Betkaspar

Kaspar („Betkaspar“) Schwarze (* 1830 in Soest; † 13. Mai 1911 in Werl) war ein deutscher Landstreicher.

Umbettung in ein Ehrengrab

Leben

Kaspar Schwarze war der Sohn konfessionsverschiedener Eheleute. Er wurde Schneider und später Pferdeknecht. Er war nicht verheiratet und behielt ein Zimmer im Elternhaus. Nach der Einführung der Ewigen Anbetung im Erzbistum Paderborn durch Bischof Konrad Martin um 1870 begann Kaspar Schwarze von Kirche zu Kirche zu wandern und an der Ewigen Anbetung teilzunehmen. Fast 40 Jahre lang besuchte er jährlich etwa 150 Kirchen und war somit ständig das ganze Jahr hindurch unterwegs. Verpflegt wurde er bei gastfreundlichen Menschen oder beim Pfarrer. Er war im ganzen Bistum bekannt.

Im Jahr 1911 starb er im Marienwallfahrtsort Werl und wurde auf dem dortigen Friedhof beigesetzt. Um 1920 begann die Verehrung des „Betkaspars“ – dieser Name wurde ihm von den Gläubigen des Bistums gegeben. Am 5. Mai 1933 wurde der Sarg mit seinem Leichnam, der ursprünglich auf dem alten Teil des Werler Friedhofes beigesetzt war, exhumiert und in ein Ehrengrab umgebettet.

Es wurden Gruppenwallfahrten organisiert, und an Allerheiligen wurden mehrere hundert Grabbesucher gezählt. Der Versuch, einen Seligsprechungsprozess einzuleiten, scheiterte jedoch. Somit nahm die Verehrung allmählich ab.

Heute ist der Betkaspar nahezu vergessen, aber sein Grab wird weiterhin durch die Stadt Werl gepflegt und es finden sich immer wieder Kerzen auf dem Grab, obwohl er hier keine Verwandten hatte.

Literatur

  • Athanasius Bierbaum: Betkaspar. Franziskus-Druckerei, Werl 1927.
  • Athanasius Bierbaum: Betkaspar („der ewige Anbeter“). 2. Auflage. Franziskus-Druckerei, Werl 1933.
  • Gerhard Best: Neue Heiligenkulte in Westfalen. Coppenrath, Münster 1983, ISBN 3-88547-190-6 (Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland. Heft 35).

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