1. Russische Nationalarmee der Deutschen Wehrmacht

Die 1. Russische Nationalarmee entstand am 4. April 1945 aus der Umbenennung eines bestehenden Verbandes im Dienst der Wehrmacht, der unter der Führung des weißrussischen Adligen und ehemaligen zaristischen Garde-Offiziers Graf Boris Smyslowsky zur Partisanenbekämpfung in den deutschbesetzen Ostgebieten aufgestellt worden war, der sich aus Tarnungsgründen nach einem schwedischen Onkel Arthuro Holmston nannte. Der Verband setzte sich aus Emigranten, Kriegsgefangenen und Überläufern der Roten Armee zusammen und hatte den Status einer verbündeten Armee. Die Stärke lag nach unterschiedlichen Angaben zwischen 6.000 und 10.000 Mann.

Mitte April 1945 begann die Armee Holmston sich nach Westen abzusetzen, nachdem klar war, dass der Krieg für Hitler-Deutschland verloren war. Um der Gefangennahme durch alliierte Truppen, die mit ziemlicher Sicherheit die Auslieferung an die Sowjetunion bedeutet hätte, zu entgehen, plante Holmston sich nach Liechtenstein abzusetzen. In der Nacht zum 3. Mai 1945 traten die verbleibenden 462 Offiziere und Mannschaften bei Fresch und Schellenberg über die Grenze. Fürst Franz Josef II. und die Regierung des Landes ignorierten ein sowjetisches Auslieferungsbegehren und gewährte den Flüchtlingen Asyl, bis die Auswanderung nach Argentinien arrangiert wurde.

Literatur

  • Henning Freiherr von Vogelsang: Nach Liechtenstein – in die Freiheit. Der abenteuerliche Weg der „1. Russischen Nationalarmee in der Deutschen Wehrmacht“ ins Asyl im Fürstentum Liechtenstein. Gemeinde Schellenberg 1980.
  • Henning Freiherr von Vogelsang: Kriegsende in Liechtenstein. Das Schicksal der Ersten Russischen Nationalarmee in der Deutschen Wehrmacht. Freiburg im Breisgau 1985.
  • Henning von Vogelsang: Die Armee, die es nicht geben durfte. Russen in deutscher Uniform und ihre Rettung in Liechtenstein. Gerhard Hess Verlag, Ulm 1995, ISBN 3-87336213-9
  • Peter Geiger, Manfred Schlapp: Russen in Liechtenstein. Flucht und Internierung der Wehrmacht-Armee Holmstons 1945–1948. Vaduz, Zürich 1996. (mit einer Liste der Internierten und dem russischen Tagebuch Georgi Simons)
  • Nikolai Tolstoy: Die Verratenen von Jalta. Ullstein, Frankfurt a.M. 1987, ISBN 3-548-33079-7 (Ullstein Taschenbuch 33079)

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