Beuren (Eichsfeld)
Beuren
Wappen von Beuren vor der Eingemeindung
Koordinaten: 51° 23′ N, 10° 17′ O51.37847222222210.278222222222305Koordinaten: 51° 22′ 42″ N, 10° 16′ 42″ O
Höhe: 305–325 m ü. NN
Einwohner: 1.300
Eingemeindung: 6. Juni 2000
Eingemeindet nach: Leinefelde
Postleitzahl: 37327
Vorwahl: 03605
Karte

Lage von Beuren in Leinefelde-Worbis

Beuren ist ein Stadtteil von Leinefelde-Worbis im Landkreis Eichsfeld in Thüringen.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Ort Beuren befindet sich etwa drei Kilometer südwestlich der Altstadt von Leinefelde am Nordrand des Dün.

Geschichte

Kloster Beuren

Urkundliche Ersterwähnung fand Beuren im Jahre 1128 in einer Gerichtsurkunde. In dieser Zeit gab es hier einen befestigten Herrensitz, um den sich das Dorf bildete. Um 1200 wurde in Niederbeuren („Buren inferior“) durch Konrad von Bodenstein ein Zisterzienserinnenkloster gegründet. Es ist das älteste Kloster dieses Ordens auf dem Eichsfeld.

Durch Zoll- und Geleiteinnahmem entwickelte sich Beuren von einem Marktdorf (1238 „forensi Buren“) zu einer Stadt (1269 „in civitate Buren“). Es setzte eine Stadtentwicklung ein, zu erkennen an Toren, städtischer Straßenführung und Wehranlagen.[1]

Mit der Verlagerung der Zollstelle im Jahre 1294 nach Heilbad Heiligenstadt verlor Beuren sein Stadtrecht. Von 1870 bis 1873 wurde die Kirche „St. Pankratius“ erbaut. Die bis dahin bestehende alte Kirche wurde abgerissen. Lediglich der „Alte Turm“, der ursprünglich als Zoll- und Wohnturm errichtet wurde und später als Kirchturm diente, blieb erhalten. Seit 1525 war am Ortsrand die Klostermühle erwähnt, sie befand sich außerhalb der Klosteranlage.[2]

Am 6. Juni 2000 wurde der Ort Beuren im Rahmen einer Gebietsreform in die Stadt Leinefelde eingegliedert.[3]

Sehenswürdigkeiten

Kloster Beuren

Am westlichen Ortsrand befindet sich Kloster Beuren. Heute dienen die Baulichkeiten als Alters- und Pflegeheim.

Ehemaliger «Zollturm»

In der Mitte des Ortes steht unweit der Kirche ein auffälliger runder und schlank wirkender Turm. Aus den Bauakten geht hervor, dass dieser Turm als ehemaliger Zollturm der Stadt gedient hatte und bei der 1342 erfolgten Grundsteinlegung für die frühere Beurener Kirche bereits vorhanden war. Ein 1880 beantragter Abriss von Kirche und Turm wurde von der damaligen Preußischen Denkmalbehörde in Erfurt in Bezug auf den Turm ausdrücklich untersagt, im weiteren Verlauf wurden sogar Mittel zur Reparatur und Erhaltung des Turms bewilligt.[4]

Literatur

  • Ortschaft Beuren (Hrsg.): Festschrift 875 Jahre Beuren. In: Beiträge zur Geschichte eines Dorfes im Eichsfeld. Mecke, Duderstadt 2003, ISBN 3-936617-14-7, S. 480.
  • Carl Duval: «Beuren». In: Das Eichsfeld. (Reprint), Harro von Hirschheydt Verlag, Hannover-Dören 1979, ISBN 3-7777-0002-9, S. 291-298.
  • Thomas T. Müller: Der Bauernaufstand im Eichsfeld. Verlauf und Wirkungen im Spiegel der Schadenslisten der Klöster Reifenstein, Beuren, Teistungenburg und Worbis. In: Günther Vogler (Hrsg.): Bauernkrieg zwischen Harz und Thüringer Wald. (Historische Mitteilungen der Ranke-Gesellschaft. 69, Stuttgart 2008, S. 158-177.
  • Joseph Keppler; Raphaelsheim gGmbh Heiligenstadt (Hrsg.): Das einstige Zisterzienserinnenkloster Beuren. Mecke, Duderstadt 2000, ISBN 3-932752-57-0, S. 48.
  • Adalbert Dölle: Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Beuren im Eichsfeld. Mecke, Duderstadt 1998, ISBN 3-932752-20-1, S. 480.
  • Thomas Bienert: «Burg Scharfenstein, Beuren» – Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 28.
  • Michael Köhler: «Beuren, Zollturm» – Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 66-67.

Einzelnachweise

  1. Joseph Reinhold: Die erschlossene Burg und die unvollendete Stadtwerdung. Zur Geschichte Beurens im Mittelalter. In: Festschrift 875 Jahre Beuren. Beiträge zur Geschichte eines Dorfes im Eichsfeld. Mecke, Duderstadt 2003, ISBN 3-936617-14-7, S. 11-38.
  2. Volker Große, Klaus Herzberg: «Klostermühle» Beuren. In: Maik Pinkert (Hrsg.): Mühlen im Obereichsfeld. Ein Kompendium. Eichsfeld-Verlag, Heiligenstadt 2008, S. 33.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2000
  4. Helmuth Godehardt: Der Wohnturm in Beuren blieb als Baudenkmal erhalten. In: Pädagogisches Kreiskabinett Worbis (Hrsg.): Eichsfelder Heimathefte. Heft 4, Worbis 1980, S. 321-327.

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