Betzdorf (Sieg)


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Betzdorf
Betzdorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Betzdorf hervorgehoben
50.7855555555567.8727777777778211Koordinaten: 50° 47′ N, 7° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Verbandsgemeinde: Betzdorf
Höhe: 211 m ü. NN
Fläche: 9,57 km²
Einwohner: 10.260 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 1072 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 57501–57518
Vorwahl: 02741
Kfz-Kennzeichen: AK
Gemeindeschlüssel: 07 1 32 006
Adresse der Verbandsverwaltung: Hellerstraße 2
57518 Betzdorf
Webpräsenz:
Stadtbürgermeister: Bernd Brato (SPD)

Die Stadt Betzdorf ist Teil und Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Betzdorf im Landkreis Altenkirchen im nördlichen Teil von Rheinland-Pfalz (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt Betzdorf liegt etwa 20 km südwestlich von Siegen in einem Talkessel zwischen Westerwald im Süden und Siegerland im Norden. In Betzdorf mündet der Fluss Heller in die Sieg.

Stadtgliederung

Zur Stadt Betzdorf gehören die Stadtteile Bruche, Dauersberg und Struthof.

Geschichte

Die erste sichere urkundliche Erwähnung Betzdorfs war 1249 auf einer Urkunde der Gräfin Mechtild von Sayn.

Das Wachstum des vorerst nicht sehr bedeutenden Ortes begann erst mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Köln-Deutz/Gießen mit einer Zweigstrecke von Betzdorf nach Siegen, womit Betzdorf zur Drehscheibe und Eisenbahnerstadt mit Rangierbahnhof für die umliegenden Eisenerzbergwerke wurde. Am 1. April 1886 entstand durch Abtrennung der Gemeinden Betzdorf, Alsdorf (Westerwald), Grünebach, Sassenroth, Dauersberg, Scheuerfeld, Bruche und Wallmenroth von der Bürgermeisterei Kirchen (Sieg) die Bürgermeisterei Betzdorf. Die Gemeinde Bruche stieß 1907 durch Eingemeindung zu Betzdorf. 1935 wurden die Bürgermeistereien in Ämter umbenannt. Ihre Bedeutung als Eisenbahnknotenpunkt führte allerdings dazu, dass die Stadt im Zweiten Weltkrieg unter starken Luftangriffen zu leiden hatte, wodurch Zweidrittel der Stadt den Bomben zum Opfer fiel.

1953 wurde Betzdorf Titularstadt. In den folgenden Jahren wurden fast alle Betzdorfer Eisenbahnanlagen und -einrichtungen, wie das Ausbesserungswerk, das Bahnbetriebswerk, das Bundesbahn-Betriebsamt, der Rangierbahnhof, die Bahnmeisterei, die Fernmeldemeisterei, die Bahnhofsverwaltung und die Güterabfertigung stillgelegt, so dass Betzdorf heute nur mehr im Personenverkehr ein kleiner Eisenbahnknotenpunkt ist.

Am 7. Juni 1969 wurde die Gemeinde Dauersberg nach Betzdorf eingemeindet.

Durch die Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz wurde aus dem Amt Betzdorf schließlich die Verbandsgemeinde Betzdorf mit Sitz in der Stadt Betzdorf.

Wappen

Das Wappen der Stadt Betzdorf ist gespalten, links in Schwarz ein silberner Schrägbalken, belegt mit drei schwarzen Eberköpfen, rechts in rot ein goldener, zum Betrachter schauender Löwe mit roter Zunge. Der Löwe stammt aus dem Wappen des Grafen von Sayn und die Eberköpfe aus dem der Herren von Freusburg.

Bevölkerung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1815 – 401
  • 1835 – 615
  • 1871 – 1.568
  • 1905 – 6.458
  • 1939 – 8.979
  • 1950 – 9.315
  • 1961 – 10.300
  • 1965 – 10.550
  • 1970 – 10.490
  • 1975 – 10.457
  • 1980 – 10.364
  • 1985 – 10.009
  • 1987 – 10.154
  • 1990 – 10.301
  • 1995 – 10.763
  • 2000 – 10.698
  • 2005 – 10.451

Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Religionen

51,5 % der Betzdorfer Bevölkerung sind katholisch, 24,3 % evangelisch.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat in Betzdorf besteht aus 28 gewählten Mitgliedern und dem Bürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:

SPD CDU FDP Grüne WG Gesamt
2004 7 15 2 1 3 28 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)

Bürgermeister

Bürgermeister der Verbandsgemeinde und Stadtbürgermeister von Betzdorf in Personalunion ist Bernd Brato (SPD). Er kam im November 2006 durch Direktwahl in die beiden Ämter, die er im Januar 2007 antrat.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Stadt Betzdorf ist ein Eisenbahnknotenpunkt (nur im Personennahverkehr) mit:

Die Stadt Betzdorf liegt ca. 20 Kilometer abseits der Bundesautobahn 45. Nächster Flughafen ist der Siegerlandflughafen. Der Flughafen Köln/Bonn und der Flughafen Frankfurt am Main sind mit der Bahn zu erreichen.

Ansässige Unternehmen

  • WOLF-Garten GmbH & Co KG (Produktion von Gartengeräten)
  • SSI Schäfer-Shop GmbH (Vertrieb von Bürobedarf)
  • Rexnord Kette GmbH (Produktion und Vertrieb von Industrieketten)

Öffentliche Einrichtungen

Bildungseinrichtungen

In der Stadt Betzdorf gibt es zwei Grundschulen, eine Duale Oberschule, zwei Realschulen sowie jeweils eine Berufsbildende Schule, eine Bücherei, eine Volkshochschule und ein Gymnasium.

Freizeit- und Sportanlagen

In Betzdorf gibt es neben mehreren kleineren Sportplätzen das Stadion „Auf dem Bühl“, im Eigentum der Stadt Betzdorf, sowie die Freizeitsportanlage Molzberg, die den Verbandsgemeinden Betzdorf und Kirchen (Sieg) gehört.

Städtepartnerschaften

Die Stadt Betzdorf pflegt Partnerschaften mit den Städten

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Regelmäßige Veranstaltungen

Die größten regelmäßigen Veranstaltungen sind das Schützenfest, Anfang September, des Schützenvereins Betzdorf, das Geranienfest, im Mai, der Bauernmarkt, im September, und das Barbarafest, Anfang Oktober, der Aktionsgemeinschaft sowie die zahlreichen Veranstaltungen der Betzdorfer Vereine (Konzerte, Theater, Karneval, u. a.).

Ein besonderes Highlight ist die jährlich stattfindende Erzquell City-Night, ein Radrennen durch die Betzdorfer Innenstadt, das mit internationalen Spitzensportlern besetzt ist.

Sehenswürdigkeiten

In Betzdorf steht neben dem Rathaus seit 14. März 2008 das größte Osterei der Welt. Die Größe des Eis wird allerdings von Bürgern der Stadt Wolfach im Schwarzwald angezweifelt, da diese das momentan zweitgrößte Osterei der Welt beherbergen.[1]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Bekannte Betzdorfer sind

  • Peter Günther – Weltmeister im Radfahren 1912,
  • der Volksliederkomponist Robert Götz („Aus grauer Städte Mauern zieh´n wir durch Wald und Feld“, „Jenseits des Tales standen ihre Zelte“) (*1892),
  • der Schauspieler und Sänger Kurt Großkurth (1909-1975),
  • der Kabarettist Matthias Deutschmann (*1958)
  • der Automobilrennfahrer Uwe Alzen (* 18. August 1967 in Kirchen)

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Karl Hartmann (1857–1910); Mundartdichter und Internatsgründer

Einzelnachweise

  1. Artikel der Rhein-Zeitung am 28.03.2008, Ausgabe HB [1]

Weblinks



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