Bettendorff (Adelsgeschlecht)
Wappen der Bettendorf
Türsturz mit Wappen des Wormser Bischofs Dietrich II. von Bettendorf, Ladenburg, Bereich des Bischofshofes
Grabmal der Magdalena von Bettendorff in der Notburgakirche Hochhausen

Die Freiherren von Bettendorff, auch Bettendorf oder Pettendorf, waren ein Adelsgeschlecht mit Besitztümern u. a. in Gauangelloch, Schatthausen, Mauer und Nußloch im Rhein-Neckar-Kreis im Norden Baden-Württembergs.

Inhaltsverzeichnis

Mittelalter

Die Ersterwähnung erfolgte 1071, als ein Friedrich von Bettendorff bei einer Schenkung Kaiser Heinrichs IV. als Zeuge fungierte.

Das Geschlecht hatte zunächst seinen Sitz auf der Burg Pettendorf bei Neunburg vorm Wald. Altmann von Bettendorf kam mit Pfalzgraf Ruprecht nach Heidelberg und wurde zum Burggrafen von Bacharach bestellt. Er soll 1413 am Konzil von Konstanz teilgenommen haben.

Die in der Oberpfalz verbliebene Linie starb im 15. Jahrhundert aus. Ulrich aus dieser Linie war 1402 bis 1422 Abt von Kloster Sankt Emmeram.

Neuzeit

Die Adelsfamilie war im 16. Jahrhundert mit den Gans von Otzberg verschwägert und scheint Besitztum im Bereich der Zent Umstadt besessen zu haben. Zwei Grabepitahpe befinden sich in der dortigen Stadtkirche, ein Fragment der Lucia von Bettendorf († 1554), geborene Landschad von Steinach, und der Grabstein des Wolf von Bettendorf († 1554). Wolf v. Bettendorf war Oberamtmann der Kurpfalz im Kondominat Umstadt und im Oberamt Otzberg.

Wolfs Bruder Hans von Bettendorf († 1556),[1] kurpfälzischer Haushofmeister in Heidelberg, war vermählt mit Barbara von Gemmingen,[2] Tochter des Philipp von Gemmingen († 1520) und der Anna von Helmstatt († 1519).[3] Ihre Epitaphien sind in der kath. Pfarrkirche zu Nußloch erhalten.

Ihr Sohn Dietrich von Bettendorf (1518-1580), war von 1552 bis 1580 als Dietrich II. Bischof von Worms. Dessen Schwester Anna stand als Priorin dem Kloster Lobenfeld vor, eine andere Schwester, Katharina († 1573), war Äbtissin von Kloster Frauenalb. Von seinen Brüdern sind zu nennen: Wilhelm († 1552),[4] kurpfälzischer Vitztum in Neustadt, Ludwig, kurpfälzischer Hofmeister und Hans, pfalz-zweibrückischer Rat.

Wegen Besitzungen in Ladenburg und Eberbach und dem Besitz von Eubigheim gehörten sie auch zum Fränkischen Ritterkreis.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts bestanden vier Familienzweige in Mainz, Miltenberg, Gauangelloch und Weidesheim (bei Saargemünd). Der Gauangellocher Zweig erlosch 1763 und wurde von den aus den Miltenbergern hervorgegangenen Gissigheimern beerbt. 1773 starb der Mainzer Zweig aus. Der letzte Weidesheimer wurde 1831 durch seinen Neffen Karl Graf von Sparre-Kroneberg beerbt, der seinem Namen das Bettendorf hinzufügte. Mit dem Tod von Ludwig Wilhelm Sigmund Franz Christian Freiherr von Bettendorf (* 10. März 1862 in Bamberg; † 25. Oktober 1942 in Nußloch) ist die Familie im Mannesstamm erloschen.

1718 stiftete Amalia Elisabeth von Mentzingen, geb. Bettendorf, das Kayserliche Reichsfreye Adeliche Creichgauerischen Fräulein-Stifft. In ihrem Testament verfügte sie, mit ihrem elterlichen Erbe adeligen evangelischen Fräulein aus dem Ritterkanton Kraichgau ein zurückgezogenes, aber standesgemäßes Leben zu ermöglichen, falls dies durch die Familien nicht gewährleistet werden konnte.

Bauwerke

In Gauangelloch finden sich noch Teile des nach der Erbauung durch die Ritter von Angelach in Bettendorf'schen Besitz gelangten Schlosses, in Schatthausen das zum Gutshof umgebaute Wasserschloss, in Eberbach das Bettendorfsche Haus und in Gissigheim ein Barockschloss.

Personen

Literatur

  • Wilhelm Freiherr von Bettendorf, Die ehemals reichsunmittelbaren Reichsfreiherren von Bettendorf, 1940
  • Johann Brandmüller: Historisches und geographisches Lexikon, Band II, 1726
  • Johann Friedrich Gauhen: Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon. Verleger: Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1740
  • Konrad Grimm und Heinz Maag: Adler und Dornenkranz, 275 Jahre Kraichgauer Adeliges Damenstift. Selbstverlag des Kraichgauer Adeligen Damenstifts, Karlsruhe 1993
  • Der in Bayern immatrikulierte Adel, Band 11, S. 184

Weblinks

 Commons: Bettendorff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Zum Grab des Hans von Bettendorf in Nußloch
  2. Zum Begräbnis von Hans und Barbara von Bettendorf in Nußloch
  3. Zur Genealogie der Großeltern des Bischofs
  4. Zum Begräbnis von Wilhelm in Ladenburg

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