Beschneidung weiblicher Genitalien

Als Beschneidung weiblicher Genitalien (engl.: Female Genital Cutting, FGC) oder Genitalverstümmelung (englisch Female Genital Mutilation, FGM) werden Praktiken bezeichnet, bei denen die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane teilweise oder ganz entfernt beziehungsweise beschädigt werden.[1][2][3] Hauptverbreitungsgebiet ist das westliche und nordöstliche Afrika.

Solche Eingriffe werden an Mädchen und Frauen vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter ausgeführt; in den meisten Fällen jedoch vor Beginn oder während der Pubertät. Die Eingriffe werden ohne medizinische Begründung durchgeführt, sind meist mit starken Schmerzen verbunden und können schwere körperliche und psychische Schäden verursachen.

Aufgrund dieser weitreichenden Folgen für Leib und Leben der betroffenen Mädchen und Frauen steht die Praxis seit Längerem weltweit in der Kritik von Menschen- und Frauenrechtsorganisationen. Zwischenstaatliche Organisationen wie die Vereinten Nationen, UNICEF, UNIFEM und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie nichtstaatliche Organisationen wie Amnesty International wenden sich gegen die Beschneidung und stufen sie als Verletzung des Menschenrechtes auf körperliche Unversehrtheit ein. Die Praxis ist nach dem Strafrecht vieler Staaten (unter anderem aller Staaten der Europäischen Union) eine Straftat.

Inhaltsverzeichnis

Formen

Beschneidungsformen (nach WHO) - Anatomie: A normale Anatomie, B Klitorisvorhaut und ggf. Klitoris wurden entfernt, C Klitorisvorhaut und ggf. Klitoris sowie die inneren Schamlippen wurden entfernt, D Klitorisvorhaut und Klitoris sowie die Schamlippen wurden entfernt und die Vaginalöffnung teilweise zugenäht
Prozentuale Anteile der unterschiedlichen Beschneidungsformen in ausgewählten afrikanischen Ländern [4]

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellte 1995 eine Klassifikation zur Unterscheidung verschiedener Typen vor, die 1997 in eine gemeinsame Erklärung von WHO, UNICEF und UNFPA übernommen wurde.[4] Diese Typisierung wurde 2008 überarbeitet und wird seither von weiteren Organisationen und Programmen der Vereinten Nationen getragen, neben den bereits genannten von OHCHR, UNAIDS, UNDP, UNECA, UNESCO, UNHCR und UNIFEM.[5]

Demnach[6] lassen sich nach Ausmaß der Veränderung folgende vier Typen unterscheiden:

  • Typ I: teilweise oder vollständige Entfernung des äußerlich sichtbaren Teils der Klitoris (Klitoridektomie) und/oder der Klitorisvorhaut (Klitorisvorhautreduktion).
  • Typ II: teilweise oder vollständige Entfernung des äußerlich sichtbaren Teils der Klitoris und der inneren Schamlippen mit oder ohne Beschneidung der äußeren Schamlippen (Exzision).
  • Typ III: Verengung der Vaginalöffnung mit Bildung eines deckenden Verschlusses, indem die inneren und/oder die äußeren Schamlippen aufgeschnitten und zusammengefügt werden, mit oder ohne Entfernung des äußerlich sichtbaren Teils der Klitoris (Infibulation).
  • Typ IV: In dieser Kategorie werden alle Praktiken erfasst, die sich nicht einer der anderen drei Kategorien zuordnen lassen. Die WHO nennt beispielhaft das Einstechen, Durchbohren, Einschneiden (Introzision), Abschaben sowie die Kauterisation von Genitalgewebe.

Welche Eingriffsformen am häufigsten praktiziert werden, konnte bisher nur geschätzt werden. Die größte Datenmenge gibt es über beschnittene afrikanische Mädchen und Frauen, die älter als 15 Jahre sind. Diese weisen zu etwa 90 Prozent Genitalveränderungen der Typen I, II und IV auf, zu 10 Prozent des Typs III.[7] Andere Schätzungen befassen sich mit Mädchen, die jünger als 16 Jahre sind, und stellten in dieser Altersgruppe bereits einen höheren Anteil an Beschneidungen des folgenschwersten Typs III fest. Es wird vermutet, dass insgesamt bis zu 20 % aller beschnittenen Mädchen und Frauen von Typ III betroffen sind.[7][8]

Die Klassifizierung dient zunächst als Basis zur Verständigung über den Untersuchungsgegenstand in der Forschung und soll die Vergleichbarkeit von Datenerhebungen gewährleisten. Ein solches Raster bedingt allerdings immer Vereinfachung; tatsächlich gibt es viele Varianten in der Kombination unterschiedlicher Eingriffe.[9][10]

Die verschiedenen rituellen Eingriffe, die in der vierten Kategorie zusammengefasst sind, weil sie nicht in eine der ersten drei Kategorien passen, liegen bezüglich der Hintergründe und der Folgen weit auseinander. Außerdem sind die Praktiken unter Typ IV insgesamt weniger gut bekannt und erforscht als die der anderen drei Typen.[11] Schließlich wird für einige der Eingriffe unter Typ IV bezweifelt, dass sie überhaupt zu Recht in einer Erklärung der WHO als Genitalverstümmelung gelistet sind.[12]

Die invasivste Praktik ist die Infibulation nach Typ III, auch pharaonische Beschneidung genannt: Durch Vernähen oder durch bloßes Zusammenfügen der Hautfetzen wächst die Haut über der Vaginalöffnung und dem Ausgang der Harnröhre zusammen. Damit wird der Scheidenvorhof verschlossen, lediglich eine kleine Öffnung wird für den Austritt des Urins, des Menstruationsbluts und der Vaginalsekrete offen gehalten. Durch diese Behinderung kommt es zu zusätzlichen Schmerzen und Infektionsrisiken.[13] Nach dem Eingriff werden den betroffenen Mädchen und Frauen häufig die Beine zusammengebunden, bis die Wunde verheilt ist. Dies kann mehrere Tage oder Wochen dauern.[14] Weitere gesundheitliche Risiken und Komplikationen ergeben sich dadurch, dass dieser Verschluss wieder geöffnet werden muss (medizinischer Fachbegriff: Defibulation), um Geschlechtsverkehr zu ermöglichen. Gelingt dem Mann die Öffnung der Vagina durch Penetration nicht, muss die infibulierte Vaginalöffnung mit einem scharfen Gegenstand erweitert werden. Zur Entbindung ist oft eine zusätzliche weiter reichende Defibulation notwendig. In manchen Gegenden folgt nach der Geburt eine erneute Infibulation, Reinfibulation oder auch Refibulation genannt.[13]

Kombination aus Typ I und II: Klitorisvorhaut sowie innere Schamlippen (Labia minora) wurden entfernt. Die Klitoris selbst ist erhalten.

Durchführung

Ausführende Personen

Die Ausführenden einer Beschneidung weiblicher Genitalien sind in der Regel Frauen, wie traditionelle Hebammen, Heilerinnen oder professionelle Beschneiderinnen.

Traditionelle Beschneiderinnen lernen den Beruf von ihren Müttern. Es ist eine in entsprechenden Kulturen hochangesehene Tätigkeit, die der Familie der Beschneiderin ein relativ hohes Einkommen sichert.[15] Die Beschneiderinnen verfügen meistens nicht über fundierte anatomische Kenntnisse. Dies kann zu weiteren schweren Verletzungen führen, zumal Beschneidungen im Alter bei verminderter Sehfähigkeit und verminderten motorischen Fähigkeiten trotzdem noch durchgeführt werden.

Die wohlhabenden Bevölkerungsschichten der Städte lassen die Prozedur von Ärzten, ausgebildeten Krankenschwestern oder Hebammen in Kliniken oder unter klinikähnlichen Bedingungen durchführen.[16]

Traditionelle Techniken

Die Beschneidungen finden meistens unter unhygienischen Bedingungen außerhalb von Krankenhäusern statt. Dies führt oft zu folgenschweren Komplikationen.

Werkzeug von ehemaligen Beschneiderinnen aus Ostafrika

Die Betroffenen werden meistens nicht narkotisiert und haben starke Schmerzen, sodass die Mädchen oder Frauen von mehreren Erwachsenen festgehalten werden müssen. Als Werkzeuge werden (Spezial-)Messer, Rasierklingen, Scheren oder Glasscherben verwendet. Oft werden mehrere Mädchen mit demselben Werkzeug beschnitten, was das Infektionsrisiko und das Risiko für die Übertragung von Krankheiten stark erhöht. Zum Wundverschluss werden Akaziendornen, Bindfaden, Schafdarm, Pferdehaar, Bast oder Eisenringe verwendet. Substanzen wie Asche, Kräuter, kaltes Wasser, Pflanzensäfte, Blätter oder Wundkompressen aus Zuckerrohr sollen die bei der Beschneidung der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane meist auftretende starke Blutung stoppen.

Medikalisierung

Unter dem Begriff der Medikalisierung wird eine Durchführung der Beschneidung unter medizinischen Bedingungen verstanden. Der Anteil der Beschneidungen, die unter solchen Bedingungen erfolgen, ist in den verschiedenen Ländern unterschiedlich hoch. Ägypten, Dschibuti und Sudan gelten als Länder mit einem hohen Grad.

Untersuchungen zeigten, dass sich, besonders bei den leichteren Formen der Beschneidung, die Komplikationen und Todesfälle durch medizinische Ausbildung und hygienischere Bedingungen stark verringern lassen. So konnte in einer Untersuchung in Nordkenia gezeigt werden, dass selbst einfachste Formen medizinischer Technik (sterile Instrumente, präventive Impfung gegen Tetanus) das Risiko von Kurzzeitfolgen um 70 % senken können. Durch die Möglichkeit der Anästhesie wird die Beschneidung für die Betroffenen schmerzärmer.

Kritiker lehnen die Medikalisierung dennoch größtenteils ab. Als Grund hierfür wird oftmals angeführt, dass die Medikalisierung, indem sie die negativen Folgen der Beschneidung mildert, der endgültigen Abschaffung entgegen steht.[16]

Geschichte

Entstehung der Praktik

Die Ursprünge der Beschneidung weiblicher Genitalien sind zeitlich und geographisch nicht bestimmbar. Erste Hinweise zeigen sich für ein Auftreten in der Epoche des alten Ägypten. So wird auf einem Papyrus aus dem Jahr 163 v. Chr. die Beschneidung von Mädchen erwähnt. Des Weiteren wurden weibliche Mumien gefunden, die Anzeichen einer Beschneidung aufweisen. Die männliche Zirkumzision kann auf diese Zeit zurückdatiert werden. Laut dem griechischen Geschichtsschreiber Strabon wurde Beschneidung an beiden Geschlechtern in Ägypten durchgeführt,[17][18] ebenso wird von Philon von Alexandria berichtet, der um die Zeit Christi Geburt lebte, dass „bei den Juden nur die Männer, bei den Ägyptern jedoch Männer und Frauen beschnitten sind“.[19]

Abschaffungsbestrebungen

Ein Mitglied der Tanzania Civil Society präsentiert Informationsmaterial vor Mitgliedern des Parlaments in Dodoma, Tansania. Die Tanzania Civil Society wird von der amerikanischen United States Agency for International Development unterstützt

Bestrebungen zur Abschaffung der Frauenbeschneidung von Seiten der westlichen Kolonialverwaltungen existieren seit dem frühen 20. Jahrhundert. Die Beschneidung wurde während der Kolonialzeit als unzivilisiertes, heidnisches Ritual bekämpft.[20] Im Bewusstsein der europäischen Öffentlichkeit spielte sie jedoch praktisch keine Rolle.[21] Zwar existierten schon seit der Kolonialzeit anthropologische Berichte,[22] welche ihrer Zeit entsprechend oftmals rassistisch gefärbt waren, und seit den 1970er Jahren fanden sich vereinzelte Berichte in der Fachpresse. Jedoch war dieses Wissen nur einem kleinen Kreis von Personen zugänglich, die sich entweder akademisch mit dem Thema befassten oder vor Ort tätig waren. Eine breitere Öffentlichkeit wurde erst mit dem Bericht der Feministin Fran P. Hosken (der später als „Hosken-Report“ bekannt wurde) im Jahr 1994 auf das Thema aufmerksam.[23][24] Der vorherigen nahezu vollständigen Nichtbeachtung folgte eine extensive und teilweise stark emotional gefärbte Berichterstattung der Medien sowie zahlreiche Bücher (starke Resonanz erfuhr etwa die Autobiographie Wüstenblume von Waris Dirie 1998), die die Frauenbeschneidung verurteilten. In Folge der Berichterstattung – und diese wiederum verstärkend – setzte ein gegen die Praktik agierender Aktivismus ein, der vorerst von Frauen- und Menschenrechtsgruppen sowie kleineren NGOs getragen wurde. Zunehmend nahm sich die Politik des Themas an, große übernationale Organisationen wie die WHO oder die UNO setzten sich für die Bekämpfung der Frauenbeschneidung ein, und in den meisten westlichen Ländern wurde die Beschneidung unter teilweise strenge Strafe gestellt.[25][26]

Inzwischen hat sich bei fast allen agierenden Parteien im westlichen Kulturkreis eine Haltung etabliert, welche der Frauenbeschneidung deutlich ablehnend gegenübersteht und an deren Abschaffung arbeitet. Die vorgebrachten Kritikpunkte sind dabei:

  • die negativen gesundheitlichen Konsequenzen für die betroffenen Frauen sowie eine erhöhte Säuglingssterblichkeit bei der Geburt;
  • unhygienische und medizinisch unzureichende Vorgehensweise während der Operation
  • die Unterdrückung der Frau durch sexuelle Kontrolle, also die Einschränkung ihrer Fähigkeit, sexuelle Lust zu empfinden;
  • allgemein eine Verletzung der Menschenwürde und des Rechts auf körperliche Unversehrtheit durch einen medizinisch nicht notwendigen Eingriff ohne Einwilligung (informed consent) der Betroffenen.

Die zwischen 1997 und 2003 als UN-Sonderbotschafterin gegen die Beschneidung weiblicher Genitalien tätige Waris Dirie lehnt Begründungen mit Kultur, Tradition oder Religion gänzlich ab. Die Beschneidungspraxis bezeichnet sie als Genitalverstümmelung („female genital mutilation“), Folter („torture“) und Verbrechen („crime“).[27]

Internationale Organisationen wie die UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation streben seit den 1990er Jahren die vollständige Abschaffung der Beschneidung weiblicher Genitalien an. Auch zahlreiche lokale Organisationen und Initiativen in Ländern mit Beschneidungstradition arbeiten auf dieses Ziel hin, vor allem indem die Praktizierenden über die mit der Beschneidung verbundenen negativen Auswirkungen informiert werden. Dies hat dazu geführt, dass verschiedene ethnische Gruppen und Dorfgemeinschaften die Abschaffung der Praxis erklärt haben.[28] In einer Reihe von afrikanischen Ländern wurde die Beschneidung weiblicher Genitalien auch gesetzlich verboten, die Umsetzung dieser Verbote ist jedoch von Land zu Land unterschiedlich und oft lückenhaft.

Ein weiterer Ansatz besteht darin, alternative Berufsmöglichkeiten für die traditionellen Beschneiderinnen zu schaffen. Allerdings kehren manche Beschneiderinnen trotz solcher Programme wieder zu ihrer früheren Tätigkeit zurück, da diese hoch angesehen, gut bezahlt und weiterhin nachgefragt wird.[29]

Wirkungen

Gemäß Zahlen der UNICEF[30] ist in 14 von 15 untersuchten Ländern der Anteil der befragten 15- bis 49-jährigen Frauen, die die Fortführung der Beschneidung befürworten, kleiner als der Anteil derer, die selbst beschnitten sind. Vor allem in Burkina Faso – wo der Staat Bemühungen zur Abschaffung unternommen hat[31] – ist der Anteil der Frauen, die die Beschneidung befürworten (17 %) deutlich kleiner als der Anteil der Beschnittenen (77 %). Einzig in Niger befürworten mehr Frauen (9 %) die Beschneidung, als selbst davon betroffen sind (5 %). Allerdings hat Nichtbefürwortung/Ablehnung der Praxis nicht immer zur Folge, dass die betreffenden Frauen ihre Töchter tatsächlich nicht beschneiden lassen.[32]

Einer weiteren Untersuchung zufolge ist in neun von 16 Ländern (Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Eritrea, Kenia, Jemen, Nigeria, Tansania und Zentralafrikanische Republik) der Anteil beschnittener Frauen in jüngeren Altersgruppen (15–25jährige) niedriger als bei älteren Frauen, was auf einen Rückgang der Praxis hinweist; in den übrigen 7 Ländern (Ägypten, Elfenbeinküste, Guinea, Mali, Mauretanien und Sudan) gibt es kaum Unterschiede nach Altersgruppen.[32]

In Äthiopien ist gemäß einer Untersuchung einheimischer nichtstaatlicher Organisationen die Prävalenz landesweit von 61 % 1997 auf 46 % 2007 gesunken. Am stärksten ist sie in den Regionen Tigray, Oromiyaa und im Süden sowie in den Stadtregionen Addis Abeba und Dire Dawa zurückgegangen, während in den Regionen Somali und Afar – wo die Infibulation üblich ist – kaum ein Rückgang festzustellen ist. Bei 29 ethnischen Gruppen, 18 davon in der Südregion, beträgt der Rückgang um die 20 %.[33] In Togo ist laut einer Studie der Regierung und der UNO die Beschneidungsrate von 1996 bis 2008 um die Hälfte zurückgegangen und liegt nun bei 7 %.[29]

Bei solchen Studien, die auf Umfragen beruhen, ist aber zu beachten, dass Befragte möglicherweise Falschaussagen machen und Beschneidungen verschweigen, insbesondere wenn sie hierfür tatsächlich mit Strafverfolgung rechnen müssen. Der Rückgang ist daher möglicherweise weniger stark, als es Befragungen nahelegen.[34]

Weltweite Aufmerksamkeit erlangte das senegalesische Dorf Malicounda Bambara, als die Einwohner 1997 die Abschaffung der Beschneidung erklärten. Seither gaben etwa 2.657 Dörfer in Senegal, Guinea und Burkina Faso ähnliche Erklärungen ab. Allerdings sollen einige Bewohner dieser Dörfer die Praxis dennoch weiterführen.[35]

Andere Untersuchungen und Daten deuten darauf hin, dass die Abschaffungsbestrebungen zu Veränderungen in der Durchführung – hin zu weniger gesundheitsgefährdenden Umständen – beigetragen haben, nicht aber unbedingt zur Abschaffung der Praxis. So halten Massai in Kenia – bei denen die Beschneidung in Form der Klitoridektomie im Rahmen eines jährlichen Rituals erfolgt – mehrheitlich an dieser Tradition fest, verwenden aber mittlerweile für jedes einzelne Mädchen ein anderes Schneidwerkzeug, um die Infektionsrisiken durch Mehrfachbenutzung zu vermeiden. Nur mehr 14 % der Beschneider sollen Klingen mehrfach verwenden.[36] Auch wird die Infibulation zum Teil durch leichtere Beschneidungsformen ersetzt.[37] Der Anteil der Eingriffe, die von medizinisch geschultem Personal und unter hygienischen Bedingungen durchgeführt werden, hat namentlich in Ägypten, Guinea, Kenia, Nigeria, Nord-Sudan und Jemen deutlich zugenommen. UNICEF führt diesen Trend zur Medikalisierung wesentlich darauf zurück, dass Kampagnen gegen Mädchenbeschneidung vor allem die Gesundheitsrisiken betont haben. Sie vertritt dazu die Ansicht, dass jegliche Beschneidung, auch mit Medikalisierung, eine mit der Würde der Frau unvereinbare Menschenrechtsverletzung darstelle und dass Kampagnen diesen Aspekt verstärkt aufgreifen sollen.[38]

Die in verschiedenen Ländern beobachtete Tendenz, dass das Beschneidungsalter nach unten verschoben wird, ist möglicherweise ebenfalls auf die Abschaffungsbestrebungen zurückzuführen. Traditionell wurde die Beschneidung im Wesentlichen während der Pubertät oder erst im Erwachsenenalter durchgeführt.[39] Mittlerweile werden Mädchen vermehrt bereits im Kleinkindesalter beschnitten, auch wenn traditionell ein späterer Zeitpunkt üblich ist – so können Beschneidungen eher vor den Behörden verheimlicht werden. Zudem könnten sich Mädchen in höherem Alter, insbesondere wenn sie Schulbildung und Aufklärung erhalten haben, gegen den Eingriff widersetzen.[40]

Existenzielle Bedrohungen in den Verbreitungsgebieten, wie extreme Armut und Kriege, tragen dazu bei, dass sowohl das Problembewusstsein bezüglich Beschneidung wie auch Kampagnen und Beendigungsstrategien in den Hintergrund treten. Befragungen von Frauen und Männern zeigten, dass unter solchen Bedingungen das Thema weder moralisch noch wissenschaftlich von großem Interesse ist.[41]

Gegenbewegung

Seit den Anfängen der Abschaffungsbestrebungen während der Kolonialzeit wurden diese von afrikanischer Seite als ungerechtfertigte Einmischung in die eigene Kultur angesehen. Zusätzlich zu bestehenden Motiven für die Beschneidung wurde diese zum Ausdruck für die eigene kulturelle Identität, die Befürwortung der Beschneidung wurde zum Teil des Antikolonialismus.[20] Beispielhaft hierfür ist das Aufkommen der Ngaitana-Bewegung 1956 in Kenia. Der ausschließlich männliche Gemeinderat der Stadt Meru beschloss - unter dem Druck der Kolonialverwaltung - einstimmig ein Verbot der Genitalbeschneidung. Dies führte dazu, dass sich die bis dahin unbeschnittenen Mädchen und Frauen selbst beschnitten[42], um gegen die Fremdbestimmung zu protestieren und ihrer körperlichen Autonomie Ausdruck zu verleihen. Die Ngaitana wurden Teil der politischen Mau-Mau-Bewegung, die in die kenianische Unabhängigkeitsbewegung mündete. Deren Führer und spätere Präsident Jomo Kenyatta betonte die kulturelle Bedeutung der Beschneidung.[43][44]

Heute existiert die Gegenbewegung sowohl in den betreffenden afrikanischen als auch in westlichen Ländern. Sie wird unter anderem von prominenten afrika-stämmigen Frauen getragen, die selbst beschnitten sind; so zum Beispiel die an der Florida Atlantic University lehrende Kenianerin Wairimu Njambi oder Fuambai Ahmadu von der University of Chicago, die ursprünglich aus Sierra Leone stammt. Von letzterer wurde 2008 die Organisation African Women Are Free to Choose (AWA-FC) gegründet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die aus ihrer Sicht stark negativ verzerrte Berichterstattung zum Thema zu versachlichen.[45][46][26]

Die Mehrzahl der beschnittenen Mädchen und Frauen betrachtet sich selbst nicht als verstümmelt,[25] vielmehr wird die erfolgte Beschneidung als positiv bewerteter Teil der eigenen Identität betrachtet.[47][48][49] Auch wird darauf hingewiesen, dass die Beschneidung nicht zu einer Einschränkung der weiblichen Sexualität führen muss.[50][51][52] Die Kritik richtet sich entsprechend auf die übertrieben negative Darstellung der gesundheitlichen Risiken und der Auswirkung auf die Sexualität der Frau, die aus der Sicht der Verfechter dieser Position unsachlich oder schlichtweg falsch sind.[48] Dabei wird nicht zwangsläufig die Frauenbeschneidung verteidigt, es wird jedoch zu einem rationalen Dialog aufgerufen und die emotional aufgeladene Rhetorik und Methoden kritisiert, mit der die Beschneidungsgegner agieren.[47][49][53]

Für einen detaillierten Überblick über die Kontroverse, siehe Politische Aktionen und Gegenkritik.

Geografische Verbreitung

Regionale Verbreitung in Afrika (geschätzte Verteilung)

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zur Verbreitung von Typ I-III der WHO-Klassifikation sind weltweit zwischen 100 und 140 Millionen Frauen und Mädchen an den Genitalien beschnitten (Stand 2008); in Afrika sind in jedem Jahr etwa drei Millionen Mädchen von solchen Eingriffen bedroht.[54]

Afrika

Hauptverbreitungsgebiete sind 28 Staaten im westlichen und nordöstlichen Afrika. In sieben Ländern – in Dschibuti, Ägypten, Guinea, Mali, Sierra Leone, Somalia und im Norden des Sudan – ist die Praxis fast flächendeckend verbreitet: Über 90 % der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren sind dort beschnitten.[55] Die Infibulation (Typ III) ist insbesondere in Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Somalia und Nordsudan verbreitet, in Dschibuti und Nordsudan ist mehr als die Hälfte der Frauen, in Somalia sind etwa 80 % der Frauen von diesem Eingriff betroffen.[56]

Die Zahlenangaben beziehen sich auf bestimmte Staaten, weil die Datenerhebung innerhalb nationalstaatlicher Grenzen stattfindet. Zwischen einzelnen Regionen dieser Staaten bestehen dabei teilweise beträchtliche Unterschiede. Entscheidender Faktor für die Verbreitung von Beschneidungen allgemein wie auch bezüglich des Typs der Beschneidung ist nicht die Staatsangehörigkeit, sondern die ethnische Gruppe, der die Frauen angehören.[54][57]

Asien

Außerhalb Afrikas ist bisher der Jemen das einzige Land mit Beschneidungspraxis, für das die Verbreitung statistisch erfasst wurde: 22,6 % der 15 bis 49-jährigen Mädchen und Frauen sind betroffen.[58] Indizien deuten darauf hin, dass die Beschneidung weiblicher Genitalien in Syrien und dem West-Iran präsent ist.[59] Weiter ist die Praxis für das irakische Kurdistan,[60] für kurdisch besiedelte Regionen in der Türkei,[61] für das nördliche Saudi-Arabien und südliche Jordanien,[59] für Beduinen in Israel, für die Vereinigten Arabischen Emirate,[62] für muslimische Gruppen in Malaysia und für Indonesien (primär auf den Inseln Sumatra, Java, Sulawesi, Madura, vorwiegend Typ I und IV)[63][64] dokumentiert. Für diese Länder liegen keine Daten zur Verbreitung vor.

Mittel- und Südamerika

In Amerika ist das Phänomen vereinzelt belegt, etwa für die Embera-Chamí-Indianer in Kolumbien.[65]

Australien

Historische Beschneidungsmesser aus Stein von den Aborigines aus dem Jahr 1925. Herkunft: Groote Eylandt, Australien, heute im British Museum

Die Beschneidung der Frau findet sich traditionell bei einigen Ethnien der Aborigines, der australischen Ureinwohner. Ähnlich der bei Männern durchgeführten Subinzision fand die Operation im Rahmen von Initiationsriten statt.[66] Inwiefern die Beschneidung gegenwärtig von den Aborigines praktiziert wird, ist unklar. Während der UNHCHR in einem Arbeitspapier behauptet, dass Stämme in Queensland die unter Typ IV fallende Inzision praktizieren,[67][68] wird diese Ansicht von australischen Wissenschaftlern in Frage gestellt.[69]

Der Großteil der heutzutage in Australien durchgeführten Beschneidungen dürfte innerhalb von Migrantenpopulationen aus dem afrikanischen und arabischen Kulturraum erfolgen.[70]

Europa und Nordamerika

Durch Auswanderung aus Afrika wuchs seit den 1970er Jahren in Europa und Nordamerika die Zahl beschnittener Frauen und Mädchen aus Herkunftsgebieten mit Beschneidungsritualen.[54][71] Die Schätzungen dazu, wie viele Migrantinnen beschnitten waren, sind bisher (Stand 2008) relativ unsicher; sie beruhen in den meisten Fällen auf der Zusammenstellung von Daten zur Herkunft der Migrantinnen mit Daten zur statistischen Verbreitung der Beschneidungspraktiken in den Herkunftsregionen.[72]

Auf Grundlage der Zahl von rund 60.000 in Deutschland lebenden Frauen aus Ländern, in denen es eine Beschneidungs-Tradition gibt, gehen die Schätzungen der Nichtregierungsorganisationen hier von bis zu 30.000 betroffenen oder bedrohten Mädchen und Frauen aus.[73] Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes schätzte 2005, dass in Deutschland mindestens 18.000 Frauen bereits betroffen und weitere 5000 bis 6000 Mädchen gefährdet sind.[74] Für die Schweiz schätzt UNICEF die Zahl beschnittener oder von Beschneidung bedrohter Mädchen und Frauen auf etwa 6.700.[72]

Das österreichische Bundesministerium für Gesundheit und Frauen führte 2006 zusammen mit der Ärztekammer und UNICEF eine Studie zur „Genitalverstümmelung“[75] durch. Hiernach hatten 14 % der niedergelassenen Gynäkologen oder Kinderärzte mindestens einmal in ihrem Berufsleben ein genitalverstümmeltes Mädchen oder eine genitalverstümmelte Frau behandelt.[76] Es fiel auf, dass der Anteil außerhalb der Gruppe der Gynäkologen sehr gering war (nur 1 Kinderarzt).[76] Jeweils zwei Ärzte in Wien und in der Steiermark gaben an, dass sie schon gefragt worden seien, ob sie eine Genitalverstümmelung durchführen würden.[76] In 16 Prozent der Krankenanstalten, die an der Befragung teilnahmen, sollen nach deren Angaben einmal genitalverstümmelte Mädchen oder Frauen behandelt worden sein.[77] Drei von vier Patientinnen sollen aus Somalia oder Äthiopien stammen.[77] Überwiegend erfolgte ein Besuch aus Anlass einer Schwangerschaft oder vor einer Entbindung.[77] Es wurde vermutet, dass die Frauen, an denen eine Genitalverstümmelung vorgenommen worden war, erst erheblich später nach Österreich eingereist waren.[78]

In den übrigen europäischen Staaten gibt es bisher (Stand 2008) lediglich für England und Wales Schätzungen, die zusätzlich auf Datenerfassungen anlässlich gynäkologischer Untersuchungen beruhen. Diesen Schätzungen zufolge sind dort insgesamt etwa 66.000 Migrantinnen beschnitten; etwa 15.000 Mädchen unter 15 Jahren sind von der Infibulation (Typ III) bedroht und über 5000 Mädchen des Alters sind von Beschneidungen nach Typ I und II bedroht.[79]

Darüber hinaus ist dokumentiert, dass Beschneidungspraktiken bei einem Teil der Migrantinnen trotz gesetzlicher Verbote in den Aufnahmeländern heimlich fortgeführt werden. In Frankreich, Italien, Spanien und der Schweiz[80] kam es in diesem Zusammenhang zu Strafprozessen.[81] Die Eingriffe erfolgen entweder im Aufnahmeland oder anlässlich einer Reise in ein Herkunftsland.[82][83] Datenerhebungen zu diesem Phänomen existieren bisher (Stand 2008) nicht.

Demografie der Betroffenen

In ethnischen Gruppen, in welchen die Beschneidung weiblicher Genitalien Tradition hat, ist meist die große Mehrzahl aller Frauen betroffen. Das Beschneidungsalter variiert von Gruppe zu Gruppe: Manche Mädchen werden schon in der ersten Lebenswoche, manche erst in der Pubertät oder bei der Eheschließung beschnitten. Die meisten Mädchen sind zum Zeitpunkt ihrer Beschneidung zwischen vier und zwölf Jahre alt. Oft findet die Beschneidung zu Beginn der Pubertät statt und ist Teil eines Initiationsritus, der den Übergang zum Erwachsenenalter markiert.[66] Erwachsene Frauen werden manchmal kurz vor der Eheschließung oder auch noch danach[84] einer Beschneidung unterzogen. Dies liegt dann meist darin begründet, dass dem Ehemann oder der Schwiegermutter die bestehende Genitalbeschneidung als nicht ausreichend erscheint.

Je jünger die Mädchen sind, desto geringer ist zum einen ihr Kenntnisstand; zum anderen können sie sich nicht gegen den Eingriff wehren oder sich ihm gar entziehen. Laut Zahlen von UNICEF kommt die Beschneidung von Frauen in der ländlichen Bevölkerung häufiger vor als in der städtischen: In der ländlichen Bevölkerung findet demnach die Praktik bei etwa 73 % der Bevölkerung Zuspruch, in der städtischen Bevölkerung bei etwa 67 %. Als Grund hierfür wird der – insbesondere für Frauen – geringe Zugang zu Schulbildung auf dem Land angesehen. Damit geht ein stärkeres Festhalten an Traditionen und eine größere soziale Kontrolle als in der Großstadt einher. Die gesellschaftliche Abhängigkeit und das Fehlen einer ökonomischen Perspektive sind demnach auch die tragenden Faktoren, welche eine Beendigung der Praktiken erschweren.[41]

Sozialwissenschaftler – wie erstmals 2003 die Anthropologie-Professorin[85] und WHO-Mitarbeiterin[86] Carla Makhlouf Obermeyer – stellten in anderen Untersuchungen dagegen fest, dass es in der Durchführungshäufigkeit keine Unterschiede gebe, die auf einem anderen intellektuellen Niveau beruhen. Lediglich die Art und Weise unterscheidet sich: In gebildeteren Kreisen ist der Trend zur sogenannten Medikalisierung, also der Durchführung der Beschneidung in Krankenhäusern oder durch professionelles medizinisches Personal und unter hygienischeren Bedingungen zu beobachten. Generell halten über 90 % der Betroffenen an der Tradition fest und nur etwa 4 % wollen die Beschneidungen an ihren eigenen Töchtern nicht durchführen lassen. Manche gebildete Frauen entschließen sich auch im Erwachsenenalter noch selbst dazu, beschnitten zu werden. Hierbei werden allerdings nicht extreme Beschneidungsformen (wie z. B. die Infibulation) gewählt.

Untersuchungen in Europa haben ergeben, dass auch Migranten zum Teil an der Praxis festhalten. Die Mädchen werden im Herkunftsland der Eltern oder in dem europäischen Heimatland beschnitten, in fast allen europäischen Ländern ist dies aber strafbar (siehe Rechtliche Beurteilung).

Gründe der Beschneidung

Tradition

Beschneidungszeremonie bei den Samburu in Rift Valley (Kenia)

Tradition ist die stärkste Rechtfertigung der Praxis. Weil die Beschneidung seit langer Zeit und an praktisch allen Frauen der praktizierenden Gruppe durchgeführt wird, nehmen die Menschen an, dass es sich dabei um etwas absolut Notwendiges handle. Die Beschneidung wird in vielen praktizierenden Kulturen als ein feierlicher Initiationsritus begangen, mit dem ein Mädchen im Mittelpunkt steht und offiziell als erwachsene Frau anerkannt wird. Nicht beschnittene Mädchen riskieren daher auch, sozial ausgegrenzt zu werden und keinen Ehemann zu finden. Die zur westlichen Kultur sehr konträren Vorstellungen gehen sogar so weit, dass die Menschen in praktizierenden Gruppen ein Ausbleiben der Beschneidung als geradezu barbarisch ansehen.[25]

Medizinische Mythen

Mitunter existieren medizinische Vorstellungen, die aus dem unbeschnittenen Zustand bestimmte Probleme ableiten.

So werden für den Fall, dass eine Beschneidung unterlassen wird, negative Konsequenzen für die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Frau wie auch für die Gesundheit des Geschlechtspartners und von der Frau geborener Kinder angenommen. Nach diesen Vorstellungen wird die Klitoris als Organ angesehen, das den Ehemann oder das Kind sogar töten kann, wenn es sie während des Geschlechtsverkehrs bzw. während der Geburt berührt. Der vermeintlichen Gefährlichkeit entsprechend, existieren im Ägyptischen Ausdrücke wie „Wespe“, „Stachel“ oder „Exzess“, um die Klitoris zu beschreiben.[87]

Auch existieren Mythen, nach denen weibliche Genitalien ohne Beschneidung weiter wüchsen und etwa die Klitoris die Größe eines Penis erreichen würde.[8]

Ästhetische Vorstellungen

In den Kulturkreisen, die solche Operationen durchführen, wird eine operativ unveränderte Vulva oftmals als unästhetisch betrachtet. Die Umgestaltung der Genitalien entsprechend einem kulturell geprägten Schönheitsideal ist ein wesentlicher Grund für die Beschneidung. Die Vulva soll schmal und glatt erscheinen, hervorstehende Hauptpartien werden als unästhetisch bewertet.[39] Das ästhetische Ideal entspricht in wesentlichen Aspekten jenem, welches auch in westlichen Ländern zunehmend vorherrscht und ästhetisch motivierte Eingriffe wie die Labioplastik hervorbringt.[23]

Die Sozial- und Kulturwissenschaftlerin Kathy Davis stellt fest:[88]

Among the key motivating factors raised by African women who favor female genital surgeries are beautification, transcendence of shame, and the desire to conform; these clearly matter to American women seeking cosmetic surgery on their labia, as well... In this way, one could see Western female consumers who consent to the procedures (and even finance them) to be even more oppressed and bound by normative gender than their African counterparts.

Unter den Hauptbegründungen, welche von afrikanischen Frauen, die Operationen an den weiblichen Genitalien befürworten, vorgebracht wurden, befinden sich Verschönerung, Erhabenheit über die Scham sowie der Wunsch sich anzupassen; solche Gründe bewegen auch amerikanische Frauen, die kosmetische Operationen an ihren Labien durchführen wollen... So gesehen, kann man jene westlichen Frauen, die in die Prozeduren einwilligen (und sogar noch dafür zahlen), als von der Geschlechterrolle noch mehr unterdrückt und gefesselt betrachten als ihre afrikanischen Gegenstücke.

Regional liegen unterschiedliche, traditionell verankerte Vorstellungen vor: so nehmen einige Ethnien die Klitoris als Überbleibsel des männlichen Penis wahr, eine Entfernung derselben erhöht also nach dieser Vorstellung die Weiblichkeit der Frau. Auch werden abstehende Teile der Genitalien wie die Labien als nicht benötigte, hässliche Überbleibsel gesehen, deren Entfernung den Körper abrundet und somit schöner und auch erotischer macht.[25]

Hygiene

Wie auch im Fall der männlichen Beschneidung wird argumentiert, dass sich im unbeschnittenen Zustand unter der Klitorisvorhaut Smegma sammelt. Dieses wird durch Bakterien zersetzt und führt zu Geruch, sowie unter Umständen, zu gesundheitlichen Problemen. [48]

Unterdrückung der weiblichen Sexualität

Einige Formen der Praktik können die sexuelle Lust stark einschränken und die betroffene Frau so unter anderem unfähig machen, einen Orgasmus zu erleben. Weiterhin machen sie den Geschlechtsverkehr für die Frau oft umständlich und schmerzhaft. Somit kann die Beschneidung als Mittel betrachtet werden, die voreheliche Jungfräulichkeit der Frau und ihre Treue in der Ehe sicherzustellen. Gemäß Kritikern ist die Kontrolle und Unterdrückung der weiblichen Sexualität der eigentliche Grund der Beschneidung, auch wenn sie traditionell anderweitig – etwa mit „Reinheits“vorstellungen und fälschlicherweise angenommenen gesundheitlichen Vorteilen – begründet wird. Da eine Frau so auf ihre bloße Reproduktionsfunktion reduziert werde, hat dieser Umstand die Praktik besonders stark ins Visier von Feministinnen gerückt.

Die Bekämpfung der als Perversion betrachteten Masturbation war in Europa zwischen dem 19. Jahrhundert bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts üblich. Ärztlicherseits wurden dazu vereinzelt auch Klitoridektomien, Kauterisationen und Infibulationen vorgenommen, obgleich bekannt war, dass die weibliche Libido insgesamt Schaden nehmen kann.[89][90]

In feministischen Kreisen ist die Beschneidung heute ein Synonym für die Unterdrückung der weiblichen Sexualität. Diese Einschätzung wird aber von einem Großteil der Frauen, die einen solchen Eingriff hinter sich haben, nicht geteilt.[25][91] Allerdings wird auch innerhalb des Feminismus Kritik an der im Westen vorherrschenden Sichtweise geäußert.[39][92][93] So wird eingeräumt, dass die Beschneidung weiblicher Genitalien in der Regel von Frauen praktiziert und gefordert wird, während die Männer in den praktizierenden Kulturen oftmals gar keine klare Präferenz für beschnittene Frauen äußern.[94] Auch wird zugegeben, dass die Auswirkungen auf die weibliche Sexualität umstritten sind.[48][95] Entsprechend wird der Eingriff nicht von allen beschnittenen Frauen als Verlust oder Verstümmelung empfunden und die Verurteilung der Beschneidung als ungerechtfertige Einmischung zurückgewiesen.[52][48]

Siehe auch: Einschränkung der Sexualität.

Religion

Zu den Religionsgruppen, die die Beschneidung weiblicher Genitalien praktizieren, zählen in erster Linie Muslime,[96] aber auch Christen verschiedener Glaubensrichtungen, äthiopische Juden und Anhänger traditioneller Religionen.[8] In Sierra Leone, wo 90 % aller Frauen beschnitten sind, hauptsächlich nach Typ II, wird die Beschneidung von allen christlich und muslimisch geprägten ethnischen Gruppen mit Ausnahme der Kreolen praktiziert.[97] Allerdings geht die Praxis auf vorchristliche und vorislamische Zeit zurück. In den Ländern, in denen die Mädchenbeschneidung üblich ist, nehmen vor allem ungebildete Gläubige häufig an, sie sei religiös vorgeschrieben. Im Islam ist dies je nach Auslegung auch Lehrmeinung (siehe unten).

Allgemein gibt es Religionsvertreter, die sich für die Beschneidung aussprechen, solche, die sich nicht dazu äußern und andere, die sich dagegen einsetzen.[98] Ein Aufruf der koptischen Kirche im Jahr 2001, dass die Beschneidung unchristlich sei, hat die Praxis unter den ägyptischen Kopten nahezu vollständig beendet. In Kenia ist Mungiki im Zusammenhang mit erzwungenen Beschneidungen in die Medien gekommen.[99][100]

Vorkommen im Islam

Der Koran erwähnt weder die Beschneidung von Frauen noch diejenige von Männern. In der Regel wird die Genitalbeschneidung unter Berufung auf einige Hadithe im Islam religiös legitimiert, denn Hadithe (Aussprüche, die dem Propheten Mohammed zugeschrieben werden) bilden neben dem Koran die zweite Quelle des islamischen Rechts. Hierbei handelt es sich allerdings um eine bestimmte Eingriffsform, die sogenannte „leichte Beschneidung“ (arabisch ‏الخفاض القليل‎). Bei dieser Beschneidungsart findet nur ein leichtes Entfernen des äußerlich sichtbaren Teils der Klitorishaut statt. Extreme Formen wie die Infibulation werden vom Islam also in keiner Weise legitimiert, auch sind keine islamischen Rechtsquellen vorhanden, die eine Beschneidung der kleinen oder großen Schamlippen erwähnen.[101][102][103]

Keine der vier sunnitischen Rechtsschulen (Madhhab) spricht sich explizit gegen die Mädchenbeschneidung aus, denn sie findet Erwähnung in den Überlieferungen. Die Schafiiten halten sie sogar für eine religiöse Pflicht.[104] In den Ländern des Nahen Ostens und Ostafrikas, in denen die schafiitische Rechtsschule dominiert, ist sie deshalb auch allgemein verbreitet. Auch einer überlieferten hanbalitischen Position zufolge ist die Mädchenbeschneidung Pflicht. Die Malikiten sehen die Beschneidung von Mädchen als Prophetentradition (sunna) und dementsprechend als empfehlenswerte Tat an. Die Hanafiten wie auch manche Hanbaliten halten sie für lediglich ehrenhaft (makruma).[105]

Das am häufigsten zitierte Hadith im Zusammenhang mit der Beschneidung von Frauen gibt eine Diskussion zwischen Mohammed und Umm Habibah (oder Umm 'Atiyyah) wieder (das Hadith der Beschneiderin).[106] Diese Frau war als Beschneiderin von Sklavinnen bekannt und gehörte zu den Frauen, die mit Mohammed immigriert waren. Nachdem er sie entdeckt hatte, fragte er sie, ob sie immer noch ihren Beruf ausübe. Sie bejahte und fügte hinzu: „Unter der Bedingung, dass es nicht verboten ist und du mir nicht befiehlst, damit aufzuhören“. Mohammed erwiderte ihr: „Aber ja, es ist erlaubt. Komm näher, damit ich dich unterweisen kann: Wenn du schneidest, übertreibe nicht (la tanhaki), denn es macht das Gesicht strahlender (ashraq) und es ist angenehmer (ahza) für den Ehemann“. Nach anderen Überlieferungen sagte Mohammed: „Schneide leicht und übertreibe nicht (ashimmi wa-la tanhaki), denn das ist angenehmer (ahza) für die Frau und besser (ahab, nach Quellen abha) für den Mann“. (Andere Übersetzung: „Nimm ein wenig weg, aber zerstöre es nicht. Das ist besser für die Frau und wird vom Mann bevorzugt.“ „Die Beschneidung ist eine Sunnah für die Männer und Makrumah für die Frauen.“

Dieser Hadith gilt aber als daif, also als schwach. Dies bedeutet, der Hadith ist inhaltlich und bezüglich des Isnad unzulänglich: er hat demzufolge eine unvollständigen Isnad (Zeugenkette), einen Sammelisnad, der die Rücküberprüfung, ob der Prophet dies tatsächlich aussagte, nicht zulässt. (Es war den Muslimen bereits im 2. Jh. islamischer Zeitrechnung bekannt, dass Hadithe gefälscht wurden).

Diejenigen, die diesen Hadith anerkennen interpretieren ihn unterschiedlich. Eine Ansicht besagt, dass sich das „ist besser für die Frau und wird vom Mann bevorzugt“ auf das „zerstöre nicht“ bezieht. Mohammed hätte dann mit der vorislamischen Tradition nicht brechen wollen, bevorzugte selbst aber deren Unterlassung. Eine andere Deutung geht davon aus, dass es sich um ein „Makruma“ handelt, eine freiwillige ehrenvolle Tat, deren Unterlassung nicht bestraft wird – im Gegensatz zur Sunna, die ein alle Muslime verbindendes Brauchtum darstellt, das eingehalten werden soll. Zu diesen Deutungen kommt hinzu, dass der Islam das Recht der Frau auf sexuelle Befriedigung, wenn sie verheiratet ist, ausdrücklich anerkennt.

Heutige Gegner der Beschneidung argumentieren mit Koranversen, die hervorheben, dass der Mensch von Gott in seiner optimalen Form geschaffen wurde:

„für diejenigen, die Gottes betend im Stehen, im Sitzen und auf der Seite liegend gedenken und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken und sagen: „Unser Herr, Du hast all das nicht umsonst geschaffen. Gepriesen seist Du! Behüte uns vor der Strafe des Feuers!““

Koran 3:191

„(Gott) Der alles gut gemacht hat, was Er erschuf. Und Er begann die Schöpfung des Menschen aus Ton.“

Koran 32:7

„Ich (Satan) werde sie (die Diener Gottes) verführen und falsche Wunschvorstellungen in ihnen erwecken, und ich werde ihnen befehlen, manchem Herdentier die Ohren einzuschlitzen und die Schöpfung Gottes zu verunstalten. Wer den Satan anstatt Gott zum Beschützer nimmt, der hat gewiss verloren.“

Koran 4:119

Auf Initiative des Menschenrechtsaktivisten Rüdiger Nehberg fand am 22. und 23. November 2006 eine internationale Konferenz von Islam-Gelehrten in der al-Azhar-Universität Kairo unter Führung des ägyptischen Großmufti Ali Gum'a statt. Die Gelehrten beschlossen in einer Fatwa, dass die Beschneidung weiblicher Genitalien nicht mit der Lehre des Islams zu vereinbaren sei.[107][108]

„Die Genitalbeschneidung bei Frauen ist eine ererbte Unsitte... ohne Grundlage im Koran respektive einer authentischen Überlieferung des Propheten... Daher müssen die Praktiken unterbunden werden in Anlehnung an einen der höchsten Werte des Islam, nämlich den Menschen unbegründet keinen Schaden zufügen zu dürfen.“

Dr. Sheikh Ali Gum'a

Bereits im Jahre 2005 hatten islamische Gelehrte in Somalia – wo die Infibulation nahezu flächendeckend praktiziert wird – eine Fatwa veröffentlicht, die sich gegen die Beschneidung an Mädchen richtet.[109] Im März 2009 besuchten Rüdiger Nehberg und Tarafa Baghajati den in Qatar lebenden islamischen Rechtsgelehrten Yusuf al-Qaradawi, der als die wichtigste zeitgenössische Autorität des sunnitischen Islam gilt. In einer ausgefertigten Fatwa des anerkannten Rechtsgelehrten wird die genitale Verstümmelung von Mädchen als „Teufelswerk“ bezeichnet und verboten, da sie gegen die Ethik des Islam gerichtet sei. [110]

Gesundheitliche Folgen

Die Folgen hängen vom Typ der Beschneidung, ihren Durchführungsbedingungen und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Mädchens oder der Frau ab. Besonders folgenschwer ist die Infibulation.

Akute Komplikationen während des Eingriffs

Akute Komplikationen sind in der Regel auf unzureichende hygienische und technische Bedingungen zurückzuführen. So kann es zu hohem Blutverlust (Hämorrhagie) kommen, der, sofern er nicht gestillt wird, bis zum Schock führen kann. Durch Keime kann es zu Infektionen kommen, eine schlechte Wundvernähung kann Narbenbildung begünstigen. Probleme, die sich unmittelbar nach der Beschneidung einstellen können, sind Sepsis, Stenose sowie die Bildung von Fisteln oder Zysten. Weiterhin können Komplikationen wie Infekte des Harntraktes und Störungen der Blasenentleerung (Dysurie) auftreten.[111][41][66] Besonders in Afrika ist ein klinisches Operationsumfeld selten vorhanden, sodass es hier häufig zu Komplikationen kommt, die bis zum Tod führen.

Langfristige Komplikationen

Einschränkung der Sexualität

Die Klitoris ist mit einer hohen Dichte an Nervenendungen ausgestattet und daher besonders berührungsempfindlich und empfänglich für sexuelle Reize. Durch das Entfernen von sensitivem klitoralem Gewebe kann es zu einer reduzierten sexuellen Stimulierbarkeit kommen, entsprechend ist auch die Fähigkeit eingeschränkt, einen Orgasmus zu erleben. Die gesamte Klitoris ist allerdings größer als der sichtbare Teil und besteht zum überwiegenden Teil aus Strukturen, die von den äußeren Schamlippen verdeckt sind.[112]

Negative Auswirkungen auf das Sexualleben zeigten sich vor allem für die Infibulation (Typ-III-Beschneidung).[41] Bei einer Typ-III-Beschneidung kann es durch die Verengung des Scheidenvorhofes und Narbenbildung zu Schmerzen beim Vaginalverkehr kommen, eine sogenannte Dyspareunie, beziehungsweise die Möglichkeit der Penetration eingeschränkt sein. Eine Befragung von 300 fibulierten sudanesischen Frauen und 100 sudanesischen Männern ergab, dass es zwischen drei und vier Tagen aber auch bis zu einigen Monaten dauern kann, bis der verengte Scheidenvorhof so geweitet ist, dass der Geschlechtsverkehr normal vollzogen werden kann. In etwa 15 Prozent gelingt eine Weitung durch Penetrierung dauerhaft nicht, so dass das Paar (in der Regel heimlich) eine Geburtshelferin zuhilfe ziehen muss. Allerdings ist es in den vergangenen Jahrzehnten im Sudan immer mehr in Mode gekommen, dass sich Frauen nach der Geburt eines Kindes den Scheidenvorhof durch Nähen wieder verengen lassen. Dies hängt damit zusammen, dass die Frau dann wieder jungfräulich wirkt. Einige Frauen berichteten auch, dass sie bei verengtem Scheidenvorhof mit ihren Rest-Genitalien am ehesten Lust empfinden können.[113]

Der unverzerrten wissenschaftlichen Erfassung von Auswirkungen verschiedener Beschneidungen auf die Sexualität steht entgegen, dass Daten diesbezüglich nur aus Befragungen gewonnen werden können. Gerade in den betroffenen Regionen stellt sich eine Befragung der Frauen jedoch als schwierig dar, da diese kulturell bedingt nicht sonderlich dazu geneigt sind, mit Fremden über ihre sexuellen Empfindungen und Probleme offen zu sprechen. Somit stützen sich viele Studien auf die Aussagen einiger weniger Probandinnen, deren Repräsentativität fraglich ist. Auch die Frage der Vergleichbarkeit steht aus: Da der Eingriff oft vor der Pubertät erfolgt, kennt die Mehrzahl der betroffenen Frauen nur die Sexualität aus der Perspektive des beschnittenen Zustands. Weiterhin ist die Einschätzung sowohl von Schmerz als auch von sexueller Lust vom kulturellen Hintergrund mitgeprägt, die Übertragung von westlichen Konzepten ist nicht ohne Weiteres möglich. Entsprechend kommen die Studien zu diesem Thema zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Die Sozialpsychologin Hanny Lightfoot-Klein[114] vermutet, dass bei infibulierten Frauen die physiologischen Funktionen zwar beschädigt oder stark herabgesetzt, aber nicht aufgehoben sind. Dies könne bis zu einem gewissen Grad wahrnehmungsphysiologisch kompensiert werden. Entscheidend sei die Tatsache, dass fast alle befragten Frauen unbeschnittene Sexualität nicht kennen und dass viele der befragten Frauen in einer harmonischen Beziehung leben. So würden viele infibulierte Frauen berichten, dass sie Lust und sogar einen Orgasmus empfinden können. Andere berichteten, dass sie in Folge der pharaonischen Beschneidung (Infibulation) den Mann nicht fühlen können.[113]

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das Research Center for Preventing and Curing Complications of FGM/C in Italien. So gaben in einem strukturierten Interview 91 % der infibulierten Frauen an, Sex als lustvoll zu empfinden, 8,57 % erlebten regelmäßig einen Orgasmus. Von der Gruppe der Frauen mit leichteren Formen der Beschneidung gaben 86 % an, Sex als lustvoll zu empfinden, 69,23 % erlebten regelmäßig einen Orgasmus. Die Autoren betonen, dass auch bei infibulierten Frauen zumindest rudimentäre erogene Zonen bestehen blieben. Es solle notfalls im Rahmen einer Sexualtherapie darauf hingewirkt werden, dass infibulierte Frauen, die bisher keinen Orgasmus empfinden können, durch Wahrnehmungsänderungen diese Fähigkeit erlernen.[115] Dabei ist die negative Wahrnehmung der Beschneidung weiblicher Genitalien durch westliche Frauen und Männer für Emigrantinnen die in Europa leben häufig nicht förderlich, da dies zu einer negativen Einstellung zum eigenen Körper und dessen Orgasmusfähigkeit führen kann.[115][116][117] Eine in der Edo-Region in Nigeria durchgeführte Studie, die beschnittene Frauen mit einer unbeschnittenen Kontrollgrupper verglich, fand keine signifikanten Unterschiede zwischen beschnittenen und unbeschnittenen Frauen bezüglich der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs, dem Erleben sexueller Erregung und der Häufigkeit eines Orgasmus. Der 71 Prozent der beschnittenen Frauen wurde nach Typ I, 24 Prozent nach Typ II beschnitten, es lagen also überwiegend mildere Beschneidungsformen vor.[118]

Nicht bei allen Beschneidungen wird die Klitoris entfernt und nur bei einer Minderheit findet eine Infibulation statt. Dass selbst bei Frauen, denen die Glans Clitoris, also der von außen sichtbare Teil der Klitoris, entfernt wurde, die Orgasmusfähigkeit in vielen Studien nicht eingeschränkt ist, scheint der Intuition zu widersprechen. Dies lässt sich jedoch physiologisch erklären: einerseits ist, entgegen verbreiteter Annahmen, nur ein geringer Anteil der Klitoris von außen sichtbar. Die Klitoris erstreckt sich in den Körper und umgibt die vaginalen Strukturen, ist somit also weiterhin stimulierbar.[23] Selbst bei den umfangreichsten Beschneidungsformen bleiben Teie der Klitoris erhalten.[47] Des Weiteren findet nach der Beschneidung durch Prozesse der neuronalen Plastizität eine physiologische Umstrukturierung sowohl auf Ebene der Genitalien als auch im Gehirn statt: die Erregungsfunktion des entfernten Gewebes wird durch umliegende Strukturen übernommen.[95] Eine anfängliche Reduzierung der Empfindsamkeit nach Entfernung der Glans Clitoris kann somit im Laufe einiger Monate wieder kompensiert werden.[119]

Eine Entfernung von Schamlippen und Vorhaut der Klitoris geht in der Regel mit keiner Einschränkung einher,[50][51] es findet sich im Gegenteil mitunter sogar eine Verbesserung des sexuellen Empfindens.[52][120]

Komplikationen bei der Geburt

Einer 2006 veröffentlichten Studie der WHO zufolge, an der 28.373 Schwangere in Afrika teilnahmen, ergaben sich Zusammenhänge zwischen Beschneidungsgrad und Komplikationen während der Geburt. Dabei wurden sowohl negative Auswirkungen auf die Mutter (Notwendigkeit eines Kaiserschnitts, Blutverlust, Dauer des Krankenhausaufenthalts) als auch für das Kind (geringes Geburtsgewicht, Tod während der Geburt oder Notwendigkeit der Wiederbelebung) erhoben. Unterschiede zeigten sich in fast allen Variablen (außer für Geburtsgewicht). Das Risiko war tendenziell erhöht für beschnittene Frauen gegenüber unbeschnittenen Frauen. Signifikante Unterschiede zeigten sich oft jedoch nur für Typ III, während sich Typ-I-Beschnittene nicht signifikant von unbeschnittenen Frauen unterschieden.[121]

In einer weiteren Studie zeigte sich jedoch bei beschnittenen Frauen ein unkomplizierter Geburtverlauf.[122]

Unfruchtbarkeit

In einer Studie an etwa 280 Frauen, die 2003 und 2004 an zwei Krankenhäusern in Khartum untersucht wurden, waren 99 als unfruchtbar erkannt worden. Diese wurden verglichen mit einer Kontrollgruppe von 180 erstmals schwangeren Frauen. Es fand sich ein fast signifikant erhöhtes Risiko für beschnittene Frauen, unfruchtbar zu sein. Jedoch gilt auch dieser Befund nur für die Typ-III-Beschneidung, es wird betont, dass das anatomische Ausmaß der Beschneidung entscheidend ist für einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Die Autoren hoffen, mit diesem Argument den Glauben vieler Beteiligter zu widerlegen, eine Frau könne nur dann eine gute Mutter werden, wenn sie beschnitten sei.[123]

Sonstige Beschwerden

Bei Infibulationen kommt es durch die Verengung der Vaginalöffnung häufig zu einem Stau des Menstruationsblutes, das (wie der Urin) nur tropfenweise und stockend abfließen kann.[41] Derartige Menstruationsbeschwerden führen zu einer Potenzierung der Infektionsneigung, da sich Menstruationsblut und Urin stunden- oder tagelang anstauen können und sich so der pH-Wert der Vagina ins Alkalische verschieben kann, wodurch Infektionen begünstigt werden.[41] Infibulierte Frauen stellen somit eine Risikogruppe dar und bedürfen daher besonderer Aufmerksamkeit in der Gesundheitsversorgung.[41]

Ob und auf welche Weise die Beschneidung einen Einfluss auf die Übertragung von Geschlechtskrankheiten haben kann, ist umstritten. Während einige Studien erhöhte HIV-Raten unter beschnittenen Frauen feststellten[124], fanden andere Studien keinen Zusammenhang[125] oder sogar reduzierte Infektionsraten[126]. So können auch demografische- oder Verhaltensfaktoren als moderierende Faktoren wirken, um komplexe Zusammenhänge zu erklären.[127]

Eine gemeinsame Umfrage von UNICEF, Terre de Femmes und dem Deutschen Berufsverband der Frauenärzte (BVF) ergab, dass rund 15% der beschnittenen Frauen bei den Frauenärzten über chronische Schmerzen klagten.[128]

Rechtliche Beurteilung

Völkerrecht

UN-Menschenrechtskonvention

Eine ablehnende Haltung gegenüber der Beschneidung weiblicher Genitalien kann aus Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte - dem „Recht auf Sicherheit der Person“ - abgeleitet werden. Der Artikel 30 der Erklärung kann als Verbot herangezogen werden, für den Fall, dass sie als Kulthandlung in Ausübung der Religionsfreiheit gemäß Artikel 18 der Erklärung ausgelegt werden sollte.[129]

Arabische Charta der Menschenrechte

Gemäß Art. 13a der arabischen Charta der Menschenrechte ist „grausame und erniedrigende Behandlung“ als strafbare Handlung zu bekämpfen. Die Charta ist seit 15. März 2008 in Kraft.[130]

Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam

Artikel 2 Buchstabe d der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam erklärt die körperliche Unversehrtheit zu einem garantierten Recht. Der Staat hat dieses Recht zu schützen und es darf nur im Rahmen der Schari'a, beispielsweise zur Verhängung von Körperstrafen, gebrochen werden. Artikel 6 der Erklärung garantiert Frauen zudem ein Recht auf Würde.[131]

Europäische Union

In den Staaten der Europäischen Union ist der Eingriff als Verletzung der körperlichen Unversehrtheit eine Straftat; in Belgien, Dänemark, Großbritannien, Italien, Norwegen, Österreich, Schweden und Spanien gibt es darüber hinaus spezielle Gesetze gegen die Genitalverstümmelung.[132][73] In jüngerer Zeit wird Flucht vor Beschneidung in europäischen Ländern zunehmend als Asylgrund anerkannt.

Deutschland

Strafrecht

Einen Straftatbestand der Genitalverstümmelung gibt es im Deutschen Strafgesetzbuch bislang nicht.[133] Nach deutschem Recht erfüllt die oben beschriebene Verstümmelung weiblicher Genitalien aber den Straftatbestand der Gefährlichen Körperverletzung (§ 224 StGB). Ob eine Strafbarkeit sogar als Schwere Körperverletzung (§ 226 StGB) gegeben ist, kann noch nicht als abschließend geklärt betrachtet werden.[134][73][135] In Frage käme bei § 226 StGB das Merkmal „in erheblicher Weise dauernd entstellt“.[134]

Eine Erhöhung des Strafrahmens kommt in Frage, wenn (insbesondere bei der Verstümmelung der Geschlechtsteile minderjähriger Frauen beziehungsweise Mädchen) auch noch eine Misshandlung von Schutzbefohlenen § 225 StGB in Idealkonkurrenz gegeben sein sollte.

Eine wirksame (also rechtfertigende) Einwilligung ist auszuschließen.[135][136] (Vgl. auch unten beim Verfassungsrecht) Falls ein Arzt das infibulierte Genital einer Frau für die Geburt operativ öffnet und danach wieder zunäht (Refibulation), macht er sich strafbar.[137]

Ungeklärt bleibt, ob ein Arzt seine Schweigepflicht brechen muss, um ein gefährdetes Mädchen davor zu schützen, in ihrem Heimatland oder auch in Deutschland beschnitten zu werden. Bislang haben Ärzte in diesem Fall das Recht, ihre Schweigepflicht zu brechen, eine Meldepflicht wie zum Beispiel in Frankreich existiert in Deutschland jedoch nicht.[138]

Eltern, die ihr Kind ins Ausland verbringen, um es dort mit Hilfe eines Dritten an den Genitalien verstümmeln zu lassen, machen sich in Deutschland strafbar. Es handelt sich in diesem Fall um eine mittäterschaftliche Tatbegehung.

Bislang ist es in Deutschland zu keinem einzigen Fall einer Verurteilung oder eines Strafverfahrens gekommen.[133]

Familienrecht

Der für Familienrecht zuständige Senat des Bundesgerichtshofs bestätigte am 15. Dezember 2004 eine Entscheidung, wonach eine Mutter einer 14-jährigen Tochter gambischer Staatsangehörigkeit nicht darüber bestimmen darf, ob Ihr Kind nach Gambia reise.[139] Dies wurde damit begründet, dass in Gambia etwa 80 bis 90 Prozent aller Frauen beschnitten seien und die Mutter auf das vorentscheidende Gericht nicht den Eindruck gemacht habe, dass sie selbst einer Beschneidung klar im Weg stehe. So hatte die Mutter betont, dass sie ihre Tochter hierüber selbst entscheiden lassen wolle, was angesichts des Alters des Mädchens als zweifelhaft beurteilt wurde. Dies seien nachvollziehbare Anzeichen dafür, dass die Mutter selbst nicht in der Lage sei, die immensen Gefahren einer Beschneidung für das leibliche und psychische Wohl des Kindes zu erkennen oder gar abzuwenden.

Zur weiteren Entscheidung, ob im konkreten Fall allein diese Teilentziehung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes ausreiche, oder ob weitergehende Maßnahmen (wie z. B. eine „beaufsichtigend[e] Pflegschaft“ oder eine Verpflichtung zu regelmäßigen Kontrollen bei einem Kinderarzt) erforderlich seien, verwies der Bundesgerichtshof den Fall allerdings wieder an das vorentscheidende Oberlandesgericht zurück.[139]

Einer anderen Familie entzog das Familiengericht Bad Säckingen am 14. September 2008 das Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihre Tochter durch eine einstweilige Verfügung, obwohl die Familie bekanntermaßen jegliche Beschneidung ablehnte.[140] Die Entscheidung wurde am 20. November 2008 bestätigt und alleine mit dem Verweis auf die allgemein hohe Zahl beschnittener Frauen im elterlichen Heimatland Äthiopien begründet, in welchem die Tochter ihre Großeltern besuchen sollte. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hob das Urteil später auf.[141] Demnach sei es nicht zulässig, das Aufenthaltsbestimmungsrecht alleine aufgrund eines solchen Verweises auf eine abstrakte Gefahr einzuschränken; vielmehr müssten konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung vorliegen. Da dies nicht der Fall war, lägen die Voraussetzungen für eine Einschränkung des Aufenthaltsbestimmungsrechts nicht vor.

Verfassungsrecht

Soweit in solchen Fällen (zum Beispiel bei der Frage der rechtfertigenden Einwilligung) von den Befürwortern des Eingriffs versucht wird, die Religionsfreiheit (oder das Erziehungsrecht der Eltern) ins Feld zu führen, so geht jedenfalls das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Menschenwürde des betroffenen Mädchens[142]/der betroffenen Frau[135] vor.

Ärztliches Standesrecht

Wird die Tat durch einen Arzt oder mit dessen Hilfe begangen, so kann dieser auch standesrechtlich belangt werden. Die Bundesärztekammer hat hierzu eindeutig Stellung bezogen.[143]

Österreich

Im österreichischen Strafrecht gibt es für Genitalverstümmelungen spezielle Normen zur Rechtswidrigkeit und zur Verjährung.

Die Unwirksamkeit der Einwilligung ist in § 90 StGB speziell geregelt. Dessen Absatz 3 lautet:

„In eine Verstümmelung oder sonstige Verletzung der Genitalien, die geeignet ist, eine nachhaltige Beeinträchtigung des sexuellen Empfindens herbeizuführen, kann nicht eingewilligt werden.“

Durch das Strafrechtsänderungsgesetz 2006 wurde außerdem die Verjährungsfrist nach § 58 Abs. 3 Ziffer 3 StGB wie für andere Sexualdelikte auch für Fälle der Genitalverstümmelungen[144] als Delikt „gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung“ verlängert. Somit beginnt für Taten an Minderjährigen erst ab dem Erreichen des 28. Lebensjahres des Opfers die normale Frist für die Verjährung.

Weitere Länder

Auch in einigen Ländern, in denen Beschneidung traditionell verbreitet ist, bestehen gesetzliche Verbote, so in Ägypten (seit 2007 vollständiges Verbot), Benin (seit 2005)[145], Burkina Faso (1997), Dschibuti (1995), der Elfenbeinküste (1998), Eritrea (2007)[146], Ghana, Guinea (1989), Senegal (1999), Niger, mehreren Bundesstaaten Nigerias, in Tansania, Togo, Tschad, Uganda (2009)[147] und der Zentralafrikanischen Republik.[8]

In Sierra Leone lehnte es das Parlament 2007 ab, die Praxis unter Strafe zu stellen.[148] In Sudan ist lediglich die Infibulation verboten.[8]

Auch in einigen außereuropäischen Ländern ist eine drohende Beschneidung Asylgrund (siehe Fall Kasinga/Kassindja).

Kontroversen

Kritik an den Bezeichnungen

Beschneidung weiblicher Genitalien und das englischsprachige Pendant Female Genital Cutting beziehungsweise Female Circumcision sind gängige Bezeichnungen für die oben beschriebenen Praktiken, werden aber von einigen Frauenrechtsorganisationen und Autoren als Euphemismen kritisiert, da der Begriff den Vergleich mit der Beschneidung von Männern nahelege. Es wird argumentiert, die häufigste Form der männlichen Beschneidung, die Zirkumzision, sei gemessen am Ausmaß des Eingriffes nur mit dem Entfernen der Klitorisvorhaut vergleichbar.[74] Eingriffe, die die Klitoris selbst betreffen oder bei denen die Vaginalöffnung verschlossen wird, seien dagegen weitaus schwerwiegender.

Der Begriff Genitalverstümmelung (engl. genital mutilation) wurde erstmals 1974 im Rahmen der öffentlichen Debatte verwendet. Dies erfolgte als politisches Schlagwort im Rahmen einer Kampagne, getragen von einem Netzwerk aus feministischen Gruppen und NGOs. Dieser Begriffswechsel wurde bewußt als Agenda Setting im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt, indem die bis dahin nur einem kleinen Expertenkreis aus Medizinern und Ethnologen bekannte Praktik durch eine hochgradig emotional-negativ besetzte Bezeichnung ins öffentliche Bewußtsein gebracht werden sollte. Durch das Ersetzen der neutralen, medizinischen Begriffe (Beschneidung, Klitorektomie, Infibulation etc.) wurde ein Reframing beabsichtigt: es sollte eine semantische Nähe zur Kastration hergestellt werden sowie die Einordnung in einen breiteren Rahmen mit Vergewaltigung und häuslicher Gewalt als „Gewalt gegen Frauen“. Der Begriff Female Genital Mutilation, und als Abkürzung FGM, wurde in den 1970er und 1980er Jahren zunehmend von Aktivistengruppen und auch politischen Entscheidungsträgern übernommen. Die Umbenennung und damit einhergehende Um-Kategorisierung der Praktik wird rückblickend als Beispiel für erfolgreiches Kommunikationsmanagement betrachtet.[149][150][151] Die mit der Begrifflichkeit verbundende Emotionalisierung führte zum Aufgreifen des Themas in den Medien und im öffentlichen Diskurs und somit letztlich zu einer auf Bekämpfung der Praktik ausgerichteten politischen Agenda:

What this example illustrates is if increasing numbers of key actors involved in the policy process begin to accept your language frame to describe an issue - have adopted your discourse so to speak - then you can usually be assured that your organization has achieved significant progress and is on the way to success in the policy arena."
(„Was dieses Beispiel zeigt, ist dass die Akzeptanz eines Begriffsrahmens durch eine zunehmende Zahl von Schlüsselfiguren im politischen Prozess, sprich die Übernahme deines angestrebten Dikurses, zu einem signifikanten Fortschritt deiner Organisation und ihrem Erfolg in der politischen Arena führt.)“

[152]

Im Jahre 1991 empfahl die WHO, dass die Vereinten Nationen die Bezeichnung Female Genital Mutilation übernehmen. Die Verwendung von „mutilation“ („Verstümmelung“) unterstreiche die Tatsache, dass die Praxis eine Verletzung der Rechte von Mädchen und Frauen sei. Dadurch unterstütze eine solche Bezeichnung Abschaffungsbestrebungen auf nationaler und internationaler Ebene.[153]

Aber auch die Bezeichnung Female Genital Mutilation wird kritisiert, da sie einerseits den kulturellen Hintergrund für die Praktiken ignoriere und andererseits dazu führen könne, Betroffene als „Verstümmelte“ zu stigmatisieren.[154] Betroffene Frauen verstehen einigen Studien zufolge die Eingriffe in über 90 % der Fälle nicht als eine Verstümmelung.[25] Die praktizierenden Gemeinschaften verwenden Bezeichnungen, die im jeweiligen gesellschaftlichen und regionalen Kontext bestimmte Sinngebungen ausdrücken und mit denen sich die Betroffenen in positiver Weise identifizieren können. In Eritrea wird für die Beschneidung von Mädchen und Jungen der Begriff Mekinschab („Schneiden, Reinigen“) verwendet, im Sudan Tahur (stammt vom Wort Tahir und bedeutet „rein“) oder Tahāra, bei den Rendille in Kenia Khandi.[41] Viele beschnittene Frauen sehen die Bezeichnung „Verstümmelung“ als beleidigend und verletzend an und wehren sich gegen die Verwendung des Begriffs.[155] Entsprechend heißt es im gemeinsamen „Leitfaden Weibliche Genitale Beschneidung - Umgang mit Betroffenen und Prävention“ der AG Frauengesundheit in der Entwicklungs-Zusammenarbeit und verschiedener Mitgliedsorganisationen von INTEGRA – Deutsches Netzwerk zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung:

Eine sorgfältige Differenzierung der Wortwahl ist im Zusammenhang mit FGM dringend anzuraten: „Beschneidung“ (engl. cutting, circumcision; francophon: „excision“) enthält kein Urteil, ist insofern neutral und sollte im Umgang mit Betroffenen bedacht werden, denn einige würden sich durch das stigmatisierende Wort „Verstümmelung“ nicht verstanden, ggfs. verletzt fühlen.[156]

Die in Deutschland ansässige Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes hat sich dafür entschieden, in der Öffentlichkeitsarbeit den Begriff Weibliche Genitalverstümmelung zu verwenden. In der Broschüre „Wir schützen unsere Töchter“, die sich speziell an Migrantinnen richtet, werde hingegen „fast ausschließlich“ der Begriff Beschneidung benutzt. In diesem Zusammenhang sei Beschneidung keine Verharmlosung, sondern nehme Rücksicht „auf die Würde der Betroffenen in Deutschland“.[157]

Die United States Agency for International Development entschied sich im Jahre 2000 dafür, die als neutral eingeschätzte Bezeichnung Female Genital Cutting (FGC) zu verwenden. Diese Entscheidung wurde mit der Ablehnung der Bezeichnung Female Genital Mutilation (FGM) durch die praktizierenden Gemeinschaften aber auch durch Aktivisten begründet, welche den Begriff der Genitalverstümmelung für „verurteilend“, „abwertend“ und „für die Diskussion und Kooperation nicht förderlich“ halten. Auch würden jene, die die Abschaffungsbestrebungen mit der Kolonialzeit verbinden, in der Bezeichnung FGM ein Indiz für Kulturimperialismus sehen. Eine Frau als „verstümmelt“ zu bezeichnen, kränke sie und könne zu einem psychologischen Trauma führen, insbesondere bei jungen Mädchen und Frauen, die in nicht-praktizierenden Gemeinschaften leben. Denn jene, die Beschneidungen praktizieren, betrachteten diese als nützlich. Die Bezeichnung Female Genital Mutilation stigmatisiere die Praxis auch zum Schaden jener Programme, die sich um Veränderung bemühen.[154]

Qualität vorhandener Studien

In Metaanalysen (Obermeyer: 1999, 2003, 2005) stellte sich heraus, dass der Großteil jener Studien, die die negativen gesundheitlichen Folgen der Beschneidung belegen sollten, methodisch unzureichend durchgeführt worden waren.[158][159][160] Keine einzige der zwischen 1997 und 2005 zu dem Thema veröffentlichten Studien konnte statistisch signifikante Effekte vorweisen, bei einem Großteil wurde die Untersuchung ohne geeignete Kontrollgruppe durchgeführt, Informationen über die Art der Datengewinnung wurden nicht angegeben, hohe Anteile an nicht- oder falsch ausgefüllten Fragebögen blieben unerwähnt, Befrager wurden nicht geschult oder waren für die jeweilige Bedingung nicht geblindet, oder konfundierenden Variablen wurde nicht weiter nachgegangen. Dennoch wurden und werden diese Studien oft als Beleg der Schädlichkeit des Eingriffs herangezogen und für Lobbyarbeit genutzt. Die längerfristigen gesundheitlichen Folgen (Harnwegsinfekte, Komplikationen bei der Geburt, schmerzhafter Koitus etc.), so sie denn belegbar sind, beziehen sich ausschließlich auf die Infibulation (Typ III nach WHO); diese stärkste Form macht in der Gesamthäufigkeit 10 % bis 20 % aus und ist regional stark begrenzt. Dennoch wird diese Form in den westlichen Medien als repräsentativ für das gesamte Phänomen herausgestellt. Auch Morison et al. fanden 2001 in einer groß angelegten Feldstudie in Gambia, die einen Vergleich mit einer unbeschnittenen und vergleichbaren Kontrollgruppe herstellte, keine oder nur geringe Abweichungen in zahlreichen gesundheitlichen Parametern.[161]

Hygienische Umstände des Eingriffs

Ein Großteil der Eingriffe wird unter unhygienischen Bedingungen, ohne Betäubung und von nicht medizinisch geschultem Personal durchgeführt. Manche Fachleute sind der Meinung, die Kritik an diesen Umständen sei berechtigt, die angemessene Gegenmaßnahme sei jedoch nicht ein Verbot von Beschneidungen, sondern deren Durchführung durch medizinisches Fachpersonal in Kliniken oder zumindest unter sterilen Bedingungen (Medikalisierung). Gerade dieser Schritt werde jedoch durch die Gesetzgebung in vielen Ländern verhindert, wodurch der Eingriff nur außerhalb eines medizinischen Rahmens möglich sei.[25]

Vergleich zur Männerbeschneidung

Nach Auffassung einiger pädiatrischer Urologen und Gynäkologen ist die Entfernung der Klitorisvorhaut (siehe Typ I) bezüglich Umfang und Konsequenzen mit der männlichen Zirkumzision vergleichbar ("Excision of the clitoral prepuce is anatomically neither more nor less radical a procedure than removal of the penile foreskin").[162][163]

Während die Beschneidung weiblicher Genitalien ohne medizinische Indikation aufgrund des Rechts auf körperliche Unversehrtheit und gerade in Bezug auf Minderjährige insbesondere in westlichen Ländern strafverfolgt wird, werden entsprechende Maßstäbe nur sehr begrenzt auf die männliche Beschneidung angewandt. Auch diese wird oftmals mit kultureller Begründung durchgeführt, bei der jüdischen Brit Mila beispielsweise einige Tage nach der Geburt. Obwohl einige Beschneidungsformen bei Mädchen und Jungen ähnlich sind, werden sie im westlichen Diskurs durchgehend als verschieden und unvergleichbar behandelt.[47]

Obwohl auch an der Beschneidung männlicher Neugeborener Kritik geübt wird und Rechtsexperten den Straftatbestand der Körperverletzung als gegeben ansehen, ist diese in den meisten westlichen Ländern (mit Ausnahme von Schweden) ohne effektive Strafbedrohung der Sorgeberechtigten oder des Arztes durchführbar.[164] Religiöse und kulturelle Motive werden gesellschaftlich als Rechtfertigung für die Zirkumzision weitgehend akzeptiert. Bei der weiblichen Beschneidung werden entsprechende Begründungen hingegen abgelehnt, und zudem als Rückständigkeit und Aberglaube interpretiert. Gleichwohl ist auch die männliche Beschneidung, insbesondere bei Minderjährigen, der Kritik ausgesetzt.[165]

Unbestritten sind manche Formen der Beschneidung weiblicher Genitalien wesentlich schwerwiegender als die Zirkumzision. Der Umfang des Eingriffs unterliegt hier allerdings weder in der strafrechtlichen noch in der moralischen Bewertung einer Differenzierung. Nach Meinung einiger Fachleute gibt es keinen Grund, die Beschneidung bei Mädchen und Frauen, sofern sie auf die Entfernung von Klitorisvorhaut und inneren Schamlippen beschränkt bleibt, anders zu werten als die bei Jungen und Männern.[166][167]

Ästhetische Genitaloperationen in westlichen Kulturen

Siehe auch: Labioplastik: Abgrenzung gegenüber der afrikanischen Frauenbeschneidung und Klitorisvorhautreduktion

Die Umgestaltung der natürlichen Anatomie der Genitalien zum Zweck der Verschönerung und Angleichung an ein Ideal findet sich in afrikanischen wie auch in westlichen Kulturen.[47] Die operative Veränderung der weiblichen Genitalien als Schönheitsoperation findet in Europa zunehmend Verbreitung. Dabei werden überwiegend die inneren Schamlippen und mitunter die Klitorisvorhaut teilweise oder vollständig entfernt (seltener werden auch Venushügel und/oder äußere Schamlippen mit einbezogen). Obwohl in einigen Fällen eine medizinische Indikation vorliegt, ist der Eingriff in der Regel aus persönlichen ästhetischen Vorstellungen heraus motiviert.[168] Westliche Intimoperationen werden allerdings an erwachsenen, einwilligungsfähigen Frauen durchgeführt, während bei der Beschneidung weiblicher Genitalien vor allem Kinder und Jugendliche zu dem Eingriff gezwungen werden.

Wenngleich auch die Eingriffe nicht identisch sind, so gibt es dennoch Gemeinsamkeiten zu einigen Formen der Beschneidung. Bei der Labioplastik wird die Klitoris nicht verändert. Die Entfernung von inneren Schamlippen und Klitorisvorhaut ist jedoch mit den entsprechenden Beschneidungsformen Typ I und II vergleichbar. Auch im Fall der afrikanischen Beschneidung spielen ästhetische Motive oftmals eine Rolle und sind mit traditionellen und kulturellen Gründen verwoben.[88] Es werden jedoch im Rahmen der westlichen kosmetischen Operationen mitunter auch Veränderungen an Klitoris oder Vagina vorgenommen. So werden ästhetisch motivierte Verkleinerungen der Klitoris angeboten,[23] vereinzelt wird eine vollständige Entfernung der Klitoris aus ästhetischen Gründen durchgeführt.[119] Auch Straffungen und Verengungen der Vagina, deren Hauptziel eine Steigerung des männlichen Lustempfindens ist, werden nachgefragt[169].

Ästhetisch motivierte Genitaloperationen in westlichen Ländern decken mittlerweile ein Spektrum ab, das in weiten Teilen deckungsgleich mit den FGM-Definitionen der WHO ist. Eine Abgrenzung zwischen beiden Kategorien auf einer rein anatomischen Ebene nicht mehr möglich.[119] Nach vorherrschender westlicher Sichtweise unterscheiden sich die Praktiken in Bezug auf Freiwilligkeit, hygienische Umstände der Operation und Auswirkungen auf die Sexualität. Jedoch werden diese dichotomen Positionen zunehmend in Frage gestellt.[169][23]

Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen beiden Eingriffen sind komplex und Gegenstand aktueller kulturwissenschaftlicher Forschung.[170] Da bestimmte Kritikpunkte, die als Grundlage für Abschaffungsbestrebungen der Genitalbeschneidung herangezogen werden, in gleichem Maße auf die westlichen Schönheitsoperationen zutreffen, wird der Vorwurf einer Doppelmoral erhoben[171] und von Seiten der Abschaffungsbewegung das Problem erkannt, dass vor dem Hintergrund einer wachsenden Nachfrage nach Labioplastik im Westen die an Afrika gerichteten Vorwürfe an Glaubwürdigkeit verlieren.[172]

Es regt sich jedoch auch zunehmender Widerstand gegen diese sogenannten Schönheitsoperationen. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtenhilfe e. V. merkt beispielsweise an, dass „Risikoeinschätzungen und Komplikationsraten dieser Operationen fehlen, nicht bekannt sind oder verharmlost werden“, und rät von derartigen Eingriffen ab.[173]

Beschneidung von erwachsenen Frauen mit deren Einwilligung

Erstbeschneidung

Während die Strafbarkeit von Beschneidungen an minderjährigen Mädchen in westlichen Ländern unbestritten ist, gibt es unterschiedliche Haltungen zur Frage, inwiefern eine erwachsene, mündige Frau freiwillig und selbstbestimmt in den Eingriff einwilligen kann. Diese Frage stellt sich vorerst in Bezug auf die in westlichen Ländern lebenden, erwachsenen Frauen mit Migrationshintergrund, die den Eingriff am eigenen Körper und unter sterilen medizinischen Bedingungen von Fachpersonal ausführen lassen wollen. Obwohl generell die Einwilligung in eine Körperverletzung möglich ist, ist dies bei schwerer Körperverletzung nur im Falle eines „höheren sittlichen Wertes“ möglich.

Einerseits ist die Frage des Vorliegens einer schweren Körperverletzung unklar: Bei Amputation des äußeren Teils der Klitoris ist dies umstritten, bei Klitorisvorhaut und Schamlippen ist eindeutig nicht von einer schweren Körperverletzung auszugehen (vgl.[174]: „Was das Abschneiden der Schamlippen betrifft, wäre dies wohl zu verneinen, weil es sich nicht um vergleichbar bedeutende erogene Zonen handelt“). Andererseits ist die Frage nach dem Wert für die Frau schwer von außen zu beurteilen. Dennoch sind in einigen westlichen Ländern die Verbote für den Eingriff in jeglicher Form auch auf erwachsene Frauen erweitert beziehungsweise es wird die Forderung danach erhoben.[175] So wird davon ausgegangen, dass ein „[...]rechtlicher Anspruch auf die Unversehrtheit ihrer Genitalien“ von keiner Frau veräußert werden kann, eine rechtlich wirksame Einwilligung zur Beschneidung daher nicht möglich sei. Begründungen wie Tradition und Religion werden in diesem Fall nicht zugelassen.

Es besteht also die Situation, dass die Entfernung der männlichen Vorhaut mit religiöser Begründung selbst bei kleinen Kindern geduldet wird, während sich der Arzt von langjährigen Haftstrafen bedroht sieht, wenn er bei einer erwachsenen Frau mit Migrationshintergrund auf deren Wunsch und ohne medizinische Indikation z. B. die Entfernung der Klitorisvorhaut vornimmt.[176] Im Fall operativer Geschlechtsangleichung von Intersexuellen kann diese Bewertung zu juristischen Problemen bei einer Frau-zu-Mann-Umwandlung führen.[177]

Reinfibulation

Die Reinfibulation (oder auch Refibulation) bezeichnet das erneute Verschließen einer Infibulation nach einer erfolgten Geburt. Die rechtliche sowie moralische Beurteilung der Reinfibulation der erwachsenen Frau ist kontrovers.[41][178] Nach deutschem Recht ist eine Reinfibulation nicht zulässig.[137] In einigen Bundesstaaten der USA ist die Reinfibulation legal,[178] in der Schweiz wird die Reinfibulation auf Patientenwunsch durchgeführt. [179] Der amerikanische Fachverband American Congress of Obstetricians and Gynecologists gibt keine klare Empfehlung für oder gegen eine Durchführung.[178] Die deutsche Bundesärztekammer spricht sich gegen die Reinfibulation aus, „wenn diese erkennbar zu einer gesundheitlichen Gefährdung der Frau führen würde.“[143]

Die in einigen europäischen Ländern vorliegende Strafbarkeit der Reinfibulation erwachsener Frauen wir sowohl von, in Europa lebenden, Afrikanerinnen als auch von westlichen Feministinnen kritisiert. So wird mündigen Frauen dieses Kulturkreises die Einwilligung verwehrt, während vergleichbare westliche Eingriffe unter vermeintlich anderer Legitimation toleriert werden.[180][41][23] In jenen Ländern, wo die Reinfibulation gesetzlich gestattet ist, wird eine intensive Beratung und Aufklärung über sämtliche Risiken vorausgesetzt.[181][178]

Kultursensitive Kompromisslösungen

Bisher erfolgte Umsetzungsversuche

In den Niederlanden wurde 1992 vom Gesundheitsministerium ein Vorschlag unterbreitet, des es Ärzten erlauben sollte, eine Perforation der Klitorisvorhaut (vergleichbar einem Klitorisvorhautpiercing) an Minderjährigen durchzuführen. Damit sollte ein Kompromiss für afrikanische Eltern geschaffen werden, um von weitergehenden Formen der rituellen Bescheidung abzusehen. Die Entscheidung wurde zurückgezogen, als sich massiver Protest von verschiedenen Aktivistengruppen zeigte. Es wurde eine offizielle Legitimierung befürchtet, wobei selbst harmlose Praktiken einer Unterwerfung der Frau Vorschub leisten würden.[23]

Im Jahr 1996 wurde vom Harbor View Medical Center, einem Krankenhaus in Seattle, die Möglichkeit eingeräumt, einen kleinen Einschnitt an der Klitorisvorhaut vorzunehmen, der sogenannte genital nick oder ritual nick. Der Eingriff wurde von Seiten der Ärzteschaft als „symbolische Beschneidung“ aufgefasst, hatte keinerlei negative Folgen und blieb im Ausmaß sogar weitaus hinter der männlichen Beschneidung zurück. Es sollte somit die illegale Durchführung der Prozedur außerhalb eines Krankenhauses verhindert werden und eine Option zur Wahrung der kulturellen Identität geschaffen werden. Außerdem ließ sich aus Sicht der Krankenhausleitung eine Ungleichbehandlung der Geschlechter bei Operationen vergleichbarer Ausmaße nicht rechtfertigen (es wurden, wie in den USA üblich, auch viele Beschneidungen an Jungen vorgenommen). Einem umfangreichen juristischen Gutachten (Coleman, 1998, Duke University[182]) zufolge war das Vorgehen sowohl rechtlich als auch moralisch vertretbar. Als der sogenannte „Kompromiss von Seattle“ jedoch bekannt wurde, setzte eine Welle der Empörung von Seiten der Anti-FGM-Bewegung ein. Unter dem Druck zahlreicher Lobbygruppen, geführt von der Frauenrechtlerin Patricia Schroeder, gab das Krankenhaus nach und beendete dieses Vorgehen.[183]

Ein 2003 im Careggi Krankenhaus in Florenz gefasster Beschluss, leichte Formen der Beschneidung an erwachsenen, einwilligenden Frauen zuzulassen, führte zu ähnlichen Reaktionen. Anlass war der von mehreren afrikanischen Frauen an einen Klinikarzt herangetragene Wunsch, eine Beschneidung bei ihnen durchzuführen. Der Vorschlag wurde nach langen Diskussionen vom Ethikrat bewilligt. Dies führte zu stark emotional geprägten Reaktionen in den Medien und Opposition zahlreicher NGOs. Die Umsetzung der Regelung wurde nachfolgend aufgegeben.[184][185]

Im Jahr 2010 wurde die Debatte um die Legalisierung des ritual nick erneut entfacht, als die American Academy of Pediatrics, eine Berufsvereinigung von Ärzten der Pädiatrie, die Praktik als mögliche Alternative zu einer vollständigen Ablehnung der Beschneidung bezeichnete ("However, the ritual nick suggested by some pediatricians is not physically harmful and is much less extensive than routine newborn male genital cutting. There is reason to believe that offering such a compromise may build trust between hospitals and immigrant communities, save some girls from undergoing disfiguring and life-threatening procedures in their native countries, and play a role in the eventual eradication of FGC").[186][187]

Vorschläge für mögliche Regelungen

Die übliche Haltung der meisten westlichen Regierungen wie auch internationaler Organisationen gegenüber jeglicher Form von Beschneidung bei Frauen ist eine bedingungslose Ablehnung und meist auch ein striktes Verbot, unabhängig vom Grad der Operation und dem Alter des Mädchens oder der Frau. So wird selbst die Diskussion über das Thema als frauenverachtend abgelehnt („even talking about cutting female genitals legitimizes a barbaric practice, one that disempowers women and serves to keep them out of the American mainstream.“ – Mimi Ramsey[188]).

Der US-amerikanische Anthropologe Richard A. Shweder plädiert für eine – nach seiner Ansicht – faire und kultursensitive Kompromisslösung. Ziel sei eine Annäherung zwischen den Kulturen und eine angestrebte Übereinkunft unterschiedlicher kultureller Werte.[25] Dabei wird von folgenden Voraussetzungen ausgegangen:

  • Die männliche Beschneidung wird im westlichen Kulturkreis geduldet und von Medizinern offiziell durchgeführt. Dieses Vorgehen ist durch kulturell und religiös verankerte Werte gerechtfertigt, eine Änderung dessen scheint nicht vertretbar zu sein. Die Verletzung der körperlichen Integrität des Kindes erscheint hinnehmbar, soweit keine ernsten negativen Folgen zu erwarten sind. Folglich sei auch ein vergleichbarer Eingriff bei Mädchen nicht abzulehnen. Eine Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern oder den Kulturen sei jenseits von medizinischen Gründen nicht vertretbar. Eine Veränderung der Klitoris oder die Infibulation sei jedoch aufgrund der erwartbaren Folgen strikt abzulehnen.[25]
  • Im Fall von Erwachsenen und mündigen Frauen ist jeglicher Eingriff vertretbar, sofern eine aufgeklärte Einwilligung stattfindet (gegebenenfalls sollte über ein psychologisches Gutachten Freiwilligkeit und Mündigkeit sichergestellt sein). Sollte eine Frau unter diesen Umständen den Eingriff wünschen, könnte ihr die Möglichkeit dazu in einem hygienischen und professionellen Rahmen gegeben werden.[25]

Ein von Morayo Atoki, Juristin an der University of Buckingham, Großbritannien, ausgearbeiteter Gesetzesvorschlag sieht einen rechtlichen Rahmen für Beschneidungen vor. Wichtigste Voraussetzung ist, neben der strengen medizinischen Regulierung der Operation, das Einverständnis der Person. Die Beschneidung kann erst ab einem Alter von 16 Jahren erfolgen. Dies ist, laut Atoki, nach dem britischen Familienrecht das Mindestalter für eine kompetente und rechtsgültige Einwilligung in einen derartigen medizinischen Eingriff.[39]

Neben der Einwilligungsfähigkeit spielt die Form der Beschneidung in vielen westlichen Gesetzgebungen bisher keine Rolle. Die italienische Juristin Maria Caterina La Barbera sieht die rechtliche Differenzierung zwischen den verschiedenen Typen der Beschneidung als angebracht. So sollte rechtlich zwischen leichteren Formen, die sich nicht wesentlich von im Westen üblichen Praktiken wie Schönheitsoperationen im Intimbereich oder Intimpiercings unterscheiden, und schwereren Formen wie der Infibulation differenziert werden. La Barbera argumentiert für die Legalisierung der leichteren Formen unter Beibehaltung des Verbots der schwereren Formen. [189]

Einer Lösung der Problematik stehen die oftmals stark emotional geprägten, negativen Meinungen in der westlichen Welt entgegen. Der US-amerikanische Professor für Anthropologie Mwenda Ntarangwi spricht sich für eine Annäherung zwischen den Kulturen und Positionen aus. Er schlägt vor, dass beschnittene Frauen in den Dialog mit Schülern und Studenten treten und zu einer offenen Auseinandersetzung anregen. Die Diskussion mit vermeintlichen „Opfern“, welche wider Erwarten die Beschneidung gutheißen, kann zu neuen Einsichten in eine komplexe kulturelle Thematik und mehr Verständnis für die andere Position führen.[190]

Literatur

Anthropologie und Sozialwissenschaften

  • Thomas von der Osten-Sacken und Thomas Uwer: Is Female Genital Mutilation an Islamic Problem? (Essay 2006)
  • Carla Makhlouf Obermeyer (2003): The health consequences of female circumcision: Science, advocacy, and standards of evidence. Medical Anthropology Quarterly, 17(3), 394–412. PMID 12974204. doi:10.1525/maq.2003.17.3.394
  • Eiman Okroi: Weibliche Genitalverstümmelung im Sudan – „Female genital mutilation“. Akademos-Wiss.-Verl., Hamburg 2001, ISBN 3-934410-29-4.
  • Charlotte Beck-Karrer: Löwinnen sind sie. Gespräche mit somalischen Frauen und Männern über Frauenbeschneidung. Verein Feministische Wissenschaft, Bern 1996, ISBN 3-905561-03-4
  • Hanny Lightfoot-Klein: Das grausame Ritual. Sexuelle Verstümmelung afrikanischer Frauen. Aus dem amerikan. Engl. von Michaela Huber. Fischer, Frankfurt 1992, ISBN 3-596-10993-0
  • Annette Peller: Chiffrierte Körper – Disziplinierte Körper. Female Genital Cutting. Rituelle Verwundung als Statussymbol. Weissensee-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-934479-60-X
  • Christine J. Walley: Searching for "Voices": Feminism, Anthropology, and the Global Debate over Female Genital Operations. In: Cultural Anthropology, Vol. 12, No. 3. (August 1997), S. 405-438.

Rechtswissenschaft und -politik

  • Ulrike Bumke: Zur Problematik frauenspezifischer Fluchtgründe – dargestellt am Beispiel der Genitalverstümmelung. In: Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht (NVwZ) 2002, S. 423–428.
  • Marie-Anne Caroline Pichler: Völkerstrafrechtliche Problematik der weiblichen Genitalverstümmelung: Voraussetzungen der Strafverfolgung in Österreich, VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2010, ISBN 3-639-24354-4.
  • Mirko Möller: Die Verstümmelung weiblicher Geschlechtsorgane, in: Zeitschrift für Rechtspolitik (ZRP), 2002, S. 186-187.
  • Stefan Trechsel, Regula Schlauri: Weibliche Genitalverstümmelung in der Schweiz: Rechtsgutachten, Zürich 2004 (im Auftrag von UNICEF Schweiz).
  • Marion Rosenke: Die Verstümmelung weiblicher Geschlechtsorgane - Strafrechtliche Überlegungen de lege lata und de lege ferenda. In: Zeitschrift für Rechtspolitik (ZRP), 2001, S. 377-379.
  • Dirk Wüstenberg: Öffentlich-rechtliche Mitteilungsrechte und -pflichten der Ärzte zum Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung?. In: GesundheitsRecht (GesR) 2010, S. 529-534.
  • Dirk Wüstenberg: Genitalverstümmelung -- und die weitere familienrechtliche Rechtsprechung. In: Zeitschrift Kindschaftsrecht und Jugendhilfe (ZKJ) 2009, S. 484-487.
  • Berhane Ras-Work: LEGISLATION TO ADDRESS THE ISSUE OF FEMALE GENITAL MUTILATION (FGM), 21. Mai 2009. (Expertenpapier der Vereinten Nationen zum Stand der FGM-Gesetzgebung in afrikanischen Staaten)

Filme

  • Moolaadé. Bann der Hoffnung. Spielfilm-Drama, Senegal, Frankreich, Burkina Faso, 2004, 119 Min., Regie: Ousmane Sembene, Produktion: arte France, deutsche Erstausstrahlung: 13. Juli 2010, Inhaltsangabe von arte, Besprechung von critic.de
  • Mit meiner Tochter nicht! Frauenbeschneidung in Europa. Dokumentation, Deutschland 2006, 40 Min., Regie: Valentin Thurn, Erstausstrahlung: 6. Februar 2007, Inhaltsangabe von arte mit Video
  • Der Tag, den ich niemals vergessen werde. (OT: The Day I Will Never Forget.) Dokumentation, Großbritannien, 2002, 90 Min., Regie: Kim Longinotto, Inhaltsangabe vom NDR

Einzelnachweise

  1. Vgl. 1995 World Health Organization (WHO) Classification of FGM In: The FGC Education and Networking Project.
  2. Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ): Was ist weibliche Genitalverstümmelung?
  3. Serban D. Costa; Manfred Kaufmann, Serban D. Costa, Anton Scharl (Hg.): 39.5 Beschneidungen (»Female Genital Mutilation«) und operative Korrektur In: Die Gynäkologie, 2. Auflage, S. 601-602; Springer 2006. ISBN 3-540-25664-4
  4. WHO (1996), Female genital mutilation. Report of a WHO technical working group, Geneva, 17.-19. Juli 1996, Genf 1996; WHO (1997): Female genital mutilation. A Joint WHO/UNICEF/UNFPA Statement, Genf 1997
  5. WHO, Department of Reproductive Health and Research: Eliminating female genital mutilation. An interagency statement - OHCHR, UNAIDS, UNDP, UNECA, UNESCO, UNFPA, UNHCR, UNICEF, UNIFEM, WHO, 2008.
  6. WHO (2008), Eliminating FGM, Klassifikation S. 23ff.; Überblick und Synopse der Veränderungen S. 24
  7. a b WHO (2008), Eliminating FGM, S. 5; die Angaben beruhen auf: P. Stanley Yoder, Shane Khan: Numbers of women circumcised in Africa: The Production of a Total, DHS Working Papers 2008/39, März 2008, S. 14 (Volltext, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010)
  8. a b c d e UNFPA: Frequently Asked Questions on Female Genital Mutilation/Cutting: In which countries is FGM/FGC banned by law?
  9. WHO (2008), Eliminating FGM, S. 23
  10. Als Beispiel für eine denkbare andere Differenzierung sei auf einen Vorschlag mit siebenstufigem Raster in der Fachliteratur verwiesen: Robert Darby, J. Steven Svoboda (2008), A Rose by Any Other Name? Rethinking the Similarities and Differences between Male and Female Genital Cutting. In: Medical Anthropology Quarterly, Volume 21, Issue 3, 301–323 doi:10.1525/maq.2007.21.3.301
  11. WHO (2008), Eliminating FGM, S. 26
  12. WHO (2008), Eliminating FGM, S. 28
  13. a b WHO (2008), Eliminating FGM, S. 35
  14. WHO (2008), Eliminating FGM, S. 11
  15. vgl. Rebekka Rust: Lizenz zum Beschneiden In: die tageszeitung, 25. März 2006.
  16. a b Melanie Bittner, Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin (Hrsg.): Medikalisierung – eine Lösung zum Wohl der betroffenen Frauen, ein Zwischenschritt zur Abschaffung oder ein Schritt zur Legitimisierung? In: Female Genital Cutting. Die Schwierigkeit, sich zu positionieren., Berlin 2005 (Bulletin Texte 28). Volltext (Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010)
  17. Skaine, R: Female genital mutilation: Legal, cultural and medical issues. Jefferson, NC, USA: McFarland 2005, ISBN 0-7864-2167-3
  18. Mary Knight: Curing Cut or Ritual Mutilation? Some Remarks on the Practice of Female and Male Circumcision in Graeco-Roman Egypt. Isis, Vol. 92, No. 2 (Jun., 2001), pp. 317-338
  19. Shaye J. D. Cohen: Why Aren't Jewish Women Circumcised?: Gender and Covenant in Judaism. University of California Press 2005, ISBN 0-520-21250-9
  20. a b Michelle Goldberg: Rights Versus Rites - When it comes to the lives of women around the globe, do local traditions ever trump human rights? In: The American Prospect, 28. April 2009.
  21. Noss, K.:Knowledge is Made for Cutting: Genealogies of Race an Gender in Female Circumcision Discourse. Thesis at the Ontario Institute for Studies in Education, University of Toronto. Volltext
  22. Robert B. Edgerton (1989). Mau Mau: An African Crucible. New York: The Free Press
  23. a b c d e f g Johnsdotter S, Essén B: Genitals and ethnicity: the politics of genital modifications. Reproductive Health Matters, 2010, Volume 18, Issue 35, Pages 29-37, doi:10.1016/S0968-8080(10)35495-4, Volltext
  24. Fran Hosken (1993): The Hosken Report: Genital and Sexual Mutilation of Females. Lexington, MA: Women’s International Network News.
  25. a b c d e f g h i j Richard A. Shweder: 'What about female genital mutilation?' and why understanding culture matters in the first place
  26. a b Susanne Oppermann, Jana Wagemann: Afrikanische Perspektiven: Kritik und Erfordernisse im Umgang mit Female Genital Cuttingin: Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin (Hrsg.), Female Genital Cutting. Die Schwierigkeit, sich zu positionieren, Berlin 2005 (Bulletin Texte 28), Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  27. Waris Dirie auf der Kampagnenseite „stop-fgm-now.com“: „Female Genital Mutilation has nothing to do with culture, tradition or religion. It is a torture and a crime.“
  28. einige Beispiele hierfür sind die Sabiny in Uganda, das Dorf Mbemi in Kamerun oder 2.657 Dörfer in Senegal, Guinea und Burkina Faso
  29. a b IRIN News: Benin-Togo: Can microcredit turn FGM/C cutters to new trades?
  30. UNICEF: Female mutilation/cutting. A Statistical Exploration 2005 [1] (S. 18)
  31. IRIN News: Burkina Faso: Dial SOS Circumcision and stop girls being cut
  32. a b UNICEF (2008): Changing, S. 7
  33. IRIN News: Ethiopia: More parents saying no to FGM
  34. vgl. Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit: Weibliche Genitalverstümmelung in Burkina Faso
  35. IRIN (Integrated Regional Information Networks) News: Senegal: FGM continues 10 years after villagers claim to abandon it, 10. August 2007
  36. IRIN News: Kenya: FGM among the Maasai community of Kenya
  37. Weibliche Genitalverstümmelung in Eritrea – Regionale Erklärungen, nationale Ansätze und internationale Standards (Dissertation) (S. 71–76), IRIN News: Sudan: It takes more than a law to stop the cut
  38. UNICEF: Statistical Exploration, S. 13
  39. a b c d Morayo Atoki (1995): Should female circumcision continue to be banned? Feminist Legal Studies, Volume 3, Number 2, 223-235 doi:10.1007/BF01104114
  40. vgl. zum Beispiel GTZ-Länderberichte zu Kenia, Mali, Senegal
  41. a b c d e f g h i j Fana Asefaw: Weibliche Genitalbeschneidung, FGC. Dissertation, Freie Universität Berlin, Fachbereich Humanmedizin, 2007, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  42. „Ngaitana“ heißt „Ich beschneide mich selbst.“
  43. Thomas, Lynn (2003): Politics of the Womb: Women, Reproduction, and the State in Kenya University of California Press, ISBN 0-520-23540-1
  44. Thomas, Lynn (1996): “Ngaitana (I will circumcise myself)”: The Gender and Generational Politics of the 1956 Ban on Clitoridectomy in Meru, Kenya. Gender & History, Volume 8, Issue 3, pages 338–363 doi:10.1111/j.1468-0424.1996.tb00062.x.
  45. A New Debate on Female Circumcision - The New York Times
  46. Statement by African Women Are Free to Choose (AWA-FC), Washington DC, USA
  47. a b c d e Sulkin, C (2009): Anthropology, liberalism and female genital cutting. Anthropology Today, 25(6), 17-19 doi:10.1111/j.1467-8322.2009.00700.x
  48. a b c d e Ahmadu, F, Shweder, R (2009): Disputing the myth of the sexual dysfunction of circumcised women: An interview with Fuambai S. Ahmadu by Richard A. Shweder Anthropology Today, 25 (6), 14-17 doi:10.1111/j.1467-8322.2009.00699.x
  49. a b Walley, C (1997): Searching for "Voices": Feminism, Anthropology, and the Global Debate over Female Genital Operations. Cultural Anthropology, 12 (3), 405-438 PMID 12293482
  50. a b Wairim Ngaruiya Njambi (2004): Dualisms and female bodies in representations of African female circumcision, Feminist Theory, Vol. 5, No. 3, 281-303 doi:10.1177/1464700104040811
  51. a b Fuambai Ahmadu: Rites and Wrongs: an Insider/Outsider Reflects on Power and Excision, in: Bettina Shell-Duncan, Ylva Hernlund (Hrsg.): Female "Circumcision" in Africa: Culture, Controversy, and Change, Lynne Rienner Publishers 2001, ISBN 978-1-55587-995-2
  52. a b c Sullivan, N (2007): "The Price to Pay for our Common Good": Genital Modification and the Somatechnologies of Cultural (In)Difference. Social Semiotics, 17 (3), 395-409 doi:10.1080/10350330701448736
  53. James, Stanlie M. & Robertson, Claire C. (eds) (2002): Genital Cutting and Transnational Sisterhood: Disputing U.S. Polemics. Urbana, IL: University of Illinois Press. ISBN 0-252-02741-8
  54. a b c WHO (2008), Eliminating FGM, S. 4, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  55. WHO (2008), Eliminating FGM, S. 29
  56. P. Stanley Yoder, Shane Khan: Numbers of women circumcised in Africa: The Production of a Total, USAID Demographic and Health Research Paper No. 39, 2008 (S. 13f., 19), Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010)
  57. UNICEF (2008): Changing a harmful social convention: Female genital mutilation/cutting, Unicef 2008², S. 5 f (Volltext, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010)
  58. WHO (2008), Eliminating FGM, S. 5 f, Tabelle mit Verbreitungsangaben ebd., S. 29
  59. a b Nicholas Birch: Female circumcision surfaces in Iraq In: The Christian Science Monitor, 10. August 2005.
  60. vgl. dazu eine Studie des Vereins Wadi: Weibliche Genitalverstümmelung im Nordirak, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  61. Pranjali Acharya, Kurdish Human Rights Project: The Practice of Female Genital Mutilation (FGM) in the Kurdish Regions, 29. Mai 2009.
  62. WHO (2008), Eliminating FGM, S. 30, siehe dort für weitere Quellenangaben
  63. Sara Corbett, A cutting tradition, The Times Magazine 20. Januar 2008, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  64. UNHRC: Indonesia: Report on Female Genital Mutilation (FGM) or Female Genital Cutting (FGC), Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  65. United States Department of State: 2009 Country Reports on Human Rights Practices - Colombia, 11. März 2010.
  66. a b c Ashley Montagu: Coming into Being Among the Australian Aborigines. The procreative beliefs of the Australian Aborigines, Routledge 2004, ISBN 978-0-415-33058-9
  67. Fact Sheet No.23, Harmful Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children.
  68. Australia’s Breach of its Obligations under the International Covenant on Civil and Political Rights to Protect the Rights of Women.
  69. The Fabrication of Female Genital Mutilation: The UN, Walter Roth and Ethno-Pornography in Australia. Australasian Political Studies Association Conference, University of Adelaide, 29. September bis 1 Oktober 2004
  70. Fact Sheet No.23, Harmful Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children.
  71. Astrid Prange: Kulturschock in der Praxis, Ergebnisse der Umfrage zur Situation beschnittener Mädchen und Frauen in Deutschland. In: UNICEF, Terre des Femmes, Berufsverband der Frauenärzte (Hg.): Schnitte in Körper und Seele, Eine Umfrage zur Situation beschnittener Mädchen und Frauen in Deutschland, Köln o.J. (2005), S. 4-8, Volltext, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  72. a b UNICEF (2008), Changing, S. 4
  73. a b c Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sibylle Laurischk, Dr. Karl Addicks, Burkhardt Müller-Sönksen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP vom 8. Mai 2006, zum Thema „Schutz von Frauen und Mädchen vor der Verstümmelung weiblicher Genitalien“ , Drucksache 16/1391, S. 2. (Volltext, Weblink zuletzt abgerufen 29. September 2008)
  74. a b Pressemitteilung Terre des Femmes mit Link zum Volltext der EU-Studie, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  75. Bettina T. Kölbl, Robert Schlögel: Genitalverstümmelung in Österreich – eine Umfrage unter niedergelassenen Gynäkolog/inn/en und Kinderärzt/inn/en sowie unter Krankenanstalten. Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Wien, Juni 2006, abgerufen am 5. Februar 2010 (PDF, Studie im Auftrag des Bundesministeriums in Kooperation mit UNICEF Österreich und der Ärztekammer Österreich).
  76. a b c Bettina T. Kölbl, Robert Schlögel: Genitalverstümmelung in Österreich – eine Umfrage unter niedergelassenen Gynäkolog/inn/en und Kinderärzt/inn/en sowie unter Krankenanstalten. Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Wien, Juni 2006, S. 11, abgerufen am 5. Februar 2010 (PDF, Studie im Auftrag des Bundesministeriums in Kooperation mit UNICEF Österreich und der Ärztekammer Österreich).
  77. a b c Bettina T. Kölbl, Robert Schlögel: Genitalverstümmelung in Österreich – eine Umfrage unter niedergelassenen Gynäkolog/inn/en und Kinderärzt/inn/en sowie unter Krankenanstalten. Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Wien, Juni 2006, S. S. 12 f., abgerufen am 5. Februar 2010 (PDF).
  78. Bettina T. Kölbl, Robert Schlögel: Genitalverstümmelung in Österreich – eine Umfrage unter niedergelassenen Gynäkolog/inn/en und Kinderärzt/inn/en sowie unter Krankenanstalten. Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Wien, Juni 2006, S. S. 14, abgerufen am 5. Februar 2010 (PDF).
  79. Efua Dorkenoo, Linda Morison, Alison Macfarlane (FORWARD 2007): A Statistical Study to Estimate the Prevalence of Female Genital Mutilation in England and Wales, London 2007 (Zusammenfassung der Ergebnisse; ebd. Download der gesamten Studie (PDF), Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010)
  80. Bedingte Freiheitsstrafen wegen Beschneidung der Tochter, in: Neue Zürcher Zeitung, 26. Juni 2008
  81. Franziska Gruber, Katrin Kulik, Ute Binder (Terre des Femmes 2005): Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM = Female Genital Mutilation), Tübingen 2005 („EU-Studie“ im Auftrag von Feleknas Uca, MdEP), S. 10 f (Volltext, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010)
  82. Mitten in Europa, Informationsseite zum Arte-Themenabend FGM - Die Verstümmelung der Töchter, Sendung am 6. Februar 2007, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  83. Die Beschneidung somalischer Mädchen anlässlich von „Urlaubsreisen“ von Europa nach Hargeysa (Somaliland) dokumentierte der norwegische Sender NRK 2007: Somaliland now centre for illegal female cutting, afrol news, 26. Juni 2007, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  84. AP: Egyptian man forces his wife to be circumcised. In: Khaleej Times, Weblink zuletzt abgerufen am 1. September 2007
  85. Carla M. Obermeyer, Harvard School of Public Health, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  86. Carla M. Obermeyer, Amsterdam School for Social science Research, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  87. Anna Kölling: Weibliche Genitalverstümmelung im Diskurs: Exemplarische Analysen zu Erscheinungsformen, Begründungsmustern und Bekämpfungsstrategien, 1. Auflage, S. 14; LIT Verlag Berlin-Hamburg-Münster, 2008. ISBN 978-3-8258-1821-0 Volltext
  88. a b Kathy Davis, Simone Weil: “Loose Lips Sink Ships.” In: Feminist Studies 28. Februar 2002, S. 7–37. Nach Pretty Woman: Genital Plastic Surgery and the Production of the Sexed Female Subject], Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  89. Philippe Ariès, Georges Duby (dt. 1999, fr. 1987). Das einsame Laster. Geschichte des Privaten Lebens. Bd. 4, 462-464. Augsburg: Weltbild (Bechtermünz); zitiert in Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  90. Marion Hulverscheidt: Weibliche Genitalverstümmelung: Diskussion und Praxis in der Medizin während des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum, Dissertation, Georg-August-Universität Göttingen, 2000. Als Buch erschienen im Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main, 2002. ISBN 3-935964-00-5 Rezension online
  91. Meyers D. (2000): Feminism and Women's Autonomy: the Challenge of Female Genital Cutting. Metaphilosophy, 31(5), 469–491 doi:10.1111/1467-9973.00164
  92. Smith, C. (2011): Who Defines "Mutilation"? Challenging Imperialism in the Discourse of Female Genital Cutting. Feminist Formations; 23 (1) 25-46 doi:10.1353/ff.2011.0009
  93. Davis, K (2004): Responses to W. Njambi’s ‘Dualisms and female bodies in representations of African female circumcision: a feminist critique.’ Feminist Theory, 5 (3), 305-311 doi:10.1177/1464700104046977
  94. Esho, T (2010): Female genital cutting and sexual function: in search of an alternate theoretical model’ African Identities, 8 (3), 221-235 doi:10.1080/14725843.2010.491614
  95. a b G. Einstein: From body to brain: considering the neurobiological effects of female genital cutting. In: Perspectives in Biology and Medicine. Band 51, 2008, S. 84–97. PMID 18192768. PDF-Volltext.
  96. George C. Denniston et al. (Hrsg.): Male and Female Circumcision. Medical, Legal, and Ethical Considerations in Pediatric Practice. S. 131
  97. Anika Rahman, Nahid Toubia, Center for Reproductive Law & Policy: Female genital mutilation: a guide to laws and policies worldwide G - Reference, Information and Interdisciplinary Subjects Series, S. 209; Zed Books 2000. ISBN 978-1-85649-773-2
  98. WHO (2008), Eliminating FGM, S. 6
  99. IRIN News: Kenya: Rights activists decry Mungiki circumcision threat, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  100. Amnesty International: Asylgutachten – FGM bei den Kikuyu, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  101. What is the origin of circumcision?, Islam Online, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  102. Yussuf al Qaradwi, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  103. Shaykh Faraz Rabbani: Female circumcision, Sunni Path, The Online Islamic Academy, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  104. Bosworth / van Donzel: The encyclopedia of Islam, KHITAN
  105. George C. Denniston et al. (Hrsg.): Male and Female Circumcision. Medical, Legal, and Ethical Considerations in Pediatric Practice. S. 137f.
  106. Sunan Abu Dawud, Buch 41, Nr. 5251
  107. „Wird die Genitalverstümmelung je aufhören? In Kairo beschließen islamische Gelehrte ein Verbot“, NZZ, 24. November 2006, Weblink zuletzt abgerufen am 13. November 2010
  108. TARGET: „Islam ächtet Mädchenverstümmelung“, 24. November 2006, Weblink zuletzt abgerufen am 13. November 2010
  109. „Geistliche in Somalia erlassen Fatwa gegen Verstümmelung“, dpa / Ärzte Zeitung, 2. November 2005, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  110. http://www.stopfgm.net/dox/090306-Preseportal-Schweiz_Fatwa%20Yusuf%20al-Qaradawi.pdf
  111. Adelaja OA:Final report on position of female circumcision in Nigeria. News - Women's International Network. Women's International Network. 01/02/1981; 7(3):41. ISSN: 0145-7985
  112. H. O'Connell et al. (2005): Anatomy of the Clitoris. The Journal of Urology, 174:1189-95. PMID 16145367
  113. a b Hanny Lightfoot-Klein, M.A.: The Sexual Experience and Marital Adjustment of Genitally Circumcised and Infibulated Females in The Sudan In: The Journal of Sex Research Vol.26. No.3, S. 375-392, August 1989. Volltext-Kopie
  114. Hanny Lightfoot-Klein: About the Author
  115. a b Lucrezia Catania et al.: Pleasure and Orgasm in Women with Female Genital Mutilation/Cutting (FGM/C) In: The Journal of Sexual Medicine, Volume 4 Issue 6, S. 1666-1678, 2007. PMID 17970975
  116. Johnsdotter, S., and B. Essen. 2004. Sexual health among young Somali women in Sweden: Living with conflicting culturally determined sexual ideologies. Paper presented at INTACT conference, Advancing knowledge on psycho-sexual effects of FGC: Assessing the evidence. Alexandria, Egypt, 10–12 October [2]
  117. Sexual Consequences of Female Initiation Rites in Africa - The New York Times
  118. F.E. Okonofua, U. Larsen, F. Oronsaye, Rachel C. Snow, T. E. Slanger: The Association Between Female Genital Cutting and Correlates of Sexual and Gynaecological Morbidity in Edo State, Nigeria. In: International Journal of Obstetrics and Gynaecology. Band 109, 2002, S. 1089-1096. PMID 12387460
  119. a b c Veale D, Daniels J. (2011): Cosmetic Clitoridectomy in a 33-Year-Old Woman. Arch Sex Behav., Aug 12 PMID 21837517
  120. M. P. Goodman, O. J. Placik, R. H. Benson III, J. R. Miklos, R. D. Moore, R. A. Jason, D. L. Matlock, A. F. Simopoulos, B. H. Stern, R. A. Stanton, S. E. Kolb, F. Gonzalez: A large multicenter outcome study of female genital plastic surgery. In: Journal of Sexual Medicine. Band 7, 2010, S. 1565–1577. doi:10.1111/j.1743-6109.2009.01573.x
  121. Female genital mutilation and obstetric outcome: WHO collaborative prospective study in six African countries.
  122. Essén B. (2005): No association between female circumcision and prolonged labour: a case control study of immigrant women giving birth in Sweden. European journal of obstetrics, gynecology, and reproductive biology, 121(2), 182-185 PMID 16054959
  123. L. Almroth, S. Elmusharaf, N. El Hadi, A. Obeid, Ma. El Sheikh, Sm. ElfadilM, S. Bergström: Primary infertility after genital mutilation in girlhood in Sudan: a case-control study. Lancet. 2005 Jul 30-Aug 5; 366(9483): 385-91. PMID 16054938
  124. Emmanuel Monjok, E.James Essien, Laurens Holmes:Female Genital Mutilation: Potential for HIV Transmission in sub-Saharan Africa and Prospect for Epidemiologic Investigation and Intervention, African Journal of Reproductive Health, Vol. 11, No. 1, April, 2007, pp. 33-42
  125. Elmusharaf S, Elkhidir I, Hoffmann S, Almroth L.: A case-control study on the association between female genital mutilation and sexually transmitted infections in Sudan. BJOG. 2006 Apr;113(4):469-74.
  126. Kanki P, M'Boup S, Marlink R, Travers K, Hsieh CC, Gueye A, Boye C, Sankalé JL, Donnelly C, Leisenring W, et al.:Prevalence and risk determinants of human immunodeficiency virus type 2 (HIV-2) and human immunodeficiency virus type 1 (HIV-1) in west African female prostitutes. Am J Epidemiol. 1992 Oct 1;136(7):895-907.
  127. Maslovskaya O, Brown JJ, Padmadas SS.: Disentangling the complex association between female genital cutting and HIV among Kenyan women. J Biosoc Sci. 2009 Nov;41(6):815-30. Epub 2009 Jul 16.
  128. Schnitte in Körper und Seele. Pdf, abgerufen am 31.Oktober 2011.
  129. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Volltext
  130. Arabische Charta der Menschenrechte PDF-Volltext
  131. Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam Volltext in deutsch
  132. Gruber, Kulik, Binder: Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung, Oktober 2005, S. 39.
  133. a b K. Krása: Weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern - ethische und rechtliche Aspekte. In: Medizin, Ethik und Menschenrechte: Geschichte- Grundlagen- Praxis., S. 286-287; Vandenhoeck & Ruprecht, 2009. ISBN 978-3-89971-698-6
  134. a b Lackner/Kühl, Strafgesetzbuch, Kommentar, 26. Auflage, München 2007 (ISBN 3-406-52295-5), § 226 Rn. 4
  135. a b c Dirk Wüstenberg: Genitalverstümmelung und Strafrecht. In: Der Gynäkologe 2006, S. 824-827
  136. Kroeger: Vortrag: Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland – Rechtspolitische Dimensionen. Im Rahmen der Konferenz: Weibliche Genitalverstümmelung beenden: Erfahrungen aus Afrika und Europa – Perspektive für Deutschland am 12./13. Dezember 2006 in Berlin
  137. a b Beck, L, Freundl, G (2009): Beschneidung des äußeren weiblichen Genitales. Der Gynäkologe, Volume 42, Number 4, 282-284 doi:10.1007/s00129-008-2306-6
  138. Kentenich & Billing: Weibliche Genitalverstümmelung: Lebenslanges Leiden In: Dtsch Arztebl 2006; 103(13): A 842–845 Volltext
  139. a b Bundesgerichtshof, Urteil vom 15. Dezember 2004, Aktenzeichen XII ZB 166/03; zusammengefasst: Bundesgerichtshof, Pressemitteilung 14/2005 vom 27. Januar 2005, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  140. Gericht will Kind vor Beschneidung schützen, Badische Zeitung, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  141. Oberlandesgericht Karlsruhe, Beschluss vom 25. Mai 2009, Az. 5 UF 224/08, NJW 2009, 3521.
  142. Bundesgerichtshof, Urteil vom 15. Dezember 2004, Aktenzeichen XII ZB 166/03, S. 7-9 der Originalentscheidung, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  143. a b Genitalverstümmelung. Empfehlungen zum Umgang mit Patientinnen nach weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation). Bundesärztekammer, abgerufen am 20. September 2011 (Stand: 25. November 2005 letzte Änderung 27. März 2009).
  144. Anfrage der Abgeordneten Mag. Johann Maier und GenossInnen an die Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlicher Dienst betreffend „Meldedatenbanken Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung“. In: 505/J XXIV. GP. Republik Österreich - Parlamentsdirektion, 18. Dezember 2008, abgerufen am 2. Februar 2010.
  145. Afrikaportal: Ende der weiblichen Beschneidung in Benin, April 2005
  146. Der Spiegel: Eritrea verbietet Beschneidung von Frauen, 5. April 2007
  147. BBC News, 10. Dezember 2009: Uganda bans female genital mutilation
  148. BBC News: S Leone bans child brides not FGM, 8. Juni 2007
  149. Margaret E. Keck, Kathryn Sikkink: Activists Beyond Borders: Advocacy Networks in International Politics, Cornell Univ Press, 1998, ISBN 0-8014-8456-1
  150. Kathryn Sikkink:Transnational Advocacy Networks and the Social Construction of Legal Rules in Yves Dezalay, Bryant G. Garth (Editor): Global Prescriptions: The Production, Exportation, and Importation of a New Legal Orthodoxy, University of Michigan Press, 2002, ISBN 0-472-11235-X
  151. Sochart, Elise A. (1988): Agenda Setting, The Role of Groups and the Legislative Process: The Prohibition of Female Circumcision in Britain. Parliamentary Affairs, 41 (4), 508-526 ISSN 1460-2482
  152. Somerville, Ian: Managing public affairs and lobbying: persuasive communication in the policy sphere. in Danny Moss, Barbara DeSanto (Editor): Public Relations: A Managerial Perspective. Sage Publishing, 2011, ISBN 0-7619-4856-2
  153. WHO (2008): Eliminating female genital mutilation, S. 22.
  154. a b United States Agency for International Development: USAID Policy on Female Genital Cutting, 1. September 2000.
  155. Schnitte in Körper und Seele: Eine Umfrage zur Situation beschnittener Mädchen und Frauen in Deutschland - UNICEF
  156. Christoph Zerm, AG FIDE e.V.: Weibliche Genitale Beschneidung – Zu Umgang mit Betroffenen und Prävention: Deutsche Empfehlungen für Angehörige des Gesundheitswesens und alle weiteren potentiell involvierten Berufsgruppen, Seite 5. PDF-Volltext
  157. Terre des Femmes: Stellungnahme von TERRE DES FEMMES zur Verwendung des Begriffs „weibliche Genitalverstümmelung“
  158. Carla M. Obermeyer (1999): Female Genital Surgeries: The Known, the Unknown and the Unknowable. Medical Anthropology Quarterly 13(1):79–106 PMID 10322603
  159. Carla M. Obermeyer (2003): The Health Consequences of Female Circumcision: Science, Advocacy, and Standards of Evidence. Medical Anthropology Quarterly 17(3):394–412 PMID 12974204
  160. Carla M. Obermeyer (2005): The consequences of female circumcision for health and sexuality: An update on the evidence. Culture, Health & Sexuality, September–October 2005; 7(5): 443–461 PMID 16864215
  161. Linda Morison, Caroline Scherf, Gloria Ekpo, Katie Pain, Beryl West, Roseland Coleman und Gijs Walraven (2001): The Long-Term Reproductive Health Consequences of Female Genital Cutting in Rural Gambia: A Community-Based Survey. Tropical Medicine
  162. Benatar, Michael and Benatar, David(2003) 'Between Prophylaxis and Child Abuse: The Ethics of Neonatal Male Circumcision', The American Journal of Bioethics, 3: 2, 35 — 48, First published on: spring 2003 Volltext
  163. Davis, Dena S.(2003) 'Cultural Bias in Responses to Male and Female Genital Surgeries', The American Journal of Bioethics, 3: 2, 15, First published on: spring 2003 Volltext
  164. taz: Ein Schnitt fürs Leben, 9. September 2006.
  165. Vgl. Maximilian Stehr, Holm Putzke, Hans-Georg Dietz: Zirkumzision bei nicht einwilligungsfähigen Jungen: strafrechtliche Konsequenzen auch bei religiöser Begründung. In: Deutsches Ärzteblatt 2008, A 1778–1780.
  166. Richard A. Shweder: When Cultures Collide: Which Rights? Whose Tradition of Values? A Critique of the Global Anti-FGM Campaign. Originally prepared for Joint Princeton University/Central European University Conference on “Universalism and Local Knowledge in Human Rights” (24.-25. Oktober 2003), Princeton, New Jersey
  167. Kirsten Bell: Genital Cutting and Western Discourses on Sexuality In: Medical Anthropology Quarterly 19(2), S.125–148; 2005. Volltext
  168. Sylvia Unterdorfer, Maria Deutinger, Michaela Langer, und Claudia Richter: „Wahnsinnig schön: Schönheitssucht, Jugendwahn & Körperkult“, Goldegg, ISBN 3-901880-14-3
  169. a b Braun, V: In Search of (Better) Sexual Pleasure: Female Genital ‘Cosmetic’ Surgery. Sexualities, 2005, vol. 8 no. 4 407-424 doi:10.1177/1363460705056625, Volltext
  170. Beate Hausbichler: Wahl und Zwang zum „Genitalideal“: Genitalchirurgie und Genitalverstümmelung: Forscherinnen untersuchen diese beiden Praktiken in Brasilien, Afrika und England, in: dieStandard.at, 25. Juni 2008
  171. Designer Vaginas: Is Female Circumcision Coming Out of the Closet? - Cocorioko
  172. Plastic Surgery Below the Belt, in: Time Magazine
  173. Stellungnahme der DGGG zur Intimchirurgie
  174. Trechsel, Schlauri: B. Schwere Körperverletzungen nach Art. 122 StGB? In: Weibliche Genitalverstümmelung in der Schweiz - Rechtsgutachten im Auftrag von UNICEF Schweiz, S.11; Zürich 2004. Volltext, Weblink zuletzt abgerufen am 29. Januar 2010
  175. Kampf der Genitalverstümmelung an Mädchen - Schweizer Fernsehen
  176. Trechsel, Schlauri: Weibliche Genitalverstümmelung in der Schweiz - Rechtsgutachten im Auftrag von UNICEF Schweiz, Zürich 2004. Volltext
  177. Intersex Initiative: Prohibition of Female Genital Mutilation Webseite
  178. a b c d Ibe C, Johnson-Agbakwu C (2011): Female Genital Cutting: Addressing the Issues of Culture and Ethics. The Female Patient;36(8):28-31 [3]
  179. Thierfelder C, Tanner M, Bodiang CM. (2005): Female genital mutilation in the context of migration: experience of African women with the Swiss health care system. European journal of public health; 15(1):86-90 PMID 15788809
  180. Manderson, L (2004): Local Rites and Body Politics. International Feminist Journal of Politics, Volume 6, Issue 2 doi:10.1080/1461674042000211272
  181. L. Rosenberg, K. Gibson, J. F. Shulman: When Cultures Collide: Female Genital Cutting and U.S. Obstetric Practice. In: Obstetrics & Gynecology. Band 113, Heft 4, 2009, S. 931-934 doi:10.1097/AOG.0b013e3181998ed3
  182. Doriane Lambelet Coleman, The Seattle Compromise: Multicultural Sensitivity And Americanization
  183. USA: Rites and wrongs: Is outlawing female genital mutilation enough to stop it from happening here?
  184. Anna Elisabetta Galeotti (2007): Relativism, Universalism, and Applied Ethics: The Case of Female Circumcision. Constellations, Volume 14, Issue 1, 91–111 doi:10.1111/j.1467-8675.2007.00424.x.
  185. Leye, Els et al. (2006): Health Care in Europe for Women with Genital Mutilation. Health Care For Women International, Volume 27, Number 4, 362-378(17) doi:10.1080/07399330500511717.
  186. Policy Statement: Ritual Genital Cutting of Female Minors. Committee on Bioethics PEDIATRICS Vol. 125 No. 5 May 2010, pp. 1088-1093 (doi:10.1542/peds.2010-0187)
  187. Doctors Seek Compromise On Female Genital Cutting - Interview mit Prof. Dena Davis (Cleveland-Marshall College of Law, Cleveland State University) im National Public Radio
  188. Carol M. Ostrom: Harborview debates issue of circumcision of Muslim girls In: SEATTLE TIMES, Seattle, Washington, 13. September 1996.
  189. La Barbera, Maria Caterina (2009): Revisiting the anti-Female Genital Mutilation Feminist Discourse. Diritto & Questioni Pubbliche, 9 (Volltext)
  190. Ntarangwi, Mwenda (2007): "I have changed my mind now": U.S. Students' Responses to Female Genital Cutting in Africa. Africa Today, Volume 53, Number 4, 87-108 doi:10.1353/at.2007.0029.

Weblinks

 Commons: Beschneidung weiblicher Genitalien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!

Wikimedia Foundation.

Synonyme:

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Beschneidung weiblicher Genitalien — Mädchenbeschneidung; Genitalverstümmelung; genitale Verstümmelung; Frauenbeschneidung …   Universal-Lexikon

  • Verstümmelung weiblicher Genitalien — Als Beschneidung weiblicher Genitalien (auch Mädchenbeschneidung oder Frauenbeschneidung; engl.: Female Genital Cutting, FGC) werden kulturell verankerte Praktiken bezeichnet, bei denen weibliche Geschlechtsteile teilweise oder ganz entfernt… …   Deutsch Wikipedia

  • Beschneidung — (mittelhochdeutsch: besnîden „stutzen, zurückschneiden“) steht für: Zirkumzision, Kürzung oder Entfernung der männlichen Vorhaut Brit Mila, Entfernung der männlichen Vorhaut nach jüdischer Sitte Beschneidung weiblicher Genitalien Subinzision,… …   Deutsch Wikipedia

  • Pharaonische Beschneidung — Als Beschneidung weiblicher Genitalien (auch Mädchenbeschneidung oder Frauenbeschneidung; engl.: Female Genital Cutting, FGC) werden kulturell verankerte Praktiken bezeichnet, bei denen weibliche Geschlechtsteile teilweise oder ganz entfernt… …   Deutsch Wikipedia

  • Weibliche Beschneidung — Als Beschneidung weiblicher Genitalien (auch Mädchenbeschneidung oder Frauenbeschneidung; engl.: Female Genital Cutting, FGC) werden kulturell verankerte Praktiken bezeichnet, bei denen weibliche Geschlechtsteile teilweise oder ganz entfernt… …   Deutsch Wikipedia

  • Männliche Beschneidung — Penis, beschnitten im Erwachsenenalter Die Zirkumzision (von lat. circumcido, rings abschneiden [1]) oder Beschneidung ist die teilweise oder vollständige Entfernung der männlichen Vorhaut. Gründe für die Beschneidungen sind neben medizinischen… …   Deutsch Wikipedia

  • Klitoris-Beschneidung — Klitoridektomie (gr. aus: „kleitoris“ Kitzler und „ektemnô“ schneide aus) ist der medizinische Fachausdruck für die Entfernung der Klitoris. Die Klitoris ist ein äußeres weibliches Geschlechtsorgan (vgl. unter Vulva). Aktuell findet die häufigste …   Deutsch Wikipedia

  • Labiaplastie — Weiblicher Intimbereich nach chirurgischer Veränderung der inneren Schamlippen und Klitorisvorhaut Labioplastik[1], auch Schamlippenplastik, Schamlippenkorrektur, Schamlippenverkleinerung bezeichnen chirurgische Verfahren zur Reduzierung,… …   Deutsch Wikipedia

  • Labioplastie — Weiblicher Intimbereich nach chirurgischer Veränderung der inneren Schamlippen und Klitorisvorhaut Labioplastik[1], auch Schamlippenplastik, Schamlippenkorrektur, Schamlippenverkleinerung bezeichnen chirurgische Verfahren zur Reduzierung,… …   Deutsch Wikipedia

  • Schamlippenkorrektur — Weiblicher Intimbereich nach chirurgischer Veränderung der inneren Schamlippen und Klitorisvorhaut Labioplastik[1], auch Schamlippenplastik, Schamlippenkorrektur, Schamlippenverkleinerung bezeichnen chirurgische Verfahren zur Reduzierung,… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”