Betonbombe
Deutsche Betonbombe aus dem 2. Weltkrieg

Betonbomben wurden vor und im 2. Weltkrieg z. B. durch die deutsche Luftwaffe verwendet.

Zum einen wurden Übungsbomben wie die ZC 50 oder die ZC 250 aus Beton gefertigt, um für die einmalige Verwendung lediglich einen billigen Abwurfkörper herzustellen, der die gleichen ballistischen Eigenschaften aufweist wie die eigentliche (Spreng-)Bombe. Zur besseren Beobachtung wurden derartige Bomben entweder mit Glasampullen versehen, die beim Aufschlag der Bombe im Zielgebiet zerbrachen und eine Flüssigkeit freisetzten, die eine Rauchwolke erzeugte (z. B. Chlorsulfonsäure) oder bei Nachteinsätzen mit einem Leuchtsatz, der die Flugbahn der Bombe und den Aufschlagpunkt sichtbar machte.

Als Einsatzmunition wurden von deutscher Seite ebenfalls Betonbomben eingesetzt. Diese besaßen einen Mantel aus Beton, in den einerseits Stahldrähte als Armierung zur Erhöhung der Festigkeit, weiterhin auch bis zu einem Zentimeter große Stahlkörper eingegossen waren, die als vorgeformte Splitter fungierten. In diesen Bombenkörper war eine Sprengladung einlaboriert, die beim Aufschlag der Bombe zur Detonation gebracht wurde. Durch die Detonation wurde der Betonmantel zerlegt und die Stahlsplitter mit hoher Geschwindigkeit fortgeschleudert. Im Gegensatz zu anderen Behelfskampfmitteln wie Minen aus Beton, Glas, oder Sperrholz, Handgranaten aus Beton oder Glas etc., die von deutscher Seite gegen Kriegsende aus Rohstoffmangel gefertigt und eingesetzt wurden, wurden Betonbomben wie die SC 10 dw, die SBe 50 oder die SBe 250 von der deutschen Luftwaffe bereits zu Beginn des 2. Weltkrieges eingesetzt. Allerdings wiesen insbesondere die 50- und die 250-kg-Betonbomben einen wesentlich geringeren Sprengstoffanteil als die vergleichbaren Splitterbomben mit Stahlhülle auf, so dass sie später nicht mehr eingesetzt wurden.

Bezeichnung Gewicht (kg) Durchmesser (mm) Länge (mm) Sprengstoff (kg)
SC 10 dw 10 86 545 0,9
SBe 50 60 200 1100 3 bis 5,4
SBe 250 229 370 1637 49

Quellen

Literatur

  • Wolfgang Thamm: Fliegerbomben. Bernard & Graefe Verlag, ca.300 Seiten, ISBN 3-7637-6228-0
  • Wolfgang Fleischer: Deutsche Abwurfmunition" Motorbuchverlag, 290 Seiten, ISBN 3-613-02286-9
  • Karl R. Pawlas: Munitions-Lexikon, Bd.3: Deutsche Bomben Journal-Verl. Schwend GmbH, 334 Seiten

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