Bewag (Berlin)
Bewag-Logo
Konzern-Information
Name Vattenfall (Schweden)
Hauptsitz Schweden
Unternehmens-Information
Unternehmensform AG
Firma Bewag
seit 2006: Vattenfall Europe Berlin
Gründungsdatum 8. Mai 1884
Gründungsort Berlin
Unternehmenssitz Berlin
Mitarbeiter
Umsatz
Webseite www.vattenfall.de
Die Hauptverwaltung in Alt-Treptow (Schlesischer Busch)

Bewag war die Bezeichnung des von 1923 bis Ende 2005 für Berlin zuständigen Elektrizitätsversorgungsunternehmens. Seit Anfang 2006 firmiert die Gesellschaft unter dem Namen Vattenfall Europe Berlin.

Geschichte

Am 8. Mai 1884 wurde die Bewag als Städtische Electricitäts-Werke (A.G.StEW) von der Deutschen Edison-Gesellschaft gegründet. Bereits am 12. August trat die AGStEW in den Konzessionsvertrag der Stadt Berlin ein und übernahm damit die Aufgabe der Stromversorgung für Berlin. Mit der Zentrale in der Markgrafenstraße 44 (Gendarmenmarkt) entstand das erste öffentliche Elektrizitätswerk Deutschlands.

Am 1. Oktober 1887 übernahm die AEG die Verwaltung der A.G.StEW, die seitdem Berliner Elektricitäts-Werke (BEW) hieß. Am 1. Oktober 1915 übernahm dann der Magistrat von Berlin die BEW-Anlagen und große Teile der Mitarbeiter und benannte das Unternehmen Städtische Elektrizitätswerke Berlin (StEW). Die BEW und ihre Beteiligungen blieben erhalten. Die BEW wurde eine Holding und firmierte seitdem als Bank Elektrischer Werte. Schließlich übernahm am 24. November 1923 die neu gegründete privatrechtliche Betriebsgesellschaft Berliner Städtische Elektrizitätswerke Akt.-Ges. (BEWAG) den Betrieb der Anlagen der StEW von der Stadt Berlin im Rahmen eines Pachtvertrags. Die Stadt blieb Eigentümer der Anlagen.

Am 1. Januar 1934 wurden die Berliner Kraft- und Licht- Aktiengesellschaft (Bekula) und die BEWAG fusioniert. Das Vermögen der BEWAG ging damit auf die Bekula über. Nach der Verschmelzung hieß das Unternehmen Berliner Kraft- und Licht (Bewag)-Aktiengesellschaft.

Im Jahre 1948 verbot die sowjetische Zentralkommandantur den Vorstandsmitgliedern Wissell und Dr. Strassmann ihre Tätigkeit im Ostsektor der Stadt. Prof. Witte, ebenfalls Vorstandsmitglied, trat zurück und wurde zum kommissarischen Leiter der Ostberliner Betriebe berufen. Damit verlor die BEWAG die Kontrolle über die Unternehmensteile im Ostteil der Stadt und damit 40 Prozent ihrer Kunden. Die Geschäftsräume wurden in das Shell-Haus im Westteil der Stadt verlegt. Die West-Berliner BEWAG war alleiniger Rechtsnachfolger des Unternehmens, obwohl im Ostteil der Stadt ein eigenständiges Energieversorgungsunternehmen mit gleichem Namen gegründet und ins dortige Handelsregister eingetragen wurde.

Bis 1993 betrieb die Bewag das Stromnetz des ehemaligen West-Berlins als Inselnetz nach UCTE-Kriterien, wofür der Bau zahlreicher Kraftwerke im Stadtgebiet nötig war. Im ehemaligen Kraftwerk Steglitz betrieb die Bewag AG von Mitte der 80er bis Anfang der 90er Jahre einen Akkumulatorenpuffer zur Überbrückung von Lastspitzen.

Die Bewag wurde an der Börse immer unter ihrem 'offiziellen' Namen Bekula geführt, bis sie im Jahre 2003 von der schwedischen Vattenfall gekauft und vom Börsenzettel gelöscht wurde.

Die Bewag gehört zum schwedischen Vattenfall-Konzern und wurde am 1. Januar 2006 in Vattenfall Europe Berlin umbenannt.

Kraftwerke der Bewag
Elektrizitätswerk Leistung in MW Typ Primärenergie
Reuter West 600 Heizkraftwerk Kohle
Lichterfelde 450 Heizkraftwerk Erdgas
Charlottenburg 295 Heizkraftwerk Erdgas
Wilmersdorf 330 Heizkraftwerk Erdöl
Reuter 165 Heizkraftwerk Kohle
Klingenberg 1010 Heizkraftwerk Kohle/Erdgas/Erdöl
Rudow (außer Betrieb) 140 Heizkraftwerk Kohle
Moabit 240 Heizkraftwerk Kohle/Erdöl
Mitte 630 Heizkraftwerk Erdgas/Erdöl
Lichtenberg 1125 Heizkraftwerk Erdgas/Erdöl
Buch 1 Heizkraftwerk Erdgas/Erdöl
Block Köpenick 50 Blockheizkraftwerk Erdgas/Erdöl

Leitungen

Das Übertragungsnetz der Bewag ist zum größten Teil verkabelt. Zwei der wenigen Drehstromfreileitungen verlaufen vom Umspannwerk Reuter bzw. Heizkraftwerk Reuter bis zur Stadtautobahn (Betriebsspannung 380 kV und 110 kV). Von der Stadtautobahn zum 380-kV-Umspannwerk Mitte führt das älteste 380-kV-Drehstromkabel in Deutschland (verlegt 1977).


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