoleon) musste die Schule – allerdings immer nur für kurze Zeit – geschlossen werden.

Im Jahre 1855 zogen die Schwestern vom armen Kinde Jesus – ein damals junger Orden, der 1844 von Clara Fey in Aachen gegründet worden war – in das Kloster ein und übernahmen die Leitung der Schule, die sich in der Folgezeit zum heutigen Gymnasium Marienberg weiterentwickelte.

Ostern 1913 richteten die Schwestern dort erstmalig einen berufsvorbereitenden Handelskurs ein, an dem 37 Schülerinnen teilnahmen. Dieser Kurs wurde 1925 zu einer staatlich anerkannten zweijährigen Handelsschule erweitert. Zwei Jahre später erfolgte die staatliche Genehmigung der Höheren Handelsschule.

Im März 1940 mussten die Schwestern unter dem Druck der nationalsozialistischen Machthaber die Schule verlassen; alle Kreuze wurden aus den Klassenräumen entfernt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Schule teilweise zerstört, die Einrichtung geplündert.

Ostern 1952 wurde die Höhere Handelsschule wieder eröffnet, zunächst nur einklassig. 1966 erfolgte die Erweiterung zu einer zweijährigen Berufsfachschule. Im Jahre 1985 übernahm mit Studiendirektorin I. Diewald zum ersten Mal eine Person die Leitung der Schule, die keine Ordensfrau war.

Im Jahre 1991 konnten die Schwestern die Trägerschaft nicht länger aufrechterhalten. Die Schule wurde vom Erzbistum Köln übernommen und blieb somit katholisch. Wenige Jahre später wurde die Schule im Zuge der allgemeinen Neugestaltung der Sekundarstufe II in Berufskolleg umbenannt. Trotzdem wurde der traditionelle Name "Höhere Handelsschule" in der Öffentlichkeit lange Jahre weiter verwendet.

Die letzten 20 Jahre waren durch ein beständiges Wachstum der Schule gekennzeichnet. Besuchten 1985 noch knapp 60 Schülerinnen die Schule, waren es 2006 bereits 190. Im gleichen Jahr 2006 wurde die Schule mit dem ebenfalls in Neuss beheimateten sozialpflegerischen Berufskolleg Marienhaus zum Erzbischöflichen Berufskolleg Neuss zusammengeschlossen. Seitdem ist das Berufskolleg Marienberg nur noch eine Abteilung dieser Schule, blieb aber an ihrem bisherigen Standort mit den gewohnten Wesensmerkmalen erhalten.

Im Jahr 2010 wurde als neuer Bildungsgang das Wirtschaftsgymnasium eingeführt, so dass am Berufskolleg Marienberg nicht nur das Fachabitur, sondern auch das Abitur erworben werden kann.

Wesensmerkmale

Als kaufmännische Schule hat sich das Berufskolleg Marienberg zum Ziel gesetzt, ihre Schülerinnen optimal auf den Berufseinstieg (oder das Studium an einer Fachhochschule und Universität), aber auch auf das Leben vorzubereiten. Die Schule unterscheidet sich dabei von anderen Berufskollegs durch drei wesentliche Aspekte. Sie ist eine

  • kleine Schule
  • Mädchenschule
  • katholische Schule

Diese Aspekte im Verein mit der trotz des Wachstums immer noch überschaubaren Größe haben ein vertrautes Arbeitsklima zur Folge, das Schülerinnen, Eltern und Lehrerkollegium sehr schätzen.

Der darüber hinaus ausgeprägte europäische Charakter der Schule wird an der 2011 erzielten Zertifizierung zur Europaschule deutlich.

Weblinks

51.2011846.69217

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