Bessarabischer Gebetsverein

Der Bessarabische Gemeinschaftsverband (auch Bessarabischer Gebetsverein genannt) wurde in der Nachkriegszeit von erweckten und pietistischen Kreisen bessarabiendeutscher Flüchtlinge gegründet. Der Name des Verbandes lautet seit 1974 Gemeinschaftsverband Nord-Süd.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Innerhalb der Evangelisch-lutherischen Kirche Bessarabiens gab es von Anfang an eine starke pietistische Fraktion, die sich - neben dem sonntäglichen Gottesdienstbesuch als Stundisten - in eigenen Gebets- und Bibelstunden versammelte. Ihr wurden etwa 8.000 Personen zugerechnet. Sie bewahrten ihre geistliche Prägung auch nach der 1940 erfolgten Umsiedlung aus Bessarabien (Heim ins Reich) und pflegten sie während des Zweiten Weltkriegs bei der Ansiedlung im Wartheland und in Westpreußen. Bessarabiendeutsche, die nach dem Krieg von dort nach Westdeutschland gelangten, gründeten im Dezember 1947 den Bessarabischen Gemeinschaftsverband. 1954 schloss sich diese Vereinigung dem Gnadauer Verband an.

Weitere Entwicklungen

Der Wirkungskreis war zunächst auf den engen Kreis der bessarabischen Landsleute begrenzt. Vor allem in Norddeutschland (Raum Bremen) und in Süddeutschland (Baden-Württemberg) bildeten sich örtliche Versammlungen. Freizeiten wurden angeboten und missionarische Aktionen durchgeführt. Es entstanden kleiner diakonische Einrichtungen, darunter ein Freizeitheim in Hohenböken / Ganderkesee und ein weiteres in Aichenbach.

Diese Aktivitäten führten dazu, dass schon in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts auch Kontakte zur ansässigen deutschen Bevölkerung und zu anderen Flüchtlingskreisen entstanden. 1974 trug man dieser Entwicklung Rechnung und benannte die Vereinigung in Evangelischer Gemeinschaftsverband Nord-Süd um. Er beschreibt sein Selbstverständnis so: "Uns verbindet der persönliche Glaube an Jesus Christus, die maßgebende Botschaft der Bibel und der missionarische Auftrag Gottes an Menschen unserer Gegenwart. In einer Zeit um sich greifender Vereinzelung und Vereinsamung finden sie persönliche Gemeinschaft in überschaubaren Kreisen und Gruppen."

Organisation

Geleitet wird der Verband durch einen fünfköpfigen geschäftsführenden Vorstand. Die Geschäftsstelle des Verbandes befindet sich zur Zeit (2006) in Ganderkesee.

Der Gemeinschaftsverband ist in Bezirke unterteilt, in denen regelmäßig sogenannte Gemeinschaftsstunden stattfinden. Orte der Zusammenkünfte sind häufig die Gemeindehäuser der örtlichen evangelischen Kirchengemeinden.

Der Nordbereich umfasst folgende Bezirke: Achim, Bokel-Cadenberge, Bookholzberg, Neu Wulmstorf und Schwanewede. Die Bezirke des Südbereiches haben ihren Sitz in Schwäbisch Hall, Ludwigsburg und Reutlingen

Durch drei regionale Besuchsdienste werden die Bezirke pastoral betreut. Zwei Zeitschriften (Nord-Süd-Kontakt, Seniorenbrief) sowie überregionale Freizeitangebote dienen ebenfalls der Kontaktpflege unter den verstreut lebenden Mitgliedern des Gemeinschaftsverbandes.

Siehe auch

Weblinks


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