Betriebskostenspiegel

Ein Betriebskostenspiegel ist eine Statistik über die Betriebskosten bei vermieteten Wohnungen in Deutschland (Mietnebenkosten).

Inhaltsverzeichnis

Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds

Der Deutsche Mieterbund (DMB) und seine Landesverbände haben erstmals für das Jahr 2004 Betriebskostenspiegel für die Bundesrepublik Deutschland und für die einzelnen Bundesländer veröffentlicht. Die Auswertung wird jährlich neu erstellt.

Diese Zahlen haben rein informatorischen Charakter. Sie sind für Mieter und Vermieter insoweit aber auch rechtlich von Bedeutung, als sie bei der Prüfung einer Betriebskostenabrechnung zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit herangezogen werden können. Auffällige „Ausreißerwerte“ können so leicht erkannt werden. Hieraus kann aber nicht zwingend darauf geschlossen werden, die Betriebskosten für ein Objekt wären überhöht gewesen. Es ist immer eine Prüfung im Einzelfall vorzunehmen.[1] Die Wirtschaftlichkeit ist nicht schon dadurch verletzt, dass die Werte in einer Betriebskostenabrechung von den Durchschnittswerten in einem Betriebskostenspiegel abweichen.[2]

Die Betriebskostenspiegel weisen untere Grenzwerte, Durchschnittswerte und obere (kritische) Grenzwerte in Euro pro Quadratmeter Wohnfläche monatlich aus. Die Auswertung zeigt erhebliche regionale Unterschiede.[3]

Weitere Betriebskostenspiegel

Neben dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds gibt es mittlerweile auch andere Übersichten, in denen Angaben über Betriebskosten in bestimmten Regionen gemacht werden. Vielfach werden sie von werbefinanzierten Verbraucherportalen im Internet veröffentlicht, deren Unabhängigkeit problematisch ist. Deshalb sollte beim kritischen Umgang mit Betriebskostenspiegeln auch darauf geachtet werden, welche Organisation den Spiegel aufgestellt hat und welche Ziele sie damit verfolgt.

Hiervon zu unterscheiden sind Betriebskostenspiegel, die teilweise von den Gemeinden aufgestellt werden und die Betriebskosten für Bauwerke bestimmten Alters oder bestimmter Ausstattung im Stadtgebiet ausweisen. Diese können – ähnlich Mietspiegeln – repräsentative Aussagen ermöglichen.

Speziell für die Heizkosten von Immobilien werden sogenannte Heizspiegel erstellt. Hinter dem Heizspiegel steht das Bundesumweltministerium. Ziel ist die Förderung umweltbewußten Heizens und damit die Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes.[4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Deutscher Mieterbund (Hg.): Das Mieterlexikon.Ein Nachschlagewerk für Mieter und Vermieter. Ausgabe 2011/2012. März 2011. S. 73ff.
  2. Bundesgerichtshof. Urteil vom 6. Juli 2011 – Az.: VIII ZR 340/10. Rn. 18. Abgerufen am 4. November 2011.
  3. Neuer Betriebskostenspiegel für Deutschland. 2,19 Euro pro Quadratmeter und Monat im Durchschnitt. In: mieterbund.de. URL: http://www.mieterbund.de/pressemitteilung.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=326&tx_ttnews[backPid]=3126&cHash=11b626ca54 – 30. März 2011. Abgerufen am 4. November 2011.
  4. Über uns. In: heizspiegel.de. Abgerufen am 4. November 2011.
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