AF-FRA

AF-FRA
Provinz Farah
Hauptstadt Farah
Fläche 48.470 km²
Einwohner 490.277
Bevölkerungsdichte
ISO 3166-2 AF-FRA
Farah (Afghanistan)
DEC
Farah
Farah

Bezirke in Farah

Farah ist eine Provinz in Westafghanistan. Die Hauptstadt dieser Provinz ist die gleichnamige Stadt Farah. Die meisten Bewohner in dieser Provinz sind Tadschiken bzw. Fars (Perser) und Paschtunen, wobei die Eigenbezeichnung der persischsprachigen Bevölkerung in Farah Fars ist. Die gesprochene Sprache ist Persisch, wobei hier der so genannte Herati-Dialekt verbreitet ist (siehe Sprache). Der Name Farah kommt aus dem Arabischen und bedeutet „Fröhlichkeit“ und „Feier“. Im Persischen wird es im Gegensatz zum Arabischen mit einem leichten „h“ ausgesprochen, d. h. nicht aus dem Hals.

Farah grenzt an den Iran, womit auch eine ähnliche Kultur in Verbindung steht. Die Provinz ist geschichtlich unerforscht. Sie beherbergt zahlreiche Schätze aus der Epoche des Mittelalters und darüber hinaus aus anderen Epochen. Einst war sie zugehörig zu der nördlich gelegenen Provinz Herat, bevor sie Anfang des 20. Jahrhunderts eine eigenständige Provinz wurde. Farah war bis Anfang des 20. Jh. eine Stadt in der heutigen Provinz Herat.

Inhaltsverzeichnis

Basisdaten

Persönlichkeiten

Ein oder eventuell die bekannteste Persönlichkeit aus der Provinz Farah geht aus der islamischen Zivilisation hervor. Hierbei handelt es sich um den Gelehrten al-Jowaini, welcher aus der Stadt Jowain stammt in Farah. Er war der Lehrer vom islamischen Gelehrten al-Ghazali.

Die aus Farah stammende Malalai Joya erhielt bei der Parlamentswahl im September 2005 die zweithöchste Zahl an Stimmen in ihrer Provinz und ist seitdem die jüngste Abgeordnete Afghanistans.

Bevölkerung

Ethnien-Verteilung in Farah:

  • Fars: 20%-22%
  • Paschtunen: 65%-70%
  • Balutschen: 5%
  • andere: 1%-3%

Klima und Vegetation

Farah ist äußerst wüstenartig. Es erinniert an eine Oase, die an manchen Stellen enorm fruchtbar ist. Im Nord- und Südwesten ist die Provinz durch zahlreiche Flüsse gekennzeichnet. Im Norden ist das bekannte Tal Anar Dare (persisch AnarGranatapfel“; Dare bedeutet „Tal“) zu nennen. In Farah fließt ein enormer Fluss Farah, der über die ganze Provinz verläuft. In der ziemlichen Mitte dieses Flusses liegt die Provinzhauptstadt Farah. Im Südwesten befindet sich ein riesiges Wasserreservoir, die von der angrenzenden Provinz Nimrus (früher Chekhansoor genannt) ebenfalls geteilt wird. Im Allgemeinen, ist die Provinz trocken. Farah liegt auf der gleichen geographischen Ebene wie die Stadt Birjand in Iran.

Provinzgrenzen

Farah grenzt im Norden an die Provinz Herat, im Osten an Ghor, im Südosten an Helmand und im Süden an Nimrus.

Sehenswürdigkeiten

In der Provinzhauptstadt ist die Altstadt gelegen (persisch Schahre Koohne). Diese Altstadt hieß davor Fereydoon Schahr (persisch „Fereydoons Stadt“, welcher ein König war). Dieser Stadtteil im Herzen der Provinz war Begegnungsstätte, Bazar und Handelszentrum. Diese Altstadt besteht aus der vorislamischen Zeit, d.h. aus der Zeit der alten Religion des Zarathustras. Die Altstadt war auch eine Ausruhestätte der alten Seidenstraße.

Aus der vorislamischen Zeit stammen auch historische Monumente im Osten der Provinz, die Kafir Qalah (persisch „Haus der Ungläubigen“) genannt wurde. Qalah ist ein Haus, das eine Eingangstür besitzt mit mehreren darin sich befindenden Häusern, was z. B. Schutz vor einem fremden Überfall bieten soll. In Farah treten solche Qalah häufig auf.

In Farah existiert auch das Takhte Rostam (persisch „Thron Rostams“). Rostam (und sein Sohn Sohrab) stammt(en) aus der Stadt Jowain in Farah, der auch im Schāhnāme des Ferdousī durch seine heldenhafte Taten vorkommt. Da früher es keine Grenzen zwischen Iran und Afghanistan gab, die es erst seit 150 Jahren gibt, galt er als der tapfere Mann aus dem Sistan (siehe Abschnitt „Historische Einbettung der Geographie“).


Neueste Entwicklungen für Farah

In Farah wird eine Straße gebaut, die es mit dem Iran verbindet. Dabei wird die Provinz Farah wird mit der iranischen Südprovinz Südd-Khorassan verbunden. In der ersten und zweiten Phase besitzt diese Straße handelsspezifische Bedeutung zu der in Farah ansäßigen bzw sich an der Grenze befindenden Zoll, jedoch auf iranischem Territorium(zu persisch: Gomrok Abo-Nasr Farahi). In der dritten Phase dieses Strßenprojekts wird es darauf ankommen den Bau der Straße bis in die Provinz Farah hinein zu bauen. Dieses Projekt wird finanziell vom Iran unterstützt und gefördert.

Ebenso geht es um ein technisches Hilfsprojekt und einem technischen Zentrum für die Provinz Farah, welches schon in Betrieb genommen werden kann und auch vom Iran mit technischem know-how begleitet wurde.

Verwandte Artikel, Personen

Literatur

  • Roland and Sabrina Michaud - Afghanistan, Karawanen, Basare, Reiterspiele im Lande der Tataren, DuMont Buchverlag , Köln 1979, ISBN 3-7701-1104-4
  • Roland and Sabrina Michaud - Afghanistan, Thames and Hudson Inc., New York 10110, 1980, ISBN 0-500-27393-6
  • Ghiyasuddin Wat - Afghanistan, Historical and Cultural Quaterly, published by the Historical and Literary Society of Afghanistan Acedemy, Ministry of Information and Culture, No. 4, Vol XXV Kabul March 1973
  • Conrad J. Schetter / Almut Wieland-Karimi (Hrsg.) - Afghanistan in Geschichte und Gegenwart, Beiträge zur Afghanistanforschung, IKO-Verlag für interkulturelle Kommunikation, Frankfurt/M 1999, ISBN 3-88939-498-1
  • Elke H. Hirche - Die Eroberung Afghanistans durch die Mongolen, Die Hand der Fatima, Edition Haag im Haag + Herchen Verlag, Frankfurt/M 1987, ISBN 3-89228-070-3
  • Monika Gronke: Geschichte Irans: Von der Islamisierung bis zur Gegenwart, 2003, Beck; Auflage: 2., durchges. u. aktualis. Aufl., ISBN 3406480217

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