Beton streicheln
Filmdaten
Deutscher Titel Beton streicheln – eine Begegnung mit Engelbert Kremser
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2005
Länge 95 Minuten
Altersfreigabe FSK ohne
Stab
Regie Rafael Fuster Pardo
Drehbuch Rafael Fuster Pardo
Produktion Fuster-Hoheisel-Ulrichs Filmproduktion
Musik Ed Van Otterdyke
Kamera Hanspeter Ulrichs
Schnitt Rafael Fuster Pardo
Besetzung

Beton streicheln – eine Begegnung mit Engelbert Kremser ist ein Film von Regisseur Rafael Fuster Pardo, gedreht in Potsdam, Bremen, Lübeck, Barcelona und Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Aus einer sehr persönlichen Sicht – Fuster Pardo war, bevor er Film studierte, zehn Jahre lang Baukonstrukteur – liefert der Film ein ausführliches Portrait des Architekten und Malers Engelbert Kremser und seines Werkes.

Kremser, Erfinder der Earthwork-Architektur, blieb in Deutschland einsamer Rebell gegen die Architektur des rechten Winkels. Als Vertreter einer organischen Architektur, mit Vorbildern wie Antoni Gaudí, Hans Scharoun, Hermann Finsterlin, gelangen Kremser expressive und von der Fachwelt hoch anerkannte Bauten wie das Café am See im Britzer Garten Berlin, ebenso wie er als Restaurator und Erneuerer des Botanischen Gartens in Berlin respektvoll mit Alfred Koerners Werk umging.

Ausführlich in seiner Entstehung werden vorgestellt:

  • Sein erster Bau, eine Dachterrasse in Berlin-Wannsee, die heute zerstört ist,
  • Kinderspielhaus im Märkischen Viertel,
  • Schaugewächshäuser im Botanischer Garten Berlin,
  • Pflanzenschutzamt Berlin,
  • Schülerhof im Schulzentrum Bremen-Hemelingen,
  • Trullo und Kinderhaus Barbara in Lübeck,
  • Gebäudelandschaft mit Café am See für die Bundesgartenschau 1985 in Berlin (Britzer Garten).

Der Film stellt Kremsers experimentelle Malerei und die Verbindung zu seiner Architektur vor. Seine Ausstellung im Haus am Lützowplatz sowie seine Fotomontagen für die Ausstellung „Architettura fatta di Terra“ am Instituto Nazionale di Architettura in Rom.

Eingebunden in die Filmhandlung sind architekturhistorische Fragen an den langjährigen Architekturkritiker der Wochenzeitung DIE ZEIT Manfred Sack, der als Zeitzeuge den Zuschauer in die siebziger Jahre und danach einführt.

Filmsprache

Der Film wechselt im Voranschreiten die filmsprachliche Syntax.

Mal autobiographischer Bericht (der Prolog), mal ein Interview „Zeugen des Jahrhunderts“ im Stile eines Günter Gaus (das mit Ironie geführte Interview mit Dr. Manfred Sack), dann eine Doku-Fotomontage (der Bau des Kinderspielhauses), plötzlich ein unmittelbares Werkstattgespräch (der Botanische Garten), später ein Musikclip (die italienische Ausstellung), oder eine strenge, mit O-Ton-Atmosphären unterlegte Architekturmontage, ohne Off-Kommentar, in der die Umwelt-und Innengebäudegeräusche zu einer disparaten Melodie zusammengesetzt werden, wie bei Tatis „Trafic“ (das Pflanzenschutzamt).

Jede Szene arbeitet, spielt, persifliert Filmmuster. Es entwickelt sich eine Dramaturgie der Steigerung. (als Entsprechung zur Ägyptischen Prozessionsarchitektur; Kremsers Vorbild).

Zum Schluss des Films phantasiert die Montage in einem virtuosen Tanz von Musik, dokumentarischer, unmittelbarer Gesprächssituation und Ölbildern (die Kathedrale von Burgos-Gemälde-Sequenz).

Auszeichnung

Der Film war 2006 Teil der Ausstellung Anstiftung zum Raum. Incitement to space im Deutschen Architektur Museum Frankfurt (DAM).

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