Betano
Suco Betano
Der Suco Betano liegt im Süden des Subdistrikts Same. Der Ort Betano liegt im Süden des Sucos an der Küste.
Daten
Fläche 112,80 km²[1]
Einwohnerzahl 5.151 (2010)[2]
Chefe de Suco Saturnino Tilman
(Wahl 2009)
Orte Position[3] Höhe
Bemetan 9° 9′ S, 125° 44′ O-9.1563888888889125.7261111111159 59 m
Betano 9° 10′ S, 125° 44′ O-9.1644444444444125.7252 m
Lalica 9° 9′ S, 125° 42′ O-9.15125.7069444444488 88 m
Leo-Ai 1 9° 9′ S, 125° 41′ O-9.1469444444444125.6772222222241 41 m
Leo-Ai 2 9° 8′ S, 125° 42′ O-9.1408333333333125.6977777777890 90 m
Rai-Fussa 9° 9′ S, 125° 42′ O-9.1452777777778125.7030555555690 90 m
Riatu 9° 6′ S, 125° 42′ O-9.0916666666667125.69305555556268 268 m
Selihassan 9° 9′ S, 125° 46′ O-9.1533333333333125.76666666667102 102 m
Sessurai 9° 6′ S, 125° 42′ O-9.1058333333333125.69583333333191 191 m
Betano (Osttimor)
Betano
Betano

Betano (andere Namen und Schreibweisen: Nutur, Betana, Betarro, Belana) ist ein osttimoresischer Ort und Suco im Subdistrikt Same (Distrikt Manufahi).

Inhaltsverzeichnis

Der Ort

Der Ort liegt 68 km südlich der Landeshauptstadt Dili, an der Südküste der Insel Timor, auf einer Meereshöhe von m. In Betano gibt es eine medizinische Station. Vor der Küste befindet sich ein Ankerplatz, der von größeren Schiffen verwendet werden kann.[4] Bei Betano soll ein Kraftwerk mit einer Leistung von 130 MW entstehen, das die Südküste mit Strom versorgen soll.

Der Suco

Der Suco liegt im Süden des Subdistrikts Same und hat eine Fläche von 112,80 km².[1] In Betano leben 5.151 Einwohner (2010,[2] 2004: 4.577[5]). Betano ist eines der Zentren der Bunak, deren Sprache zu den Nationalsprachen in Osttimor gehört.

Im Nordwesten liegen die Sucos Dai-Sua und Babulo. Im Norden und Osten grenzt Betano an den Subdistrikt Alas mit seinen Sucos Taitudac und Mahaquidan. Zwischen Betano und Mahaquidan fließt der Fluss Quelan. Die Westgrenze bildet der Fluss Caraulun, der hier viele Flussinseln hat. Am anderen Ufer liegt der Subdistrikt Hato-Udo (Distrikt Ainaro) mit seinem Suco Foho-Ai-Lico. Im Süden liegt die Timorsee.[6]

Bei Betano biegt die südliche Küstenstraße, eine der Hauptverkehrsadern Osttimors, von Osten kommend nach Norden ab und führt vorbei an Bemetan, Rai-Fussa (Raifusa, Rai Fursa), Lalica, Leo-Ai 2 (Leoai 2) und Sessurai (Sesurai), bis sie die Sucogrenze bei Riatu erreicht. Später teilt sie sich. Nach Norden führt sie weiter über die Distrikthauptstadt Same und die Orte Maubisse und Aileu nach Dili; nach Westen geht sie bis nach Suai. Folgt man der Küstenstraße von Betano der Küste entlang nach Osten, erreicht man auf halben Weg zur Sucogrenze den Ort Selihassan (Selihasan). Leo-Ai 1 (Leoai 1) liegt westlich von Leo-Ai 2.

Grundschulen finden sich in Sessurai, Rai-Fussa (Escola Primaria Rai-Fussa),[7] Bemetan und Selihasan. Eine Vorschule gibt es in Rai-Fussa und eine vorbereitende Schule zur Sekundärstufe in Bemetan. Rai-Fussa hat, ebenso wie Betano, eine medizinische Station. Bei Riatu führt die Küstenstraße über eine Brücke über den Sui, an der Ostgrenze gibt es eine weitere Brücke über den Quelan.[4]

Im Suco befinden sich die sieben Aldeias Bemetan, Lalica, Leo-Ai, Loro, Rai-Fussa, Selihassan und Sessurai.[8]

In der Region Betano leben verschiedene seltene Vogelarten, darunter die Wetar-Taube.

Geschichte

Bei der Königin von Betano hatte sich Boaventura, Liurai von Manufahi, ein letztes Mal während seiner Rebellion gegen die Portugiesen verschanzt. Im April 1912 beschoss das portugiesische Kanonenboot Pátria Betano und tötete nach Angaben eines Besatzungsmitgliedes tausend Menschen. Die Timoresen wurden endgültig besiegt, mehrere Tausend wurden gefangen genommen, darunter Boaventura.[9]

Während des Zweiten Weltkriegs wurden über den Ort Betano vom 27. Mai bis zum 1. Dezember 1942 die australischen Soldaten der 2/2nd Independent Company versorgt, die auf Timor gegen die Japaner kämpften. Kleine Schiffe und Korvetten fuhren dazu zwischen Darwin und Betano. Am 23. September 1942 sollte die 2/2nd Independent Company durch die 2/4th Independent Company ersetzt werden. Der Zerstörer HMAS Voyager brachte 450 Soldaten nach Betano und sollte 600 aufnehmen. Durch starke Strömung lief die Voyager aber am Strand auf Grund. Die Bergung war unmöglich und nachdem ein japanisches Flugzeug abgeschossen wurde und Bomber am nächsten Tag angriffen, wurde die Besatzung der Voyager in der Nacht darauf durch die zwei Korvetten HMAS Kalgoorlie and HMAS Warrnambool evakuiert. Die HMAS Voyager wurde gesprengt. Ihre Überreste liegen noch heute bei Betano. Ein Vorstoß der Japaner erreichte am 27. September von Dili aus Betano, konnte dort aber nichts mehr ausrichten.

In der Nacht vom 30. November zum 1. Dezember führte die australische Marine eine Landungsaktion bei Betano durch. Frische holländische Truppen sollten an Land gesetzt und 190 holländische Soldaten und 150 portugiesische Zivilisten in Sicherheit gebracht werden. Das Landungsboot HMAS Kuru diente als Fähre zwischen dem Ufer und den beiden Korvetten HMAS Armidale und HMAS Castlemaine. Die HMAS Armidale wurde dabei von japanischen Flugzeugen bei Betano versenkt. 40 australische Besatzungsmitglieder und 60 Soldaten der Niederländischen Ostindienarmee starben. Im Januar 1943 wurden die meisten australischen Soldaten von Timor evakuiert.

Nach dem Ort wurde 1972 ein Landungsboot der australischen Marine, die HMAS Betano, benannt und 1974 in Dienst gestellt. Am 20. März 2000 besuchte die HMAS Betano erstmals den Ort Betano. 2010 wurde auch ein Boot der Marine Osttimors nach Betano benannt.

Politik

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Agostu Pereira zum Chefe de Suco gewählt.[10] Bei den Wahlen 2009 gewann Saturnino Tilman.[11]

Einzelnachweise

  1. a b Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch)
  3. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  4. a b UNMIT-Landkarte von Manufahi, August 2008
  5. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  6. Timor-Leste GIS-Portal
  7. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  8. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch)
  9. History of Timor – Technische Universität Lissabon
  10. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados
  11. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados

Siehe auch

Weblinks


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