Betonmischanlage
Betonfirma im Osthafen in Frankfurt am Main

Eine Betonmischanlage dient zur industriellen Herstellung von Beton. Bei stationären Anlagen spricht man auch vom Betonwerk oder von der Betonanlage. Die Bundesverbände der deutschen Zement-, Transportbeton- und Betonfertigteilindustrie berichten, dass es in Deutschland über 4000 Produktionsstätten gibt.

Inhaltsverzeichnis

Anlagenkomponenten

Zur industriellen Betonherstellung benötigt man:

  • Lagerkapazitäten für die einzelnen Rezepturbestandteile, als da sind:
  • Transport- und Dosiereinrichtungen für jeden Rezepturbestandteil,
  • Betonmischer,
  • Übergabeeinrichtung für den Frischbeton,
  • Steuerungstechnik
  • Luftfilter

Nach den verschiedenen Arten der Betonherstellung unterscheidet man folgende Formen der Betonmischanlagen:

Transportbeton-Mischanlage

Die heute am weitesten verbreitete Form ist die Transportbeton-Mischanlage. Sie dient zur Herstellung von Beton in stationären Werken, der anschließend mit LKW-Betonfahrmischern zur Baustelle transportiert wird. Die einzelnen Rezepturbestandteile werden in der Anlage mit hoher Genauigkeit verwogen und anschließend wird der Betonmischer mit der Charge befüllt. Der Mischer stellt das eigentliche Herzstück der Anlage dar. Er muss in sehr kurzer Zeit die Charge sehr homogen vermischen. Der gesamte Prozess wird auf einem Lieferschein dokumentiert. Gegenüber einer Betonherstellung direkt an der Baustelle hat die Transportbeton Technologie nicht nur zu einer Rationalisierung sondern auch zu einer nachvollziehbaren Qualitätskontrolle geführt.

Je nach Lagerung und Zuführung der Betonzuschläge gibt es im Wesentlichen drei Bauformen:

  • Turmanlage oder Vertikalanlage: Die verschiedenen Zuschläge lagern in sternförmig angeordneten Kammersegmenten, die zusammen einen turmartigen Aufbau oberhalb der Mischer- und Waagenbühne bilden. Die Beschickung des Turms erfolgt über ein langes Steigband, ein Becherwerk oder eher seltener über einen Aufzug. Die Zuführung der Zuschläge zur Dosierwaage sowie zum Mischers erfolgt durch Schwerkraft. Der Vorteil ist eine hohe Leistungsfähigkeit sowie ein Schutz der Zuschläge vor Witterungseinflüssen. Allerdings ist diese Bauweise auch mit höheren Investitionen verbunden.
  • Reihenanlage oder Horizontalanlage: Die verschiedenen Zuschläge lagern in einem Reihendoseur, der sich aus mehreren hintereinanderliegenden Kammern zusammensetzt. Die Kammern werden durch einen Radlader seitlich befüllt. Unter den Kammern befindet sich eine Dosiervorrichtung, die die Zuschläge rezepturgenau an ein Förderorgan abgibt und dann den Mischer beschickt.
  • Sternanlage oder Scrapperanlage: Die verschiedenen Zuschläge werden in sternförmig angeordneten Kammern offen angehäuft, die um einen zentralen Punkt herum angeordnet sind. Im Zentrum befindet sich oben ein Scrapper, der die einzelnen Fraktionen zu einer mittigen Öffnung zieht. Von dort fallen die Zuschläge auf eine Waage, die meist zugleich als Förderbehälter für die Beschickung des Mischers dient. Dieser Anlagentyp findet heute nur noch bei kleinere Anlagen Anwendung.

Die einzelnen Zementsorten (bzw. Bindemittelsorten) werden jeweils in Silos neben der Anlage gelagert, die pneumatisch befüllt werden. Die Silos haben unten einen Verschluss und von dort wird der Zement über Förderschnecken zur Zementwaage befördert.

Viele Transportbetonanlagen sind noch mit einer Beton-Recyclinganlage ausgerüstet. Nach der Reinigung der LKW Fahrmischer wird mit dieser Zusatzanlage die Betonsuspension wieder in feste und flüssige Bestandteile getrennt. Dies verhindert ein Abbinden der Betonreste. Die gewonnen Bestandteile werden danach häufig dem Betonherstellprozess wieder beigemischt.

Baustellen-Betonmischanlage

Vor der Entwicklung der Transportbeton Technologie wurde der Beton meist auf der Baustelle mit mobilen Trommelmischern gemischt (Ortbeton). Dies sieht man bei uns heute nur noch im Heimwerkerbereich. Bei Großbaustellen mit hohem Betonbedarf, wie z.B. beim Bau von Flughäfen, Betonautobahnen, Staudämmen etc. hat sich eine eigene Technologie der Betonmischanlagen entwickelt. Außer im Staudammbau werden hierzu transportable Anlagen benötigt, die in sehr wenigen Tagen ihren Standort wieder verändern können. Zugleich werden von diesen Anlagen sehr hohe Betonstundenleistungen verlangt. Außerdem sind Zuverlässigkeit sowohl im Betrieb als auch bei der Betonqualität oberstes Gebot, da ansonsten die gesamte Großbaustelle zum Erliegen kommen kann. Die Übergabe des Betons kann hier auch in offene LKWs, Krankübel oder Förderbändern erfolgen.

Fertigteilwerk

Im Fertigteilwerk ist die Herstellung des Frischbetons lediglich eine Zwischenstufe. Nachfolgend werden daraus feste Betonelemente gefertigt, die zur Baustelle transportiert werden. Die Betonleistung eines Fertigteilwerks liegt meist niedriger als bei einem Transportbetonwerk, da das Betonformen in der Regel der kapazitätsbestimmende Faktor ist. Der Herstellprozess des Frischbetons ist im Prinzip gleich wie beim Transportbeton, allerdings werden häufig andere Rezepturen mit mehr Feinanteil bei den Zuschlägen verwendet. Die Übergabe des Frischbetons erfolgt meist in innerbetriebliche Transportkübel, von denen dann die vorgefertigten Schalungen befüllt werden.


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