Bettina Feddersen

Bettina Clausen, geb. Feddersen, (* 16. August 1941 in Böhlitz-Ehrenberg, Sachsen) ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin.

Inhaltsverzeichnis

Arbeitsgebiete

Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf Theorie und Praxis der Narratologie, insbesondere bezogen auf die Erzählkunst der literarischen Avantgarde. Im Department Sprache, Literatur, Medien II der Universität Hamburg forscht und lehrt sie zumal zur deutschen Gegenwartsliteratur, Romantik und Aufklärung. Zu den von ihr erforschten Autoren zählen vor allem Brigitte Kronauer, Arno Schmidt, Leopold Schefer, E. T. A. Hoffmann, Christoph Martin Wieland und Gotthold Ephraim Lessing.

Weitere Tätigkeiten

Bettina Clausen sitzt in etlichen Jurys von Literaturpreisen und verwaltet den künstlerischen Nachlass von Rosemarie Clausen.

Leben

Als Kind floh sie 1949 mit ihren Eltern und Geschwistern aus der Sowjetischen in die Amerikanische Besatzungszone und ging in Augsburg und Hamburg zur Schule. Mit 16 Jahren nahm sie ein Studium an der Hamburger Musikhochschule auf. 1964 heiratete sie den Soziologen Lars Clausen. Nach siebenjähriger Bühnenpraxis als Schauspielerin unter ihrem Geburtsnamen legte sie die Sonderbegabtenprüfung zur Hochschulreife in Hamburg ab und studierte Literaturwissenschaft und Soziologie an der Universität Hamburg, wo sie 1985 mit einer Arbeit über Leopold Schefer zum Dr. phil. promovierte. Sie ist dort heute als Professorin für Neuere Deutsche Literatur tätig.

Publikationen

Monografien

  • 1985: Leopold-Schefer-Bibliographie. Werk und Rezeption 1799-1985. Frankfurt am Main (Bangert & Metzler)
  • 1985: (mit Lars Clausen) Zu allem fähig. Versuch einer Sozio-Biographie zum Verständnis des Dichters Leopold Schefer, 2 Bde., Frankfurt am Main (Bangert & Metzler)

Ausgewählte Aufsätze

  • 1977: (mit Harro Segeberg) Automation ohne Sachzwang. Arbeiterschriftsteller, Industriesoziologen und die „Messwarte“. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 95 ff.
  • 1981: Robin Crusoe oder Der HErr hat eben an Mich geglaubt. Zu einem literarischen Dauermodell. In: Freibeuter 9 (1981), 101 ff.
  • 1982: (mit Harro Segeberg) Technik und Naturbeherrschung im Konflikt. Zur Entzerrung einiger Bilder auch über Kleist und Goethe. In: Text & Kontext, 1982: (10.1), 47 ff. – Neuabdruck in: Harro Segeberg (Hg.), Technik in der Literatur. Frankfurt am Main (Suhrkamp) 1987, 33 ff.
  • 1984: Völlich correct in Grau. „Die Schule der Atheisten“ in erster Durchsicht. In: Zettelkasten 1 (1984), 210 ff.
  • 1984: Völlich correct in Grau. „Die Schule der Atheisten“ in fortgesetzter Lektüre. In: Zettelkasten 3 (1984), 34 ff.
  • 1987: Ideomotorische Vita Nova. Arbeit, Technik und das Paradies in Romanen Eckhard Henscheids. In: Harro Segeberg (Hg.), Technik in der Literatur. Frankfurt am Main (Suhrkamp), 483 ff.
  • 1987: In dubio pro publico. Kleines Echo auf den Rühmkorfschen Klang. In: Akzente, 438 ff.
  • 1988: Für Anfänger. Als Heino-Jaeger-Hommage. In: Ralf Busch (Hg.), Heino Jaeger, Hamburg (Christians), 29 ff.
  • 1989: „Sie kam mir für, wie eine Königinn“. Zur Naturlyrik des Ratsherrn Barthold Heinrich Brockes. In: Inge Stephan, Hans-Gerd Winter (Hgg.), Hamburg im Zeitalter der Aufklärung. Berlin u.a. (Reimer), 161 ff.
  • 1990: Die Metasprache der Struktur. Brigitte Kronauers „Rita Münster“. In: The German Quarterly 1990, 437 ff. – Neuabdruck in: Paul Michael Lützeler (Hg.), Spätmoderne und Postmoderne. Frankfurt am Main (Fischer TB) 1991, 157 ff.
  • 1991: Schriftstellerarbeit um 1825. Autonomes und kopiertes Wert-Verständnis am Muster Wilhelm Hauffs. In: Harro Segeberg (Hg.), Vom Wert der Arbeit. Tübingen (Niemeyer), 159 ff.
  • 1991: Ein staunenswerter Fall, und Aufstieg. Zur Prosa Brigitte Kronauers. In: Merkur 506 (1991), 442 ff.
  • 1992: Metamorphose und Übergang. Zum Avantgardistischen der Verfahren von Arno Schmidt. In: Hefte zur Forschung, H. 1: Vielleicht sind noch andere Wege, Bargfeld (Arno-Schmidt-Stiftung), 65 ff.
  • 1992: (mit Karsten Singelmann): Avantgarde heute? In: Klaus Briegleb, Sigrid Weigel (Hgg.), Gegenwartsliteratur seit 1968 (Hansers Literaturgeschichte der deutschen Literatur vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Bd. 12), München (Hanser), 455 ff.
  • 1993: Der Heimkehrerroman. In: Mittelweg 36, 5 (1992/93), 57 ff.
  • 1994: Schiffbruch im Salon (zu einem Seestück von Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski). In: Der Rabe 39 (1994), 111 ff.
  • 1994: „‚Tautra‘ usw.“ Beobachtungen zu Arno Schmidts frühem PHAROS In: Hefte zur Forschung, H. 2: Teiche zwischen Nord- und Südmeer, Bargfeld (Arno-Schmidt-Stiftung), 31 ff.
  • 1994: „Ein Leben für die Wissenschaft“. Zu einem Modell des Schriftstellers, Versicherungsmathematikers und Wahrscheinlichkeitstheoretikers Leo Perutz: „Der Tag ohne Abend“ (1925). In: Wissenschaftszentrum Berlin (Hg.), New Science und Alte Dichtung? Berlin (Wissenschaftszentrum)
  • 1995: Vom Fabrizieren ungeheuerlicher Vorfälle. Schriftsteller zum Wiederlesen: Ror Wolf. In: Handelsblatt vom 24. März 1995
  • 1996: Rückläufige Jugend. Bemerkungen zu Borchert und zum frühen Borchert-Erfolg. In: Gordon Burgess, Hans Gerd Winkler (Hgg.), „Pack das Leben bei den Haaren“. Wolfgang Borchert in neuer Sicht. Hamburg (Hamburger Kulturstiftung), 224 ff.
  • 1998: Der Koitus im Werk. Zur Metaphernlage. In: Hefte zur Forschung 5, Bargfeld (Arno-Schmidt-Stiftung ), S. 53 ff.
  • 1998: Privatprosaische Selbstverständigung. Arno Schmidt mit seinem Capriccio „Tina oder über die Unsterblichkeit“. In: Bargfelder Bote 234-236 (1998), S. 48 ff.
  • 2000: Brigitte Kronauer. In: Frank Rainer Max, Christine Ruhrberg (Hgg.): Reclams Romanlexikon, Bd. 5: 20. Jahrhundert III, Reclam (Stuttgart), S. 329 ff.
  • 2001: Materialien zum Roman von Ernst-Jürgen Dreyer. In: Ernst-Jürgen Dreyer, Die Spaltung, Bd. 2, Frankfurt am Main [u.a.] (Stroemfeld)

Herausgaben

  • 1975: (mit Lars Clausen) Spektrum der Literatur. Gütersloh (Bertelsmann Lexikon Verlag); zahlreiche überarbeitete Auflagen bis zur 15., 1990
  • 1979: (mit Harro Segeberg) Soziale Maschinen. Literarische und soziologische Texte zu Industriearbeit und Technik, 2 Bde., Stuttgart (J. B. Metzler)
  • 1984: Leopold Schefer: Dreizehn Gedichte und Lieder. Zum 200. Geburtstag des Muskauer Dichters am 30. Juli 1984. Frankfurt am Main (Bangert & Metzler)
  • 2001: Ernst-Jürgen Dreyer: Die Spaltung, 2 Bde., Frankfurt am Main [u.a.] (Stroemfeld)
  • 2004: Literarisches Portrait Brigitte Kronauer. Mit zwei Erzählungen von Brigitte Kronauer. Stuttgart (Verein der Freunde der Akademie für Gesprochenes Wort)

Verwechslungsgefahr

Bettina Clausen ist nicht mit der gleichnamigen Autorin von Trivialromanen identisch.


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Bettina Clausen — Bettina Clausen, geb. Feddersen, (* 16. August 1941 in Böhlitz Ehrenberg, Sachsen) ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin. Inhaltsverzeichnis 1 Arbeitsgebiete 2 Weitere Tätigkeiten 3 Leben …   Deutsch Wikipedia

  • Coburger Landestheater — Landestheater Schloßplatz Landestheater Rückseite …   Deutsch Wikipedia

  • Hersfelder Festspiele — Die Festspielbühne in der Stiftsruine Die Bad Hersfelder Festspiele finden alljährlich von Mitte Juni bis Anfang August in Bad Hersfeld statt. Das „hessische Salzburg“ ist dadurch auch überregional bekannt. Auf der 1400 m² großen Bühne in der… …   Deutsch Wikipedia

  • Lars Clausen — Lars Michael Clausen (* 8. April 1935 in Berlin; † 20. Mai 2010 in Hamburg) war ein deutscher Soziologe und Gelehrter. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 1.1 Katastrophenschutz 1.2 Ferdinand Tönnies …   Deutsch Wikipedia

  • Bad Hersfelder Festspiele — Die Festspielbühne in der Stiftsruine Die Bad Hersfelder Festspiele finden alljährlich von Mitte Juni bis Anfang August in Bad Hersfeld statt. Das „hessische Salzburg“ ist dadurch auch überregional bekannt. Auf der 1400 m² großen Bühne in… …   Deutsch Wikipedia

  • Landestheater Coburg — Landestheater Schloßplatz Landestheater Rückseite …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Darsteller des deutschsprachigen Films — Diese Liste beinhaltet bekannte Darsteller des deutschsprachigen Films, unabhängig von ihrer Herkunft. Die meisten der folgenden Schauspieler waren in mehr als einem der aufgeführten Zeitabschnitte aktiv. Eingeordnet sind sie dort, wo sie ihre… …   Deutsch Wikipedia

  • Großstadtrevier (Taschenheft) — Seriendaten Originaltitel: Großstadtrevier Produktionsland: Deutschland Produktionsjahr(e): 1986–2009 Produzent: Wolfgang Henningsen Episodenlänge: etwa 48 Minuten Episodenanzahl: 272 in 22 Staffeln …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburger Persönlichkeiten — Hamburger Persönlichkeiten, die wichtig für Hamburg und seine Geschichte sind, die also hier maßgeblich gewirkt haben oder deren Person eng mit dem Namen »Hamburg« verbunden wird, sind nachfolgend aufgeführt. Am Ende der Liste sind weitere… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste berühmter Begräbnisstätten — Inhaltsverzeichnis 1 Ägypten 2 Argentinien 3 Australien 4 Belgien 5 Brasilien 6 Chile 7 …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”