Betriebshof Sachsenhausen
Das Sachsenhäuser Depot um 1900

Das Sachsenhäuser Depot (auch: Betriebshof Sachsenhausen) war von 1899 bis 2003 ein Betriebshof der Straßenbahn von Frankfurt am Main.

Inhaltsverzeichnis

N-Wagen im Depot Sachsenhausen, Mai 2002
Das Sachsenhäuser Depot, Südfront im März 2006
Entkerntes Sachsenhäuser Depot, April 2007
Innenansicht der östlichsten Halle, jetzt ein Supermarkt, Dezember 2008

Bau

Das Depot wurde 1899 von der damals noch jungen Städtischen Straßenbahn als erster eigener Betriebshof errichtet. Der Standort in der Hedderichstraße direkt neben dem Südbahnhof war günstig: Der Südbahnhof war damals wie heute ein bedeutender Knotenpunkt im Straßenbahnnetz südlich des Mains. Heute zeugen davon die vier Straßenbahnlinien 14, 15, 16, 19 und der Ebbelwei-Expreß.

Umbau und Schließung

1969 wurde der Betriebshof umgebaut und modernisiert, wobei die Backsteinfassade der Südfront wegen der für Gelenktriebwagen des Typs P zu engen Einfahrten restlos entfernt wurde. Bis zu letzt wurden alle insgesamt 19 Gleise verwendet. Einige Tage vor der offiziellen Eröffnung des neuen Betriebshofes Ost und der damit einhergehenden Schließung des Betriebshofes Sachsenhausen wurden alle Wagen abtransportiert. Als der letzte Einschieber das Depot verließ, fand eine von der CDU organisierte Trauerfeier statt. Die Werkstatt wurde am Tag der Eröffnung des Betriebshofs Ost geschlossen.

Nach der Schließung

Kurze Zeit nach der Stilllegung wurde die Fahrleitung in und vor dem Depot entfernt. Die ins Depot führenden Weichen wurden zugeschweißt und das Gelände mit einem Bauzaun abgesperrt. Anfang 2006 wurden die Gleise in und vor dem Depot entfernt.

Die ehemalige Zufahrtsstrecke zum Depot bleibt - allerdings um einige Meter verkürzt - erhalten, da hier die Straßenbahnlinien 15 und 19 wenden. Allerdings ist das Befahren nur noch von der Haltestelle Südbahnhof aus möglich, da die Weichenverbindung in die Brückenstraße ebenfalls zugeschweißt wurde.

Das Depot wurde bis 2009 zu einem sogenannten Stadtteilzentrum für Sachsenhausen umgebaut. Ein Supermarkt (REWE) und die Stadtteilbibliothek sind in den beiden östlichen denkmalgeschützten Hallen untergebracht.

Ferner nutzt die Redaktion der Frankfurter Rundschau die westliche Halle mit zusätzlichem darüber errichteten Bürohaus seit Frühjahr 2009 als neuen Hauptsitz in Frankfurt.

Die Bebauung lag einem Architekturwettbewerb zu Grunde, aus dem die Friedberger Architekten Bremmer-Lorenz-Frielinghaus als Sieger hervorgingen. Nachdem der Verkauf beschlossen war und auch die VGF und die Stadt Frankfurt den Verkauf genehmigt hatten, wurden Anfang 2006 die Gleise entfernt. Zwei Hallen wurden bis auf Teile der Fassade abgerissen, nur bei der östlich gelegenen ältesten Halle ist die Struktur teilweise erhalten geblieben. Die abgetragenen Hallen wurden in Anlehnung an den vorherigen Zustand neu errichtet, auch die 1969 abgetragene Südfassade wurde teilweise rekonstruiert.

Weiterführende Informationen

Literatur und Quellen

  • Dieter Höltge, Günter H. Köhler: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. 2. Auflage. 1: Hessen, EK-Verlag, Freiburg 1992, ISBN 3-88255-335-9, S. 119. 
  • Horst Michelke, Claude Jeanmaire: 100 Jahre Frankfurter Straßenbahnen: 1872 - 1899 - 1972. 1. Auflage. Verlag Eisenbahn, Villigen AG bei Brugg/Schweiz 1972, ISBN 3-85649-018-3, S. 223. 

Weblinks

50.1011111111118.68757Koordinaten: 50° 6′ 4″ N, 8° 41′ 15″ O


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