Bewaffnete Organe

Bewaffnete Organe der DDR war ein im offiziellen Sprachgebrauch der DDR verwendeter Begriff.

Inhaltsverzeichnis

Begriff

Der Begriff umschreibt die Gesamtheit der für die Landesverteidigung und die innere Ordnung eingesetzten und mit Waffen ausgerüsteten Kräfte.[1] Im einzelnen waren das die dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) unterstehenden Organe, nämlich die Nationale Volksarmee (NVA) (davor KVP), die Grenztruppen der DDR (GT) und die Kampfgruppen der Arbeiterklasse (KG), die dem Ministerium des Inneren (Mdl) unterstellten Organe wie die Deutsche Volkspolizei (DVP), die Volkspolizei-Bereitschaft (VPB), die Transportpolizei (Trapo) sowie das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) mit seinen Organen.[2] Aber auch die Zollverwaltung der DDR wurde zu den bewaffneten Organen gezählt, auch wenn sie dem Ministerium für Außenhandel unterstand. Die Angehörigen der Zollverwaltung wurden an der Waffe ausgebildet.[3]

Der Dienst in der Nationalen Volksarmee, der Kasernierten Volkspolizei, der Deutschen Grenzpolizei, der Bereitschaftspolizei, dem Ministerium für Staatssicherheit oder der Deutschen Volkspolizei galt als aktiver Wehrdienst, musste jedoch auch in entsprechender Mindestdienstzeit abgeleistet werden.[4]

Den Mitarbeitern stand eine überdurchschnittlich gute Bezahlung und Rentenversorgung zu. Ihnen wurden zudem auch Sondervergünstigungen gewährt.[5][6] In der Regel enthielten die Dienstbezüge der Angehörigen der bewaffneten Organe Vergütungen je nach Dienstgrad, Dienststellung und Dienstalter.[7]

Verwendung des Begriffs

Neben der Verwendung im offiziellen Sprachgebrauch wurde der Begriff auch umgangssprachlich angewandt. Dabei war zumeist nur die NVA gemeint.

Literatur

  • Torsten Diedrich (Hrsg./Bearbeiter im Auftr. des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes): Handbuch der bewaffneten Organe der DDR. Augsburg 2004, ISBN 3-8289-0555-2
  • Joachim Nawrocki: Bewaffnete Organe in der DDR : Nationale Volksarmee und andere militärische sowie paramilitärische Verbände ; Aufbau, Bewaffnung, Aufgaben ; Berichte aus dem Alltag. Berlin 1979, ISBN 3-921226-07-4

Einzelnachweise

  1. Birgit Wolf: Sprache in der DDR ein Wörterbuch, Walter de Gruyter, 2000, ISBN 3110164272, 9783110164275
  2. Erinnerungen an den Dienstbereich Technik und Bewaffnung des Ministeriums für Nationale Verteidigung. Entwicklung, Aufgaben, Struktur, Arbeitsweise und Probleme. Generalleutnant a. D. Dipl.-Ök. Ulrich Gall. Abgerufen am 26.März 2009.
  3. Feststellung von Rentenansprüchen und Anwartschaften aus einem Sonderversorgungssystem der bewaffneten Organe der ehemaligen DDR. Bundesverwaltungsamt. Abgerufen am 26.März 2009.
  4. Erlaß des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik über den aktiven Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee. (Dienstlaufbahnordnung) Vom 24. Januar 1962. Staatsrat der Deutschen Demokratischen Republik. Abgerufen am 26.März 2009.
  5. Birgit Wolf: Sprache in der DDR ein Wörterbuch, Walter de Gruyter, 2000, ISBN 3110164272, 9783110164275
  6. Besoldung. Peter Veith, c/o K. Bergmann. Abgerufen am 26.März 2009.
  7. Besoldung 1982. Peter Kieschnick. Abgerufen am 26.März 2009.

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